Lappersdorf ist ein Markt im Oberpfälzer Landkreis Regensburg in Bayern. Der Markt grenzt unmittelbar nordwestlich an die Stadt Regensburg. Überregional ist Lappersdorf vor allem durch die Staatliche Feuerwehrschule Regensburg bekannt.
Geografie Geografische Lage Lappersdorf liegt gut 3 km nördlich der Mündung des Flusses Regen in die Donau. Vom Regen trennt den Ortskern die Bundesautobahn 93 (Ausfahrt Regensburg-Nord). Lappersdorf grenzt im Nordwesten unmittelbar an die oberpfälzische Bezirkshauptstadt und ist für Auswärtige, die das Ortsschild übersehen, oft nur schwerlich als eigenständige Gemeinde auszumachen. Den Namen Lappersdorf trägt die Gemeinde offiziell erst seit 1958 (vorher Oppersdorf).
Gemeindegliederung
Es gibt 30 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):
Es gibt die Gemarkungen Hainsacker, Kareth, Lappersdorf und Schwaighauser Forst.
Geschichte Bis zur Gemeindegründung Lappersdorf wurde 1185 zum ersten Mal als Leutfridestorf urkundlich erwähnt.Pfarrei Lappersdorf – Geschichte Später wurde es Amtssitz und gehörte zum Herzogtum Pfalz-Neuburg und dessen Gericht Hainsacker; seit 1777 war das Gebiet Teil des Kurfürstentums Bayern. Im Jahr 1818 entstand die heutige politische Gemeinde, die allerdings noch nach dem Ort Oppersdorf benannt war.
Kareth, ein altes Weinanbaugebiet, wird erstmals um 1070 in den Traditionen des Klosters Mittelmünster erwähnt. Hainsacker taucht um 1140 in den Traditionen des Klosters Prüfening auf und wird in der ersten urkundlichen Erwähnung 1224 als „Pfarre“ ausgewiesen. Auch die Kirche in Oppersdorf (als Nebenkirche von Hainsacker) ist bereits im 13. Jahrhundert (viermal) urkundlich bezeugt, erstmals 1224.
20. Jahrhundert Die Gemeinde Oppersdorf wurde am 19. März 1958 in Gemeinde Lappersdorf umbenannt. Im Rahmen der Gemeindegebietsreform schlossen sich am 1. Mai 1978 die Gemeinden Hainsacker, Kareth und Lappersdorf freiwillig zur heutigen Kommune zusammen. Lappersdorf wurde am 20. September 1997 zum Markt erhoben. Zum 1. Oktober 2009 wurde eine 2.849.332 Quadratmeter große Teilfläche des aufgelösten gemeindefreien Gebiets Schwaighauser Forst eingegliedert.
Einwohnerentwicklung Zwischen 1988 und 2019 wuchs der Markt von 10.949 auf 14.108 um 3.159 Einwohner bzw. um 28,9 %. 1961: 6.645 Einwohner 1970: 8.021 Einwohner 1987: 10.908 Einwohner 1991: 11.312 Einwohner 1995: 11.667 Einwohner 2000: 12.288 Einwohner 2005: 13.850 Einwohner 2010: 13.228 Einwohner 2015: 13.215 Einwohner 2018: 14.036 Einwohner 2019: 14.108 Einwohner
Politik Marktgemeinderat Der Marktgemeinderat besteht aus 24 Mitgliedern. Bei der Kommunalwahl vom 8. März 2026 haben von den 10.785 Stimmberechtigten 7848 von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht, womit die Wahlbeteiligung bei 72,8 % lag.
Das Ergebnis der Wahl führte zu folgender Sitzverteilung im Marktgemeinderat:
Bürgermeister Erster Bürgermeister ist seit 1. Mai 2026 Dr. Franz Rumstadt (CSU). Bei der Kommunalwahl 2026 gewann er im ersten Wahlgang mit 50,4 Prozent der abgegebenen Stimmen gegen den bisherigen Amtsinhaber, Christian Hauner (Freie Wähler), der das Amt seit 2014 bekleidete.
Zuvor hatten bis 2002 Hans Todt (CSU) und von 2002 bis 2014 Erich Dollinger (CSU) das Bürgermeisteramt inne.
Wappen
Kultur und Sehenswürdigkeiten Bauwerke Kirche St. Ägidius in Hainsacker, erbaut 1737 bis 1742 mini|Die katholische Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt (Saalbau im Typus einer Chorturmkirche, mit Flankenturm, 1930 von Georg Holzbauer, unter Beibehaltung des mittelalterlichen Turms; mit Ausstattung) Aurelium (Kulturzentrum und Veranstaltungshalle)
Baudenkmäler
miniatur|hochkant|Denkmal zur Markterhebung von 1997
Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft Im Jahr 2020 gab es im Bereich der Land- und Forstwirtschaft zwölf, im produzierenden Gewerbe 508 und im Bereich Handel und Verkehr 643 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 1174 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es 5288. Im verarbeitenden Gewerbe gab es drei, im Bauhauptgewerbe sieben Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 2016 35 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 1660 Hektar. Davon waren 1525 Hektar Ackerfläche. Im Flurstück Schwaighauser Forst werden noch größere Mengen von Rüstungsaltlasten vermutet.Pressebericht Rüstungsaltlasten
Verkehr Die A 93 grenzt westlich und südlich an Lappersdorf.
Sicherheit Im Markt Lappersdorf gibt es vier Freiwillige Feuerwehren (FF): FF Lappersdorf (Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug 20, Löschgruppenfahrzeug 20, Tanklöschfahrzeug 16/25, Drehleiter 23/12, Mehrzweckfahrzeug, Versorger, Verkehrssicherungsanhänger, Boot) FF Kareth (Löschgruppenfahrzeug 10, Mehrzweckfahrzeug) FF Oppersdorf (Löschgruppenfahrzeug 8/6, Mannschaftstransportfahrzeug) FF Hainsacker (Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug 20, Gerätewagen-Logistik 1, UTV)
Zudem unterhält die Polizeiinspektion Regenstauf in der Gemeindebücherei Lappersdorf eine Polizeiwache, die mit einem Funkstreifenwagen ausgestattet ist.
Bildung Es gibt mehrere Einrichtungen zur Kinderbetreuung und vier allgemeinbildende Schulen.
In der Grund- und Mittelschule Lappersdorf wurden 2018/2019 insgesamt 416 Schüler von 29 Lehrkräfte unterrichtet, davon in der Grundschule 259 Schüler durch 14 hauptamtliche Lehrkräfte, in der Grundschule Hainsacker 160 Schüler von neun hauptamtlichen Lehrkräften. Das Staatl. Gymnasium Lappersdorf hatte im Schuljahr 2018/2019 829 Schüler und 65 hauptamtliche Lehrkräfte.
Staatliche Einrichtungen Lappersdorf ist der Sitz der Feuerwehrschule Regensburg, der größten unter den drei bayerischen Feuerwehrschulen und eine der bekanntesten in Deutschland.
Persönlichkeiten
Gebhard Heyder (1904–1994), Karmelit, Theologe Hans Zollner (* 1966), Geistlicher
Weblinks
Homepage der Gemeinde
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Regensburg Kategorie:Ersterwähnung 1185 Kategorie:Markt in der Oberpfalz