mini|350px|Bismarckburg (1893) mini|Kautschukkarte von Togo (1914): Bismarckburg in der Mitte des größten Kautschukvorkommens Bismarckburg war der Name einer Kolonialstation in der Deutschen Kolonie Togo. Der Ort war nach dem Reichsgründer Otto von Bismarck benannt.

Geschichte Die Station wurde im Juni 1888 von dem Forscher Ludwig Wolf gegründet.Rochus Schmidt: Deutschlands Kolonien. Band 2, Verlag des Vereins der Bücherfreunde Schall & Grund, Berlin 1898, S. 182 ff. (Reprint durch Weltbild Verlag. Augsburg 1998) Sie war eine der ersten dauerhaft bewohnten Europäerstationen im Inneren Westafrikas und befand sich auf dem 750 Meter hohen Adadoberg. In den Jahren 1889/90 wurde die Station von Erich Kling geleitet und war Ausgangspunkt mehrerer Expeditionen zur Erforschung des Hinterlandes und zur Ausbreitung des deutschen Einflusses in dem Gebiet. Kling und sein Nachfolger Richard Büttner ließen zur Befestigung einen Palisaden­zaun errichten. Die Station bestand zu dieser Zeit aus neun Lehmgebäuden, die in einem Rechteck angeordnet waren.Reise des Hauptmanns Kling von Lome über Salaga nach Bismarckburg im Sommer 1891. In: Mitteilungen von Forschungsreisenden und Gelehrten aus den deutschen Schutzgebieten. Band 5, 1892, (S. 1–6). Das bebaute Gelände war 47 × 56 Meter groß.Bericht des Dr. Büttner über die Station Bismarckburg (Togo-Gebiet). In: Deutsches Kolonialblatt, Band 2, 1891, S. 466–469, S. 492–494. Die Station war mit zwei Deutschen – dem Stationsleiter und einem Mechaniker – besetzt. Außerhalb der Palisaden lagen landwirtschaftliche Flächen, auf denen Anbauversuche mit europäischen Feldfrüchten und tropischen Nutzpflanzen durchgeführt wurden. Um das Jahr 1900 wurde noch eine Kola- und Kaffeeplantage betrieben.Rudolf Fitzner: Deutsches Kolonial-Handbuch. Band 1, 2. erw. Aufl., Hermann Paetel, Berlin 1901, S. 48 f. (Reprint, Melchior Verlag, Wolfenbüttel).

Das kaiserliche Kommissariat unter Jesko von Puttkamer stand der Station aufgrund ihrer Abgelegenheit und wirtschaftlichen Ineffizienz skeptisch gegenüber. Statt den Handel zur deutschen Togoküste zu lenken, stärkte sie die bestehenden Verbindungen zur britischen Goldküste. Bereits am 30. Juni 1894 wurde der Status als Europäerstation aufgehoben. Zwischen 1888 und 1897 war in Bismarckburg eine Wetterstation der Deutschen Seewarte aktiv.Deutscher Wetterdienst: Stationsliste der Überseestationen. Stand 11. Januar 2019, S. 17. (pdf) Die Kolonialstation unterstand noch bis 1914 als Nebenstation einem deutschen Bezirksleiter in Kete Krachi. Wirtschaftlich blieb sie bedeutend, da afrikanische Händler in die Umgebung kamen, um Kautschuk zu erwerben.

In der Nähe befindet sich heute Yégué () in der Präfektur Sotouboua.

Siehe auch Bismarckburg (Deutsch-Ostafrika)

Weblinks Foto der Station Bismarckburg in Togo Bismarckburg, Großer deutscher Kolonialatlas, Archivführer Deutsche Kolonialgeschichte Mèhèza Kalibani: Zwischen "Bismarckburg" und "Nachtigalplatz". Die Kolonie als politisches Symbol des Kaiserreichs anhand der 'Musterkolonie' Togo, Munich, GRIN Verlag 2019, https://www.grin.com/document/477611.

Literatur Bismarckburg. In: Heinrich Schnee (Hrsg.): Deutsches Kolonial-Lexikon. Quelle & Meyer, Leipzig 1920, Band I, S. 217 (online). Meyers Enzyklopädisches Lexikon. Der große Weltatlas, Kartographisches Institut Bertelsmann, Gütersloh 1963. Peter Sebald: Togo 1884–1914. Akademie-Verlag, Berlin 1988, S. 82ff

Einzelnachweise

Kategorie:Otto von Bismarck als Namensgeber Kategorie:Koloniale Architektur in der Deutschen Kolonie Togo Kategorie:Region Centrale Kategorie:Gegründet 1888