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Der Restaurator beschäftigt sich mit der Konservierung und Restaurierung sowie der wissenschaftlich-technologischen Erfassung von Kunst- und Kulturgut. Nach den verschiedenen Ausbildungsrichtungen wird allgemein unterschieden in materialkundlich (z. B. für Papier, Wandmalerei oder Textilien) oder nach Kunstgattungen (z. B. für ethnologische oder kunsthandwerkliche Objekte) spezialisierte Restauratoren. Der Restaurator ist entweder selbständig als Freiberufler tätig oder im öffentlichen Dienst, z. B. an einem Museum oder einer Denkmalbehörde, beschäftigt.

Berufsbezeichnung Die Berufsbezeichnung „Restaurator“ ist, mit Ausnahme von Mecklenburg-Vorpommern. und Sachsen-Anhalt, in den anderen deutschen Bundesländern gesetzlich nicht geschützt. Daher ist eine freiberufliche Tätigkeit ohne nachgewiesene Berufsqualifikation prinzipiell möglich und im Bereich der Reparatur von Möbeln oder Sammlergegenständen weit verbreitet (z. B. Spielzeug-Restaurierung, Puppendoktor). Die in Großbritannien und in den Vereinigten Staaten gebräuchliche Berufsbezeichnung wird auch vermehrt im deutschsprachigen Raum verwendet. International ist die Bezeichnung conservator-restorer üblich. So empfiehlt es auch die European Confederation of Conservator-Restorers’ Organisation (E.C.C.O.).

Leicht irreführend ist die Ähnlichkeit des Wortes Restaurator zu dem verwandten französischen Wort restaurateur. Es bedeutet auf Französisch neben „Restaurantbesitzer“ u. a. auch „Restaurator“, steht im Englischen und Deutschen aber für einen Gastwirt (während Restaurator auf Englisch restorer heißt).

Berufsbild mini|Werkzeugsatz eines Restaurators (Museum of Funeral Customs, Springfield, Illinois, 2006)

Die Tätigkeit des Restaurators widmet sich vor allem der Bestandserhaltung von Kunst- und Kulturgut. Diese Arbeit ist geprägt vom Respekt gegenüber dem Original und seiner Geschichte. Dabei müssen alle angewendeten Arbeitsweisen schonend, reversibel, und nachvollziehbar sein.Michael Petzet: Grundsätze der Denkmalpflege. In: Denkmalpflege Informationen. Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege. München 1987.

Das deutsche Wort „Restaurator“ orientiert sich am Leitbild des Italienischen . Die erste wissenschaftliche Grundlegung stammt vom Gründer und langjährigen Direktor des Istituto superiore per la conservazione ed il restauro in Rom, Cesare Brandi, dessen Theorie der Restaurierung auch auf Deutsch verfügbar ist. Zum Berufsethos des Restaurators gehört es nicht, originale Echtheit vorzutäuschen.So lautet der Titel einer Wanderausstellung, die seit 1994 durch Museen in Deutschland, Österreich und der Schweiz läuft: Ein Berufsbild im Wandel. Restaurieren heißt nicht wieder neu machen. Katalog herausgegeben von Ralf Buchholz und Hannes Homann, Hannover (Schäferart), 1994, 1997

Präventive Konservierung erlaubt das Schaffen von Umweltbedingungen, die Schäden an Kunstgegenständen, kulturhistorisch wertvollen Gegenstandes oder Baudenkmalen verhindern und natürliche Zerfallserscheinungen verlangsamen. Dies geschieht vor allem durch die Steuerung des Raumklimas (Temperatur, Feuchtigkeit und der Lichteinstrahlung). Zum Erhalt von Kunstwerken ist das Einhalten dieser Bedingungen wesentlich: während ihres Transports sowie während und nach der Konservierung bzw. Restaurierung.Artikel: Präventive Konservierung auf Restaurator in München

Zur Konservierung gehören rein erhaltende, die überlieferte Substanz sichernde Maßnahmen. Konservatorische Eingriffe am Werk haben das Ziel, den Zustand zu stabilisieren und weiteren Verfall aufzuhalten oder zumindest zu verlangsamen. Im Vordergrund steht dabei die Materialbeschaffenheit des Objekts. Generell haben konservatorische Maßnahmen, die der reinen Erhaltung eines Objektes dienen, immer Vorrang vor restauratorischen Maßnahmen.

