Die Liste der Straßen in Walsumermark beschreibt das Straßensystem im Oberhausener Stadtteil Walsumermark mit den entsprechenden historischen Bezügen.Sofern nicht anders angegeben, werden als Quelle benutzt: Karl Lange: Zwischen Sterkrader Venn und Wehofener Bruch. 2007, ISBN 978-3-00-023280-0 sowie Alfred und Ulrich Lindemann: 500 Kilometer Oberhausener Straßengeschichte. 1997.
Überblick Walsumermark ist der nördlichste Stadtteil von Oberhausen. Er liegt im Stadtbezirk Sterkrade und bildet gemeinsam Holten, Barmingholten und Schmachtendorf den Postleitzahlenbezirk 46147. Zum Stadtteil werden statistisch auch die kleinen Ortschaften Brink und Neuköln mit der Siedlung Im Fort gezählt, die keine eigenen Stadtteile sind. Walsumermark alleine wies Ende 2012 8.320 Einwohner auf 3,46 km² Fläche auf, hinzu kommen Brink mit 850 Einwohnern auf 1,83 km² und Neuköln mit 150 Einwohnern auf 2,48 km².
Der Stadtteil wird – zusammen mit Brink und Neuköln und im Norden beginnend – im Uhrzeigersinn folgendermaßen begrenzt: Rotbach zu Bottrop-Kirchhellen, Pfalzgrafenstraße, Buchenweg, Adlerstraße und Sterkrader Wald zu Königshardt, Bundesautobahn 3 zu Schmachtendorf und eine Linie nordöstlich der Hünenbergstraße, der Bach Veilenfurth und eine weitere Linie nördlich der Borbruchstraße zu Dinslaken.
In Walsumermark gibt es 74 benannte Verkehrsflächen, darunter keinen Platz. Davon befinden sich sechs Straßen nur teilweise im Stadtteil: Der Buchenweg, Zum Ravenhorst und Zum Steinacker werden in Schmachtendorf fortgeführt sowie die Franzosenstraße in Dinslaken. Der Höhenweg wird in Königshardt fortgesetzt, während die Pfalzgrafenstraße als Grenze zwischen Königshardt und Walsumermark dient.
Einige Straßen in der Walsumermark sind nach Baumgattungen benannt. Hierzu zählen der Buchenweg, der Ebereschenweg, die Eibenstraße, die Kiefernstraße, die Lärchenstraße und der Rüsterweg.
An der Grenze Walsumermarks verläuft die Bundesautobahn 3, deren Ausfahrt 9 Dinslaken-Süd sich am nordwestlichen Stadtteilrand, in Brink, befindet. Zudem durchqueren die Landesstraßen 21 (auf der Hünenbergstraße und dem Höhenweg) und 397 (auf Neukölner und Franzosenstraße) den Stadtteil. Kein Straßenzug gehört zum Oberhausener Kreisstraßensystem.
Übersicht der Straßen und Plätze Die nachfolgende Tabelle gibt eine Übersicht über die vorhandenen Straßen, Wege und Plätze im Stadtteil sowie einige dazugehörige Informationen.
Name: aktuelle Bezeichnung der Straße oder des Platzes. Im amtlichen Straßenverzeichnis nicht aufgeführte Verkehrswege sind mit * gekennzeichnet. Länge/Maße in Metern: Die in der Übersicht enthaltenen Längenangaben sind gerundete Übersichtswerte, die in Google Earth mit dem dortigen Maßstab ermittelt wurden. Sie dienen Vergleichszwecken und werden, sofern amtliche Werte bekannt sind, ausgetauscht und gesondert gekennzeichnet. Bei Plätzen sind die Maße in der Form a × b angegeben. Der Zusatz im Stadtteil gibt an, dass die Länge die des Straßenabschnitts innerhalb Walsumermarks ist, sofern die Straße in benachbarte Stadtteile weitergeführt wird. Der Zusatz ohne Stichstraßen gibt bei verzweigten Straßen die Länge der „Hauptstraße“ an. Der Zusatz (alle Straßenabschnitte zusammen) gibt an, dass die Straße so verwinkelt ist, dass keine „Hauptstraße“ besteht. Stattdessen wird die Länge aller Straßenabschnitte zusammengezählt. Herleitung: Ursprung oder Bezug des Namens Anmerkungen: zusätzliche Informationen Bild: Foto der Straße oder eines anliegenden Objekts
Name Länge/Maße (in Metern) Herleitung Datum der Benennung Bemerkungen Bild Am Barmscheidsgrund 290 Barmscheidsgrund, Gemarkung des alten Barmscheidshofs Der Barmscheidshof ist schon in der Gründungsurkunde der Prämonstratenser-Abtei Hamborn von 1139 als „in Bantzscheid unum mansum“ erwähnt und wurde vermutlich Ende des 11. Jahrhunderts als Rodungshof der Abtei auf einer Anhöhe des Ravenhorsts gegründet. Seit dem 16. Jahrhundert gehörte er der katholischen Pfarrei von Dinslaken, damit diese die Vikarie St. Antonius besser finanzieren konnte. Erst mit der Aufhebung der Abtei Hamborn durch Napoleon im Mai 1806 ging der Barmscheidshof in Privatbesitz über. 1913 wurde der Hof an die Gutehoffnungshütte verkauft, das baufällige Gebäude wurde schließlich 1974 durch die Thyssen AG abgerissen.
