mini|Peggy O'Neil, 1920 Peggy O’Neil (* nach eigenen Angaben 16. Juni 1898 in Gneeveguilla, County Kerry, Irland; † 7. Januar 1960 in London) war eine irisch-amerikanische Schauspielerin des Vaudeville.

Kindheit Ihre Familie wanderte um die Jahrhundertwende von Irland nach Kanada aus, siedelte aber kurz darauf nach Rochester im US-amerikanischen Bundesstaat New York um. Ob Peggy, welche damals noch ihren Geburtsnamen Margeret hatte, wirklich bereits in Irland geboren wurde, wie sie stets für sich reklamierte („I am Irish - impulse rather than reason guided me“) oder doch erst in Buffalo nahe Rochester, ist unklar. Peggy O’Neil wurde in einer Klosterschule der Loretoschwestern unterrichtet und wechselte später auf eine örtliche High School. Im Alter von neun Jahren starb der Vater Frederick bei einem Zugunglück und drei Jahre später folgte ihre Mutter Mary Buckley O’Neill. Peggy kam in die Obhut von ortsansässigen Verwandten. Ein Onkel namens Charlie Zimmermann, ein Musikleiter, förderte ihr künstlerisches Talent und brachte sie in Theaterchören unter. Auch vermittelte er sie als Chorsängerin in dem Stück „The Sweetest Girl in Paris“, welches 1910 im Chicagoer „La Salle Theater“ aufgeführt wurde.Theaterplakat „The Sweetest Girl of Paris“ 1910

Karriere In mehreren Stücken auf amerikanischen Bühnen bewies sie bereits erfolgreich ihr schauspielerisches Talent, als 1919 ein Wendepunkt ihrer Karriere eintrat. Für ein Londoner Theaterstück wurde eine „besonders irische Darstellerin mit roten Haaren“ gesucht. Der Theatermacher Robert Courtneidge, welcher hierfür extra in die USA reiste, traf auf Peggy O’Neil.Zeitungsartikel im Irish Independent vom 18. August 1919 Daraufhin fuhr sie nach London um die Rolle der Paddy im Stück „Paddy the Next Best Thing“ von Gertrude Page (1872 – 1922) einzustudieren. Dabei verliebte sie sich in die Stadt und fasste den Entschluss dort den Rest ihres Lebens zu verbringen. Hierfür löste sie auch, nach zunächst langem Briefverkehr, ihre Verlobung mit dem US-amerikanischen Millionär Joe Moran, welche sie vor ihrer Abreise nach Europa einging. In den folgenden Jahren war sie ein gerne gesehener Gast auf englischsprachigen Bühnen.

Im Oktober 1920 wurde bekannt, dass auf sie ein Mordanschlag verübt wurde. Ein Präsent aus Schokolade enthielt die Gifte Arsen und Strychnin. Sie überlebte den Anschlag, jedoch starb ihr Hund, den sie davon naschen ließ. Ein Täter konnte nie ermittelt werden.„Poisoned Chocolade Drops for Peggy O’Neil“ aus Washington Post vom 5. Dezember 1920

Im Herbst 1928 machte sie auf der im Londoner Olympia-Ausstellungsgelände stattfindenden National Radio Exhibition Bekanntschaft mit einer neuen Technik, dem mechanischen Fernseher des Erfinders John Logie Baird. Sie wurde gleich am Messestand gebeten, sich neben anderen Sängern mit einigen irischen Liedern aufnehmen zu lassen. Dies verhalf dem neuen Medium zu zusätzlicher Popularität.R.F. Tiltman, „The entertainment value of television today“, November 1928. Beleg: Sie war auch die erste Person, welche je im Fernsehen interviewt wurde. Das Gespräch fand im April 1930 anlässlich der Ideal Home Exhibition in Southampton statt. Auf der Leinwand war sie in kleinen Nebenrollen seit 1913 schon präsent und erschien bis ins Jahr 1938 in 23 Filmen, darunter Kurzfilme. So in Auf Messers Schneide (1946), Let’s Dance (1950) und in Johanna von Orleans (1948) doubelte sie einmal die gerüstete Ingrid Bergman.

