Gerhard Balluch (* 28. JännerAuf ein Wort mit Gerhard Balluch, Kleine Zeitung vom 27. November 2012, abgerufen am 3. Februar 2016Gerhard Balluch: Die großen Geister atmen frei in ihm, Kleine Zeitung vom 28. Januar 2012, abgerufen am 3. Februar 2016IMDb nennt fälschlicherweise den 29. Jänner als Geburtstag 1942 in Wien) ist ein österreichischer Schauspieler, Theaterregisseur und Hörspielsprecher.

Leben Gerhard Balluch begann nach dem Besuch des Gymnasiums zunächst ein nicht abgeschlossenes Studium der Theaterwissenschaft und der Germanistik, ließ sich dann aber an der Schauspielschule Krauss in seiner Geburtsstadt künstlerisch ausbilden. Neben zahlreichen Stückverträgen an österreichischen und deutschen Bühnen wie dem Opernhaus Graz, dem Landestheater Innsbruck, dem Wiener Volkstheater, dem Stadttheater Ingolstadt, den Städtischen Bühnen Bremen und dem Alten Schauspielhaus Stuttgart hatte er längere Engagements am Burgtheater, am Stadttheater Klagenfurt und am Landestheater Salzburg. 1972 trat Balluch eine Verpflichtung am Schauspielhaus Graz an, dessen Ensemble er bis heute angehört und mit dem er wiederum Gast an vielen europäischen Theatern war, unter anderem am Nationaltheater Belgrad, am Stadttheater Bern, am Hamburger Thalia Theater oder beim Deutschen Theatertreffen in Prag. Daneben wirkte Balluch bei zahlreichen Festspielen und Sommertheatern, so bei den Salzburger Festspielen, den Wiener Festwochen, den Bregenzer Festspielen oder dem Lehár Festival Bad Ischl., abgerufen am 3. Februar 2016

Beruflich bedeutende Rollen sind nach eigenen Angaben unter anderem die Titelrollen im Jedermann von Hugo von Hofmannsthal, in Cyrano von Bergerac von Edmond Rostand und in Richard II. von William Shakespeare, der Astrow in Onkel Wanja von Anton Tschechow, der Knieriem aus Johann Nestroys Der böse Geist Lumpazivagabundus oder Professor Higgins in dem Musical My Fair Lady von Frederick Loewe und Alan J. Lerner.

Als Regisseur zeichnete Gerhard Balluch unter anderem für Inszenierungen von Stücken wie Der Mann, der sich nicht traut von Curth Flatow, Die kahle Sängerin von Eugène Ionesco, Ferdinand Raimunds Verschwender oder der Operette Der Graf von Luxemburg von Franz Lehár verantwortlich. Gemeinsam mit seiner Ehefrau betreibt er außerdem die Produktionsgesellschaft Arcadia.

Selten war Balluch bislang vor der Kamera tätig. 1970 hatte er einen Gastauftritt in einer Folge der Serie Der Kurier der Kaiserin, in den 1980er und 1990er Jahren spielte er in zwei Tatort-Episoden mit. Wesentlich umfangreicher sind Balluchs Arbeiten als Hörspielsprecher in Produktionen des Österreichischen Rundfunks seit Mitte der 1960er Jahre.

Neben seiner Tätigkeit als Schauspieler und Sprecher unterrichtet Balluch an der Universität Graz im Fach „Sprecherziehung und Stimmschulung“, ferner hatte er Lehraufträge an der Universität für Musik und darstellende Kunst Graz im Bereich „Dramatische Gestaltung“. Gelegentlich gibt Balluch auch privaten Schauspiel- und Sprechunterricht.

Filmografie 1970: Komm nach Wien, ich zeig dir was! 1970: Der Kurier der Kaiserin – Ein freier Holländer 1972: Tanz auf dem Regenbogen 1986: Tatort – Der Schnee vom vergangenen Jahr 1994: Tief oben 1999: Tatort – Nie wieder Oper 2004: Die Augen des Coppola (Kurzfilm) 2006: Diebe (Kurzfilm)

