Die Rampische Straße (in historischen Schreibungen als Rampische Gasse, Rammische Gasse,1813: Rammische Gasse, Stadtwiki DresdenKönigl. sächs. concessionirter Dresdner Adress-Kalender 1839 Rampischegasse, Rampesche Gasse, Rampesche Straße,Specieller Situations-Plan von der Königlichen Haupt- und Residenzstadt Dresden A. Lang. – 1:840. – Dresden : Selbstverlag des Hrsg., ab 1862 (–1870). Die Rampische Straße liegt auf Blattschnitt 7/8 Innere Rampische Gasse) in Dresden ist nach dem ehemaligen Vorwerk Ranvoltitz benannt.Zu Ranvoltitz auf Johannstadtarchiv.de Nach der Blütezeit im Barock fiel sie 1945 den Luftangriffen auf Dresden zum Opfer und wurde mit dem Aufbau am Neumarkt in den 2010er Jahren wieder als Prachtstraße erkennbar.

Lage

Sie liegt in der Inneren Altstadt und führt als neu bebaute Innenstadtstraße vom Neumarkt (An der FrauenkircheDie Straßenbezeichnung „An der Frauenkirche“ beschreibt in den Stadtplänen den Platz um den zentralen Kirchenbau und die Grundstücke sind im Uhrzeigersinn fortlaufend nummeriert. Die Rampische Straße beginnt zwischen 15 und 16.) zwischen Quartier IIDas Quartier II wird umschlossen von der Salzgasse im Nordosten und der südlich gelegenen Rampischen Straße. und Quartier IIIQuartier III (Juwel an der Frauenkirche): Umgeben von der Rampischen Straße, An der Frauenkirche und der Landhausstraße. hindurch, am Polizeipräsidium (an der Südseite) vorbei zur Schießgasse. Der bereits auf Bernardo Belottos Gemälde um 1750 ganz am Ende der Straße erkennbare helle Blickpunkt ist das Kurländer Palais. Dem Polizeipräsidium gegenüber mündet die Salzgasse, eine zweibahnige Fahrstraße an das Albertinum hin. Diesen Platz mit dem Blick zur Frauenkirche dominiert jedoch die Einfahrt ins „Parkhaus An der Frauenkirche“.

Bebauung mini|links|Bernardo Bellotto: Dresden, Frauenkirche und Rampische Gasse, zwischen 1749 und 1753

Nach den Zerstörungen durch den Bomberangriff am 13. Februar 1945 waren die Wohngebäude der Rampischen Gasse aus der Zeit des Dresdner Barock vollständig ruiniert. In den 1950er Jahren wurden alle Ruinen jenseits der Ernst-Thälmann-Straße beräumt, 1956 die Rampische Straße. Allerdings fielen diesem Abriss auch einige wiederaufbaufähige Fassaden zum Opfer. Die historische Straße im Umfeld der als Ruine verbliebenen Frauenkirche blieb beim Wiederaufbau Dresdens in den 1970er Jahren unbeachtet. Mit dem Neuaufbau der Frauenkirche in den 2000er Jahren kehrte sie wieder ins Stadtbild zurück. Um den Neumarkt wurden in den 2000er und 2010er Jahren wieder Gebäude mit die historische Gestaltung rekonstruierenden Fassaden errichtet.

Die typischen barocken Bürgerhäuser waren Hofhäuser, in deren Vorderhäusern die herrschaftlichen Wohnräume untergebracht waren und in deren Seiten- und Hintergebäude die Wohnungen der Bediensteten lagen, Mansarddächer kamen hinzu. Diese historischen bürgerlichen Bauten standen unter dem höfischen und adligen Architektureinfluss des Dresdner Barocks (Pöppelmann, Starcke, v. Naumann und Knöffel), ergänzt durch bürgerliche Baumeister wie Georg Haase.Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung: Positionen zum Wiederaufbau verlorener Bauten und Räume. In: Forschungen Heft 143, Berlin 2010, (Schriftenreihe), ISBN 978-3-87994-475-0, Seite 112, 5.1 Neumarkt Dresden