Sie versuchte sich auch als Malerin und präsentierte 1938 drei Ölgemälde der Öffentlichkeit (Wertheim Gallery, Burlington Gardens).

Die 1930er-Jahre belasteten O’Neil jedoch finanziell und gesundheitlich. 1935 musste sie ihren Bankrott erklären. Als Ursache nannte sie Unerfahrenheit und Leichtsinn.

Letzte Jahre und Tod

Ab Mitte der 1940er-Jahre plagten sie zunehmend arthritische Schmerzen, die bald dazu führten, dass sie kaum noch ihr Haus verlassen konnte und auf einen Rollstuhl angewiesen war. Sie starb verarmt am 7. Januar 1960 im Middlesex Hospital an Herzversagen. Sie wurde auf dem Friedhof von St Pancras zur letzten Ruhe gebettet. Eine Wohltätigkeitsverein für Schauspieler („Actors Benevolent Fund“) zahlte die Beerdigung. Es existiert jedoch kein Grabstein. welcher auf das Grab hinweist. Die Schauspielerin ist heute nahezu in Vergessenheit geraten.

Miss Peggy O’Neil blieb zeitlebens unverheiratet und hatte auch keine Kinder.

Peggy O’Neil, das Lied Im Jahr 1921 verfassten Harry Pease, Ed. G. Nelson und Gilbert Dodge den populären Walzer Peggy O’Neil („Peggy O'Neill is a girl who could steal any heart, anywhere ...“) und veröffentlichten ihn bei Leo Feist.Cover des NotenblattsDon Tyler: Hit Songs, 1900-1955: American Popular Music of the Pre-Rock Era. Jefferson, North Carolina & London, McFarland, 2007, S. 120 Das Lied wurde sehr beliebt, mehrmals gecovert und bis heute gespielt.

Theater USA 1910: The Sweetest Girl in Paris (La Salle Theater, Chicago), als kindliche Chorsängerin 1914: Peg O’ My Heart (Sie wurde in einem Casting von 400 jungen Bewerberinnen ausgewählt)That's Peggy O’Neil, Fanblog von 2013 1916: The Flame (Lyric Theatre, Broadway) 1918: Patsy on the Wing (in Chicago) 1919: Tumble 1927: Ziegfeld Follies (in New Amsterdam Theatre)

Europa 1920: Paddy The Next Best Thing (im Savoy Theatre, London), Hauptrolle 1922: Kippers and Kings (im Theatre Royal (Dublin)) 1924: The Little Minister (von J. M. Barrie) 1924: What Every Woman Knows (dito) 1925: Mercenary Mary (von William B. Friedlander) (im Hippodrome, London) 1928: The Flying Squad (von Edgar Wallace; im Lyceum Theatre (London)) The Sea Urchin (im Gaiety Theatre (Dublin)) 1929: Paddy The Next Best Thing, Revival (im Garrick Theatre (London)) 1930: The Bachelor Father (dito) 1930: When Dreams come True (im Olympia Theatre, London) 1030: When Dreams come True (im Theatre Royal (Birmingham)), Laufzeit eine Woche (Plakat, Seite 149) 1930: When Dreams come True (im Dubliner Gaiety Theatre) 1931: Sisters, a Drama of Laughter, Tears and Romance 1934: No Surrender (im Theatre Royal, Brighton) Ende 1930er: Meet my Wife 1943: They Gave Him a Gun (im Theatre Royal, Brighton), Kriegsdrama 1943: Tainted Gods (City Varieties Music Hall, Leeds)

Film

Kleine Nebenrollen in: 1945: The Unexpected Husband (Komödie) 1946: Auf Messers Schneide 1948: Johanna von Orleans (als Double für Ingrid Bergman) 1950: Let's Dance

Literatur Janet Murphy: The Girl from Gneeveguilla. Lulu.com 2017, ISBN 978-1-326-95360-7, Memoiren.

Weblinks

Plakat zu „The Sweetest Girl From Paris“, 1910 Filmisches Porträt von 1925 (stumm)

Einzelnachweise

Kategorie:Theaterschauspieler Kategorie:Irischer Emigrant in den Vereinigten Staaten Kategorie:Ire Kategorie:US-Amerikaner Kategorie:Geboren 1898 Kategorie:Gestorben 1960 Kategorie:Frau