miniatur|hochkant=1.3|Der siegreiche Porsche 919 Hybrid; gefahren von Neel Jani, Marc Lieb und Romain Dumas miniatur|hochkant=1.3|Der drei Minuten vor Rennende in Führung liegend auf der Start-Ziel-Linie stehen gebliebene Toyota TS050 Hybrid mit der Nummer 5 miniatur|hochkant=1.3|Der in der LMP2-Klasse siegreiche Alpine A460 im Regen miniatur|hochkant=1.3|Einer der vier von Chip Ganassi eingesetzten Ford GT; Olivier Pla, Stefan Mücke und Billy Johnson belegten mit dem Wagen mit der Nummer 66 die 21. Stelle in der Gesamtwertung miniatur|hochkant=1.3|Der schwerstbehinderte Frédéric Sausset (Mitte) mit seinen Teamkollegen Christophe Tinseau (links) und Jean-Bernard Bouvet hinter ihrem umgebauten Einsatzwagen, einem Morgan LMP2 miniatur|hochkant=1.3|Frédéric Sausset im Cockpit seines Morgan LMP2 Das 84. 24-Stunden-Rennen von Le Mans, der 84e Grand Prix d’Endurance les 24 Heures du Mans, auch Circuit de la Sarthe, Le Mans, France, fand vom 18. bis 19. Juni 2016 auf dem Circuit des 24 Heures statt.
Vor dem Rennen
Schon im Juni 2015 entschieden die Verantwortlichen des Automobile Club de l’Ouest die Anzahl der Starter von 56 auf 58 zu erhöhen. Am 25. Januar 2016 veröffentlichte der ACO dann die erste Einladungsliste von 16 Teilnehmern. Eingeladen wurden die vier Le-Mans-Klassensieger aus dem Vorjahr, dazu kamen die jeweiligen Gesamt- und Klassensieger der European- und Asian Le Mans Series, sowie die Siegerteams aus der IMSA WeatherTech SportsCar Championship.ACO veröffentlicht am 25. Januar 2016 die erste Einladungsliste
Bei der Pressekonferenz am 5. Februar 2016 gab ACO-Präsident Pierre Fillon überraschend bekannt, dass es 2016 nunmehr bereits insgesamt 60 teilnehmende Teams geben wird; diese Erweiterung war ursprünglich erst für das Rennen 2017 geplant gewesen. Fillon gab auch bekannt, dass der zweimalige Le-Mans-Gesamtsieger Alexander Wurz 2016 als Grand Marshal fungieren und damit das Safety-Car in der Einführungsrunde pilotieren wird60 Starter in Le Mans.
Anfang Juni veröffentlichte der ACO die aktualisierte Startliste mit allen 60 TeilnehmernAktualisierte Startliste.
Garage 56
Die Garage 56 war in den vergangenen Jahren Teams mit besonderen technischen Innovationen vorbehalten. 2012 stand der von Marino Franchitti, Michael Krumm und Satoshi Motoyama gefahrene DeltaWing in dieser Garage. 2014 war der Nissan ZEOD RC dort untergebracht.
2016 wurde diese spezielle Box einem Fahrer zur Verfügung gestellt: dem schwerstbehinderten Franzosen Frédéric Sausset. Sausset hatten wegen einer bakteriellen Infektion sowohl Beine als auch Hände amputiert werden müssen. OAK Racing stand beim Umbau des Morgan LMP2 vor großen Herausforderungen, da sich Sausset das Cockpit mit zwei gesunden Profi-Rennfahrern teilte. Sausset wurde mit dem Sitz in das Fahrzeug gehoben und wieder herausgeholt. Mit einer Vorrichtung an den Oberschenkeln konnte er Gas und Bremse betätigen. Mit einer speziellen Handprothese am rechten Arm lenkte er.
Renn-Partner waren Christophe Tinseau und Jean-Bernard Bouvet. Tinseau, der Ende des Jahres 2012 zurückgetreten war, kehrte für dieses Rennen noch einmal nach Le Mans zurückFréderic Sausset in Le Mans.
Vortests
Zwei Tage vor Beginn der Vortests, die am 4. und 5. Juni stattfanden, gab Larbre Compétition den Startverzicht von Paolo Ruberti bekannt. Der erfahrene Italiener, der auf sechs Le-Mans-Teilnahmen zurückblicken konnte, verunglückte am 2. Juni bei einer Demonstrationsfahrt am Hockenheimring schwerPaolo Ruberti schwer verunglückt. Als Ersatzmann kam Jean-Philippe Belloc ins TeamJean-Philippe Belloc ersetzt Paolo Ruberti.
