mini|Blick auf den Torpedoschießstand der Wehrtechnischen Dienststelle 71 mini|Auftritt der Fantastischen Vier beim Eckernförder Strand-Festival 2010 mini|Goosseewiesen von der B 76 aus fotografiert mini|Ehemaliges Etablissement Sandkrug (1909) in Sandkrug bei Eckernförde mini|Wohnpark Sandkrug in 24340 Eckernförde, Berliner Straße 146–156 auf dem Gelände des ehemaligen Hotels Sandkrug
Sandkrug (dänisch: Sandkro, plattdeutsch: Sandkrog) ist eine an der Eckernförder Bucht gelegene Ortschaft in Schleswig-Holstein, die heute vollständig zu Eckernförde gehört. Das Sandkrug-Gelände liegt direkt an der Bundesstraße 76 (B76), an der Bahnstrecke Kiel–Flensburg und in unmittelbarer Nähe des Ostseestrandes (Südstrand). Landeinwärts gehört die Straße Domstag etwa zu zwei Dritteln zu Sandkrug. Benannt ist Sandkrug nach einem im 18. bis 20. Jahrhundert an der Straße nach Kiel (heutige B76) stehenden Wirtshaus; der Ort besteht aber schon seit Mitte des 17. Jahrhunderts als Ziegeleihof der Windebyer Ziegelei. Name des Ortes selbst dürfte nach alten Karten in dieser Zeit Tegelhof(f) bzw. Zigelhof(f) gewesen sein.
Grenzen mini|links|400px|Sandkrug
Da Eckernförde auf eine offizielle Einteilung in Stadtteile und eine genaue Grenzziehung zwischen ihnen verzichtet hat, ist beim Stadtteil Sandkrug von der Situation eines geschlossenen, jedoch zum Ende des Zweiten Weltkrieges von anderen Teilen Eckernfördes abgeschiedenen Stadtteils auszugehen, ergänzt durch eindeutig Sandkrug zurechenbaren Erweiterungen. Eindeutig sind die Grenzverläufe zum Eckernförder Stadtteil Wilhelmsthal hin und zu den Gemeinden Altenhof und Goosefeld.
Danach gehört zum Areal Sandkrugs der Strandabschnitt zwischen dem Goossee-Auslauf und etwa dem Bahnübergang Berliner Straße/Preußerstraße an der Bundesstraße 76,die in den Hang eingelassenen Bunkerstollen neben der Bahnstrecke waren auch Sandkrug zugerechnet der größere Teil der Goosseewiesen mit dem Bereich des ehemaligen Sandkrug-Lagers, verläuft die Grenze zum Stadtteil Wilhelmstal von dort aus südlich der Eichkamp- und Am Eichberg-Bebauung, den Feldstedt einschließend, bis etwa hin zur Mitte des Krumlandes. Von da aus ist eine Verbindungslinie über die Grenze der schon Anfang der 1960er bestehenden Bebauung der Nettelbeckstraße und des parkähnlich gestalteten Fußweges vom Brennofenweg hinunter zum Bahnübergang Berliner Straße/Preußerstraße zu ziehen.Der Schulbezirk der ehemaligen Sandkrug-Schule – zuständig für Sandkrug, Sophienhöhe samt Rendsburger Lager und Hof Wilhelmsthal innerhalb der Stadt – reichte noch weiter in den Norden bis an die Kreuzung Rendsburger Straße/Sehestedter Straße/Adm.-Scheer-Straße und schloss auch noch einen Teil der Berliner Straße nördlich des Bahnüberganges mit der Preußerstraße mit ein.
Geographie Der Klintbarg ist mit nicht nur die höchste Erhebung Sandkrugs, sondern Eckernfördes insgesamt. Der höchste Punkt befindet sich nicht an der gleichnamigen Straße, sondern nordwestlicher gelegen am Brennofenweg in Höhe von Kindergarten und Wasserturm – gut 200 Meter Luftlinie entfernt von der Ostsee. Der Name setzt sich zusammen aus dem dänischen Wort Klint für Steilküste und dem plattdeutschen Wort Barg für Berg.
