Cyclosorus ist eine Pflanzengattung in der Familie der Sumpffarngewächse (Thelypteridaceae). Der Umfang dieser Gattung wird kontrovers diskutiert. Die nur noch zwei bis vier Arten der Cyclosorus s. str. gedeihen in subtropischen bis tropischen Gebieten.
Beschreibung Cyclosorus-Arten sind mittelgroße ausdauernde krautige Pflanzen. Sie wachsen terrestrisch, selten auch epiphytisch. Sie bilden ein aufrechtes, niederliegendes oder kriechendes Rhizom, welches mit schmalen Schuppen, manchmal auch mit nadelförmigen Haaren bedeckt ist.
An den Enden der Rhizome stehen getrennt voneinander oder nah beieinander stehend die Wedel, welche einheitlich gestaltet sind. Die einfach gefiederten Wedel sind meist länglich-lanzettlich, können zur Basis hin schmal zulaufen und enthalten Paare an krautigen bis ledrigen Fiederblättchen. Die meist länglich-lanzettlichen Fiederblättchen sind an der Oberseite mit Ausnahme der Mittelader meist glatt, selten mit nadelförmigen Haaren und an der Unterseite ebenfalls mit nadelförmigen Haaren sowie bräunlich orangen bis gelben Drüsen bedeckt. Sie haben mehr oder weniger ganzrandige bis tief gelappte Ränder, wobei die Blattränder im oberen Wedelbereich meist mehr gelappt sind. Die Fiederblättchen können an der Unterseite der Blattbasis manchmal angeschwollene Aerophoren aufweisen. Die unteren Fiederblättchen können auch kleiner als die oberen Fiederblättchen sein. Die Blattadern sind einfach oder selten gabelig verzweigt, zumindest ein Adernpaar ist verschiedenartig verbunden (anastomosierend).
Die runden, selten länglich geformten Sori stehen etwas innerhalb (intramarginal) des Blattes. Sie werden von einem kreis- bis nierenförmigen, membranartigen Indusium bedeckt, welches eine glatte, mit nadelförmigen Haaren oder Drüsen besetzte Oberfläche hat. Die Sporangien haben einen dreireihigen Stiel und weisen eine runde Drüse oder seltener ein kurzes Borstenhaar auf. Die meist blassbraunen Sporen sind monolet, länglich-nierenförmig geformt und weisen Flügel auf oder sind stachelig behaart.
Die Chromosomengrundzahl beträgt x = 36.
Systematik mini|Cyclosorus interruptus mini|Cyclosorus interruptus, Unterseite des Wedels
Taxonomie Die Gattung Cyclosorus wurde im Jahr 1833 durch Heinrich Friedrich Link in Hortus Regius Botanicus Berolinensis, Band 2, Seite 128 aufgestellt. Die Typusart ist Cyclosorus gongylodes
Arten der Gattung Cyclosorus s. str. mit ihrer Verbreitung Synonyme für Cyclosorus s. str. sind nur noch Dryopteris subgen. Cyclosorus , Thelypteris subgen. Cyclosoriopsis , Cyclosorus subgen. Cyclosoriopsis , Thelypteris subgen. Cyclosorus , Nephrodium .
Die nur noch zwei bis vier Arten der Cyclosorus s. str. gedeihen in subtropischen bis tropischen Gebieten. Es wurden noch nicht alle erforderlichen Neukombinationen veröffentlicht und deshalb sind hier noch einige weitere Arten aufgelistet: Cyclosorus angustipinnatus (Syn.: Thelypteris angustipinnata ): Sie kommt in Vietnam vor. Cyclosorus attenuatus (Syn.: Cyclosorus mollissimus , Thelypteris moriana ): Sie gedeiht an feuchten Standorten in Wäldern und an Waldrändern in Höhenlagen von 300 bis 1100 Metern nur im südöstlichen Yunnan. Cyclosorus cuneatus (nom. illeg. non , Syn.: Cyclosorus clavatus , Thelypteris clavata , Cyclosorus pseudoattenuatus ): Sie wurde 1999 erstbeschrieben, aber der Name war schon vergeben ist also nicht gültig. Sie kommt und in Vietnam in den chinesischen Provinzen Chongqing, Guangxi sowie Guizhou vor. Cyclosorus exindusiatus (Syn.: Thelypteris exindusiata ): Die Neukombination erfolgte 1999. Sie kommt in Hawaii vor. Cyclosorus interruptus (Syn.: Aspidium continuum , Aspidium gongylodes , Aspidium lucens , Aspidium obtusatum , Aspidium paludosum , Aspidium plantianum , Aspidium pohlianum , Aspidium propinquum , Aspidium resiniferum , Aspidium serra , Aspidium serratum , Aspidium unitum nom. superfl. non , Aspidium unitum non Polypodium unitum , Aspidium unitum var. glabrum , Aspidium unitum var. hirsutum , Aspidium venulosum , Cyclosorus gongylodes , Cyclosorus gongylodes var. glaber , Cyclosorus gongylodes var. hirsutus , Cyclosorus interruptus nom. superfl., Dryopteris gongylodes , Dryopteris gongylodes subsp. propinqua , Dryopteris gongylodes var. glabra , Dryopteris gongylodes var. hirsuta , Dryopteris gongylodes var. hirsuta , Dryopteris gongylodes var. longipinnulata , Dryopteris gongylodes var. propinqua , Dryopteris interrupta , Dryopteris obtusata , Dryopteris propinqua , Dryopteris unita , Filix goggilodes , Goniopteris cheilocarpa , Goniopteris pennigera , Hypopeltis marginifera , Hypopeltis propinquoides , Nephrodium consanguineum , Nephrodium contiguum , Nephrodium continuum , Nephrodium ecklonianum , Nephrodium ecklonii , Nephrodium gongylodes , Nephrodium gongylodes var. ecklonii , Nephrodium gongylodus comb. superfl., Nephrodium inaequilaterum , Nephrodium lucens , Nephrodium microcarpum , Nephrodium obtusatum comb. superfl., Nephrodium obtusatum , Nephrodium paludosum , Nephrodium plantianum , Nephrodium pohlianum , Nephrodium propinquum , Nephrodium pteroides , Nephrodium resiniferum , Nephrodium serratum , Nephrodium unitum var. propinquum , Nephrodium venulosum , Phymatodes secunda , Polypodium pennigerum , Polypodium secundum , Polystichum goggilodus , Polystichum propinquum , Polystichum serratum , Pteris crenata , Pteris interrupta, Tectaria marginalis , Thelypteris goggilodus , Thelypteris gongylodes nom. superfl., Thelypteris interrupta , Thelypteris totta var. glabra , Thelypteris totta var. hirsuta ): Sie ist in Äthiopien, im Sudan, in Liberia, auf Bioko, in Burundi, Tansania, Madagaskar, auf Diego Garcia, in Sambia, Simbabwe, Malawi, Mosambik, Angola, auf Mayotte, in Uganda, Kenia, auf Sansibar, auf Pemba, im Senegal, in Gambia, Guinea, in der Elfenbeinküste, in Niger, im Tschad, in der Zentralafrikanischen Republik, in der Demokratischen Republik Kongo, in Brazzaville, Ruanda, auf Mauritius, auf Réunion, in den chinesischen Provinzen Fujian, Guangdong, Guangxi, Hainan, Jiangxi sowie südliches Yunnan, in Macau, Taiwan, Japan, auf den Ryūkyū-Inseln, in Südkorea, auf den Philippinen, auf Palawan, in Vietnam, in Kambodscha, Laos, Nepal, Thailand, in Myanmar, auf der Malaiischen Halbinsel, in Singapur, Sri Lanka, Bangladesch, in den indischen Bundesstaaten Andhra Pradesh, Arunachal Pradesh, Goa, Karnataka, Kerala, Madhya Pradesh, Manipur, Maharashtra, Meghalaya, Nagaland, Odisha, Tamil Nadu, Tripura, Westbengalen sowie Assam, auf den Malediven, Andamanen, auf Sumatra, Java, in Borneo, Sulawesi, auf den Kleinen Sundainseln (Bali, Lombok, Alor, Sumbawa, Flores, Timor), auf den Molukken, in Neuguinea, auf den Salomonen (Rennell, Tulagi), auf dem Bismarck-Archipel, in den australischen Bundesstaaten Western Australia, Northern Territory, östliches Queensland, nordöstliches New South Wales sowie Victoria, auf der Osterinsel, auf den hawaiianischen Inseln Kauaʻi, Oʻahu, Molokaʻi, Lānaʻi, Maui sowie auf der Hauptinsel Hawaii, auf der Nordinsel Neuseeland, in Samoa (Savaiʻi, Upolu, Tutuila, Aunuʻu, Taʻū), auf Rotuma, auf den südlichen Cookinseln, auf Guam, in Palau (Angaur, Namonuito), in den Vereinigten Staaten von Mikronesien (Chuuk, Piis, Lukunor, Satawan, Pohnpei, Kosrae), auf den Marshallinseln (Arno, Jaluit), in Fiji (nur Viti Levu), in Neukaledonien, auf den Gesellschaftsinseln (Tahiti, Hitiaa); auf Tongatapu, Rimatara, Rurutu, in den US-Bundesstaaten Florida sowie südöstliches Louisiana, in den mexikanischen Bundesstaaten Campeche, Chiapas, Hidalgo, Jalisco, Nayarit, Quintana Roo, Tabasco sowie Veracruz, in Guatemala, Honduras, El Salvador, Costa Rica, Nicaragua, Panama, in Kolumbien (Departamentos Antioquia, Bolívar, Cundinamarca, Valle), in Venezuela (Bundesstaaten