Die Zusammenarbeit zwischen Malaysia und Deutschland entwickelt sich seit 1950. Zu Beginn herrschte eine wirtschaftliche Beziehung, die sich im Laufe der Jahre auf weitere Sektoren, wie Diplomatie, Politik, Forschung und Kultur, ausbreitete. Deutschland unterhält eine Botschaft in Kuala Lumpur und ein Honorarkonsulat in Penang.Internetredaktion des Auswärtigen Amtes "Deutsche Vertretung" Website des Auswärtigen Amtes; abgerufen am 27. Januar 2016 Die Botschaft Malaysias ist in Berlin, das Generalkonsulat in Frankfurt am Main und das Honorarkonsul in Böblingen und Hamburg vertreten.Internetredaktion des Auswärtigen Amtes Malaiische Vertretung. Website des Auswärtigen Amtes; abgerufen am 27. Januar 2016 Beide Staaten sind Mitglieder der Vereinten Nationen (UN)UNRIC-Verbindungsbüro Website des Regionalen Informationszentrums des Vereinten Nationen für Westeuropa; abgerufen am 27. Januar 2016 und des Asien-Europa Treffen (ASEM).c/o Asia-Europe Foundation (ASEF) Website des Asia-Europe Meeting; abgerufen am 27. Januar 2016

Diplomatische Beziehungen Die ersten Begegnungen von Regierungsmitgliedern von Deutschland und Malaysia reichen bis zum Beginn des 21. Jahrhunderts zurück. Im März 2002 wurde zum ersten Mal ein deutsches Regierungsoberhaupt, Bundeskanzler Gerhard Schröder, von dem damals regierenden Premierminister Mahathir bin Mohamad zum Staatsbesuch geladen. Es folgte der Besuch des damaligen Außenministers Joschka Fischers bei dem ehemaligen Premierminister Abdullah Ahmad Badawi in Kuala Lumpur und der Besuch Badawis im gleichen Jahr in Deutschland, um politische und wirtschaftliche Gespräche abzuhalten. Deutschland gelang es nicht nur das Verhältnis zu dem südostasiatischen Staat zu erhalten bzw. zu verbessern, sondern auch eine Verbindung zum Islam durch den muslimisch geprägten Partner Malaysia herzustellen. Im September 2006 hielten Bundeskanzlerin Angela Merkel und Abdullah Ahmad Badawi erstmals Gespräche bei dem Asia-Europe Meeting (ASEM) in Finnland ab.

Vom 16. bis 19. Februar 2024 besuchten Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Elke Büdenbender Malaysia. In Malaysias Hauptstadt Kuala Lumpur führte der Bundespräsident politische Gespräche mit König Abdullah sowie mit Premierminister Anwar Ibrahim.

Wirtschaftliche Beziehungen Die wirtschaftliche Beziehung zwischen Deutschland und Malaysia begann im Jahr 1950, als die Bundesrepublik Deutschlands einen finanziellen Zuschuss in Höhe von 278,8 Millionen DM für die "öffentliche[…] Hilfe"Klaus-A. Pretzell: Werner Draguhn (Hrsg.): Die wirtschaftliche Position der Bundesrepublik Deutschland in ausgewählten asiatisch-pazifischen Ländern. Gegenwärtiger Stand, Konkurrenz und Perspektiven. Institut für Asienkunde, Hamburg durch Wiehert-Druck, Darmstadt 1987, ISBN 3-88910-041-4, S. 102. Malaysias bereitstellte (1950–1985). Sowohl der Staat als auch private Investoren waren in den malaysischen Wirtschaftsmarkt involviert.

Das deutsche Unternehmen Siemens AG war eines der ersten Unternehmen, welches in Malaysia wirtschaftlich aktiv war. Mit dem Bau der ersten Fabrik in Malaysia im Jahre 1972 schuf Siemens 1500 neue Arbeitsplätze. 1985 wurde die erste Auslandsvertretung des Unternehmens in Malaysia eröffnet. siemens.com, Global Website, Geschichte zur Entwicklung der Siemens AG in Malaysia; abgerufen am 26. Januar 2016 Anhand der Aktiengesellschaft Siemens wird deutlich, dass die Beziehungen zwischen Malaysia und der Bundesrepublik Deutschland bereits lange bestehen.Otto Köhler, Manfred Lohmann, Peter Böhm (Hrsg.): Malaysia Investitionsführer. Deutsche Gesellschaft für wirtschaftliche Zusammenarbeit (Entwicklungsgesellschaft) DEG-Köln: Hans Eckert, Bundesstelle für Außenhandelsinformation-bfai-Köln: Hans Walter Georgen, Köln, August 1982, S. 18 Aus allen ASEAN Mitgliederstaaten stellt Malaysia einen der bedeutendsten Handelspartner für Deutschland dar.

mini|Der malaysische Botschafter Dato Abdul Hamid bin Haji Jumat und Bundesaußenminister Gerhard Schröder unterzeichnen im Auswärtigen Amt ein Kapitalhilfeabkommen.