Die Straße Am Barmscheidsgrund liegt zwischen Gabelstraße und Zum Ravenhorst in einer Mulde. Am Dunkelschlag 450 Dunkelschlag, Waldgebiet Der Teil des Sterkrader Walds zwischen Hiesfelder und Weseler Straße hieß früher Dunkelschlag, da es hier früher einen dichten, dunklen Nadelholzbestand gab. Später übertrug sich der Name auf das gesamte Waldgebiet. Die Straße Am Dunkelschlag führt von der Neukölner Straße als Verlängerung der Gabelstraße bis zum Buchenweg. Am Flachskamp 210 Feld mit Flachs Noch bis ins zwanzigste Jahrhundert wurde auf den Flächen der Rheinhauptterrasse Flachs angebaut. Die Straße Am Flachskamp liegt bogenförmig an der Straße Am Heisterkamp. Am Flasdieck 350 „Flachs-Teich“ Bei der Leinenzubereitung wurde in Wasserlöchern („Flachsteichen“) der Flachs zum Verrotten liegen gelassen. Ein solches Flachsloch lag früher an der Straße, weshalb sie diesen Namen trägt. Sie führt im Osten Walsumermarks von der Meisenstraße zur Pfalzgrafenstraße. Am Heisterkamp 200 Heisterkamp, Ort, an dem Jungpflanzen großgezogen werden Ein Heisterkamp ist ein Feld, in dem junge Bäume – vornehmlich Buchen und Eichen – zum Ausgleich für gefällte Bäume angepflanzt wird. Ein solches befand sich in der Nähe der Straße, die eine Stichstraße zur Flachsstraße bildet. Am Ringofen 260 Ringofen zur Ziegelproduktion Zwischen 1880 und 1920 befanden sich hier mehrere Ziegeleien, die aus dem Ton, der in der Mittel- und Hauptterrasse des Rheins abgelagert ist, Ziegel und Dachpfannen herstellten. Der Ringofen der Ziegelei Kahlen wurde erst 1955 abgerissen. Die Straße Am Ringofen führt bogenförmig mit einigen Stichstraßen von der Tüsselstraße zur Walsumermarkstraße. Am Sandhügel 660 alle Straßenabschnitte zusammen Sandhügel Durch Erosionswinde wurde hier ein langgestreckter Sandhügel gebildet. 1954 bis 1956 errichtete eine Gemeinnützige Siedlungsgenossenschaft 61 landwirtschaftliche Nebenerwerbsstellen für Vertriebene und Flüchtlinge an den Straßen Am Sandhügel und Köstersfeld. Die Straße Am Sandhügel führt bogenförmig von der Lickumstraße weg und wieder zu ihr zurück. Sie liegt nahe bei Brink. Am Tannenbusch 190 alter Fichtenbestand Ein kleiner Fichtenwald, der hier früher bestand, war in der weiten Walsumer Heide auffällig, weshalb das Gebiet „Tannenbusch“ genannt wurde. Die Straße Am Tannenbusch verbindet die Kiefernstraße mit Auf der Haardt. Am Uhlensterz 170 ohne Stichstraßen: 100 „Uhlensterz“, Name des südlichen Teils des Hiesfelder Waldes Der Name Uhlensterz deutet auf das Ende eines Waldes, in dem viele Eulen leben, hin. Die Straße Am Uhlensterz ist eine kleine Stichstraße zur Walsumermarkstraße. Am Veenteich 150 „Teich am moorigen Gebiet“ „Veen“ meint ein mooriges Gebiet. Südlich der Straße befindet sich heute noch ein Biotop um einen kleinen Teich herum, der aber nicht der alte „Veenteich“ sein kann. Er ist nämlich eine ehemalige Lehmgrube der Ziegelei Möllenbruck. Die Straße Am Veenteich ist eine Stichstraße zum Kramtsweg. Am Vogelherd 280 Vogelherd In der gesamten Walsumermark lebten früher viele Wacholderdrosseln (Krammetsvögel), deren Fang eine wichtige Einnahmequelle für Königshardter Familien war. Mit Vogelherden lockte man die Drosseln an und fing sie mit Netzen. Der letzte Königshardter Krammetsvogeljäger, Alfred Luft, besaß noch bis 1920 einen Vogelherd zwischen dem Uhlensterz und dem Immenhöfken.