Mit dem Neubau der nach historischem Vorbild rekonstruierten Häuser der Rampischen Straße 1, 3, 5 und 7 war eine kleinflächige Nutzung vorgesehen mit Gastronomie und Einzelhandel, Büros, Praxen, Kanzleien, Pensionen und kleineren Hotels sowie anspruchsvolle Wohnungen in den Dachgeschossen.Dresdner Amtsblatt. Nr. 6/2004 vom 24. Juni 2004 Zur Rampischen Straße sind an der Nordseite die ungerade nummerierten Grundstücke 1–33 nach historischer Größe zugeordnet. An der südlichen Straßenseite beginnend am Gebäude „An der Frauenkirche 16 und 17“ liegen die Grundstücke 2–20 (gerade), dabei erstreckt sich das Neumarkt-Quartier III/2 (Palais Hoym)Bettina Klemm: Palais Hoym kehrt an den Neumarkt zurück. In: Sächsische Zeitung, 18. Juni 2015. bis zur Landhausstraße und als Abschluss zur Ecke Schießgasse die Nordfassade des Polizeipräsidiums. Die Adresse des Polizeipräsidiums ist Schießgasse 7, aktuell ist das Polizeirevier für Rampische Straße 10 genannt.

Haus Rampische Straße 4 Haus Rampische Straße 7 Haus Rampische Straße 19 Haus Rampische Straße 29Galerie bei der Gesellschaft Historischer Neumarkt Dresden: Auf einer Kleinparzelle liegt mit 6,85 Meter Frontbreite das schmalste der wiederentstandenen Bürgerhäuser.Andreas Voigt: Die Sehnsucht der Deutschen nach der alten Zeit. In: Hamburger Abendblatt, 21. März 2011, abgerufen am 1. Februar 2016. Haus Rampische Straße 33 und 31: Das Eckhaus an der Salzgasse bot als „Kopfbau“ von Osten her (Ecke Salzgasse) den Blick in die Rampische Straße zur Frauenkirche und bietet nach dem rekonstruierten Neubau diesen Blick wieder. Dieser wurde zum Signet der „Gesellschaft Historischer Neumarkt“. Das Gebäude 33 ist mit dem Haus Rampische Straße 31 verbunden, dessen Grundstück (vor Baubeginn) zur Hälfte einer norwegischen Erbengemeinschaft gehörte. Auf den beiden Grundstücken Rampische Straße 31 und 33 gruben Archäologen im Herbst 2011 vor der Neubebauung. Diese Häuser gehörten zu den wenigen, die zunächst für den Wiederaufbau vorgesehen waren, bevor sie 1956 schließlich gesprengt wurden. Im Zuge der Grabung sind die schuttverfüllten Keller freigelegt worden, deren älteste Mauern aus dem 16. Jahrhundert stammen. Älter sind gewerblich betriebene Töpfereien, deren Abwurfhalden in geringen Resten auf der Grabungsfläche angetroffen wurden.

Im Handbuch für Dresden 1850Neues Adressbuch Alt Neustadt Friedrichstadt und Vorstädte umfassend. H.H.Grimm und Comp., Dresden 1850. ist auf den Seiten 104–107 die „äußere Rampische Gasse“ in der „Pirn. Vorstdt.“ beginnend mit Nr. 1 an der Amalienstraße mit den Häusern 1–6 zur Gr. Ziegelgasse, 7–34 zur Albrechtsgasse, 35a–50 zur Neuen Gasse und 51–59 verzeichnet. Neben Privathäusern sind Staatsgebäude (Holzhof auf 21, ehem. Accisehaus auf 27, Thierarzneischule auf 47) und der Schulgarten der Commune auf 26 aufgenommen. Die „innere Rampische Gasse“ in der Altstadt beginnt an der Frauenkirche mit dem Haus 1 der Witwe Am. Taggesell (s. An der Frauenkirche 15) gefolgt von den Häusern 1b–16 zum Zeughausplatz, Kl. Schießgasse. Danach folgen das Gebäude 17 (Staatsgebäude: Militärwagenhaus) und die Privathäuser 18–26. Hinzu kommt (S. 108) „vor dem Rampischen Schlage“ in der Pirna’schen Vorstadt: Nr. 1 am Rampischen Schlage mit den Privathäusern 1–5 (4 als Baustelle). Als Cat.-Nr. sind die Grundstücke der inneren Rampischen Straße vor dem Zeughausplatz mit 95–111 und danach mit 131–140 angegeben, der Rampische Schlag mit 119–121 und schließlich die äußere Rampische Straße mit 1008–1013 (Amaliengasse bis Gr. Ziegelgasse), 1098–1129 (bis Albrechtsgasse) und 1130b–1145 zur Neuen Gasse gefolgt von 1188 bis 1196. Dabei stehen mitunter zwei Gebäude auf geteilten Katasterflächen.