Die bilaterale Beziehung basiert auf folgenden Abkommen, welche zentrale Voraussetzungen für eine erfolgreiche Interaktion beider Länder bezogen auf Direktinvestitionen sind. Dem allgemeinen Zoll- und Handelsabkommen (GATT) trat Malaysia 1957 bei. Außerdem wurden folgende Abkommen zwischen der Bundesrepublik und Malaysia geschlossen: im Jahre 1960 ein Abkommen über die Förderung und den Schutz von Kapitalanlagen, 1968 ein Abkommen über technische Zusammenarbeit, 1970 ein Luftverkehrsabkommen sowie 1977 ein Abkommen zur Vermeidung der Doppelbesteuerung (trat 1979 in Kraft).Otto Köhler: Manfred Lohmann und Peter Böhm (Hrsg.), "Malaysia Investitionsführer". Deutsche Gesellschaft für wirtschaftliche Zusammenarbeit (Entwicklungsgesellschaft) mbH-DEG-Köln: Hans Eckert, Bundesstelle für Außenhandelsinformation-bfai-Köln: Hans Walter Georgen, Köln, August 1982, S. 18f 1991 wurde auf der Basis der Malaysian German Business Group von 1988, einem Zusammenschluss deutscher und malaysischer Kaufleute, die Deutsch-Malaysische Industrie- und Handelskammer, (AHK Malaysia) gegründetMalaysian-German Chamber of Commerce and Industry (MGCC) "Malaysian-German Chamber of Commerce and Industry (MGCC),AHK Malaysia – Your Contact Partner in Malaysia Role & Vision" Website der Malaysian-German Chamber of Commerce and Industry (MGCC); abgerufen am 25. Januar 2016 sowie 1992 das German-Malaysian Institute (GMI).The German-Malaysian Institute "The German-Malaysian Institute, The German-Malaysian Connection" Website des German-Malaysian Institute; abgerufen am 26. Januar 2016

Jahr Namen 1957 Zoll- und Handelsabkommen (GATT) 1960 Förderung und Schutz von Kapitalanlagen1968Abkommen über technische Zusammenarbeit 1970 Luftverkehrsabkommen 1977 Vermeidung der Doppelbesteuerung

Deutsche Unternehmen in Malaysia 1968 wurden die ersten deutschen Investitionen in Malaysia beobachtet. Bis 1971 war die Aktivität des privatwirtschaftlichen Sektors zwischen den beiden Ländern auf den Handel limitiert.Harald Eggerstedt, Kerstin Fährmann, Heike Hofmann, Alexander Schonfelder, Brunhilde Vest, Thilo Wusterhausen: "Malaysian-German industrial cooperation, Experiences, Prospects, and Effects on Economic Development". German Development Institute (GDI), Berlin, June 1989, S. 20 Im Vergleich zur damaligen Situation ist aufgrund des technischen, politischen und wirtschaftlichen Fortschrittes Malaysia ein attraktives Ziel für Investoren geworden. Besonders kleine und mittelgroße Unternehmen haben sich bereits sehr erfolgreich in Malaysia etabliert.Alexander Stedtfeld, AHK Malaysia Sabine Franze, AHK Malaysia Rainer Jaensch, Germany Trade & Invest in Zusammenarbeit mit: Germany Trade & Invest, (PDF) Publikation der Malaysian-German Chamber of Commerce and Industry; abgerufen am 25. Januar 2016. a,b,d = S.8, c,e = S.10  Knapp 50 % der deutschen Unternehmen in Malaysia erreichen nach drei Jahren den Break-even-Point Tochtergesellschaften und Niederlassungen treten besonders häufig auf (13 %), welche im engen Kontakt zur Muttergesellschaft mit dem Sitz in Deutschland (78,3 %) stehen.

