Die Schlösser von Laxenburg befinden sich in der Gemeinde Laxenburg in Niederösterreich etwa sechs Kilometer südlich der Landesgrenze zum Bundesland Wien. Im großen Schlosspark befinden sich das Alte Schloss, der Blaue Hof (bzw. das neue Schloss) sowie die Franzensburg.

Geschichte Der Schlosspark, der ein ausgedehntes Jagdgebiet war, stammt schon wie das alte Schloss () aus dem 13. Jahrhundert und war im Besitz der Herren von Lachsenburg. Als dieses Geschlecht im 14. Jahrhundert ausstarb, kamen die Besitzungen in die Hände der Habsburger. Albrecht III. baute das Jagdschloss um und aus. Später verfiel aber das Gebäude, bis es unter Leopold I. durch den Baumeister Lodovico Burnacini renoviert und barockisiert wurde. 1682 wurde im Schloss Laxenburg die Laxenburger Allianz geschlossen, ein Defensivbündnis mehrerer Reichsmächte gegen das offensive und expansionslustige Frankreich unter Ludwig XIV. Bei der Zweiten Türkenbelagerung wurde es nochmals zerstört, aber bereits 1693 wieder aufgebaut und um ein Geschoß erhöht. Im Laufe des 18. Jahrhunderts wurden die ursprünglichen Wassergräben zugeschüttet.

mini|Karte von Laxenburg (Carte des environs de Schönbrun et ceux de Laxemburg, 1755, Norden ist links) Bis zum Ende der österreichisch-ungarischen Monarchie war Laxenburg ein wesentlicher Aufenthaltsort der Habsburger. Diese Tradition begann schon mit Kaiser Karl VI. So wurde von Maria Theresia auch eine lange, durchgehende Allee von Schönbrunn, nämlich auf der Trasse der heutigen Schönbrunner Allee, nach Laxenburg errichtet. Die heute nicht mehr existierende Laxenburger Bahn wurde ebenfalls eigens für den kaiserlichen Hof zwischen der Südbahn in Mödling und Laxenburg errichtet.

mini|Kaiser Franz I. mit der kaiserlichen Familie vor der Franzensburg (erste Hälfte 19. Jahrhundert)

Kaiser Franz Joseph I. und Kaiserin Elisabeth verbrachten 1854 ihre Flitterwochen in Laxenburg. Auch zwei ihrer vier Kinder – Gisela (1856–1932) und Kronprinz Rudolf (1858–1889) – wurden auf Schloss Laxenburg geboren. Der letzte Kaiser, Karl I., residierte 1917/1918 fast ständig in Laxenburg, weil er damit das von ihm persönlich geleitete Armeeoberkommando in Baden bei Wien ganz in der Nähe hatte und politische Kontakte pflegen konnte, ohne dauernd von Wienern beobachtet zu werden.

Um in der Nähe des Kaisers zu sein, bauten auch andere Adelige und hohe Beamte wie die Esterházy, Daun, Auersperg oder Chotek sich hier kleine Schlösser oder Villen, die aber durch laufende Erweiterungen der kaiserlichen Güter kaum noch vorhanden sind. Eines davon ist das Grüne Haus.

Bedeutung erlangte Laxenburg nochmals am Ende der Monarchie als gelegentliche Residenz Kaiser Karls I., der hier 1917 und 1918 u. a. Gesuche an ihn bearbeitete.Arno Kerschbaumer, Nobilitierungen unter der Regentschaft Kaiser Karl I. / IV. Károly király (1916–1921). Graz 2016, ISBN 978-3-9504153-1-5. Mit dem Ende der Monarchie ging die Verwaltung vom Habsburgisch-Lothringischen Familienfonds auf den Kriegsgeschädigtenfonds über. 1922 versuchte eine „Société Anonyme Chateau Laxenbourg“ das Gelände gewinnbringend zu vermarkten, was jedoch 1924 scheiterte. Laxenburg kam wieder an den Kriegsgeschädigtenfonds.

1938 wurde die Gemeinde Laxenburg samt Schloss an Groß-Wien als Teil des 24. Bezirks angeschlossen und der Blaue Hof und seine Nebengebäude dienten der deutschen Wehrmacht als Militärmagazin. Der Großteil der Möbel und Kunstgegenstände kamen in Wiener Museen. 1945 wurden das Schloss und weite Teile des Parks von der Sowjetarmee besetzt.

1955 war das Schloss in einem sehr schlechten Zustand. 1962 kam es zur Gründung der aus Vertretern Niederösterreichs und Wiens gebildeten „Schloss Laxenburg Betriebsgesellschaft mbH“ für Schloss und Park. Die landwirtschaftliche Gutsverwaltung blieb weiter in kommunaler Verwaltung der Stadt Wien.

Der Eintritt in den Park ist kostenpflichtig.