Erst wenn konservatorische Maßnahmen nicht oder nur ungenügend greifen, werden restauratorische Eingriffe am Objekt durchgeführt. Unter einer Restaurierung ist ein unmittelbares Tätigwerden am Kulturgut zu verstehen mit dem Ziel, eine bessere Lesbarkeit herzustellen. Dabei werden dessen ästhetische, historische und physische Eigenschaften so weit wie möglich respektiert. Restaurieren bedeutet, eventuell auch Ergänzungen oder Rekonstruktionen vorzunehmen. Umfang und Art dieser Maßnahmen wird durch das Ergebnis einer vorangehenden Untersuchung des substantiellen und historischen Bestands bestimmt. Grundsätzlich sollte der Restaurator dabei so wenig wie möglich am Original verändern. Die Restaurierungsmaßnahmen sind sehr behutsam auszuführen und müssen sich dem historischen Objekt unterordnen. Alle durchgeführten Maßnahmen sollten außerdem reversibel, d. h. wieder rückführbar sein. Gerade im Bereich der Ergänzungen von Fehlstellen am Kunstobjekt sind, neben einem hohen kunsthistorischen Wissen und der Materialkunde, sowie der genauen Kenntnis historischer Handwerkstechniken, interpretatorische Fähigkeiten und Einfühlungsvermögen wichtige Komponenten.

Dementsprechend verschiebt sich die aus der historischen Entwicklung des Berufes bedingte Hybridstellung des Restaurators zwischen Handwerker und Künstler immer weiter in den technisch-naturwissenschaftlichen Bereich. Dieser Entwicklung wird mit Begriff Konservierungs- und Restaurierungswissenschaften Rechnung getragen.

Ausbildung Es gibt mehrere Möglichkeiten der Ausbildung zum Restaurator. Im deutschsprachigen Raum hat sich vorwiegend das Studium an Fachhochschulen, Akademien und Universitäten etabliert, die teilweise mit außeruniversitären Einrichtungen kooperieren. Daneben gibt es speziell in Deutschland die Fortbildungsmöglichkeit zum „Restaurator im Handwerk“.Brandenburgisches Landesamt für Denkmalpflege und Archäologisches Landesmuseum (Hrsg.): Lehre für die Praxis – Praxis in der Lehre = Arbeitshefte des Brandenburgischen Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologischen Landesmuseums 45. Wernersche Verlagsgesellschaft, Worms 2016. ISBN 978-3-88462-369-5 Ferner gibt es in Deutschland eine fachakademische Ausbildung mit einem Abschluss als staatlich geprüfter Restaurator.

Deutschland Diplom-Restaurator und Restaurator B.A. / M.A. In der DDR gab es von 1968 bis 1974 an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee einen Diplomstudiengang für Gemälde- und Skulpturenrestaurierung, der von Kurt Robbel geleitet wurde. Die Ausbildung wird seitdem an der Hochschule für Bildende Künste Dresden weitergeführt. Ab 1976 gab es am Museum für Deutsche Geschichte in Berlin ein Fernstudium auf Fachschulniveau, das die Materialgruppen Metall, Textil, Papier, archäologisches Fundmaterial und Holzrestaurierung betraf. Ebenfalls ab 1976 gab es an der Außenstelle Potsdam der Fachschule für Werbung und Gestaltung ein Studium für Restauratoren von Architekturfassung, das später auch Innenausstattungen aus Holz einschloss. Voraussetzung für die Aufnahme waren der Abschluss der zehnklassigen Oberschule und einschlägige Berufe wie Dekorationsmaler, Maurer, Bau-Facharbeiter und Möbeltischler.Ingo Timm. Interview mit Cornelia Weyer und Ivo Mohrmann. Dem Jubilar zum 80. Geburtstag gewidmet. In: Beiträge zur Erhaltung von Kunst und Kulturgut, 1/2016; ISBN 978-3-7319-0405-2, S. 105 und 107

Der Abschluss Diplom-Restaurator oder Diplom-Restaurator (FH) kann in Dresden und seit 1977 an der Akademie der Bildenden Künste Stuttgart über ein einjähriges Vorpraktikum und ein Studium an einer Universität, Akademie oder Fachhochschule erlangt werden. Mittlerweile ist das Studium an folgenden Standorten im deutschsprachigen Raum möglich: Berlin, Dresden, Erfurt, Hildesheim, Köln, Mainz, München, Potsdam, Stuttgart, Wien, Bern, La Chaux-de-Fonds und Riggisberg.nachzulesen in: Restaurator: Seit 50 Jahren ein akademischer Beruf: https://blog.restauratoren.de/50-jahre-restaurierungsstudium/

Im Zuge des Bologna-Prozesses wurde der zweistufige Studienabschluss eingeführt, bei dem zunächst der akademische Grad des Bachelors erworben und darauf aufbauend ein Master-Studium absolviert wird. Einzige Ausnahme bildet die Hochschule für Bildende Künste (HfBK) in Dresden, die das Diplom beibehalten hat.

