Osmium(IV)-chlorid ist eine anorganische chemische Verbindung des Osmiums aus der Gruppe der Chloride. Sie wurde zuerst 1909 synthetisiert.Otto Ruff, Ferd. Bornemann: über das Osmium, seine analytische Bestimmung, seine Oxyde und seine Chloride. In: Zeitschrift für anorganische Chemie. 65, 1910, S. 429, .
Gewinnung und Darstellung Osmium(IV)-chlorid kann auch durch Disproportionierung von Osmium(III)-chlorid bei 500 °C im Vakuum dargestellt werden. 2OsCl3 -> OsCl4 + OsCl2
Ebenfalls möglich ist die Darstellung durch Reflux von Thionylchlorid mit Osmium(VIII)-oxid. OsO4 + 4SOCl2 -> OsCl4 + 2Cl2 + 4SO2
Die schwarze Hochtemperaturform kann durch Reaktion von Osmium(VIII)-oxid mit Tetrachlorkohlenstoff oder Osmium mit Thionylchlorid bei 460 °C. OsO4 + 4CCl4 -> OsCl4 + 4COCl_2 + 2Cl2
Auch durch Reaktion von Osmium mit Chlor bei etwa 700 °C kann die Hochtemperaturform gewonnen werden. Os + 2Cl2 -> OsCl4
Eigenschaften Osmium(IV)-chlorid ist ein roter bis brauner paramagnetischer Feststoff. Es löst sich in Wasser, Salzsäure und Ethanol mit gelber Farbe, zersetzt sich in Lösung jedoch rasch. Die Kristallstruktur besteht aus kantenverknüpften [OsCl2]Cl4/2 Oktaedern in linearer Anordnung. Es existiert auch eine schwarze Hochtemperaturform die in Chlor oder Vakuum zu gelben Dämpfen sublimiert die je nach Synthesemethode entsteht.Paul Machmer: On the polymorphism of osmium tetrachloride. In: Chemical Communications (London). 1967, S. 610a, . Bei Temperaturen über 400 °C bildet sie mit Sauerstoff Osmiumoxidtetrachlorid OsOCl4. Die Hochtemperaturform besitzt eine orthorhombische Kristallstruktur mit der , während die Normaltemperaturform eine kubische Kristallstruktur mit der oder besitzt.F. Albert. Cotton, Catherine E. Rice: Structure of the high-temperature form of osmium(IV) chloride. In: Inorganic Chemistry. 16, 1977, S. 1865, .
Einzelnachweise
Kategorie:Chlorid Kategorie:Osmiumverbindung