Geschichte Der Name Sandkrug mini|Theodor Gliemanns Karte, 1829 veröffentlicht
Sandkrug war der Name eines in Strandnähe gelegenen Wirtshauses, welches zum Gut Marienthal gehörte.Johannes von Schröder: Topographie des Herzogthums Schleswig. 2., neu bearb. Auflage. Verlag C. Fränckel, Odenburg i. H. 1854. (transkribiert durch das AKVZ-Projekt AKVZ – TOP2175 – Sandkrug – erwähnt auch bei: Hans Nicolai Andreas Jensen, Versuch einer kirchlichen Statistik des Herzogthums Schleswig, 3. Lieferung; A.S. Kastrup Verlag, Flensburg, 1841, S. 1220). Das dem Ort seinen Namen spendende Wirtshaus, das zuerst als Ausflugs-Etablissement entstanden, später zum Hotel erweitert worden war, wurde 1994 geschlossen.Uwe Beitz: Das Gastgewerbe in Eckernförde. Sutton Verlag, Erfurt 2012, ISBN 978-3-95400-067-8, S. 67 ff. Zur Frage, seit wann das Wirtshaus bestand, existieren sehr voneinander abweichende Angaben, z. B. seit 1840Karl Friedrich Schinkel: Eckernförde – Ein Spaziergang durch die Stadtgeschichte. Hrsg. Rolf Suhr – Buch- und Medienverlag. 3. Auflage. Haan 2009, S. 310. oder seit 1870.Heimatgemeinschaft Eckernförde e. V. und Abteilung für Regionalgeschichte der Christian-Albrechts-Universität Kiel: ECKernförde-Lexikon. Husum Druck- und Verlagsgesellschaft, Husum 2014, ISBN 978-3-89876-735-4, S. 286.
Diesen Angaben ist ganz oder teilweise entgegenzuhalten, dass ein Wirtshaus bereits 1841 im Buch Hans Nicolai Andreas JensensHans Nicolai Andreas Jensen: Versuch einer kirchlichen Statistik des Herzogthums Schleswig. 3. Lieferung. A.S. Kastrup Verlag, Flensburg 1841, S. 1220. und auch 1854 in der Topographie des Herzogthums Schleswig Erwähnung findet.Johannes von Schröder: Topographie des Herzogthums Schleswig. Oldenburg (Holstein) 1854, S. 341. (online), und 445 (online). Am 21. April 1848 fand in Strandnähe Altenhofs und Sandkrugs das Gefecht bei Altenhof statt: auf einer zeitgenössischen KarteG. L. Martens: Special Karte des Gefechtes bei Altenhof. In: Tagebuch eines Freiwilligen des v.d. Tann’schen Corps. Hamburg 1848, S. 20; Karte abgebildet in: Walter Wilde: Louise Aston – eine Frauenrechtlerin im Gefecht von Altenhof. In: Heimatgemeinschaft Eckernförde e. V.: Jahrbuch 2007. S. 187 ff, S. 190. sind in diesem Bereich insgesamt sechs Gebäude abgebildet: Sandkrug (1 Haupt- und 2 Nebengebäude), keine 100 Schritte nördlich Chausseehaus, rund 400 Schritte südlich am damaligen Goosseekanal Inselhausdas Inselhaus bestand seit 1704 und spielte bei der Bewachung fertiggestellter Ziegel der Windebyer Ziegelei eine Rolle; Ref.: Christian Kock, Seehandel und Schiffahrt in Eckernförde, Teil II, In: Heimatgemeinschaft Eckernförde, Jahrbuch 1952, S. 48. sowie auf Altenhofer Gebiet Strandwache (das heutige Schmeerhörn mit 1 Haupt- und 1 Nebengebäude).
Bereits im Jahre 1829, wurde auf der Karte Hütten Amt og Landskabet Stapelholm von Theodor Gliemann der Ortsname Sandkrug eingetragen.siehe hier Noch früher, nämlich schon 1752, ist die Ortsbezeichnung zum Sand Kruge nachweisbar.Landesarchiv Schleswig-Holstein („Gottorf-Archiv“), Abt. 195, Nr. 440 gemäß Angabe Kr. Hald: Stednavne i Egernførde. In: Harald Jørgensen, O. M. Olesen, Frants Thygesen (Red.): Egernførde bys historie. Studieafdelingen ved Dansk Centralbibliotek for Sydslesvig. Flensburg 1980, ISBN 87-980393-5-0, S. 32 ff., 39. Sand(e) als Name eines Wohnhauses taucht 1741 auf.
