Die 13. Handball-Europameisterschaft der Männer wurde vom 12. bis 28. Januar 2018 in Kroatien ausgetragen. Nach 2000 war es die zweite Handball-EM, die in diesem Land ausgetragen wurde. Veranstalter war die Europäische Handballföderation (EHF). Europameister wurde Spanien mit einem 29:23-Finalsieg über Schweden.

Ausrichter Der 12. Kongress der Europäischen Handballföderation vergab die Veranstaltung während seiner Sitzung am 20. September 2014 in Dublin an den Kroatischen Handballverband.

Austragungsorte Als Austragungsorte wurden folgende Standorte definiert. Das Finale fand in der Arena Zagreb statt.

AnsichtInformationen Stadt Kapazität 150pxArena Zagreb Die Halle ist Kroatiens größte Multifunktionshalle. Sie liegt in Zentralkroatien. Hier fand das Endspiel der Weltmeisterschaft 2009 statt. Zagreb 15.200 150pxSpaladium Arena Diese neu errichtete Multifunktionshalle wird hauptsächlich vom Basketballverein KK Split genutzt. Sie deckt den Süden Kroatiens ab. Split 12.500 150pxGradska dvorana Varaždin Die Stadt Varaždin liegt im Norden Kroatiens. Die als Neubau im Dezember 2008 eröffnete Halle dient als Spielort des Handball-Erstligisten RK Varteks Varaždin. Varaždin 5.200Športska dvorana Žatika Poreč liegt direkt an der Küste in der Region Istrien im Nordwesten Kroatiens. Der RK Poreč ist in der ersten kroatischen Handball-Liga vertreten. Die Žatika-Halle ist ein Neubau und wurde im November 2008 eröffnet. Poreč 3.710

Qualifikation

Modus Gemäß Artikel 9 der EHF EURO Regulations wurde der Europameister 2018 wie folgt ermittelt:

Die Vorrunde wurde in vier Gruppen mit jeweils vier Mannschaften gespielt. Jede Mannschaft einer Gruppe spielte einmal gegen jedes andere Team der gleichen Gruppe. Die Gruppenvierten schieden aus dem Turnier aus; alle anderen qualifizierten sich für die Hauptrunde.

In der Hauptrunde wurden die jeweils besten drei Mannschaften von je zwei Gruppen zu Sechsergruppen zusammengefasst, wobei die Ergebnisse gegen die beiden anderen ebenfalls qualifizierten Vorrundengegner übernommen wurden.

Die Mannschaften aus den Vorrundengruppen A und B bildeten die Hauptrundengruppe 1, die aus C und D die Gruppe 2. Innerhalb einer Hauptrundengruppe spielte jede Mannschaft gegen die drei qualifizierten Mannschaften aus der anderen Vorrundengruppe.

Bei Punktgleichheit innerhalb einer Vor- oder Hauptrundengruppe galt vor Abschluss der jeweiligen Runde die folgende Reihenfolge bei der Ermittlung der Platzierung: bessere Tordifferenz aus allen Gruppenspielen, größere Anzahl an Toren, die in allen Gruppenspielen erzielt wurden, alphabetische Reihenfolge.

Bei Punktgleichheit innerhalb einer Vor- oder Hauptrundengruppe entschied nach Abschluss der jeweiligen Runde der direkte Vergleich. War auch hier nur ein Gleichstand feststellbar, galt folgende Reihenfolge bei der Ermittlung der Platzierung: bessere Tordifferenz zwischen den betreffenden Mannschaften, größere Anzahl an Toren zwischen den betreffenden Mannschaften, die in den Gruppenspielen erzielt wurden, bessere Tordifferenz aus allen Gruppenspielen (also Vor- und Hauptrunde), die durch Subtraktion errechnet wird, größere Anzahl an Toren, die in allen Gruppenspielen erzielt wurden, Auslosung durch die EHF in Beisein eines Mannschaftsverantwortlichen der betreffenden Mannschaften.

