Der Lotterhof (im Mittelalter auch als „Lodshof“, „Loterhoue“, „Lotershoffe“, später auch als „Lottershof“ bezeichnet) ist ein abgegangener Ortsteil der ehemaligen Gemeinde Patersholz in der heutigen Stadt Hilpoltstein im heutigen mittelfränkischen Landkreis Roth in Bayern.
Lage Der Ortsteil lag circa 500 Meter nördlich von Pyras und circa 100 Meter östlich des Löffelhofes sowie circa 100 Meter südlich des ebenfalls abgegangenen Schrötzenhofes.Lottershof im BayernAtlas: Uraufnahme (1808–1864) Östlich breitet sich die Flur „Vogthof“ des spätestens im 19. Jahrhundert ebenfalls abgegangenen Vogtshofes aus.
Geschichte Möglicherweise ist der Hof bereits im 13. Jahrhundert als Besitz der Reichsstadt Nürnberg erwähnt.Wiessner, S. 34 Um 1450 saß ein Jörg Zeh auf dem „Lodshof“ und hatte brieflichen Kontakt mit dem Nürnberger Rat.Dieter Rübsamen: Das Briefeingangregister des Nürnberger Rates für die Jahre 1449–1457, Sigmaringen 1997, u. a. Nr. 639 1489 ist der Hof als „Lottershoff“ (den Personennamen „Lotter“ = „Lothar“ enthaltend) genannt.Sammelblatt des Histor. Vereins Eichstätt 45 (1930), S. 115 1522 ist von Feldern des Hofes die Rede; 1544 kommt er im Nürnberger Salbuch als „nicht mehr bezimmert“ vor.Wiessner, S. 46; Siegert, S. 224 Der Hof lag auch nach einem pfalz-neuburgischen Verzeichnis von 1604 öde.Günter Frank und Georg Paulus: Edition von Christoph Vogels Beschreibungen pfalz-neuburgischer Ämter (1598–1604), Teil 18: Pflegamt Hilpoltstein, S. 10, Anm. 87, siehe Auch 1642 heißt es, dass auf dem Lottershof „niemand vorhanden“ sei.Wiessner, S. 180 Zum Weiler „Lottershof“ gehörten insgesamt sechs Höfe, von denen zu dieser Zeit nur noch der „Schwarzhof“ und der „Schretzenhof/Schrötzenhof“ „bezimmert“ und demnach bewohnt waren.Siegert, S. 224 f.
Später wurde Lottershof wieder besiedelt und existierte als Ortsteil der Gemeinde Patersholz noch 1928.Wiessner, S. 256
1818 und 1831 wohnten auf dem Lottershof zwei,Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise … enthaltenen Ortschaften, Ansbach 1818, S. 56; Joseph Anton Eisenmann und Karl Friedrich Hohn: Topo-geographisch-statistisches Lexicon vom Königreiche Bayern. 1. Band. Erlangen: Joh. Jac. Palm und Ernst Enke 1831, S. 1117 1836 sechs Personen.Th. D. Popp: Matrikel des Bissthumes Eichstätt. Eichstätt: Ph. Brönner 1836, S. 91 (Nr. 83) Für 1832 ist eine Kapelle am Hof erwähnt. In einem Verzeichnis der deutschen Schulen in der Oberpfalz heißt es 1866, dass die Kinder des Hofes, „wenn katholische Besitzer darauf sind“, nach Jahrsdorf zur Schule gehen.Friedrich Zahn und Leonhard Reisinger: Statistik der deutschen Schulen im Regierungsbezirke der Oberpfalz und von Regensburg, Regensburg 1866, S. 175 f.
1861 bewohnten den Hof drei, 1871 vier und 1904 sowie 1928 fünf Personen.' Wiessner, S. 256 1937 wird der Hof als abgegangen bezeichnet.Franz Xaver Buchner: Das Bistum Eichstätt. I. Band: Eichstätt 1937, S. 881 Das amtliche Ortsverzeichnis von 1961 nennt unter der Gemeinde Patersholz den Lotterhof nicht mehr.
Literatur Carl Siegert: Geschichte der Herrschaft, Burg und Stadt Hilpoltstein, ihrer Herrscher und Bewohner. In: Verhandlungen des historischen Vereines von Oberpfalz und Regensburg 20 (1861)
Fußnoten
Kategorie:Wüstung im Landkreis Roth Kategorie:Geographie (Hilpoltstein) Kategorie:Wüstwerdung im 20. Jahrhundert