Heute befindet sich an der Stelle des ehemaligen Wirtshauses der „Wohnpark Sandkrug“ mit 90 Wohneinheiten.
Die Vorgeschichte mini|Karte Franz Johann Joseph von Reillys von 1791 rechts|220px|Karte des Dänischen Wohld von Johannes Mejer, 1652 rechts|220px|Karte von Angeln und Schwansen von Johannes Mejer, 1649
Die Geschichte Sandkrugs begann jedoch nicht erst mit dem Wirtshaus, sondern mit einer zuvor an dieser Stelle vorhandenen Ziegelei, die seit Mitte des 17. Jahrhunderts bestand (Windebyer Ziegelei).Karl Friedrich Schinkel: Eckernförde – Ein Spaziergang durch die Stadtgeschichte. Hrsg. Rolf Suhr – Buch- und Medienverlag. 3. Auflage. Haan 2009, S. 310–311. Auf einigen alten Karten des 17. und 18. Jahrhunderts befinden sich etwa an dieser Stelle Ortsbezeichnungen wie Zigelhof, Zigelhoff, Tegelhof, Tegelhoff, Teglhoff etc. Die Karten jener Zeit waren noch nicht so genau, dass die Bezeichnungen heute exakt einem Punkt zuzuordnen wären (vergleiche z. B. die abgebildeten Karten von Johannes Mejer aus den Jahren 1649 und 1652 aus Neue Landesbeschreibung der zwei Herzogtümer Schleswig und Holstein und von Franz Johann Joseph von Reilly aus dem Jahre 1791). Relativ sicher scheint in Zuordnung zum heutigen Sandkrug in Johannes Mejers Karte von 1652 zu sein. Ziegeleien in der Umgebung gab es aber auch in Kiekut und auf den Gütern Marienthal und Hoffnungsthal (beide heute zu Goosefeld gehörend). Von der Windebyer Ziegelei angefertigte Ziegel und Dachpfannen wurden im 18. Jahrhundert auch nach Kopenhagen exportiert und dienten dort vor allem dem Wiederaufbau der dänischen Metropole nach einem Großfeuer 1728. Außer der Ziegelei befand sich damals auch eine Kalkbrennerei im heutigen Sandkrug. Ziegel wie Kalk wurden von einem Verladungsplatz am Goossee aus zum Stadthafen Eckernfördes verschifft – ein Kanal zwischen Goossee und der Eckernförder Bucht bestand etwa in Höhe des heutigen Strand-Rundpavillons.der Rundpavillon entstand zu Beginn der 1950er Jahre; Architekt: Petrick Der Kanal bestand seit dem 17. Jahrhundert bis 1873. Die Kalksteine kamen per Schiff aus Dänemark und wurden vor Ort zu Kalk verbrannt. Gebrannter Kalk wurde u. a. zum Bau der Rendsburger Christkirche benötigt und dazu von Eckernförde per Wagen bis Schirnau gebracht und von dort aus per Schiff weiter nach Rendsburg.Friedrich Schröder: Rendsburg als Festung. Karl Wachholtz Verlag, Neumünster 1939, S. 72.
In der Zeitgeschichte weiter zurück betrachtet, existier(t)en Hinweise auf eine Besiedlung des Gebietes schon in der Jungsteinzeit und Bronzezeit. Noch Ende des Zweiten Weltkrieges befanden sich Grabhügel aus diesen Epochen entlang des Domstages und der Straße Auf der Höhe, die Baumaßnahmen weichen mussten. Das betrifft im Falle des Domstages vor allem die Fläche der heutigen Bebauung mit den Hausnummern 40 ff. und der Grundstücke mit den Nummern 38 und 25. Das Grundstück 25 (Bäckerei) besaß noch nach dem Zweiten Weltkrieg einen bronzezeitlichen Grabhügel mit einer Steinkiste, deren Deckstein eine Ritzung in Form eines Geweihstange aufwies, auf dem Grundstück 38 kamen große Findlingsblöcke der Form nach von Trägern und Decksteinen großer Steinkammern zum Vorschein.Hans Jockisch: Ältere und neuere Vorgeschichtsfunde aus der Südstadt Eckernfördes. In: Jahrbuch der Heimatgemeinschaft des Kreises Eckernförde. 1966, S. 128 ff., 128 f.
mini|Ehemaliges Hotel Sandkrug in Sandkrug um 1920 (heute Ortsteil von Eckernförde)