18. Leichtathletik-Europameisterschaften zentriert|100px Stadt Stadion Olympiastadion Teilnehmende Länder 47 Teilnehmende Athleten 1305 Wettbewerbe 46 (Männer: 24/Frauen: 22) Eröffnung 6. August 2002 Schlussfeier 11. August 2002 Eröffnet durch Bundesinnenminister Otto Schily Chronik ← Budapest 1998 Göteborg 2006 → Medaillenspiegel (Endstand nach 46 Entscheidungen) PlatzLand 20px|Gold 20px|Silber 20px|Bronze 40px|Gesamt 1 7 9 8 24 2 6 3 6 15 3 5 2 5 12 4 4 1 2 75 4 – 2 6 6 3 3 1 7 7 3 1 1 5 8 2 9 8 19 9 2 – 2 4 10 1 2 4 7 Vollständiger Medaillenspiegel Die 18. Leichtathletik-Europameisterschaften fanden vom 6. bis 11. August 2002 in München statt. Die Wettkämpfe wurden im Olympiastadion von 1972 ausgetragen. Beide Marathonläufe mit Start an der Residenz führten über einen dreimal zu durchlaufenden Rundkurs durch die Innenstadt (Odeonsplatz – Giselastraße – Englischer Garten – Maximilianeum – Prinzregentenstraße – Isartor – Viktualienmarkt – Odeonsplatz) und schließlich zum Zieleinlauf in Richtung Olympiastadion.
Vergabe Nachdem der Europäische Leichtathletikverband signalisiert hatte, dass Deutschland gute Chancen habe, die Europameisterschaften 2002 auszurichten, bewarben sich die Städte Chemnitz und München. Die sächsische Landesregierung versagte allerdings Fördermittel, so dass Chemnitz seine Kandidatur zurückzog und die Europameisterschaften an München vergeben wurden.Kein Geld in Chemnitz. In: Die Tageszeitung 20. Juni 1996, taz.de, abgerufen am 25. Januar 2023
Wettbewerbe Bei den Frauenwettbewerben gab es auch diesmal wieder eine Änderung. Die Distanz der Gehstrecke wurde von 10 auf 20 Kilometer verdoppelt und entsprach damit der Länge der kürzeren Disziplin im Männergehen. Damit fehlten im Programm der Frauen im Vergleich zu dem der Männer nur noch zwei Disziplinen: der 3000-Meter-Hindernislauf – dieser wurde bei den nächsten Europameisterschaften ins Angebot aufgenommen – sowie das 50-km-Gehen, das 2018 Teil der Europameisterschaften wurde. Von 2022 an wurde die Distanz der langen Gehstrecke für Männer und Frauen auf 35 Kilometer verkürzt.
Stadion mini|hochkant=2.5| Um den sich weiter entwickelten internationalen Vorschriften zu entsprechen, musste das mittlerweile dreißig Jahre alte Olympiastadion auf den neuesten Stand gebracht werden. So wurden zum Beispiel die originalen Sitzschalen durch solche mit Lehnen ersetzt. Die ursprüngliche Durchmischung verschiedener Grüntöne, die von Ferne eine Wiese imitieren sollen, wurde beibehalten. Die Plexiglasscheiben, die zuvor die Zuschauerblöcke voneinander trennten, wurden entfernt.
Teilnehmer Es nahmen 1305 Athleten aus 47 Ländern teil, hinzu kamen 816 Offizielle.
Doping Bei diesen Europameisterschaften kam es zu zwei dopingbedingten Disqualifikationen, verursacht durch einen Sportler:Europameister Dwain Chambers für zwei Jahre gesperrt. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung 24. Februar 2004, faz.net, abgerufen am 25. Januar 2023 Dwain Chambers (Großbritannien) – 100 Meter, zunächst Erster. 2003 in Saarbrücken kam es zu einer positiven Dopingprobe auf Tetrahydrogestrinon. Sein Europameistertitel wurde ihm aberkannt, außerdem wurde er für zwei Jahre gesperrt. Ebenso wurde die zunächst siegreiche britische 4-mal-100-Meter-Staffel wegen des positiven Dopingbefunds bei Chambers, der Mitglied dieses Teams war, disqualifiziert.
