mini|hochkant=1.2|Breslau, St. Heinrich (2011) mini|Innenraum Die Römisch-katholische Pfarrkirche mit dem Patrozinium des hl. Heinrich (), seit 1945 an der ulica Gliniana, ist ein 1893 geweihtes Kirchengebäude im Erzbistum Breslau in Breslau. Das neogotische Backsteingebäude entstand nach Entwurf des Breslauer Diözesanarchitekten Joseph Ebers. Diese Kirche war einer der ersten bedeutenden katholischen Kirchbauten im Deutschen Reich nach dem Ende des Kulturkampfs. Im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt, wurde sie nach Kriegsende 1945 in den Jahren 1948–1960 in zwei Phasen wieder aufgebaut.
Das Kirchengebäude steht seit 1977 unter Denkmalschutz (Nummer A / 1302/355).
Geschichte Durch die Eingemeindung zahlreicher umliegender Dörfer in die Stadt Breslau ab Mitte des 19. Jahrhunderts und die Zunahme der Einwohnerzahlen, wurde eine neue Kirchengemeinde gegründet. Der Bau des Kirchengebäudes geht auf die Initiative des Fürstbischofs Heinrich Förster († 1881) zurück, der dafür seinen gesamten Nachlass stiftete. Der Grundstein wurde am 1. April 1890 gelegt und 1893 weihte Kardinal Georg von Kopp den Bau mit dem Patrozinium des hl. Heinrich.
Am Ende des Zweiten Weltkriegs wurden vor allem die Wände des Hauptschiffs und die Kirchturmspitzen zerstört. In den Jahren von 1948 bis 1960 wurde das Gotteshaus wieder aufgebaut, wobei die Türme zunächst einfache Zeltdächer erhielten.
Erst Ende des 20. Jahrhunderts gelang eine Rekonstruktion in den ursprünglichen Formen. Auf den verkupferten Turmhauben thront auf deren Spitze jeweils ein gleich großes Kreuz. Das 2003 abgeschlossene Projekt stand unter Leitung des polnischen Architekten Maciej Małachowicz.Kurze Geschichte der Breslauer St.-Heinrichs-Kirche mit Fotos (polnisch)
Architektur Die neugotische, zweitürmige Basilika mit einem Querschiff entstand aus verklinkertem Backstein. Ein starkes Strebewerk fängt die Baulasten des hohen Gebäudes ab. Die Fassade mit ihren großen Rosetten ist im Französischen Stil gehalten. An den Seiten wird das Gebäude von zwei Türmen mit achteckigem Querschnitt flankiert, zwischen denen sich das Hauptportal befindet und darüber ein Schmuckgiebel. Über die Turmspitzen sind überdimensionale Königskronen gelegt.
Das Gotteshaus ist 50 m lang, 20 m breit, das Querschiff hat eine Breite von 30 m, die Gewölbe des Hauptschiffs sind maximal 20 m hoch. Der Dachfirst befindet sich 30 m über dem Straßenniveau, der Turm (ohne Spitzen) ist 40 Meter hoch.
Ausstattung (Auswahl) Im Inneren haben sich Originalteile aus dem 19. Jahrhundert erhalten, darunter die Kanzel und ein Fresko, das die Jungfrau Maria vor den Breslauer Kirchtürmen zeigt. Die Kirchenschiffe sind von einem Kreuzgratgewölbe überspannt, eines der Altarfenster zeigt den Kirchenpatron. Die hohen Fenster sind dreibahnig, an den Schmalseiten des Querschiffs zweibahnig mit Okuli.
Auf der Westempore befindet sich eine Orgel, hinter dem Instrument strömt das Tageslicht durch eine farbige Glasrosette. Zu den liturgischen Gegenständen gehört unter anderem ein vergoldeter Kelch.
Literatur Dehio-Handbuch der Kunstdenkmäler in Polen. Schlesien. Deutscher Kunstverlag, München u. a. 2005, ISBN 3-422-03109-X, S. 1113.
Weblinks
Historische und aktuelle Aufnahmen sowie geographische Lage Kirchenhomepage (polnisch)
Einzelnachweise
Heinrich Heinrich Kategorie:Heinrich-II.-Kirche Kategorie:Pfarrkirche des Erzbistums Breslau Kategorie:Neugotisches Kirchengebäude Kategorie:Neugotisches Bauwerk in Polen Kategorie:Backsteinkirche Kategorie:Backsteinbauwerk des Historismus Kategorie:Erbaut in den 1890er Jahren Kategorie:Basilika (Bautyp) Kategorie:Bauwerk des Historismus in Breslau