Die Ränge 13 bis 16 belegten die Gruppenvierten der Vorrunde, die Ränge 7 bis 12 die Viert-, Fünft- und Sechstplatzierten der Hauptrunde.

Die Drittplatzierten der beiden Hauptrundengruppen bestritten das Spiel um Platz 5.

Die Gruppensieger und -zweiten der Hauptrunde spielten im Halbfinale über Kreuz um die Finalteilnahme. Die Verlierer der Halbfinals bestritten das Spiel um Platz 3, während die Sieger im Finale den Europameister 2018 ermittelten.

Teilnehmer Gastgeber Kroatien war für die Endrunde im Januar 2018 direkt qualifiziert. Die restlichen 15 Startplätze wurden ab Oktober 2014 in zwei Qualifikationsrunden ermittelt. Folgende 16 Mannschaften nahmen an der Handball-Europameisterschaft 2018 teil:

Verband Qualifiziert als Datum der Qualifikation Bisherige Teilnahmen an Europameisterschaften Titel 01Gastgeber 20. September 2014 12 (1994, 1996, 1998, 2000, 2002, 2004, 2006, 2008, 2010, 2012, 2014, 2016) 01Sieger Gruppe 3 006. Mai 2017 12 (1994, 1996, 1998, 2000, 2002, 2004, 2006, 2008, 2010, 2012, 2014, 2016) 01Sieger Gruppe 5 006. Mai 2017 11 (1994, 1996, 1998, 2000, 2002, 2004, 2006, 2008, 2010, 2012, 2016) 2004, 2016 01Sieger Gruppe 6 006. Mai 2017 11 (1994, 1996, 1998, 2000, 2002, 2004, 2008, 2010, 2012, 2014, 2016) 1994, 1998, 2000, 2002 01Sieger Gruppe 1 0014. Juni 2017 11 (1994, 1996, 2000, 2002, 2004, 2006, 2008, 2010, 2012, 2014, 2016) 2008, 2012 01Sieger Gruppe 7 0014. Juni 2017 12 (1994, 1996, 1998, 2000, 2002, 2004, 2006, 2008, 2010, 2012, 2014, 2016) 2006, 2010, 2014 01Zweiter Gruppe 1 0015. Juni 2017 10 (1994, 1996, 1998, 2004, 2006, 2008, 2010, 2012, 2014, 2016) 01Sieger Gruppe 2 0015. Juni 2017 4 (1994, 2008, 2014, 2016) 01Zweiter Gruppe 2 0015. Juni 2017 4 (2010, 2012, 2014, 2016) 01Zweiter Gruppe 3 0017. Juni 2017 2 (2010, 2014) 01Zweiter Gruppe 5 0017. Juni 2017 10 (1994, 1996, 2000, 2002, 2004, 2006, 2008, 2010, 2012, 2016) 01Zweiter Gruppe 6 0017. Juni 2017 3 (2008, 2014, 2016) 01Zweiter Gruppe 7 0017. Juni 2017 7 (2000, 2006, 2008, 2010, 2012, 2014, 2016) 01Sieger Gruppe 4 0018. Juni 2017 4 (1998, 2012, 2014, 2016) 01Zweiter Gruppe 4 0018. Juni 2017 4 (1996, 2010, 2012, 2014) 01Bester Dritter (Gruppe 4) 0018. Juni 2017 9 (2000, 2002, 2004, 2006, 2008, 2010, 2012, 2014, 2016)

Gruppenauslosung

Die Auslosung der Vorrundengruppen fand am 23. Juni 2017 in Zagreb statt. Die sechzehn qualifizierten Mannschaften wurden vor der Auslosung entsprechend ihrem Abschneiden in der Qualifikation auf vier Töpfe verteilt. Zudem ordnete der Gastgeberverband den vier Gruppen und ihren Gastgeberstätten je eine Mannschaft zu, wobei entsprechend dem Reglement das zu erwartende Zuschauerinteresse berücksichtigt wurde.