Sportliche Leistungen Es gab folgende Rekorde und Bestleistungen: eine Weltbestzeit: 50 km Gehen, Männer – 3:36:39 h – Robert Korzeniowski (Polen) einen Europarekord: 10.000 Meter, Frauen – 30:01,09 min – Paula Radcliffe (Großbritannien) eine Weltjahresbestleistung: Siebenkampf, Frauen – 6542 Punkte – Carolina Klüft (Schweden) darüber hinaus 31 Meisterschaftsrekorde in 8 Disziplinen weitere elf neue Landesrekorde in fünf Disziplinen
Die Nationenwertung nach Punkten – Berücksichtigung der besten Acht pro Wettbewerb – gewann Russland mit 225 Punkten. Auf Platz zwei folgte Deutschland mit 186 Punkten. Dritter wurde Spanien – 153 Punkte.
Im Medaillenspiegel mit der üblichen Reihenfolge, bei der zunächst die Zahl der gewonnenen Goldmedaillen gewertet wird, lag Russland mit sieben EM-Titeln ebenfalls vorne. Dahinter allerdings folgte zunächst Spanien mit sechs Titeln, dann platzierten sich Großbritannien – fünf Goldmedaillen, Frankreich und Griechenland, die je vier Sieger stellten.
Bei den einzelnen Sportlern sind besonders folgende Erfolge zu nennen. Eine Athletin errang je zwei Goldmedaillen bei diesen Meisterschaften: Muriel Hurtis (Frankreich) – 200 Meter, 4-mal 100 Meter Folgende Europameister von 2002 hatten bereits vorher EM-Titel gewonnen: Colin Jackson (Großbritannien) – 110 Meter Hürden, vierter Sieg in Folge seit 1990 Steve Backley (Großbritannien) – Speerwurf, vierter Sieg in Folge seit 1990 Robert Korzeniowski (Polen) – 50 km Gehen, Wiederholung seines Erfolgs von 1998 Ionela Târlea (Rumänien) – 400 Meter Hürden, Wiederholung ihres Erfolgs von 1998
Legende Kurze Übersicht zur Bedeutung der Symbolik – so üblicherweise auch in sonstigen Veröffentlichungen verwendet: WBL Weltbestleistung ER Europarekord CR Championshiprekord NR nationaler Rekord NU23R nationaler U23-Rekord WL Weltjahresbestleistung (World Lead) w Rückenwindunterstützung über dem erlaubten Limit von 2,0 m/s DNF Wettkampf nicht beendet (did not finish) DNS nicht am Start (did not start) DSQ disqualifiziert DOP wegen Dopingvergehens disqualifiziert
Resultate Männer 100 m mini|hochkant=1.1|Francis Obikwelu – Europameister mit portugiesischem Landesrekord
Platz Athlet Land Zeit (s) 1 Francis Obikwelu 10,06 NR 2 Darren Campbell 10,15 3 Roland Németh 10,27 4 Markus Pöyhönen 10,31 5 Aimé-Issa Nthépé 10,32 6 Aristotelis Gavelas 10,36 Georgios Theodoridis DOP Dwain Chambers 9,96 Finale: 7. August
Wind: −0,3 m/s
Dem ursprünglichen Sieger Dwain Chambers wurde die Goldmedaille nach einer positiven Dopingprobe im Jahr 2003 laut eines Beschlusses der IAAF im Jahr 2006 aberkannt. Der Athlet wurde außerdem für zwei Jahre gesperrt Die nachfolgend platzierten Athleten rückten einen Rang vor, dem Portugiesen Francis Obikwelu wurde vier Jahre nach den Wettbewerben nachträglich die Goldmedaille zugesprochen, der Ungar Roland Németh erhielt mit Bronze eine Medaille.
