Gabriel Hammerdörffer, auch Hammerdörfer, (* 28. Januar 1612 in Platten; † 30. Mai 1683 in Johanngeorgenstadt) war ein deutscher Zinnverleger und Kommunalpolitiker. Als böhmischer Exulant gehörte er zu den Gründern und Förderern von Johanngeorgenstadt und wurde mehrfach zum Bürgermeister dieser Exulanten- und Bergstadt im sächsischen Erzgebirge gewählt.

Leben Er war der Sohn von Simon Hammerdörffer, genannt Küttner, (1580–vor 1627) aus der böhmischen Bergstadt Platten und der Katharina geb. Preiß.

Aufgrund seines protestantischen Glaubens gehörte er zu denjenigen Bürgern Plattens, die – obwohl er Ratsverwandter in Platten war – 1653 per öffentlichen Anschlag aus der Stadt gebannt wurden. So sah er sich gezwungen, das Königreich Böhmen zu verlassen und sich am Fastenberg im Kurfürstentum Sachsen niederzulassen. Von dort aus richtete er gemeinsam mit anderen Exulanten im Winter 1654 ein Bittgesuch an den Kurfürsten Johann Georg I. von Sachsen, der die Gründung einer neuen Stadt gestattete. Er wurde noch im gleichen Jahr eines der ersten Ratsmitglieder und wurde 1656 gewählter Beisitzer des Rates der Stadt Johanngeorgenstadt und 1670 regierender Bürgermeister. In dieser Zeit stiftete er u. a. die Kosten für die Suche nach dem Bauplatz für eine Brettmühle und im Jahre 1669 100 Taler für die Anschaffung der Rathausuhr.

1659 waren die zurückgebliebenen Bürger der böhmischen Bergstadt Platten derart verarmt, dass sie ihre monatlichen Kriegs- und Landtagsgelder nicht mehr bezahlen konnten. Obwohl er aus Platten ausgewiesen worden war, half Gabriel Hammerdörffer den in Platten zurückgebliebenen Bürgern durch eine Geldleihe in Höhe von 512 Talern. 1670 wurde sein Sohn Christoph, den Hammerdörffer mit einem Wagen voll Zinn nach Nürnberg entsandt hatte, auf dem Rückweg in einem Waldstück bei Eger von seinem Fuhrmann erschlagen.

Auszüge Über den frühen Tod seines Sohnes Christoph Hammerdörffer schreibt Johann Christian Engelschall in Beschreibung Der Exulanten- und Bergstadt Johann Georgen Stadt:

Familie Hammerdörffer heiratete in erster Ehe 1635 in Platten Maria Jungk (1615–1644), in zweiter Ehe 1644 in Eibenstock Anna Maria Löbel (1626–1667) und in dritter Ehe 1672 in Johanngeorgenstadt Margaretha Roth (1646–1697).Johann Christian Engelschall: Beschreibung der Exulanten- und Bergstadt Johanngeorgenstadt. Leipzig 1723, S. 161 Aus den Ehen gingen hervor: Johannes (Gabriel) (1637–1695), Schichtmeister; ⚭ 1661 Anna Rebecca Glaßmann (1643–1690). Simon (1639–1671), Magister. Anna Maria (1641–1682); ⚭ 1661 Eusebius Förster, Richter und Kämmerer. Maria (1644–1723); ⚭ 1664 Johann Bleyer (1639–1722). Anna Catharina (1647–1702); 1.⚭ 1669 Kilian Epperlein; 2.⚭ 1689 Georg Gruss. Christoph (1649–1670), ermordet bei Eger. Anna Rosina (1651–1718); ⚭ 1672 Justus Hermann Grabe. Johann Heinrich (1653–1738), Goldarbeiter; ⚭ 1682 Susanna Regina Siegel (* 1660). Anna Regina (1655–1706); ⚭ 1675 Johann Georg Schmidt. Dorothea (1658–1664); 1.⚭ 1678 Johannes Meissner; 2.⚭ 1690 David Friedrich Anna Sophia (1661–1680); ⚭ 1680 Martin Kramer Maria Magdalena (1664–1741); ⚭ 1684 Georg Christoph Groß Gabriel (1673–1697), Fleischermeister; ⚭ 1697 Anna Maria Weickert (* 1675) Hans Christoph (1675–1689). Maria Catharina (1678–1710); ⚭ 1696 Johann Caspar Löbel (1672–1740), Bürgermeister und Handelsmann.

Literatur Johann Christian Engelschall: Beschreibung der Exulanten- und Bergstadt Johanngeorgenstadt. Leipzig 1723 (Digitalisat).

Einzelnachweise

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