Zwei weitere Fahrerwechsel gab es in der LMP2-Klasse. Bei SO24! by Lombard Racing (#22) kam für Olivier Lombard Érik Maris ins TeamÉrik Maris für Olivier Lombard und Greaves Motorsport (#41) ersetzte Kuba Giermaziak durch Nathanaël BerthonBerthon im Team von Greaves Motorsport. Bei den Vortests gaben alle Teams auch ihre Ersatzfahrer bekanntErsatzfahrer nominiert.
Rennverlauf Wegen schweren Regens wurde das Rennen hinter dem Safety-Car gestartet. Nachdem die Strecke abgetrocknet war, entwickelte sich das Rennen zu einem Zweikampf zwischen Toyota und Porsche, wobei die Führung auch infolge unterschiedlicher Tankstrategien häufig wechselte. Die beiden Audi-Fahrzeuge fielen mit Problemen zurück, ebenso der Porsche mit der Startnummer 1. Nach 20 Stunden lagen die beiden Toyota sowie der Porsche mit der Startnummer 2 nur wenige Sekunden auseinander.Porsche profitiert vom Toyota-Pech. In: Tagesspiegel, 19. Juni 2016. Abgerufen am 19. Juni 2016.
Entschieden wurde das Rennen erst in den letzten Minuten. Fast das gesamte Rennen hatte der Toyota TS050 Hybrid mit der Startnummer 5 geführt. Wenige Minuten vor Schluss betrug der Vorsprung von Kazuki Nakajima auf den von Neel Jani gefahrenen Porsche 919 Hybrid 1 Minute und 30 Sekunden. 3 Minuten und 20 Sekunden vor dem Fallen der Zielflagge blieb der Toyota in der letzten Runde bei Start-und-Ziel wegen Problemen im Antriebsstrang stehen. Nakajima schaffte es zwar, den Wagen wieder in Gang zu bringen und nur mit dem Elektromotor weiterzufahren, aber Neel Jani fuhr in der letzten Runde vorbei zum Sieg. Laut Reglement mussten die Teilnehmer ihre jeweils letzte Runde unter sechs Minuten Fahrzeit zurücklegen. Da Nakajima für die Runde mit dem Elektromotor aber fast doppelt so viele Minuten benötigte, kam der Toyota, obwohl er vom Rennleiter als Zweiter abgewinkt wurde, nicht in die Schlusswertung.24 Stunden von Le Mans 2016: Toyota-Drama hoch zehn!. In: Motorsport-Total, 19. Juni 2016. Abgerufen am 19. Juni 2016.
Vier Tage nach Rennende gab die Presseabteilung der Toyota Motorsport GmbH den Grund für das Stehenbleiben des Wagens mit der Nummer 5 bekannt. Es gab einen Defekt an der Steckverbindung zwischen Turbolader und Ladeluftkühler, was zu einer Dysfunktion der Turboladersteuerung und zum Leistungsverlust führteToyota hat die Ausfallsursache am Wagen mit der Nummer 5 gefunden.
Klassensiege
Mit 23 ins Rennen gegangenen Fahrzeugen hatte die LMP2-Klasse die meisten Teilnehmer einer Rennklasse aufzuweisen. Der Klassensieg ging an die französische Signatech-Alpine-Mannschaft. Der Alpine A460, ein adaptierter Oreca 05 mit Nissan-V8-Motor, wurde von Gustavo Menezes, Nicolas Lapierre und Stéphane Richelmi gefahren. Von seinen 357 gefahrenen Runden lag der Alpine die letzten 196 ununterbrochen in Führung. Für Nicolas Lapierre, der nach seinem Unfall im TS040 Hybrid auf regennasser Fahrbahn 2014 bei Toyota sein Cockpit verlor, war es nach dem Erfolg im Vorjahr der zweite Sieg in dieser Klasse. 357 Runden legte auch das zweitplatzierte G-Drive-Racing-Team zurück. Fahrer im Oreca 05 waren Roman Rusinov, René Rast und Will Stevens.
1966 hatte Ford mit dem GT40 und den Fahrern Bruce McLaren, Chris Amon, Ken Miles, Denis Hulme, Ronnie Bucknam und Dick Hutcherson einen Dreifachsieg im Gesamtklassement gefeiert. Auf den Tag genau 50 Jahre später feierte Ford in Le Mans mit einem GT wieder einen Sieg. Einer der vier von Chip Ganassi eingesetzten GT-Rennwagen mit 3,5-Liter-EcoBoost-Motor gewann die LMGTE-Pro-Klasse. Für den in Le Mans geborene Sébastien Bourdais war es als Partner von Joey Hand und Dirk Müller der erste Klassensieg bei seinem Heimrennen. Von den 340 zurückgelegten Runden lag der Ford 316 an der Spitze der Rennklasse.