200 m
Platz Athlet Land Zeit (s) 1 Konstantinos Kenteris 19,85 CR/ 2 Francis Obikwelu 20,21 3 Marlon Devonish 20,24 4 Christian Malcolm 20,30 5 Marcin Jędrusiński 20,31 6 Marco Torrieri 20,68 7 Troy Douglas 20,73 Marcin Urbaś Finale: 9. August
Wind: −0,5 m/s
400 m mini|hochkant|Ingo Schultz wurde nach seinem zweiten Platz bei den Weltmeisterschaften im Vorjahr nun Europameister
Platz Athlet Land Zeit (s) 1 Ingo Schultz 45,14 2 David Canal 45,24 3 Daniel Caines 45,28 4 Marek Plawgo 45,40 5 Zsolt Szeglet 45,74 6 Cédric Van Branteghem 45,95 7 Karel Bláha 46,21 Timothy Benjamin Finale: 8. August
800 m mini|hochkant|Wilson Kipketer – nach drei WM-Siegen nun Europameister
Platz Athlet Land Zeit (min) 1 Wilson Kipketer 1:47,25 2 André Bucher 1:47,43 3 Nils Schumann 1:47,60 4 Paweł Czapiewski 1:47,92 5 Arnoud Okken 1:48,39 6 Bram Som 1:48,56 7 René Herms 1:48,86 8 Nicolas Aïssat 1:49,16 Finale: 11. August
1500 m mini|hochkant|Erster EM-Titel für Mehdi Baala
Platz Athlet Land Zeit (min) 1 Mehdi Baala 3:45,25 2 Reyes Estévez 3:45,25 3 Rui Silva 3:45,43 4 Fouad Chouki 3:45,46 5 Juan Carlos Higuero 3:45,81 6 Michael East 3:46,30 7 Christian Obrist 3:46,57 8 Marko Koers 3:46,68 Finale: 8. August
5000 m
mini|hochkant=0.5|Europameister Alberto García Platz Athlet Land Zeit (min) 1 Alberto García 13:38,18 2 Ismaïl Sghyr 13:39,81 3 Serhij Lebid 13:40,00 4 Roberto García 13:40,85 5 Kamiel Maase 13:41,42 6 Mark Carroll 13:42,87 7 Balázs Csillag 13:49,03 8 Salvatore Vincenti 13:50,53 Datum: 11. August
10.000 m mini|hochkant=0.7|EM-Titel mit starker Zeit für José Manuel Martínez
Platz Athlet Land Zeit (min) 1 José Manuel Martínez 27:47,65 2 Dieter Baumann 27:47,87 3 José Ríos 27:48,29 4 Stefano Baldini 27:50,98 5 Karl Keska 28:01,72 6 El Hassan Lahssini 28:05,13 7 Marco Mazza 28:05,94 8 Dmitri Maximow 28:19,20 Datum: 7. August
Marathon mini|hochkant=0.8|Europameister Janne Holmén
Platz Athlet Land Zeit (h) 1 Janne Holmén 2:12:14 2 Pavel Loskutov 2:13:18 3 Julio Rey 2:13:21 4 Daniele Caimmi 2:13:30 5 Alberto Juzdado 2:13:35 6 Alejandro Gómez 2:13:40 7 Kamal Ziani 2:13:51 8 Karl Rasmussen 2:14:00 Datum: 11. August
Marathon-Cup
PlatzLandAthletenZeit (h) 1 Julio ReyAlberto JuzdadoAlejandro Gómez 6:40:36 2 Daniele CaimmiMigidio BourifaAlberico Di Cecco 6:44:20 3 Asaf BimroWodage ZvadyaAyele Setegne 7:08:59 4 José SantosManuel PitaAntónio Sousa 7:11:45 Datum: 11. August
Im Marathon gab es zusätzlich auch eine Teamwertung, für die die Zeiten der drei besten Läufer je Nation addiert wurden. Die Wertung zählte allerdings nicht zum offiziellen Medaillenspiegel.
Es kamen nur vier Mannschaften in die Wertung.