Auf der Karte von 1862/1870 ist die Rampesche Straße aufgenommen.Der Geometer Friedrich August Lang fertigte diesen Detailplan an. Ausgehend von Blatt 1 mit dem Stadtzentrum ordnen sich die weiteren Kartenblätter spiralförmig links herum an. Die Gebäude sind mit ihren Haus- und Brandkatasternummern beschriftet. Durch die enge Zusammenarbeit zwischen dem Hauptstaatsarchiv Dresden, dem Kupferstich-Kabinett der SKD und der Kartensammlung der SLUB Dresden kann erstmals der aus 90 Blättern bestehende Stadtplan vollständig gezeigt werden. An der Nordseite im Karree zur Salzgasse liegen zwischen der Straße An der Frauenkirche und dem Zeughausplatz die bebauten Grundstücke 1–16 (fortlaufend, Cat. 95–111). Dabei bildet Nr. 1 mit An der Frauenkirche 15 eine Einheit und daneben liegt 1b, Haus 6 heißt Dampfschiff. An der Südseite beginnend mit der Katasterfläche 131 und dem Eckgebäude Schießgasse führt die Zählung von 17 der „Caserne der leichten Infanterie“ (Toreingang zum Innenhof) zur Nummer 18, einem Bürgerhaus. Unter 19 ist das Königliche Amtsgericht, 20 die Commune verzeichnet. Die Grundstücke 21–26 sind mit Bürgerhäusern bebaut, die geschlossene Bebauung geht mit An der Frauenkirche 16 weiter zum Eckhaus Landhausstraße 4. Der südliche Block wird ergänzt mit der Landhausstraße in fortlaufender Zählung bis 13 an der Ecke Kleine Schießgasse.Die Landhausstraße endet am Pirnaischen Platz mit dem Haus „Der Bienenkorb“ (Landhausstraße 14) und einer Trinkhalle Ecke Moritzgarten (Botanischer Garten). An der Nordseite der Landhausstraße sind das Haus 6 „Harmonie“, das „Königliche Bezirksgericht I“ in 9 und „Königliche Bezirksgericht Abtheilung II und III“ in 11 verzeichnet.

Auf der Karte 1911/1913Plan von Dresden. Blatt 1, (Altstadt, Neustadt), 1911 (Sächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek Dresden) ist die Grundstückszählung umgestellt auf Orientierungsnummerierung und am Ostrand des Karrees südlich der Rampischen zur Landhausstraße steht das Polizeipräsidium (Königliches Polizeigebäude). Die Zählung der Nordseite ist nun 1–33 (ungerade) und die Gegenseite beginnt An der Frauenkirche 16 mit der Rampischen Straße 2. Das Haus 16/18 und 20 gehören zur Königlichen Polizeibehörde und 14 ist städtisch.Auf dieser Karte ist das „Stadthaus“ auf Landhausstraße (9 ?) und am Ostende der Südseite nach der Friesengasse das „Landhaus“ auf Grundstück 16 eingetragen.

Angemerkt sei das Adressbuch 1943 mit der Rampischen Straße auf Seite 656 in der Lage von der Frauenkirche zum Zeughausplatz und Salzgasse auf der linken Seite mit 1–33 (ungerade) und rechts 2–20 (gerade), bebaut vorwiegend mit sechsgeschossigen (einschließlich Erdgeschoss) Privathäusern (fünf Geschosse: 9, 15, 17, 19, 31; 2, 10, 12, 14), wobei einige Hintergebäude haben. Auf Grundstück 16, 18 steht die Polizeiverwaltung im Eigentum des Deutschen Reichs und als Eigentümer von 20 (s. Schießgasse 7) ist „Der Staat“ aufgeführt.

Entwicklung mini|Das ehemalige Rampische Thor um 1830

Ursprünglich lag der Straßenzug außerhalb der Stadtmauer vor dem „Frauentor“ an der gotischen Kirche Unserer Lieben Frauen und deren Friedhof. Im Mittelalter gab es einige vereinzelte Häuser an der Rampischen Straße (später Pillnitzer Straße) und der Pirnaer Straße. Zwischen 1520 und 1556 wurden die Befestigungen nach Osten gelegt und beginnend vom Neumarkt begann die Bebauung mit innerstädtischen Gebäuden.