Die umgangssprachlich EU-Spirituosenverordnung genannte Verordnung (EG) Nr. 110/2008definiere Herstellung, Zusammensetzung und Kennzeichnung von hochalkoholischen Getränken für den gemeinsamen Binnenmarkt. Sie schützt außerdem die Bezeichnung vieler Spirituosen mit (oder ohne) geographischen Herkunftsangaben.
Die Verordnung definierte dazu in ihrem Anhang II folgende 46 Kategorien, die sich jeweils in mindestens einer Eigenschaft wie erlaubter und geforderter Herstellungsprozesse, Zutaten, Geschmacks- und Farbstoffe, Alkohol- oder Zuckergehalt unterscheiden:
Rum Whisky/Whiskey Getreidespirituose Branntwein Brandy/Weinbrand Trester(brand) (z. B. Grappa) Brand aus Obsttrester Korinthenbrand (Raisin Brandy) Obstbrand Brand aus Apfel- oder Birnenwein Honigbrand Hefebrand (Brand aus Trub) Bierbrand (Eau de vie de bière) Topinambur (Brand aus Jerusalem-Artischocke) Wodka Frucht-brand Geist Enzian Spirituosen mit Wacholder Gin Destillierter Gin London Gin Kümmel (Spirituose mit Kümmel) Aquavit Spirituosen mit Anis Pastis Pastis de Marseille Anis Destillierter Anis Spirituosen mit bitterem Geschmack oder Bitter (auch „Amer“) Aromatisierter Wodka Likör Frucht-creme Crème de Cassis Guignolet Punch au rhum Sloe Gin, seit 2015Verordnung (EU) 2015/210 der Kommission zudem Kategorie Nr. 37a mit Schlehen aromatisierte Spirituose oder Pacharán, Sambuca Maraschino Nocino Eierlikör (Advokat) Likör mit Eizusatz Mistrà Spritglögg Beerenburg Honig-/Metnektar
Außerdem erwähnt wurden Rum-Verschnitt und Slivovice.
Mit Wirkung zum Mai 2021 wurde diese Liste neu gefasst zu 44 Kategoriendes Anhang I der VO(EU) 2019/787, womit wurde Kat. 37a zu Kat. 32 und neu geordnet wurden die Kategorien 33. Likör einschließlich „Liqueur“, „Guignolet“ „Češnjevec“, „Ginja“, „Ginjinha“ oder „Višnjevec“ sowie „Punch au rhum“ (vorher Nr. 36), sofern die Bezeichnung nicht in den folgenden Kategorien und mit Likör kombinierten Bezeichnungen definiert werden, 34. -creme (ergänzt durch den Namen einer verwendeten Frucht oder sonstiger verwendeter Ausgangsstoffe oder mit der Bezeichnung Likör), dabei „Crème de cassis“ (vorher allein Nr. 34), 35. Sloe Gin 36. Sambuca 37. Maraschino, Marrasquino oder Maraskino 38. Nocino oder Orehovec 39. Eierlikör, Advocaat, Avocat oder Advokat 40. Likör mit Eizusatz 41. Mistrà 42. Väkevä glögi oder Spritglögg 43. Berenburg oder Beerenburg 44. Honignektar oder Metnektar, während Nr. 1–31 weitgehend gleich blieben.
Der über Anh. III der vorigen Verordnung geregelte Schutz von Herkunftsbezeichnungen bliebnach Art. 49 Abs. 2 c) der VO(EU)2019/787 bis mindestens 13. Mai 2024 wirksam, also bis zum Inkrafttreten der Verordnung (EU) 2024/1143Verordnung (EU) 2024/1143 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 11. April 2024 über geografische Angaben für Wein, Spirituosen und landwirtschaftliche Erzeugnisse und über garantiert traditionelle Spezialitäten und fakultative Qualitätsangaben für landwirtschaftliche Erzeugnisse sowie zur Änderung der Verordnungen (EU) Nr. 1308/2013, (EU) 2019/787 und (EU) 2019/1753 und zur Aufhebung der Verordnung (EU) Nr. 1151/2012 ( eur-lex.europa.eu). des Europäischen Parlaments und des Rates vom 11. April 2024 über geografische Angaben für Wein, Spirituosen und landwirtschaftliche Erzeugnisse und über garantiert traditionelle Spezialitäten und fakultative Qualitätsangaben für landwirtschaftliche Erzeugnisse sowie zur Änderung der Verordnungen (EU) Nr. 1308/2013, (EU) 2019/787 und (EU) 2019/1753 und zur Aufhebung der Verordnung (EU) Nr. 1151/2012.
Weblinks (außer Kraft) (Nachfolger) Die Spirituosenverordnung der Europäischen Union, Juni 2026 (PDF, 676 kB)
Einzelnachweise
Spirituosenverordnung Kategorie:Rechtsquelle (21. Jahrhundert)