110 m Hürden mini|Colin Jackson wurde zum vierten Mal in Folge Europameister
Platz Athlet Land Zeit (s) 1 Colin Jackson 13,11 2 Staņislavs Olijars 13,22 3 Artur Kohutek 13,32 4 Florian Schwarthoff 13,37 5 Mike Fenner 13,39 6 Denis Favaro 13,59 7 Robert Kronberg 13,63 8 Schiwko Widenow 13,67 Finale: 10. August
Wind: +0,4 m/s
400 m Hürden mini|hochkant=0.7|Titelgewinn mit schneller Zeit für Stéphane Diagana
Platz Athlet Land Zeit (s) 1 Stéphane Diagana 47,58 2 Jiří Mužík 48,43 3 Paweł Januszewski 48,46 4 Fabrizio Mori 49,05 5 Periklís Iakovákis 49,07 6 Štěpán Tesařík 49,41 7 Ruslan Maschtschenko 50,02 Christopher Rawlinson Finale: 9. August
3000 m Hindernis
Platz Athlet Land Zeit (min) 1 Antonio David Jiménez 8:24,34 2 Simon Vroemen 8:24,45 3 Luis Miguel Martín 8:24,72 4 Bouabdellah Tahri 8:26,86 5 Eliseo Martín 8:28,63 6 Wadim Slobodenjuk 8:30,16 7 Martin Pröll 8:33,24 8 Rafał Wójcik 8:35,41 Finale: 10. August
4 × 100 m Staffel
Platz Land Athleten Zeit (s) 1 Kostjantyn WasjukowKostjantyn RurakAnatolij DowhalOleksandr Kajdasch 38,53 2 Ryszard PilarczykŁukasz ChyłaMarcin NowakMarcin Urbaś (Finale)im Vorlauf außerdem:Piotr Balcerzak 38,71 3 Ronny OstwaldMarc BlumeAlexander KosenkowChristian Schacht 38,88 4 David PatrosAimé-Issa NthépéJerome EyanaRonald Pognon 38,97 5 Cecilio MaestraAngel David RodriguezOrkatz BeitiaCarlos Berlanga 39,07 6 Alexander SmirnowSergej BlinowAlexander RjabowSergej Bytschkow 39,12 Francesco ScuderiAlessandro CavallaroMaurizio CheccucciMarco Torrieri DOP Christian MalcolmDarren CampbellMarlon DevonishDwain Chambers Finale: 11. August
Nach der Aberkennung der Goldmedaille der britischen Staffel – Beschluss der IAAF (heute World Athletics) im Jahr 2006 – infolge einer positiven Dopingprobe des britischen Schlussläufers Dwain Chambers im Jahr 2003 rückten die nachfolgenden Staffeln um jeweils einen Rang vor. So wurden vier Jahre nach den Wettbewerben der ukrainischen Staffel die Gold-, der Staffel Polens die Silber- und der deutschen Staffel die Bronzemedaille zugesprochen.
4 × 400 m Staffel mini|hochkant=2|
Platz Land Athleten Zeit (min) 1 Jared DeaconMatthew EliasJamie BaulchDaniel Caines (Finale)im Vorlauf außerdem:Sean Baldock 3:01,25 2 Oleg MischukowAndrei SemjonowRuslan Maschtschenko (Finale)Juri Borsakowskiim Vorlauf außerdem:Jewgeni Lebedew 3:02,34 3 Leslie DjhoneAhmed DouhouNaman KeïtaIbrahima Wade 3:02,76 4 Štěpán Tesařík (Finale)Radek ZachovalJiří Mužík (Finale)Karel Bláhaim Vorlauf außerdem:Jiří VojtíkJan Mazanec 3:03,82 5 Robert DalyPaul McKeeAntoine BurkeDavid McCarthy 3:04,13 6 Stylianos DimotsiosAnastasios GousisGeorgios IkonomidisPeriklis Iakovakis 3:04,26 7 Ingo SchultzJens DautzenbergLars FiguraBastian Swillims 3:08,56 Marcin MarciniszynMarek Plawgo (Finale)Piotr RysiukiewiczRobert Maćkowiakim Vorlauf außerdem:Artur Gąsiewski Finale: 11. August
20 km Gehen mini|hochkant=0.8|Erster EM-Titel für Francisco Javier Fernández