mini|Trauerschnäpper (Ficedula hypoleuca), Weibchen mini|Verbreitung des Trauerschnäppers: Der Trauerschnäpper (Ficedula hypoleuca) ist ein Singvogel aus der Familie der Fliegenschnäpper (Muscicapidae).

Beschreibung Das Federkleid von männlichem und weiblichem Trauerschnäpper unterscheidet sich deutlich (Sexualdimorphismus). Die Oberseite des Männchens ist pechschwarz, aber auch in einigen Bereichen dunkelbraun. Die Oberseite des Weibchens ist hellbraun. Trauerschnäpper-Weibchen sehen denen des Halsbandschnäppers zum Verwechseln ähnlich. Die Unterseite ist bei beiden Geschlechtern weiß. Außerdem hat der recht runde Vogel einen kurzen, breiten Schnabel und weiße Flügelflecken. Das Männchen hat einen weißen Stirnfleck, der beim Weibchen fehlt. Der Trauerschnäpper wird maximal 13 Zentimeter lang, kann bis 15 Gramm wiegen und erreicht ein Alter von bis zu 9 Jahren.

Lebensraum In Nord- und Mitteleuropa ist der Langstreckenzieher von April bis September in Laub- und Mischwäldern, Parks und Gärten weit verbreitet. Er ist am häufigsten dort anzutreffen, wo es genügend Baumhöhlen und Nistkästen zum Brüten gibt; auf letztere ist er gebietsweise ganz angewiesen.

Der Trauerschnäpper ist ein Nachtzieher. Das Winterquartier im tropischen Afrika erreichen mitteleuropäische Brutvögel über eine südwestliche Route via Portugal und Spanien. Beim Heimzug fliegen die Vögel in breiter Front über das Mittelmeer zurück. Damit ist der Trauerschnäpper ein klassisches Beispiel für den Schleifenzug.

Aufgrund des Klimawandels setzt die Rückkehr nach Europa bei dem Trauerschnäpper im Frühling tendenziell immer früher ein; dadurch kommt es zu Konflikten mit ganzjährig dort lebenden Vögeln wie der Kohlmeise, was die Trauerschnäpper wegen der Nahrungsmittel- und Nistplatzkonkurrenz zunehmend in Bedrängnis bringt.

Ernährung Der Trauerschnäpper sitzt auf unterschiedlichen Ästen und Pfosten, auch Warte oder Ansitz genannt. Er beobachtet sehr genau seine Umgebung und erbeutet im präzisen Flug Insekten. Im Herbst ernährt er sich auch von Früchten und Beeren.

Es handelt sich hier wie bei allen Fliegenschnäppern um sogenannte Wartejäger beziehungsweise Ansitzjäger, die vorbeifliegende Insekten aus der Luft schnappen. Der Trauerschnäpper erbeutet aber auch, Raupen, Spinnen, Asseln, Tausendfüßler und kleinste Schnecken. Er liest zudem im Rüttelflug Insekten von Wänden und Rinden. Die Beute wird gegen eine Unterlage geschlagen, bis Beine und Fühler abbrechen. Die übriggebliebenen Hartteile werden mitgefressen und später als Gewölle ausgespien.

Fortpflanzung mini|Trauerschnäpperweibchen im Nest, ein Ei ist zu sehen mini|Eier des Trauerschnäppers Als Höhlenbrüter baut der Trauerschnäpper sein Nest in Baumhöhlen und Nistkästen aus Gras, Halmen, Zweigen, Wurzeln und Rinde und polstert es mit Federn oder Haaren aus. In der Brutzeit von Mai bis Juli legt das Weibchen 5 bis 8 hellblaue Eier, die von ihr ausgebrütet werden. Nach 12 bis 13 Tagen schlüpfen die Jungen aus und werden dann von beiden Eltern gefüttert. Nach weiteren 14 bis 16 Tagen sind die Jungen flügge und machen sich mit der Umgebung vertraut.

In der Regel sind die Trauerschnäpper saisonal monogam, aber es kommt auch Polygynie mit zwei bis drei weiblichen Vögeln vor.

Finnische Forscher berichteten 2012, dass die Gelege von Trauerschnäppern umso mehr Eier enthalten und zugleich mehr Masse aufweisen, je größer die Gelege anderer Vogelarten sind, die in ihrer Nachbarschaft brüten.Jukka T. Forsman u. a.: Observed heterospecific clutch size can affect offspring investment decisions. In: Biology Letters. 8, Nr. 3, 2012, doi:10.1098/rsbl.2011.0970.

Siehe auch Handicap-Prinzip: Über den Zusammenhang von Schalenfarbe und Immunabwehr der Nestlinge

Bestand und Gefährdung Der Brutbestand in Deutschland wird für die Zeit von 2005 bis 2009 auf 70.000 bis 135.000 Brutpaare geschätzt. In der Roten Liste der Brutvögel Deutschlands von 2015 wird die Art in der Kategorie 3 als gefährdet geführt.

Literatur Urs N. Glutz von Blotzheim (Hrsg.): Handbuch der Vögel Mitteleuropas. Bearbeitet u. a. von Urs N. Glutz von Blotzheim und Kurt M. Bauer. Band 13/1, Passeriformes (4. Teil), Muscicapidae–Paridae. Aula, Wiesbaden 1993. ISBN 3-89104-022-9, S. 165–263. Stein A. Sæther u. a.: Sex Chromosome-Linked Species Recognition and Evolution of Reproductive Isolation in Flycatchers. In: Science. 318, Nr. 5847, 2007, doi:10.1126/science.1141506.

Weblinks

Trauerschnäpper bei der Schweizerischen Vogelwarte Sempach Javier Blasco-Zumeta, Gerd-Michael Heinze: Geschlechts- und Altersbestimmung (PDF-Datei, englisch) Federn des Trauerschnäppers

Einzelnachweise

Kategorie:Fliegenschnäpper