Hörspiele (Auswahl) 1964: Eine Geschichte, die das Leben schrieb – Autor: Wolfgang Altendorf – Regie: Gustav Bartelmus 1965: Ausgespielt – Autor: Victor Borg – Regie: Gustav Bartelmus 1965: Die Streiche des Scapin – Autor: Molière – Regie: Herbert Wochinz 1965: Haus ohne Sonntag – Autor: Erich Zauner – Regie: Gustav Bartelmus 1966: Unverhofft – Autor: Johann Nestroy – Regie: Herbert Wochinz und Ernst Willner 1969: Wer rettet unsern Ackerknecht? – Autor: Frank Gilroy – Regie: Klaus Gmeiner 1970: Der Schatten eines Rebellen – Autor: Sean O’Casey – Regie: Werner Schneyder 1973: Das Lächeln der Apostel – Autor: Kurt Heynicke – Regie: Rudolf Kautek 1973: Der Verderber – Autor: Fritz Meingast – Regie: Kurt Sterneck 1974: Dela Gernheim – Drei Portraits aus einem alten Familienalbum – Autor: Raoul Auernheimer – Regie: Franz Neubauer 1974: Imaginäre Vergangenheit, kommerziell verfügbar – Autor und Regie: Otto Grünmandl 1974: Eins, zwei, drei – Autor: Franz Molnar – Regie: Walter Czaschke 1975: Agathe – Autor: Franz Hiesel – Regie: Fritz Zecha 1975: Woyzeck – Autor: Georg Büchner – Regie: Fritz Zecha 1976: Ich betone, daß ich nicht das Geringste an der Regierung auszusetzen habe – Autor und Regie: Harald Sommer 1976: Die verwegenen Spiele am Rothenbaum – Autor: Franz Hiesel – Regie: Fritz Zecha 1977: In Grönland – Autor: Gerhard Roth – Regie: Alfred Holzinger 1978: Lulu – Autor: Frank Wedekind – Regie: Klaus Dieter Kirst 1979: Chance – Autor: Helmut Zenker – Regie: Reinhold Ulrych 1979: Das schwedische Zündholz – Autor: Anton Tschechow – Regie: Rudolf Kautek 1980: Warum kann ich nicht vom Truge in die Wahrheit übergehen – Autor: Ludwig Harig – Regie: Kurt Josef Schildknecht 1983: Nördlich der Liebe und südlich des Hasses – Autor: Guntram Vesper – Regie: Karl Friedrich 1983: Donald Duck in Hollywood oder Sind oder waren Sie Mitglied – Autor: Wolfgang Pollanz – Regie: Karl Friedrich 1985: Nietzsche in Goa – Autor und Regie: Reinhard P. Gruber 1986: Hamlet – Autor: Joachim Perinet – Regie: Heinz Hartwig 1987: Der betrogene Ehemann oder Hanss Wurscht – Autor: Josef Anton Stranitzky – Regie: Heinz Hartwig 1987: Rameaus Neffe – Autor: Denis Diderot – Regie: Lucas Cejpek 1990: Ein Mitternachtsspiel – Autorin: Marlen Haushofer – Regie: Heinz Hartwig 1991: Begegnung in Symi – Autor: Hans Trummer – Regie: Heinz Hartwig 1991: Das pralle Herz der Aeronauten – Autor: Wolfgang Maria Siegmund – Regie: Heinz Hartwig 1992: Zwei Ladies in der Hudson Bar – Autor: Helmut Eisendle – Regie: Heinz Hartwig 1992: Kants Abenteuer – Autor: Harald Ditlbacher – Regie: Heinz Hartwig 1994: Über Bord – Autor: Rudolf Egger – Regie: Heinz Hartwig 1994: Lieber schizophren als ganz allein – Autor: Josef Rieser – Regie: Christian Pölzl 1995: Der König, sein Narr, seine Königin... – Autor: Günter Eichberger – Regie: Heinz Hartwig 1995: Fünf Uhr morgens – Autor: Friedrich Bestenreiner – Regie: Heinz Hartwig 1996: Pat und Sarah – Autor: Bernard Costa – Regie: Peter Lotschak 1997: Bruno – Autor: Wolfgang Hermann – Regie: Heinz Hartwig 1998: Das Vermächtnis der Maria Szmaragowska – Autor: Alfred Kolleritsch – Regie: Heinz Hartwig 1998: Schröder – Autorin: Daniela Egger – Regie: Heinz Hartwig 1998: Enigma – Autor: Éric-Emmanuel Schmitt – Regie: Heinz Hartwig 1998: Ein Theater – Autor: László Varvasovszky – Regie: Heinz Hartwig 2000: www.moses.at – Autoren: Daniela Egger und Wolfgang Hermann – Regie: Heinz Hartwig

Auszeichnungen Silbernes Ehrenzeichen der Stadt Graz Goldenes Ehrenzeichen des Landes Steiermark Verleihung des Berufstitels „Professor“ Verleihung des Titels „Kammerschauspieler“

Weblinks

Gerhard Balluch auf der Website des Schauspielhauses Graz

Einzelnachweise

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