Anzoategui, Apure, Aragua, Barinas, Bolívar, Carabobo, Cojedes, Falcón, Guárico, Lara, Mérida, Miranda, Monagas, Portuguesa, Sucre, Tachira, Trujillo, Zulia sowie Distrito Federal), in Peru, in den brasilianischen Bundesstaaten Amapa, Amazonas, Maranhão, Ceará, Paraíba, Pernambuco, Bahia, Alagoas, Mato Grosso, Goiás, Distrito Federal do Brasil, Mato Grosso do Sul, Minas Gerais, Espirito Santo, São Paulo, Rio de Janeiro, Paraná, Rio Grande do Sul sowie Santa Catarina, in Argentinien (Buenos Aires, Chaco, Corrientes, Entre Ríos, Jujuy, Misiones, Santa Fe), in der nordchilenischen Region III (Región de Atacama), in Paraguay (Departamentos Alto Paraná, Central, Cordillera, Guaira, Itapúa, Misiones, Ñeembucú, Paraguari, Presidente Hayes, San Pedro), in Uruguay (Departamento Río Negro), auf Grand Cayman, in Kuba, auf Hispaniola, in Jamaika, Puerto Rico, auf St. Kitts, Montserrat, Guadeloupe, Marie-Galante, Martinique, in Guyana, Suriname, Französisch-Guayana, in Bolivien (Departamentos Beni, Chuquisaca, Cochabamba, Pando, Santa Cruz), in Ecuador und auf den Galapagosinseln weitverbreitet. In Algerien und Marokko ist sie ein Neophyt. Cyclosorus jinghongensis (Syn.: Cyclosorus aureoglandulosus nom. nud., Cyclosorus baiseensis , Cyclosorus oppositus , Cyclosorus pumilus , Thelypteris jinghongensis ): Sie kommt in Thailand, Vietnam und in den chinesischen Provinzen Guangxi, Hainan sowie südliches Yunnan vor. Cyclosorus lenormandii (Syn.: Aspidium aneitense , Dryopteris lenormandii , Nephrodium aneitense , Thelypteris aneitensis , Thelypteris lenormandii ): Dieser Endemit kommt nur in Vanuatu vor. Cyclosorus molundensis (Syn.: Dryopteris molundensis , Cyclosorus striatus var. molundensis ): Sie kommt im tropischen Afrika in Kamerun, in der Zentralafrikanischen Republik, in der Demokratischen Republik Kongo und in Burundi vor. Cyclosorus nanxiensis (Syn.: Thelypteris nanxiensis ): Dieser Endemit gedeiht an feuchten Standorten in Wäldern in Höhenlagen von 100 bis 700 Metern nur in Hekou im südöstlichen Yunnan. Cyclosorus parvifolius (Syn.: Thelypteris parvifolia ): Sie kommt nur in Fujian vor. Cyclosorus pygmaeus (Syn.: Cyclosorus chengii , Thelypteris pygmaea ): Sie gedeiht zwischen Felsen entlang von Fließgewässern und an feuchten Waldrändern in Höhenlagen von 100 bis 800 Metern in den chinesischen Provinzen Jiangxi sowie Zhejiang. Cyclosorus shimenensis (Syn.: Cyclosorus wangmoensis , Thelypteris shimenensis ): Sie gedeiht an feuchten Standorten in Wälderändern an halboffenen Wäldrändern in Höhenlagen von 300 bis 1000 Metern in den chinesischen Provinzen Chongqing, Guizhou sowie Hunan. Cyclosorus striatus (Syn.: Aspidium grunowii , Aspidium striatum , Cyclosorus grunowii , Cyclosorus interruptus var. striatus , Dryopteris grunowii , Dryopteris hemitelioides , Dryopteris pallidivenia , Dryopteris striata , Nephrodium grunowii , Nephrodium pallidivenium , Polypodium pallidivenium , Thelypteris grunowii , Thelypteris striata ): Sie ist im tropischen Afrika verbreitet. Cyclosorus subacutus (Syn.: Cyclosorus sahsiensis nom. nud., Thelypteris subacuta ): Sie gedeiht an feuchten Standorten in Wälderändern an halboffenen Wäldrändern in Höhenlagen von 0 bis 100 Metern in den chinesischen Provinzen Fujian, Guangdong, Jiangxi sowie südliches Zhejiang, aber nicht in Taiwan. Cyclosorus thailandicus (Syn.: Thelypteris thailandica ): Sie wurde 2008 erstbeschrieben und kommt im südwestlichen Thailand nur in Kaeng Krachan NP vor. Cyclosorus wulingshanensis (Syn.: Cyclosorus leipoensis , Thelypteris wulingshanensis ): Sie gedeiht an feuchten Standorten in Wäldern und an Waldrändern in Höhenlagen von 300 bis 2100 Metern im südöstlichen Tibet und in den chinesischen Provinzen Chongqing, Guangxi, westliches Hunan, südliches Sichuan sowie Yunnan.
Botanische Geschichte Der Umfang dieser Gattung wird kontrovers diskutiert.