Je nach Ausbildungsart (Bachelor oder Master) dauert das Studium zwischen drei und sechs Jahren. An den beiden Kunstakademien in Dresden und Stuttgart sowie an der TU München gibt es zudem die Möglichkeit zur Promotion im Fach Konservierung/Restaurierung zum Dr. phil. oder zum Dr. rer. nat.

Die Zulassungsvoraussetzungen zum Studium unterscheiden sich je nach Hochschule. Für die Bewerbung zum Studium ist neben der (Fach-)Hochschulreife in der Regel der Nachweis eines studienvorbereitenden Vorpraktikums erforderlich, dessen Dauer je nach Hochschule variieren kann (in der Regel mindestens zwölf Monate). Das fachbezogene Vorpraktikum kann in einem Museum, in der Denkmalpflege oder bei freiberuflichen Restauratoren angesiedelt sein. Wichtig ist, dass die dortige Arbeitsweise den heutigen ethischen Grundsätzen der Restaurierung entspricht. Die meisten Ausbildungsstätten verlangen zusätzlich eine Eignungsprüfung und teilweise auch das Einreichen einer Mappe, mit denen künstlerisches Einfühlungsvermögen sowie geistes- und naturwissenschaftliches Verständnis nachgewiesen wird.

Das Studium hat eine stark wissenschaftliche Komponente und beinhaltet sowohl den Erwerb fachbezogener Kenntnisse als auch Elemente aus benachbarten Disziplinen. So stehen auf dem Lehrplan beispielsweise die Konservierung und Restaurierung in Theorie und Praxis, die Geschichte und Ethik der Restaurierung, Methodik und Dokumentation konservatorisch-restauratorischer Maßnahmen sowie Werkstoffkunde und Kunstgeschichte, aber auch naturwissenschaftliche Untersuchungsverfahren aus den Bereichen Mikrobiologie, Chemie und Physik.

Mit Eintritt in das Studium spezialisieren sich die Studierenden in der Regel auf eine bestimmte Fachrichtung, d. h. auf eine Material- oder Objektgruppe. Teilweise ist auch eine Kombination aus zwei Vertiefungsrichtungen üblich. Die Zusammensetzungen und Bezeichnungen der Fachrichtungen variieren hierbei je nach Hochschule. Im Wesentlichen gibt es jedoch folgende Fachrichtungen: mini|Metallrestaurierung Archäologisches Kulturgut und Grabungstechnik Ethnografische Objekte / Volks- und Völkerkunde Film / Foto / Datenträger Gemälde und polychrome Bildwerke Glas / Mosaik Grafik, Archiv- und Bibliotheksgut / Papier / Buch Keramik Kunsthandwerkliche Objekte Metall Moderne Materialien Möbel und Holzobjekte Musikinstrumente Präventive Konservierung Stein Technisches Kulturgut Textil Wandmalerei und Architekturoberflächen/-farbigkeit

In Deutschland vertritt der Verband der Restauratoren (VDR) die Interessen der akademisch ausgebildeten Restauratoren. In Österreich ist der Österreichische Restauratorenverband (ÖRV) die Interessenvertretung. In der Schweiz setzt sich der Schweizerische Verband für Konservierung und Restaurierung (SKR) für die Interessen der Restauratoren ein.

Restaurator im Handwerk Restaurator im HandwerkVerordnung über die Prüfung zum anerkannten Fortbildungsabschluss Geprüfter Restaurator im Handwerk oder Geprüfte Restauratorin im Handwerk vom 3. Dezember 2019 () ist ein anerkannter Fortbildungsabschluss für Handwerksmeister. Er wurde vom Hauptausschuss Kultur des Zentralverbands des Deutschen Handwerks e. V. auf der Grundlage einer Studie des Deutschen Zentrums für Handwerk und Denkmalpflege Johannesberg Fulda e. V. (Insolvenz im Jahre 2001, heute: Propstei Johannesberg gGmbH) im Jahre 1992 geschaffen. Die zusätzliche Berufsbezeichnung, die nach einer Fortbildung mit abschließender Prüfung verliehen wird, darf nur in Verbindung mit dem jeweiligen Handwerk geführt werden. Der Verein Restaurator im Handwerk e. V. vertritt die Interessen der Restauratoren im Handwerk.