Gruppen-platz 1 Gruppen-platz 2 Gruppen-platz 3 Gruppen-platz 4

Die vier für je eine Gruppe gesetzten Mannschaften: Kroatien für Gruppe A in Split Norwegen für Gruppe B in Poreč Slowenien für Gruppe C in Zagreb Ungarn für Gruppe D in Varaždin

Die zwölf für keine Gruppe gesetzten Mannschaften wurden dann den Gruppenplätzen zugelost, was die folgenden Gruppen ergab:

Gruppe ASplit Gruppe BPoreč Gruppe CZagreb Gruppe DVaraždin (gesetzt) (gesetzt) (gesetzt) (gesetzt)

Kader der teilnehmenden Mannschaften

Vorrunde Qualifikationsplatz für die HauptrundePlatz der ausscheidenden Nation

Gruppe A

Gruppe B

Gruppe C

Slowenien legte gegen die Wertung des Gruppenspiels gegen Deutschland Protest ein. Nach Ablauf der regulären Spielzeit hatten die litauischen Schiedsrichter wegen eines slowenischen Regelverstoßes in den Schlusssekunden den Videobeweis zu Rate gezogen und Deutschland noch einen Siebenmeter zugesprochen, der zum 25:25-Ausgleich führte. Die Disziplinarkommission der Europäischen Handballföderation (EHF) wies den Protest ab. Dagegen legte Slowenien Einspruch ein und drohte nach Aussagen aus Verbandskreisen, die Europameisterschaft vorzeitig zu verlassen. Die EHF-Kommission beurteilte das Vorgehen der Schiedsrichter als regelkonform – der erneute Einspruch Sloweniens wurde endgültig abgewiesen.

Gruppe D

Hauptrunde Farbe Bedeutung Tabellenplatz qualifiziert für das Halbfinale Tabellenplatz qualifiziert für das Spiel um Platz 5 Mannschaft ist ausgeschieden

Gruppe I aus der Vorrunde übernommen: Kroatien – Serbien 32:22 Frankreich – Norwegen 32:31 Schweden – Serbien 30:25 Norwegen – Belarus 33:28 Frankreich – Belarus 32:25 Schweden – Kroatien 35:31

Gruppe II aus der Vorrunde übernommen: Spanien – Tschechien 32:15 Mazedonien – Slowenien 25:24 Deutschland – Slowenien 25:25 Dänemark – Tschechien 27:28 Mazedonien – Deutschland 25:25 Spanien – Dänemark 22:25

Finalspiele

Spiel um Platz 5

Halbfinale

Spiel um Platz 3

Finale

Abschlussplatzierungen Für die Handball-Europameisterschaft 2018 ergaben sich laut den maßgebenden Artikeln der EHF EURO Regulations folgende Abschlussplatzierungen: Rang Team Sp. Tore Diff. Punkte 20px|Gold 20px|Silber 20px|Bronze 4. 5. 6. 7. 5 152:144 +8 6 8. 5 134:133 +1 4 9. 5 124:126 −2 4 10. 5 123:151 −28 2 11. 5 114:136 −22 3 12. 5 136:160 −24 0 13. 3 74:82 −8 2 14. 3 77:92 −15 0 15. 3 80:99 −19 0 16. 3 66:89 −23 0 Dabei lagen folgende Kriterien zugrunde: Die Platzierung der Plätze 1 bis 6 ergab sich aus dem Resultat des Finales, des Spiels um Platz 3 bzw. des Spiels um Platz 5. Die Plätze 7 bis 12 wurden entsprechend der Platzierung in der Hauptrunde vergeben: Die Plätze 7 und 8 belegten die Viertplatzierten, die Plätze 9 und 10 die Fünftplatzierten sowie die Plätze 11 und 12 die Sechstplatzierten der beiden Hauptrundengruppen. Maßgebend war dabei die Anzahl der erreichten Punkte in den Hauptrundenspielen. Bei Punktgleichheit ergab sich die Abschlussplatzierung nach folgenden Kriterien (vgl. Artikel 9.33.): bessere Tordifferenz aller Hauptrundenspiele, größere Anzahl erzielter Tore in allen Hauptrundenspielen, bestplatziertes Team der EM, gegen das in der Vorrunde gespielt wurde. Die Plätze 13 bis 16 ergaben sich nach der Anzahl der erreichten Punkte in der Vorrunde. Bei Punktgleichheit ergab sich Abschlussplatzierung nach folgenden Kriterien (vgl. Artikel 9.15.): bessere Tordifferenz aller Vorrundenspiele, größere Anzahl erzielter Tore in allen Vorrundenspielen, bestplatziertes Team der EM, gegen das gespielt wurde.