Altes Schloss mini|Herzog Heinrich der Jüngere von Mödling auf der Jagd in Laxenburg, Babenberger-Stammbaum (1492) mini|links|Altes Schloss mit Wassergräben (aus einem alten Stich) mini|Altes Schloss, Nordostfassade Der Schlosspark, der ein ausgedehntes Jagdgebiet war, stammt schon wie das alte Schloss () aus dem 13. Jahrhundert und war im Besitz der Herren von Lachsenburg. Als dieses Geschlecht im 14. Jahrhundert ausstarb, kamen die Besitzungen in die Hände der Habsburger. Albrecht III. baute das Jagdschloss um und aus. Später verfiel aber das Gebäude, bis es unter Leopold I. durch den Baumeister Lodovico Burnacini renoviert und barockisiert wurde. 1682 wurde im Schloss Laxenburg die Laxenburger Allianz geschlossen, ein Defensivbündnis mehrerer Reichsmächte gegen das offensive und expansionslustige Frankreich unter Ludwig XIV. Bei der Zweiten Türkenbelagerung wurde es nochmals zerstört, aber bereits 1693 wieder aufgebaut und um ein Geschoß erhöht. Im Laufe des 18. Jahrhunderts wurden die ursprünglichen Wassergräben zugeschüttet.

In einem Turm war eine Kapelle eingerichtet. Sie wurde bereits 1332 erwähnt. Laut Stiftsbrief wurde 1389 eine neue Kapelle errichtet. Statuen wurden aus der Kapelle am Leopoldsberg hierher gebracht. 1755 wurde die Kapelle barockisiert und die Einrichtung der Wiener Salesianerkirche St. Anna hierher verbracht. Bis zum Ersten Weltkrieg diente das Schloss neben dem neuen Schloss als Frühlingsresidenz der Habsburger.

Im Alten Schloss war von 1925 auch die international bedeutende und insbesondere für die Wiener Tanzmoderne wirkende Schule für Rhythmus, Musik und Körperbildung Hellerau Laxenburg (1919–1938, siehe Rosalia Chladek) angesiedelt, musste jedoch aufgrund des herrschenden Antisemitismus 1938 schließen.

In den 1970er Jahren wurde das Gebäude inklusive der Kapelle durch die Laxenburg Betriebsgesellschaft nach den Schäden, die im Krieg und in der Nachkriegszeit entstanden, gründlich renoviert. Im Alten Schloss befindet sich seit 1970 ein Teil des Filmarchivs Österreich. Die Kapelle wird heute für Konzerte, Hochzeiten und andere Festlichkeiten genutzt.

Blauer Hof oder Neues Schloss mini|Blauer Hof Erwähnt wurde der Blaue Hof (bzw. auch Neues Schloss genannt) () das erste Mal im Jahr 1544 als Freihof. Besitzer war Melchior Arguello. Bis es von seinem Besitzer, Reichsvizekanzler Friedrich Karl von Schönborn, zwischen 1710 und 1720 ausgebaut wurde, wechselte das Gebäude mehrmals die Besitzer. So erhielt der Freihof seinen Namen nach einem dieser Besitzer, nämlich Sebastian von Ploenstein (Blauenstein). Der Ausbau erfolgte durch den Architekten Lucas von Hildebrandt. Spätere Besitzer waren Graf Adolf Metsch und Mitglieder des Geschlechts der Grafen Daun. 1762 kam es in den Besitz Maria Theresias, und der Plauensteiner-Hof wurde weiter großzügig ausgebaut durch den Hofarchitekten Nikolaus Pacassi. Der Ausbau in den Jahren 1765 bis 1767 wurde nicht zuletzt durch den Familienzuwachs (16 Kinder) im Hause Habsburg-Lothringen notwendig. Um 1774 wurde auf den Osttrakt des Blauen Hofes das Belvedere aufgesetzt, das im Inneren mit illusionistischen Malereien ausgestattet ist, wobei die ausführenden Künstler nicht dokumentiert sind, aber Josef Pichler, Vinzenz Fischer oder Johann Wenzel in Frage kommen. Außerdem wurde von Pacassi noch der Speisesaaltrakt und das Schlosstheater erbaut. In der Säulenhalle und der großen Stiege wurde fester Kaiserstein verwendet. Im Blauen Hof wurde 1858 Kronprinz Rudolf geboren.

mini|Kaiser Wilhelm II. zu Besuch bei Kaiser Karl I., in gegengesetzten Uniformen am Kaiserbahnhof 1917. Laxenburg war unter Kaiser Karl I. zeitweise Residenz.

Gleich zu Beginn des Ersten Weltkrieges wurde von Kaiser Franz Joseph angeordnet, dass der Blaue Hof als Lazarett zu verwenden ist.Das Laxenburger Schluss als Lazarett. In: Neues Wiener Tagblatt, 20. August 1914. Auf Anordnung Kaiser Karls I. wurde der k.u.k. Hof am 15. März 1917 von Schloss Schönbrunn in den Blauen Hof von Laxenburg verlegt,Anhang 1 – Reisen des Erzherzog Thronfolgers Carl Franz Joseph / Reisen Kaiser und König Karls in: Elisabeth Kovács: Untergang oder Rettung der Donaumonarchie? Band 1: Die österreichische Frage. Kaiser und König Karl I. (IV.) und die Neuordnung Mitteleuropas (= Veröffentlichungen der Kommission für Neuere Geschichte Österreichs, Band 100/1), Wien 2004. wo er bis zum Umzug ins Kaiserhaus in Baden am 6. Februar 1918 blieb.

