Electric Byrd ist ein 1970 bei Blue Note Records erschienenes Studioalbum des Jazz-Trompeters Donald Byrd im Stil des Fusion. Als Produzent trat Duke Pearson auf. Das Album wurde in den Rudy-Van-Gelder-Studios am 15. Mai 1970 eingespielt.

Hintergrund Electric Byrd fällt in eine Schaffensphase Donald Byrds, die von der Fokusverschiebung von „klassischem“ Jazz zu Fusion-Einflüssen und Jazzfunk gekennzeichnet ist.Steve Huey: Review. Allmusic (englisch), abgerufen am 15. Januar 2016 Wie der Titel verrät, beginnt hier die musikalische Auseinandersetzung Byrds mit elektronischen Klängen. Von besonderer Bedeutung für das Klangbild ist das E-Piano-Spiel Duke Pearsons, der auch auf die Arrangements großen Einfluss hatte.Nat Hentoffs Kritik auf der LP-Hülle

Das Album erzeugt eine teilweise sphärische Stimmung, wird zugleich jedoch durch brasilianisch angehauchte komplexe Rhythmen und perkussive Akzente bestimmt. Der Drive wird jedoch beispielsweise durch das Spiel mit Dissonanzen in Estavanico gebrochen, daneben verleihen ungewohnte tonale Verbindungen und Einflüsse aus der Weltmusik dem Album einen experimentellen Charakter.

Titelliste A1. Estavanico (11:00, D. Byrd) A2. Essence (10:30, D. Byrd) B1. Xibaba (13:35, A. Morreira) B2. The Dude (8:00, D. Byrd)

Drei der vier Stücke stammen aus der Hand Donald Byrds, der brasilianische Percussionist Airto Morreira steuerte Xibaba bei. Die ersten drei Stücke sind geprägt von eher ruhiger Stimmungsmalerei, während der abschließende Track The Dude eine vergleichsweise klassische Jazzfunk-Nummer ist.

Besetzung Byrd wartet mit einer 11-köpfigen Besetzung auf, der größten seiner Fusion-Alben.Steve Huey: Review. Allmusic (englisch), abgerufen am 15. Januar 2016 Folgende Instrumentalisten sind gemäß LP-Hülle auf der Platte zu hören: Donald Byrd (tp), Jerry Dodgion (as/ss/fl) Frank Foster (ts/acl) Lew Tabackin (ts/fl) Pepper Adams (bars/cl) Bill Campbell (tb) Hermeto Pascoal (fl, nur Xibaba) Duke Pearson (ep) Ron Carter (b) Mickey Roker (dr) Airto Morreira (perc) Wally Richardson (git).

Rezeption Nat Hentoff hebt in einer auf der LP-Hülle abgedruckten Kritik Einzelleistungen der mitwirkenden Instrumentalisten, die zentrale Rolle Duke Pearsons und besonders die Trompetenkünste Donals Byrds hervor. Weiter urteilt er, das Album sei von einer gewissen Zeitlosigkeit:

Außerdem äußert sich über das Wesen der Musikstücke auf Electric Byrd:

Eine ähnlich positive Meinung hat auch Allmusic-Kritiker Steve Huey, der durch Miles Davis’ Bitches Brew im selben Jahr eingeführte Neuerungen als musikalischen Haupteinfluss des Albums sieht. Er bewertet das Album mit 4,5 von 5 möglichen Sternen.

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Einzelnachweise

Kategorie:Album 1970 Kategorie:Album (Jazz) Kategorie:Album (Fusion)