Die Direktinvestitionen steigen seit dem Jahre 1975 stetig an.Otto Köhler, Manfred Lohmann, Peter Böhm (Hrsg.): Malaysia Investitionsführer. Deutsche Gesellschaft für wirtschaftliche Zusammenarbeit (Entwicklungsgesellschaft) DEG-Köln: Hans Eckert, Bundesstelle für Außenhandelsinformation-bfai-Köln: Hans Walter Georgen, Köln, August 1982, S. 16 Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK), ehemals Deutscher Industrie- und Handelstag (DIHT), stellt kleinen und mittelgroßen, deutschen Unternehmen in Malaysia, Beauftragte zur Verfügung, welche Hilfeleistungen anbieten.Klaus-A. Pretzell: Werner Draguhn (Hrsg.) „Die wirtschaftliche Position der Bundesrepublik Deutschland in ausgewählten asiatisch-paszifischen Ländern. Gegenwärtiger Stand, Konkurrenz und Perspektiven.“ Institut für Asienkunde, Hamburg durch Wiehert-Druck GmbH, Darmstadt, 1987, S. 121, ISBN 3-88910-041-4. Außerdem organisiert der Ausstellungs- und Messe-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft e. V. (AUMA) ständig – im Interesse deutscher Firmen – Handelsmessen in Malaysia.Peter Neven: Messdaten Weltweit. Website der AUMA_Ausstellungs- und Messe-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft e. V; abgerufen am 25. Januar 2016 Die Geschäftsfreundlichkeit eines Landes wird anhand des „Ease of doing Business“-Ranking der Weltbanken aufgeführt, bei dem Malaysia aktuell (2020) auf Rang 12 und Deutschland auf Rang 22 liegen.Katja Wilke: Warum Malaysia ein Geheimtipp für Investoren ist. Welt.de, 27. Juni 2011; abgerufen am 26. Januar 2016 Als ausländischer Investor hat Deutschland einen 49-prozentigen Anteil im industriellen Sektor. Die übrigen 51 Prozent teilen sich die Schweiz, Japan, USA und Singapur.Harald Eggerstedt, Kerstin Fährmann, Heike Hofmann, Alexander Schonfelder, Brunhilde Vest, Thilo Wusterhausen: Malaysian-German industrial cooperation, Experiences, Prospects, and Effects on Economic Development. German Development Institute (GDI), Berlin, Juni 1989, S. 21

Deutsche Unternehmen weisen eine weitgehende Branchenvielfalt auf. Zu den wichtigsten Branchen zählen: Elektroindustrie 16 %, Metallindustrie 4 %, Automobilindustrie 4 %, Medizintechnik 12 %, Baugewerbe 12 % und Logistik 4 %.

Import und Export Erst seit 1968 differenziert man Singapur von Malaysia im Hinblick auf die Handelsbeziehungen zu Deutschland. Malaysia importierte in der Zeit von 1968 bis 1981 58,4 % mehr Waren aus Deutschland, als Deutschland aus Malaysia. „Dabei ist der Außenhandel der Bundesrepublik Deutschland mit Malaysia intensiver gewachsen, als der Außenhandel der Bundesrepublik insgesamt.“ Vergleicht man die Jahre 2012 und 2013, fällt auf, dass Deutschlands Exporte nach Malaysia um 2,81 % (4,8 Millionen Euro) gesunken, jedoch der Import aus Malaysia um 3,9 % (5,6 Millionen Euro) gestiegen ist.BIHK Service GmbH, Redaktion: Karoline Rübsam Statistiken des Außenwirtschaftsportals Bayern im Vergleich 2013 mit 2012; abgerufen am 26. Januar 2016

Wirtschaftliche Projekte Das German-Malaysian Institute unterstützt Projekte mit den Schwerpunkten Bildung und Ausbildung, aber auch kulturell und sozial ausgelegte Workshops für Studenten.The German-Malaysian Institute "The German-Malaysian Institute, The German-Malaysian Connection" Website des German-Malaysian Institute; abgerufen am 26. Januar 2016 „Die Deutsche Botschaft fördert hingegen jährlich mehrere Projekte in den Bereichen Schulbildung, Förderung wirtschaftlicher Selbstständigkeit von Frauen, Unterstützung von Kinder- und Behinderteneinrichtungen und die Armutsbekämpfung.“Carsten Fischer, Hademunde Giebel: Website der deutschen Botschaft in Kuala Lumpur; abgerufen am 26. Januar 2016. Zwei erfolgreiche Projekte unter der Leitung der Botschaft der Bundesrepublik Deutschland sind Mondou Atelier – Stitching and Sewing in Sabah, mit dem Ziel der Förderung der wirtschaftlichen Selbstständigkeit der Frauen in ländlichen GebietenCarsten Fischer, Hademunde Giebel: Website der deutschen Botschaft in Kuala Lumpur; abgerufen am 26. Januar 2016 und Mon Fairtrade Spa Products, welches die Produktion von Fair-Trade-Produkten durch Asylsuchende und Flüchtlingen, die zum größten Teil der ethnischen Minderheit Mon aus Myanmar entstammen,Carsten Fischer, Hademunde Giebel: Website der deutschen Botschaft in Kuala Lumpur; abgerufen am 26. Januar 2016 unterstützt.

Forschung Deutschland hat die Entwicklungshilfe zu Malaysia 1999 eingestellt, da in den letzten Jahrzehnten Malaysia einen technischen Fortschritt erfahren hat. Dennoch unterstützt die Bundesrepublik Deutschland Malaysia hinsichtlich verschiedener Forschungsprojekte.Beziehungen zwischen Malaysia und Deutschland. Auswärtigen Amt Stand: September 2015; abgerufen am 26. Januar 2016