In der LMGTE AM -blieben die der US-Amerikaner Bill Sweedler, Townsend Bell und Jeff Segal auf einem Ferrari 458 Italia GT2 siegreich.
Einladungen
Startliste
Am 5. Februar 2016 veröffentlichte der ACO eine erste vorläufige Startliste mit 60 Teilnehmern plus zehn ReserveteamsACO veröffentlichte am 5. Februar 2016 eine vorläufige Startliste. Startliste Nr. Team Fahrzeug ReifenFahrer LMP1 1 Porsche 919 Hybrid 2 Porsche Team Porsche 919 Hybrid 4 Team ByKolles CLM P1/01 5 Toyota Gazoo Racing Toyota TS050 Hybrid 6 Toyota Gazoo Racing Toyota TS050 Hybrid 7 Audi Sport Team Joest Audi R18 RP6 8 Audi Sport Team Joest Audi R18 RP6 12 Rebellion Racing Rebellion R-One 13 Rebellion Racing Rebellion R-One LMP2 22 SO24! by Lombard Racing Ligier JS P2 23 Panis-Barthez Competition Ligier JS P2 25 Algarve Pro RacingNachgerückt für KCMG Ligier JS P2 26 G-Drive Racing Oreca 05 Will Stevens ersetzt Berthon bei G-Drive Racing 27 SMP Racing BR Engineering BR01 28 Pegasus Racing Morgan LMP2 30 Extreme Speed Motorsports Ligier JS P2 31 Extreme Speed Motorsports Ligier JS P2 33 Eurasia Motorsport Oreca 05 34 Race Performance Oreca 03R 35 Baxi DC Racing Alpine Alpine A460 36 Signatech Alpine Alpine A460 37 SMP Racing BR Engineering BR01 38 G-Drive Racing Gibson 015S 40 Krohn Racing Ligier JS P2 41 Greaves Motorsport Ligier JS P2 42 Strakka Racing Gibson 015S 43 RGR Sport by Morand Ligier JS P2 44 Manor Motorsport Oreca 05 Roberto Mehri ersetzt Will Stevens bei Manor 46 Thiriet by TDS Racing Oreca 05 47 KCMG Oreca 05 48 Murphy Prototypes Oreca 05 49 Michael Shank Racing Ligier JS P2 LMGT-Pro 51 AF Corse Ferrari 488 GTE 63 Corvette Racing Chevrolet Corvette C7.R 64 Corvette Racing Chevrolet Corvette C7.R 66 Ford Chip Ganassi Team UKFord gibt Fahrerkader bekannt Ford GT 67 Ford Chip Ganassi Team UK Ford GT 68 Ford Chip Ganassi Team USA Ford GT 69 Ford Chip Ganassi Team USA Ford GT 71 AF Corse Ferrari 488 GTE 77 Dempsey-Proton Racing Porsche 911 RSR 82 Risi Competizione Ferrari 488 GTE 91 Porsche Motorsport North America Porsche 911 RSR 92 Porsche Motorsport North America Porsche 911 RSR 95 Aston Martin Racing Aston Martin Vantage GTE 97 Aston Martin Racing Aston Martin Vantage GTE LMGT-Am 50 Larbre Compétition Chevrolet Corvette C7.R 55 AF Corse Ferrari 458 Italia GT2 57 Team AAI Chevrolet Corvette C6.R-ZR1 59 TDS Racing Aston Martin Vantage GTE 60 Formula Racing Ferrari 458 Italia GT2 61 Clearwater Racing Ferrari 458 Italia GT2 62 Scuderia Corsa Ferrari 458 Italia GT2 78 KCMG Porsche 911 RSR 83 AF Corse Ferrari 458 Italia GT2 86 Gulf Racing Porsche 911 RSR 88 Abu Dhabi-Proton Racing Porsche 911 RSR 89 Proton Competition Porsche 911 RSR 98 Aston Martin Racing Aston Martin Vantage GTE 99 Aston Martin Racing Aston Martin Vantage GTE Innovation Box 56 84 SRT41 BY OAK Racing Morgan LMP2
Reservefahrzeuge Wie in den Jahren davor veröffentlichte der ACO zeitgleich mit der ersten vorläufigen Startliste auch eine Liste der Reservefahrzeuge.
Klasse Nr. Team Fahrzeug Nominierter Fahrer Nominierter Fahrer Nominierter Fahrer LMP2 24 OAK Racing Ligier JS P2 Jacques Nicolet Jean-Marc Merlin Érik Maris LMP2 29 Pegasus Racing Morgan LMP2 LMGTE AM 56 Team AAI Chevrolet Corvette C7.R LMGTE AM 76 JMW Motorsport Ferrari 458 Italia GT2 Robert Smith Rory Butcher
Trainingszeiten
Qualifikation