mini|hochkant|Stammwappen derer von Brockhusen mini|hochkant|Variante des Stammwappens Brockhusen, in einigen Zweigen des Geschlechts auch Brockhausen oder Bruchhausen genannt, ist ein noch heute existierendes deutsches Uradelsgeschlecht.Gothaisches Genealogisches Handbuch, Band 2, Adelige Häuser, Band 1, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, Selbstverlag, Marburg (Lahn) 2015, S. 179 ff.
Eine Stammesverwandtschaft mit den westfälisch-kurländischen Herren von Brockhausen oder den livländischen Herren von Brockhausen besteht nicht.
Herkunft und Geschichte Die ritterbürtige Familie, deren Ursprungsheimat in Nordrhein-Westfalen gesehen wird,Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser, 1. Jg., Justus Perthes, Gotha 1900, S. 140. wanderte Anfang des 13. Jahrhunderts über Mecklenburg nach Pommern ein. Mit Conradus de Brochusen, der zum Gefolge des Fürsten Nikolaus von Werle gehörte, wird erstmals ein Geschlechtsangehöriger unter dem Namen Brochusen erwähnt – als Zeuge der Stadt Stralsund am 14. Oktober 1271Mecklenburgisches Urkundenbuch, II. Band 1251-1280, Hrsg. Verein für Me(c)klenburgische Geschichte und Alterthumskunde, In Commission Stiller, Schwerin 1864, Nr. 1235. Conradus de Brochusen, in: Nicolaus, Fürst von Werle, bestätigt den Bauern zu Kätwin den gegenwärtigen Besitz ihrer Aecker.. 1278 erscheint Gerwinus de Brochusen als Grundeigentümer in StralsundWalter von Hueck: GHdA, Adelslexikon, Band 2, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, Limburg (Lahn) 1974, S. 118 mit den dort angeführten Stralsunder Urkunden.. Die Stammreihe beginnt mit Clawes Brochusen 1420.Stadtarchiv von Stettin, P. I. 113, Nr. 5, Blatt 55. Schon vorher hatten sich drei Linien des Geschlechts gebildet, die auf der Insel Wollin und im Bistum Cammin landsässig waren und deren genauer Zusammenhang nicht feststeht.
In Westfalen gab es mehrere ritterbürtige Geschlechter ähnlichen Namens, aber anderer Stämme und unterschiedlicher Wappen. Einige Zweige des hier behandelten Geschlechts hatte sich jedoch in Westfalen sesshaft gemacht, wo sie die Namensform von Bruchausen trugen.Max von Spießen: Wappenbuch des Westfälischen Adels, C. A. Starke, Görlitz 1901–1903, S. 22.
Besitz Um 1843 waren folgende Güter im Besitz der Familie:Julius Theodor Bagmihl, Pommersches Wappenbuch, Band 1, Stettin 1843, S. 88 f. mini|hochkant|Herrenhaus Groß Justin, erbaut um 1870 Im Kreis Cammin: Riebitz a, b mit Pertinenz Baldebus Groß Justin b, c, d Cummin d
Im Kreis Neustettin: Kussow b mit Pertinenz Lorkenheide
Im Kreis Dramburg: Mellen Mittelfelde Köntopf Welschenburg Karwitz
Wappen
Stammwappen: In Blau ein aufgerichteter roter Fuchs. Auf dem Helm mit blau-roter Decke drei natürliche Pfauenfedern. Bzw. in Blau ein steigender natürlicher Fuchs; auf dem Helm mit blau-goldenen Decken drei natürliche Pfauenfedern, belegt mit je einem goldenen Stern.Walter von Hueck: Genealogisches Handbuch des Adels, Adelslexikon, Band 2, Limburg (Lahn) 1974, S. 118. Siegel des 16. Jahrhunderts zeigen den Fuchs bereits laufend, aber noch nicht die später zugesetzten Sterne bzw. den Balken im Schild.
Die in Westfalen ansässigen Zweige führten eine Variante des vom Stammwappen abgeleiteten Wappens: In Blau (zuweilen in Rot) drei goldene Sterne balkenweise gestellt, unten auf grünem Rasen (bzw. Dreiberg) ein laufender silberner Fuchs (zuweilen als Wolf deutbar dargestellt). Auf dem Helm mit blau-silbernen Decken sechs naturfarbene Pfauenfedern in zwei Reihen.
Späteres Wappen:Familienverband von Brockhusen - von Brockhausen - von Bruchhausen seit 1884: Familienwappen bzw. Wappenabbildungen, Vgl. Familienverband 2023. In Blau ein schmaler goldener Balken, begleitet oben von drei nebeneinander stehenden goldenen Sternen, unten von einem rechtshin fliehenden natürlichen Fuchs; auf dem Helm mit blau-goldenen Decken drei Pfauenfedern, jede belegt mit einem goldenen SternGothaisches Genealogisches Handbuch, Band 2, Adelige Häuser, Band 1, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, Selbstverlag, Marburg (Lahn) 2015, S. 178. .
