Ługi ( Lauchstädt) ist ein Dorf in der Stadt-und-Land-Gemeinde Dobiegniew (Woldenberg) im Powiat Strzelecko-Drezdenecki der polnischen Woiwodschaft Lebus.
Geographische Lage Ługi liegt in der historischen Neumark, etwa vier Kilometer südwestlich der Stadt Dobiegniew (Woldenberg), 14 Kilometer nordöstlich der Stadt Strzelce Krajeńskie (Friedeberg) und 39 Kilometer nordöstlich der Stadt Gorzów Wielkopolski (Landsberg an der Warthe).
Geschichte Das alte Kirchdorf, das zu einem Rittergut gehörte, wurde 1337 Llockstede und 1341 Louenstete genannt. Die Familie Borne oder Bornem, die schon 1286 genannt wird, stiftete hier 1341 einen Altar für die Kirche, wofür Einkünfte aus der Fischerei in einem benachbarten See verwendet wurden. Auch Markgraf Ludwig von Wittelsbach spendete 1341 für den Altar. Er verwendete dafür Einkünfte aus der Fischerei im Liebsee und im Schlagesee zwischen Dolgen und Hermsdorf.Riehl und Scheu (1861), S. 460. Einem Lehnsbrief zufolge befand sich das Dorf Lauchstädt 1499 im Besitz der Familie Bornstaedt in Woldenberg.Karl Kletke: Regestae Historiae Neomarchicae. Die Urkunden zur Geschichte der Neumark und des Landes Sternberg, in Auszügen mitgetheilt. Band 2, Berlin 1868, S. 365. 1608 war die Adelsfamilie von Natzmer in Lauchstädt vertreten; 1644 befanden sich hier ein Bornstädt, ein Herr von Natzmer und ein Herr von Wreech, 1724 saß nur ein Herr von Bornstädt (von Bornstaedt) hier.Berghaus (1856), S. 475.
1786 befand sich das Gut im Besitz des Hauptmanns Ludwig Ernst von Brand. Er ließ um die Jahrhundertwende ein Plantage von 200 Maulbeerbäumen auf seinem Gut anpflanzen und erhielt dafür von der preußischen Regierung eine Prämie in Höhe von 20 Talern.Oekonomische Hefte. Band 16, Leipzig 1801, S. 378–378. 1828 befand sich Lauchstädt im Besitz der Frau Karoline Friederike Elisabeth von Brand, geb. von Sack,Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Der in Deutschland eingeborene Adel (Uradel). 1905. Sechster Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1904, S. 150–151. Witwe des genannten Hauptmanns L. E. von Brand.E. v. Eickstedt: Beiträge zu einem neuen Landbuch der Marken Brandenburg. Magdeburg 1840, S. 512. Um die Mitte des 19. Jahrhunderts ließ Adolf von Brand auf dem Gutsgelände ein Schloss erbauen. Dem Bauherrn folgte der Sohn Paul von Brand (1831–1904), dann wiederumj dessen Sohn Adolf von Brand (1876–1945). Letzter Besitzer vor 1945 wurde der Erbe Ingo von Brand (1908–1979), der mit seiner Frau und den drei Töchtern dann zunächst im Stift Fischbeck bei Rinteln/Weser und zuletzt in Bad Pyrmont lebte.Walter von Hueck, Klaus von Andrian-Werburg, Friedrich Wilhelm Euler: Genealogisches Handbuch der Adeligen Häuser. A (Uradel). 1990. Band XXI, Band 98 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke Verlag, Limburg an der Lahn 1990, , S. 75–76.
Im Dorf gab es eine Brennerei und eine Ziegelei.
Bis 1945 gehörte das Dorf zum Landkreis Friedeberg Nm., von 1816 bis 1938 im Regierungsbezirk Frankfurt der preußischen Provinz Brandenburg, von Oktober 1938 bis 1945 im Regierungsbezirk Grenzmark Posen-Westpreußen der Provinz Pommern.
Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Region im Frühjahr 1945 von der Roten Armee besetzt. Das Schloss wurde von sowjetischen Soldaten vollständig zerstört. Bald nach dem Einmarsch der Roten Armee wurde Lauchstädt unter polnische Verwaltung gestellt. In der Folgezeit wurden die Einwohner Lauchstädts vertrieben und durch zuwandernde Polen ersetzt. Die deutsche Ortschaft Lauchstädt wurde in Ługi umbenannt.
Einwohnerzahlen 1840: 368Topographisch-statistische Uebersicht des Regierungs-Bezirks Frankfurt a. d. Oder. Aus amtlichen Quellen zusammengestellt. Frankfurt a. d. O. 1844, S. 70, Nr. 92. 1858: 410, darunter ein Katholik und sechs Juden 1871: 163Preußisches Statistisches Landesamt: Die Gemeinden und Gutsbezirke der Provinz Brandenburg und ihre Bevölkerung. Berlin 1873, S. 140, Nr. 53. 1925: 374, darunter drei Katholiken, keine Juden 1933: 375 1939: 367
Söhne und Töchter des Orts Adolf von Brand (1803–1878), deutscher Politiker Paul von Brand (1831–1904), deutscher Politiker
Literatur W. Riehl und J. Scheu (Hrsg.): Berlin und die Mark Brandenburg mit dem Markgrafenthum Nieder-Lausitz in ihrer Geschichte und in ihrem gegenwärtigen Bestande. Berlin 1861, S. 460. Heinrich Berghaus: Landbuch der Mark Brandenburg und des Markgrafthums Nieder-Lausitz, Band 3, Brandenburg 1856, S. 475 und S. 477.
Weblinks Gunthard Stübs und Pommersche Forschungsgemeinschaft: Die Gemeinde Lauchstädt im ehemaligen Kreis Friedeberg in Pommern (2011) Norbert Gschweng: Lauchstädt, Kreis Friedeberg
Fußnoten
Kategorie:Ort der Woiwodschaft Lebus Kategorie:Gmina Dobiegniew