Der AB4ü Bay 97 war ein Drehgestell-Durchgangswagen mit Seitengang, der im Verzeichnis von 1913 unter der Blatt-Nr. 75 aufgeführt wurde (im Verzeichnis von 1897 mit Nr. 60). Er war für die K.Bay.Sts.B. zum Einsatz im inländischen Schnellzugverkehr gebaut worden. Der Wagen hatte zwei Abteile der 1. Klasse und 4½ Abteile der 2. Klasse.
Konstruktive Merkmale Untergestell Der Grundrahmen des mit dem Wagenkasten verbundenen Untergestells war komplett aus Holz aufgebaut, welches teilweise – z. B. für die äußeren Längsträger – mit aufgeschraubten Winkeleisen verstärkt wurde. Für die Querträger wurden ebenfalls hölzerne Profile verwendet. Man versprach sich durch diese Bauweise für hochwertige Wagen einen ruhigeren LaufLutz Übel, 150 Jahre Schienenfahrzeuge aus Nürnberg, Lieferbedingnisse für 4-achsige Personenwagen. Die hölzernen Querträger zur Aufnahme der Drehschemelpfannen wurden ebenfalls mit Winkeleisen armiert. Zur Unterstützung der äußeren Längsträger wurde wegen des großen Radstandes auf beiden Seiten ein Sprengwerk mit nachstellbaren Zugstangen angebaut. Die Pufferbohlen waren komplett aus Walzprofilen aufgebaut. Als Zugeinrichtung hatten die Wagen Schraubenkupplungen mit Sicherheitshaken nach VDEV, die Zugstange war durchgehend und mittig gefedert. Als Stoßeinrichtung besaßen die Wagen Stangenpuffer mit einer Einbaulänge von 650 mm, die Pufferteller hatten einen Durchmesser von 370 mm.
Laufwerk Die Wagen hatten Drehgestelle bayerischer Bauart mit kurzem Radstand von 2.500 mm. Die Rahmen der Drehgestelle waren aus Blechen und Winkeln zusammengenietet. Gelagert waren die Achsen in Gleitlagern. Die Räder hatten Speichenradkörper und einen Raddurchmesser von 1014 mm.
Bremse: Handbremse im geschlossenen Übergang an einem Wagenende. Die Wagen waren sowohl mit Druckluftbremsen des Typs Westinghouse als auch mit Saugluftbremsen des Typs Hardy ausgestattet.
Wagenkasten Das Wagenkastengerippe bestand aus einem hölzernen Ständerwerk. Es war außen mit Blech und innen mit Holz verkleidet. Die Seitenwände waren glatt und bis zur Oberkante der äußeren Längsträger heruntergezogen. Die Wagen besaßen ein flach gewölbtes Dach mit Oberlichtaufbau.
Der Innenraum hatte insgesamt sechseinhalb Abteile mit gepolsterten Sitzen. Die Abteile waren mit Schiebetüren zum Seitengang hin abgeschlossen. Die Sitzplätze der 1. Klasse konnten in Schlaflager umgewandelt werden. An beiden Wagenenden befanden sich die mit einer Waschgelegenheit kombinierten Toiletten. Die Abteilbreite betrug bei der 1. Klasse 2.080 mm und bei der 2. Klasse 1.960 mm. Die Breite der Vorräume an den Einstiegen betrug nur je 850 mm.
Zur Beheizung verfügten die Wagen über eine Dampfheizung.
Die Belüftung erfolgte über Dachlüfter im Oberlichtaufbau bzw. über die versenkbaren Fenster.
Die Beleuchtung erfolgte durch Gaslampen. Ein großer Vorratsbehälter hing in Wagenlängsrichtung am Rahmen. Ab den 1930er Jahren erfolgte eine Umrüstung auf elektrische Beleuchtung.
Bemerkung 1930 wurde ein Wagen umgebaut. Dabei erfolgten Änderungen der Toiletteneinrichtungen und die Seitenwände der Abteilseiten wurden erneuert. Die bisherigen Doppelfenster je Abteil wurden durch große Einfachfenster ersetzt.
Skizzen, Musterblätter, Fotos
Wagennummern Herstelldaten Wagennummern je Epoche (mit Direktionsangabe) Gattungszeichen Zusatzinfos Blatt Nr. WV 1913 Bau- jahr Her- steller Anz. ab 1909 (1907) Abg. Reparat. DR (ab 1923) DRG (ab 1930) DRG (nach Umbau) Ausge- mustert Bremsen Signal- halter Bemerkung ABBü AB4ü Bay 97 AB4ü Bay 97 AB4ü Bay 97/30 (siehe Legende) 75 1897MAN5123021 033 Mü13 007 Nür05/1936 Pl;Wsbr;123121 034 Mü13 008 Auxx/194xAltschadwagen123221 035 Mü13 009 Wür1945?123321 001 Reg13 010 Reg13 010 Regxx/1930123421 036 Mü13 011 Müxx/193x
Einzelnachweise
Weblinks Digitalisat des Bayerischen Hauptstaatsarchivs, Blatt 75 aus dem Wagenstandsverzeichnis von 1913
Literatur
Kategorie:Reisezugwagen (Bayerische Staatseisenbahnen) Kategorie:Schienenfahrzeug (MAN)