Das Nordfenster in der St. Marienkirche des westpommerschen Dramburg, wo das Geschlecht begütert war, zeigt links oben das Wappen der Stifterfamilie von Brockhusen.Wappenfenster in der St. Marienkirche zu Dramburg, in: W. D. v. Borcke: PDF.
Bekannte Namensträger Jacob von Brockhausen (1724–1779), Feldmarschalleutnant Karl Christian von Brockhausen (1767–1829), preußischer Diplomat Karl von Brockhusen (1770–1852), preußischer Generalmajor Wilhelm von Brockhausen (1773–1858), preußischer Generalmajor Adolf von Brockhausen (1801–1858), preußischer Diplomat Eugen von Brockhausen der Ältere (1811–1869), Politiker Georg Ludwig Konrad von Bruchhausen (1846–1899), Reichsgerichtsrat Heinrich von Brockhausen (1840–1903), Verwaltungsbeamter Eugen von Brockhausen der Jüngere (1857–1922), Politiker, MdR Albert von Bruchhausen (1859–1948), preußischer Politiker Hans-Joachim von Brockhusen (1869–1928), Politiker und Offizier Waldemar von Brockhusen (1877–1927), preuß. Landrat Theo von Brockhusen (1882–1919), Maler Friedrich von Bruchhausen (1886–1966), Pharmazeut und Hochschullehrer Gisela von Bruchhausen (1940–2025), Bildende Künstlerin
Literatur Leopold von Zedlitz-Neukirch, Neues Preussisches Adels-Lexicon, Band 5, Gebrüder Reichenbach, Leipzig 1839, S. 75. Leopold von Ledebur: Adelslexicon der Preußischen Monarchie, 1. Band, Ludwig Rauh, Berlin 1855, S. 107. Xaver von Brockhusen, Die von Brockhusen, von Brockhausen und von Bruchhausen, in: Adolf Matthias Hildebrandt: Vierteljahrsschrift für Heraldik, Sphragistik und Genealogie, Hrsg. Verein „Herold“ zu Berlin, X. Jahrgang, Berlin 1882, S. 359–396. und Tafel im Anhang [mit verschiedenen Wappendarstellungen von verschiedenen Geschlechtern von Brockhusen (und ähnliche Schreibweisen), darunter auch des hier behandelten Geschlechts] Marcelli Janecki (Red. zug.): Jahrbuch des Deutschen Adels, Hrsg. Deutschen Adelsgenossenschaft, Band 1, Vaterländische Verlaganstalt, W. T. Bruer, Berlin 1892, S. 326–351. Alexander Freiherr von Dachenhausen: Genealogisches Taschenbuch des Uradels, 1. Band, Friedr. Irrgang, Rudolstadt/Brünn 1891, S. 87 ff. Marcelli Janecki: Handbuch des Preußischen Adels, Band 2, E. S. Mittler und Sohn, Berlin 1893, S. 125 ff. Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. der in Deutschland eingeborene Adel (Uradel) 1900. Erster Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1900, S. 140 ff., ff. Ausgaben bis 1940, 39. Jahrgang. Zugleich Adelsmatrikel der Deutschen Adelsgenossenschaft. Hans Friedrich von Ehrenkrook, Friedrich Wilhelm Euler, Jürgen Thiedicke von Flotow, Walter von Hueck: GHdA, Adelige Häuser A (Uradel), Band V, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke, Limburg (Lahn) 1960. Walter von Hueck: GHdA, Adelslexikon, Band II, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke, Limburg (Lahn) 1974. Walter von Hueck: GHdA, Adelige Häuser A (Uradel), Band XV, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke, Limburg (Lahn) 1979. Christoph Franke, Moritz Graf Strachwitz von Groß Zauche und Camminetz: GHdA, Adelige Häuser A (Uradel), Band XXV, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke, Limburg (Lahn) 1998. Marion v. Brockhausen: Geschichte der Familien v. Brockhusen, v. Brockhausen, v. Bruchhausen, Band 1, 1396–2010, Band 2, 1396–2010, Ludwigshafen 2010. Gottfried Graf Finck von Finckenstein, Christoph Franke: Gothaisches Genealogisches Handbuch, Band 2 der Gesamtreihe GGH, Adelige Häuser, Band 1, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, Selbstverlag, Marburg (Lahn) 2015, S. 179 ff.
Weblinks Recherchen v. Brockhusen, in: Digitale Bibliothek Mecklenburg-Vorpommern / Vgl. Digitale Sammlung des Staatsarchivs Stettin
Einzelnachweise
Kategorie:Pommersches Adelsgeschlecht