Paulo Eugénio de Meneses de Melo Vaz Sampaio, kurz Paulo de Melo Sampaio (* 1926 in Cascais, Portugal; † 1968 in Lissabon), war ein portugiesischer Architekt.

Leben thumb|Das mit bekannteste Werk von Sampaio: der 1966 eröffnete Bahnhof der Stadt Beira thumb|Sitz der Handelskammer („Associação Comercial“) in Beira (1955–60/61) thumb|Cinema Montalto in Vila Pery [heute Chimoio] (1957–63) thumb|Bahnhof von Vila Pery [heute Chimoio] (1961–66) Paulo de Melo Sampaio wurde 1926 im Lissabonner Vorort Cascais geboren. Nach seiner Sekundarschulausbildung studierte Sampaio Architektur an der Lissabonner Escola Superior de Belas Artes, unter anderem zusammen mit Alberto Soeiro und Nuno Craveiro Lopes. Das Studium schloss er 1953 ab.

1954 zog Sampaio – wie viele Architektinnen und Architekten dieser Zeit – aufgrund mangelnder Aufträge in die portugiesischen Kolonien. Sampaio zog in die damals zweitgrößte Stadt der portugiesischen Kolonie Mosambik, Beira. Dort eröffnete er ein kleines Architekturbüro gemeinsam mit Lorena Birne. Innerhalb kurzer Zeit erlangte Sampaio größere Bekanntheit in der Stadt, unter anderem gewann er sechs Mal den städtischen Architekturpreis von Beira Dr. Araújo de Lacerda (1957, 1958, 1962, 1967, 1968 und 1970). 1962 gründete er gemeinsam mit dem Architekten José Bernardino Ramalhete das Architekturbüro Gabinete de Arquitectura e Urbanismo (GAU).

Als Architekt prägte Paulo de Melo Sampaio das Stadtbild von Beira nachhaltig. Sampaio entwarf Gebäude sowohl für private wie staatliche Auftraggeber. Zu den bekanntesten Gebäuden gehört der stark modernistisch geprägte Bahnhof von Beira, den er gemeinsam mit Francisco José de Castro und João Garizo do Carmo im Jahr 1959 entwarf. Sampaio war dabei für die Bahnhofsanlage – Gleise und Bahnsteige – selbst verantwortlich.

Neben seiner Arbeit als Architekt arbeitete er auch für verschiedene Stellen im Staatsdienst der Kolonialverwaltung, unter anderem als Lehrer am Liceu Pêro de Anaia in Beira, als städtischer Berater für die Stadtverwaltungen von Vila Pery (heute Chimoio) und Porto Amélia (heute Pemba) und in der Verkehrskommission der Stadt Beira.

Auf dem Rückweg von einer Reise in die USA starb Sampaio plötzlich während seines Zwischenstopps in Lissabon im Jahr 1968.

Werk 1954: Edíficio Emporium, Beira 1955–59: Banco Nacional Ultramarino, Vila Pery [Chimoio] 1955–60/61: Associação Comercial de Beira, Beira 1956: Casa Vitor Gomes, Beira 1956: Casa Teixeira de Sousa, Beira 1956: Casa Patois Saniano, Beira 1956–59: Cinema Preciosa, Gondola 1956–61: Pavilhão de Desportos do Clube Ferroviário da Beira, Beira 1957: Detailplan für den Complexo Turístico do Estoril, Beira 1957–60: Prédio Montalto, Vila Pery [Chimoio] 1957–63: Cinema Montalto, Vila Pery [Chimoio] 1957–66: Bahnhof Beira, Beira; zusammen mit Francisco José de Castro und João Garizo do Carmo 1958: Casa Marcelino Ribeiro 1958–67: Urbanisierungsplan für Vila Pery [Chimoio] 1958: Clube da Beira / Automóvel & Touring Clube de Moçambique, Beira 1959–60: Motel Estoril, Beira 1959–67: Colégio Luís de Camões, Beira 1961: Hotel Miramar, Beira 1961: Generalplan für die Exposição-Feira das Atividades von Vila Pery [Chimoio] 1961–65: Urbanisierungsplan für Nacala 1961–66: Bahnhof von Vila Pery [Chimoio] 1961–67: Urbanisierungsplan für Porto Amélia [Pemba] 1962–72: Auditório e Galeria de Arte, Beira; zusammen mit José Bernardino Ramalhete und José Augusto Moreira 1964: Portugiesischer Pavillon auf der Ausstellung in Blantyre, Malawi 1964: Portugiesischer Pavillon auf der zweiten internationalen Jagdausstellung in Florenz, Italien 1965: Behelfseinrichtungen, Chitengo (beim Gorongosa-Park)

Einzelnachweise

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