Europameister Spanien ist außerdem zur Teilnahme an der Weltmeisterschaft 2019 berechtigt.

All-Star-Team Vor dem Endspiel wurden die nachfolgenden Spieler für ihre Leistungen ausgezeichnet und in das All-Star-Team gewählt.

Position Name Land Tor Vincent Gérard Linksaußen Manuel Štrlek Rückraum links Mikkel Hansen Rückraum Mitte Sander Sagosen Rückraum rechts Alex Dujshebaev Rechtsaußen Ferrán Solé Kreis Jesper Nielsen Bester Abwehrspieler Jakov Gojun Wertvollster Spieler (MVP) Jim Gottfridsson

Schiedsrichter mini|hochkant=0.7|Lars Geipel (links) und Marcus Helbig (Deutsch­land) mini|hochkant=0.7|Václav Horáček (links) und Jiří Novotný (Tsche­chien) mini|hochkant=0.7|Sjarhej Repkin (rechts) und Andrej Husko (Weiß­russ­land)

Von der EHF wurden für die Europameisterschaft zwölf Schiedsrichterpaare nominiert.

Land Name Einsätze Vorrunde(Gruppe/Spiel) Hauptrunde(Gruppe/Spiel) Finalspiele Dänemark Martin Gjeding A / SRB – SWE B / NOR – AUT I / SRB – FRA Mads Hansen Deutschland Lars Geipel A / CRO – SRB B / AUT – FRA I / CRO – FRA Halbfinale:DEN – SWE Marcus Helbig Frankreich Stévann Pichon C / GER – MNE D / CZE – HUN II / SLO – DEN II / GER – ESP Laurent Reveret Kroatien Matija Gubica D / DEN – HUN C / MNE – SLO II / GER – CZE II / GER – DEN Finale:ESP – SWE Boris Milošević Litauen Vaidas Mažeika C / SLO – GER B / FRA – BLR II / MKD – DEN Mindaugas Gatelis Mazedonien Gjorgji Načevski A / SWE – ISL B / NOR – BLR I / SWE – NOR Halbfinale:FRA – ESP Slave Nikolov Portugal Duarte Santos D / ESP – CZE C / MNE – MKD I / SRB – NOR II / SLO – CZE Ricardo Fonseca Rumänien Sorin-Laurenţiu Dinu C / MKD – SLO D / HUN – ESP I / CRO – NOR II / SLO – ESP Spiel um Platz 3:FRA – DEN Constantin Din Russland Jewgeni Sotin A / ISL – CRO D / ESP – DEN I / CRO – BLR II / MKD – CZE Nikolai Wolodkow Spanien Óscar Raluy López B / FRA – NOR A / SRB – ISL I / SWE – FRA I / SRB – BLR Spiel um Platz 5:CRO – CZE Ángel Sabroso Ramírez Tschechien Václav Horáček B / BLR – AUT A / CRO – SWE I / SWE – BLR Jiří Novotný Belarus Andrej Husko D / CZE – DEN C / GER – MKD II / MKD – ESP Sjarhej Repkin

Fernsehübertragung