In der Besatzungszeit nach dem Zweiten Weltkrieg war der Blaue Hof eine Kommandostelle der Roten Armee. (Niederösterreich gehörte bis 1955 zur sowjetischen Besatzungszone.)

Heute sind weder der Speisesaaltrakt noch das Schlosstheater öffentlich zugänglich, sie werden von der IIASA verwaltet und als Konferenzzentrum genutzt.

Franzensburg Im Schlossteich befindet sich eine Insel, auf der 1801 bis 1836 die nach Kaiser Franz II. bzw. I. benannte Franzensburg () errichtet wurde. Die Insel ist Richtung Süden mit dem „Festland“ durch eine Eisenbrücke verbunden. In Richtung Norden wird im Sommer eine kleine Rollfähre betrieben, für den Winter wegen des abgesenkten Wasserstandes ein temporärer Steg aufgebaut. Zudem befinden sich im Schlossteich weitere bewaldete Inseln.

Schlosspark mini|Franzensburg mini|Schlosspark zur Winterzeit mini|Illuminierter Springbrunnen beim Haupteingang des Schlossparkes im Zuge der Illumina (2022) Nach 1780 wurde unter Kaiser Joseph II., dem Sohn Maria Theresias, der 280 ha große Schlosspark, anders als der im französischen Stil beibehaltene Schönbrunner Schlosspark, in einen englischen Landschaftsgarten umgestaltet. Ab Mitte der 1790er Jahre wurde unter Franz II./I. der Rittergau angelegt. Dieses Areal des Parks zeichnet sich besonders durch den romantischen, englischen Gartenstil aus, mit verschlungenen Wegen sowie Teichen und Wasserläufen. Ausgestattet wurde der Rittergau mit Bauten im neomittelalterlichen Stil. Das markanteste Kennzeichen des Schlossparks ist der 25 ha große Schlossteich mit der nach Kaiser Franz II./I. benannten Franzensburg im Zentrum.

Ursprünglich wurde der Schlosspark von der Schwechat durchflossen. Zusätzlich wurde 1801 der Triestingkanal errichtet, mit dem Wasser der Triesting von Münchendorf in den Park gelangt. In den 1920ern wurde die Schwechat nach Osten verlegt, wo sie den Triestingkanal auf einer Kanalbrücke überquert. Ein weiterer Zufluss ist der Heidbach, der auch den Badener Mühlbach aufnimmt. Der Abfluss des Teiches führt als Lobenbach in den Mödlingbach und kurz darauf in die (neue) Schwechat, unweit der Triestingmündung.

Der Triestingkanal (bzw. ehemals die Schwechat) fließt in mehreren Gerinnen durch den Schlosspark. In ein nördliches Gerinne fließt der Heidbach und wurde dort abschnittsweiße Hann Bach bzw. Hannen Bach bezeichnet, bevor es als Gross Loben mit dem Forstmeisterkanal (lt. Brequin auch Falckner Loben) verschmilzt und als Loben Bach bzw. wieder Triestingkanal, und ehemals zusätzlich über ein Mühlbach Gerinne (trockenes Gerinne ist noch vorhanden), den Schlosspark entwässert.Landkarte von Jean-Baptiste Brequin (1712–1785), 1755 Die Schwechat, die ehemals statt der Triesting den Schlosspark speiste, macht den Schlosspark zu einem Teil der Schwechat-Auen. Die Schwechat wurde auch im Bereich Traiskirchen als Au Bach bezeichnet,Aufnahmeblatt 4756/8. Gradkartenblatt Zone 13 Colonne XIV Section d4 (später 4756/4d). Wienerwald: Baden, Anninger, Guntramsdorf, Gumpoldskirchen, Traiskirchen. Franzisco-josephinische (3.) Landesaufnahme der österreichisch-ungarischen Monarchie. Aufnahmeblatt 1:12.500. Aufgenommen 1872. bevor das heute noch an der Remise vorhandene Zulaufgerinne bei der A2, in der Kaiser Au, trocken gelegt wurde und das Schwechatwasser über die heutige Aubach-Künette oder auch Aubach (entlang des ehem. Lechner Damms) geführt wurde.Aufnahmeblatt 4757/7. Gradkartenblatt Zone 13 Colonne XV Section c3 (später 4757/3c). Münchendorf, südlicher Teil des Schlossparkes von Laxenburg. Franzisco-josephinische (3.) Landesaufnahme der österreichisch-ungarischen Monarchie. Aufnahmeblatt 1:12.500. Aufgenommen 1873Landkarte 1901