Das Lebenshaus (Per-anch), auch Haus des Lebens, war eine Institution im Alten Ägypten, an der wissenschaftliche und religiöse Werke verfasst, kopiert und aufbewahrt wurden.
Die hier tätigen Lehrer hatten unter anderem die Aufgabe, den Nachwuchsbedarf an Schreibern zu decken.Überliefert ist die Berufsbezeichnung bzw. der Titel „Lehrer des Lebenshauses“. „In der Zeit Fremdherrschaften verlagerte sich der Schreibunterricht mehr und mehr auf die Tempel, die ihn seit der späteren Ptol.Zt. allein trugen.“ Hellmut Brunner: Ausbildung. In: Wolfgang Helck, Eberhard Otto: Lexikon der Ägyptologie. Band 1: A – Ernte. Harrassowitz, Wiesbaden 1975, ISBN 3-447-01670-1, Spalten 573.
Häufig waren die Lebenshäuser einem Tempel angegliedert. Eines der bekanntesten Beispiele ist das Lebenshaus im Re-Tempel von Heliopolis.„O’n was the oldest university in history“, heißt es dazu auf der englischsprachigen Homepage der Ain-Schams-Universität, die sich auf das Lebenshaus von Heliopolis als ihren Namensgeber beruft. Auf: asu.edu.eg von 2015; zuletzt abgerufen am 31. Januar 2016.
Entgegen veralteter Darstellungen ist der Vergleich mit mittelalterlichen Skriptorien oder Universitäten nicht angebracht, da das Lebenshaus vor allem ein zentraler Kultplatz war. Als zentrale Kultstätte hatten die Lebenshäuser einen festen Platz in der Krönungszeremonie der Pharaonen.
Literatur Alan H. Gardiner: The House of Life. In: The Journal of Egyptian Archaeology. Band 24, Nr. 2, 1938, S. 157–179, .
Weblinks Ancient Egypt. Knowledge and production: the House of Life. Auf: ucl.ac.uk von 2003; zuletzt abgerufen am 31. Januar 2016. Per-ankh: The House of Life. Auf: reshafim.org.il von 2009; zuletzt abgerufen am 31. Januar 2016.
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