Die Burg Ōgaki (, Ōgaki-jō) ist eine japanische Burg in der Stadt Ōgaki, Präfektur Gifu. Zuletzt residierte dort der Hauptzweig der Toda-Familie mit einem Einkommen von 100.000 Koku.

Burgherren in der Edo-Zeit Ab 1601 Ishikawa Yasumichi und Nachkommen mit einem Einkommen von 50.000 Koku. Ab 1615 die Matsudaira (Hisamatsu) mit 50.000 Koku. Ab 1624 die Okabe mit 50.000 Koku. Ab 1633 wieder die Matsudaira (Hisamatsu) mit 60.000 Koku. Ab 1635 Toda Ujikane und Nachkommen mit 100.000 Koku.

Geschichte In der Sengoku-Zeit regierten die Mino-Saitō von der Stadt Ōgaki aus das Umland, bis es Oda Nobunaga gelang, die Burg und das Gebiet zu übernehmen. Nach dem Tode Nobunagas übernahm Toyotomi Hideyoshi die Burg, die von seinen Verwandten bzw. seinen wichtigen Führern, zuletzt von den Itō genutzt wurde. Bis kurz vor der entscheidenden Schlacht von Sekigahara 1600 diente die Burg Ōgaki, nur zehn Kilometer vom Schlachtfeld entfernt, Ishida Mitsunari, einem ehemaligen Hideyoshi-Anhänger und Anführer der West-Armee, als Stützpunkt. Für die Schlacht zog er sich am 20. Oktober mit seinem Heer in das taktisch vorteilhafte Tal bei Sekigahara zurück, um einer Belagerung der Burg zu entgehen. Nach dessen Tod am Ende der Schlacht erhielt Ishikawa Yasumichi (; 1554–1607) die Burg. Unter ihm und seinen Nachkommen Ienari (; 1572–1650) und Tadafusa () bekam die Burg durch Instandsetzung und Erweiterung ihre endgültige Gestalt. Nach der Meiji-Restauration 1868 wurde der Großteil der Burg abgerissen.

Burganlage Die Burg Ōgaki, umflossen von Verzweigungen des Flusses Ibi-kawa (), hatte die klassische Form einer Hirajiro, einer Niederungsburg. links|mini|Plan aus der Edo-Zeit vor 1850: 1: Hommaru 2: Ni-no-maru Im Zentrum befindet sich der innerste Burgbereich, der Hommaru (; 1), nahezu als Insel ausgestaltet. Südlich davon befand sich der Ni-no-maru (; 2). Beide wurden umgeben von einem bis zu 70 m breiten Graben umgeben. Der nächste Verteidigungsring wurde bestimmt durch den San-no-maru () und weiteren Burganlagen, die wiederum von einem äußeren Graben, dem Sōgamae (), von ca. 4 Kilometer Länge umgeben waren.

Der Hommaru besaß einen vierstöckigen Burgturm (Tenshu), einen dreistöckigen Wachturm (Yagura) und zwei zweistöckige, später vier zweistöckige Yagura. Der Ni-no-maru wurde durch einen dreistöckigen Yagura geschützt. Innerhalb des Ni-no-maru befand sich auch die Residenz des Daimyō, der Goten ().

Heutige Anlage Zu Beginn der Meiji-Zeit blieben der Tenshu und einige Eck-Yagura (Sumi-yagura) erhalten. Diese Bauwerke gingen dann im Zweiten Weltkrieg durch Bombardierung verloren. Das Burggelände wurde weitgehend in die Stadt integriert, ein Teil wurde in einen Park umgewandelt. 1959 wurde der Tenshu und 1985 der Ushitora-sumi-yagura und der Inui-sumi-yaguraUshitora-( bzw. )-sumi ist nach den Zwölf Erdzweigen die Nordost-Ecke, Inui-( bzw. )-sumi, die Nordwest-Ecke der Burganlage, mit sumi () = Ecke. in Stahlbetonbauweise anhand historischer Zeichnungen und Fotografien rekonstruiert. Der Tenshu beherbergt ein Museum.

Die Burg wurde 2017 als eine der „weiteren 100 bedeutenden Burgen Japans“ ausgewählt.

Bilder

Anmerkungen

Literatur Yasutsune Owada: Ogaki-jo. In: Masayuki Miura (Hrsg.): Shiro to jinya. Tokoku-hen. Gakken, 2006, ISBN 978-4-05-604378-5.

Weblinks Offizielle Website der Burg (englisch)

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