Die Maybach W 5 SG waren Oberklasse-Pkw mit Sechszylinder-Reihenmotoren, die in zahlreichen Varianten von 1928 bis 1929 von Maybach-Motorenbau in Friedrichshafen am Bodensee gebaut wurden.
Beschreibung Der Maybach W 5 SG entstand als Weiterentwicklung des Vorgängermodelles Maybach W 5 in den Jahren 1928 bis 1929. Die Fahrzeuge waren mit einem zusätzlichen Schnellganggetriebe (SG) auf Basis der Maybach-Abweisklaue ausgestattet, um auch bei Fahrten mit höheren Geschwindigkeiten über einen längeren Zeitraum verbrauchssparend und lärmreduziert zu verkehren.
Zur Grundausstattung gehörten eine Doppel-Reibungskupplung ohne Kupplungspedal, Betätigung des Berg- und des Rückwärtshebels mit dem Fuß sowie ein 2-Gang-Planetengetriebe. Die Getriebekonstruktion erleichterte das Fahren, da auch zum Schalten das Lenkrad nicht losgelassen werden musste. Geschaltet wurde lediglich durch Gangvorwahl mit dem Pedal, kurzes Gaswegnehmen und wieder Beschleunigen. Der Motor war so elastisch, dass er auch im direkten Gang auf Steigungen von 4 % den Wagen anfahren konnte.Harry Niemann: Karl Maybach und seine Automobile. Motorbuch Verlag, Stuttgart 2004, ISBN 3-613-02457-8, S. 83. Die direkte Verbindung war zu der Zeit auch bei Schienenfahrzeugen mit mechanischer Kraftübertragung üblich.
Der Schnellgang war die Möglichkeit, den direkten Gang nochmals auf das Übersetzungsverhältnis von 0,63 zu senken, und war in einem separaten Getriebe dem Planetengetriebe nachgeordnet. Zum Betätigen musste die Kraftübertragung kurz unterbrochen, ein Hebel neben dem Fahrersitz gezogen und danach wieder Gas gegeben werden. Das Getriebe schaltete auf Basis der Maybach-Abweisklaue selbstständig.Harry Niemann: Karl Maybach und seine Automobile. Motorbuch Verlag, Stuttgart 2004, ISBN 3-613-02457-8, S. 86.
Technische Daten Motor: 6-Zylinder-Leichtmetall, Reihenanordnung, Kurbelwelle mit 4 Gleitlagern Bohrung/Hub:94/168 mm; Leichtmetallkolben Hubraum:6992 cm³ Verdichtung:1 : 5,1 Leistung:120 PS bei 2400/min Zylinder:auswechselbare Graugusslaufbuchsen Ventile:Ein-/Auslassventil horizontal; gegenüberliegend gelagert Vergaser:1 Doppelvergaser Maybach Kühlung:Wasserkühlung/Pumpe, Thermostat-Kühler, Jalousie Rahmen:U-Profil, Stahlpressrahmen Federn:lange Halbelliptikfedern, in breiten Gleitschuhen auf Stahlrollen, hydraulische, doppelt wirkende Stoßdämpfer Vorderachse:Starrachse mit Halbfeder Hinterachse:Starrachse in Underslung-Bauart mit Halbfeder Lenkung:flattersichere Schraubenlenkung, nach Wahl links oder rechts Fußbremse:hydraulisch-mechanische-Seilzugbremse, auf alle vier Räder wirkend Räder:Stahlscheiben Reifen:Mitteldruck, 33–6,75 Kupplung:je eine trockene Reibkupplung für Planeten-Umlaufräder Getriebe: Maybach-Planetengetriebe (2 Gänge) mit Maybach-Schnellganggetriebe SG, Anordnung: Ganganzahl:4 vorwärts; 1 rückwärts Antrieb:über Hinterräder Radstand:3,32–3,66 m Spurweite:1,48 m Länge:über alles einschließlich Stoßstangen ca. 5 m Breite/Höhe:über Kotflügel 1,76 m/ca. 1,95 m Gewichte:Fahrgestell 1750 kgLeergewicht 2300–2400 kg (offene Fahrzeuge) und 2500–2750 kg (geschlossene Fahrzeuge)Zuladung etwa 600 kg Vmax:etwa 130 km/h, je nach Aufbau und Übersetzung Verbrauch:etwa 22 Liter/100 km Ölverbrauch: Tank:120 l (im Heck)
Literatur Olaf von Fersen: Ein Jahrhundert Automobiltechnik. VDI-Verlag, Düsseldorf 1986, ISBN 3-18-400620-4, S. 340. Harry Niemann: Karl Maybach und seine Automobile. Motorbuch Verlag, Stuttgart 2004, ISBN 3-613-02457-8, S. 75–88. Werner Oswald: Deutsche Autos 1920–1945. Motorbuch Verlag, Stuttgart 1990, ISBN 3-87943-519-7, S. 193.
Weblinks
Maybach W 5 SG. In: Autoevolution.com
Einzelnachweise
Kategorie:Limousine Kategorie:Pullman-Limousine Kategorie:Landaulet