Tiefenwasser (Synonyme: tiefes Grundwasser, Tiefengrundwasser und totes WasserGesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit mbH, August 2001 - Bericht im Rahmen des Vorhabens "Fachliche Unterstützung des BMU-Arbeitskreises zur Auswahl von Endlagerstandorten".) ist jener Teil des Grundwassers, der durch ein oder mehrere wasserunlösliche Schichten vom ersten Grundwasserstockwerk (etwa das oberflächennahe Grundwasser) abgetrennt ist.Nutzung tiefer Grundwässer, Bayerisches Landesamt für Umwelt, Merkblatt Nr. 1.4/6, Stand: 28. Juni 1995. Die Tiefenlage ist nach geowissenschaftlichen Kriterien von verschiedenen Umfeldbedingungen abhängig und kann mehrere 100 oder 1000 Meter betragen.Hans Murawski, Wilhelm Meyer: Geologisches Wörterbuch. 12. Auflage, Spektrum, Heidelberg 2010, S. 68.

Beschreibung Tiefenwasser hat oft nur eine geringe Zirkulationsrate und somit Regenerationsfähigkeit gegenüber oberflächennahem Grundwasser. Dadurch bleibt es deutlich länger im Untergrund:Nutzung tiefer Grundwässer, Bayerisches Landesamt für Umwelt, Merkblatt Nr. 1.4/6, Stand: 28. Juni 1995. mehrere Jahrzehnte bis einige Jahrtausende. In den Fällen, wo seit langer Zeit kein oder nur geringer Nachfluss in den mit Wasser angereicherten Grundwasserleiter erfolgt, spricht man von Fossilem Wasser.Hans Murawski, Wilhelm Meyer: Geologisches Wörterbuch. 12. Auflage, Spektrum, Heidelberg 2010, S. 54. Deshalb wird von einer Nutzung des Tiefenwassers als Trinkwasser mitunter abgeraten.Iulia Ghergut: Altersbetrachtung und numerische Simulation zu Möglichkeit und Grenzen einer prozessorientierten Kontrolle (Frühwarnsystem) der Bewirtschaftung tiefer Grundwässer. Dissertationsschrift, Ludwig-Maximilians-Universität, München 2003.Nutzung tiefer Grundwässer, Bayerisches Landesamt für Umwelt, Merkblatt Nr. 1.4/6, Stand: 28. Juni 1995.Bürgerinitiative Viersen-Hamm e.V.: NEW: Nitratgehalt im Trinkwasser unbedenklich – WZ vom 21.11.2014. Stellungnahme der Bürgerinitiative vom 1. Dezember 2004.

Der Sauerstoffgehalt von Tiefenwasser ist erheblich niedriger als der von oberflächennahem Grundwasser; dafür kann je nach Lagebeziehungen des Grundwasserkörpers sein Eisen- und Mangangehalt erhöht, so dass Trinkwasserqualität im Allgemeinen erst durch Aufbereitung zu erreichen ist.Nutzung tiefer Grundwässer, Bayerisches Landesamt für Umwelt, Merkblatt Nr. 1.4/6, Stand: 28. Juni 1995.

Während „Grundwasser“ eindeutig definiert ist als „jedwedes Wasser im Untergrund“,Hans Murawski, Wilhelm Meyer: Geologisches Wörterbuch. 12. Auflage, Spektrum, Heidelberg 2010, S. 67 ff. wird der Begriff Tiefenwasser nicht immer einheitlich verwendet.Bundesverband Geothermie, Begriff Tiefenwasser im Lexikon der Geothermie, abgerufen am 27. Januar 2016.Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit mbH, August 2001 - Bericht im Rahmen des Vorhabens "Fachliche Unterstützung des BMU-Arbeitskreises zur Auswahl von Endlagerstandorten".

So berichtet eine Quelle, dass Mineralwasser „zumeist“ aus tieferen Grundwasserschichten stammt,Wasser-Wissen-Lexikon, Stichwort Mineralwasser. während eine Reihe anderer Quellen postulieren, dass „Mineralwasser … durch mindestens eine wasserundurchlässige Schicht vom Grundwasser getrennt“ sei.Gesundheit.de, Wasser - die Qual der Wahl, abgerufen am 27. Januar 2016. Oft wird dieser Zusammenhang von Mineralwasser und Tiefenwasser auch durch Bilder bzw. Videos hergestellt.Informationszentrale Deutsches Mineralwasser, Themen: Naturprodukt Mineralwasser, Die Natur macht den Unterschied – wie Mineralwasser entsteht, abgerufen am 27. Januar 2016.

Aus Sicht der Lebensmittelwirtschaft wird Tiefenwasser als Gegensatz zu Oberflächenwasser definiert.Lebensmittellexikon.de, Getränke – Alkoholfreie Getränke – Wasser – Mineralwasser, abgerufen am 27. Januar 2016 Im Rahmen der gewerbliche Wassernutzung „für das Herstellen, Behandeln und Inverkehrbringen von natürlichem Mineralwasser, von Quellwasser und Tafelwasser […], abgefülltem Trinkwasser“ ist in Deutschland seit 1984 mit einer Rechtsverordnung des Bundesministers für Jugend, Familie und Gesundheit festgelegt, dass „natürliches Mineralwasser“ aus „unterirdischen, vor Verunreinigungen geschützten Wasservorkommen“ gewonnen wird.Bundesrepublik Deutschland: Verordnung über natürliches Mineralwasser, Quellwasser und Tafelwasser, 2. Abschnitt, § 2 Begriffsbestimmung. In: Mineral- und Tafelwasser-Verordnung vom 1. August 1984 (Kurztitel), BGBl. I, S. 1036 einschließlich späterer Änderungen.

Weitere Begriffsverwendung In der GeothermieInternationales Wirtschaftsforum Regenerative Energien (IWR), iwr.de: Geothermische Systemeenergie-lexikon.info: RP-Energie-Lexikon In der Ozeanographie: Wassermassen der ozeanischen Zirkulation unterhalb von etwa 1000 m, z. B. Nordatlantisches Tiefenwasser

Literatur Gerhard Schubert (Red.): Trinkbare Tiefengrundwässer in Österreich. (= Abhandlungen der Geologischen Bundesanstalt, Band 64 (2015)) Geologische Bundesanstalt, Wien 2015, ISBN 978-3-85316-085-5 (Digitalisat)OBV: bibliografischer Nachweis. Land Steiermark (Fachabteilung 19A – Wasserwirtschaftliche Planung und Siedlungswasserwirtschaft): Strategiepapier Die Nutzung von Tiefengrundwasser aus Sicht der wasserwirtschaftlichen Planung. Graz 2011. (pdf)

Weblinks Anastasija Roon, Michael Watzke, Sonja Meschkat: Wenn das Wasser fürs Bier knapp wird (1/6). Teil 1 des Deutschlandfunk-Podcasts „130 Liter – Streit um unser Trinkwasser“. Ausgestrahlt am 27. Juli 2024: Link zum Podcast (www.deutschlandfunk.de) Michael Kraa: Tiefengrundwasser: Firmen zapfen "eiserne Reserve" an. www.br.de Bayerisches Landesamt für Umwelt: Tiefengrundwasser. Niklaus Waber, Peter Huggenberger, Ellen Milnes, Ulrike Walter: Tiefengrundwasser. Vorkommen, Nutzungspotenzial und Schutzwürdigkeit. In: Aqua & Gas, Nr. 4 (2015), S. 32–41, ISSN 1018-760X (PDF, auf hydrogeo.ch).

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