Chłopowo [] ( Schwachenwalde) ist ein Dorf in der Landgemeinde Gmina Krzęcin im Powiat Choszczeński (Arnswalder Kreis) der polnischen Woiwodschaft Westpommern.

Geographische Lage Chłopowo liegt in der historischen Neumark, etwa 18 Kilometer südöstlich der Stadt Choszczno (Arnswalde) und 16 Kilometer nordwestlich der Stadt Dobiegniew (Woldenberg). Beim Ort entspringt der Fluss Faule Ihna.

Geschichte mini|Schwachenwalde nordwestlich der Stadt Posen und etwa auf halbem Wege zwischen den beiden Städten Arnswalde und Woldenberg auf einer Landkarte der Provinz Posen von 1905 (gelb markierte Flächen kennzeichnen Gebiete mit seinerzeit mehrheitlich polnischsprachiger Bevölkerung). Auf dem Gemeindegebiet hatten in der Vorzeit Pfahlbauten gestanden, die der Eisenzeit zugeordnet werden.Rudolf Virchow: Die Pfahlbauten im nördlichen Deutschland. In: Zeitschrift für Ethnologie, Band 1, Berlin 1869, S. 401–416. Außerdem wurden hier kupferner Zierrat (Schmuckscheiben, Halsschmuck etc.) und andere Gegenstände aus der Bronzezeit aufgefunden.Riehl und Scheu (1861), S. 450. Der Zierrat und die weiteren Fundstücke, darunter ein Bronzeschwert, Lanzenspitzen, Messer und Sicheln, wurden an das Museum in Berlin weitergegeben.Robert Beltz: Die bronze- und hallstattzeitlichen Fibeln. Salzwasser, Paderborn 2013 (Nachdruck des Originals von 1913), 771, Nr. 68–72.

Im Jahr 1337 hieß das Dorf Swakenwold und verfügte über drei Mühlen. 1340 kam die Dorfkirche und 1363 der ganze Ort villa Swechtenwolde an das Zisterzienser-Kloster Marienwalde. 1368 belehnte Markgraf Otto V. von Brandenburg die Familie Alvensleben mit Schwachenwalde, und zwar die Brüder Gebhard d. Ä., Heinrich, Gebhard d. J. und Werner.George Adalbert von Mülverstedt: Codex Diplomaticus Alvenslebianus. Band 1, Magdeburg 1879, S. 616–617. Im Jahr 1575 befand sich in Schwachenwalde ein Eisenhammer.Heinrich Berghaus: Landbuch der Mark Brandenburg und des Markgrafthums Nieder-Lausitz. Band 1, Brandenburg 1854, S. 275. Um 1840 war Schwachenwalde ein Dorf mit einer Mutterkirche, einer Wasser- und einer Windmühle und einem Erbzins-Vorwerk, Hammergut genannt,Heinrich Berghaus: Landbuch der Mark Brandenburg und des Markgrafthums Nieder-Lausitz, Band 3, Brandenburg 1856, S. 381. Um die Mitte des 19. Jahrhunderts war Leonhard Gottschalk Besitzer des Vorwerks.Berghaus (1856), S. 503.

Anfang des 20. Jahrhunderts befand sich die nächste Bahnstation in Augustwalde an der Eisenbahn-Strecke Stargard – Posen.

Bis 1945 gehörte das Dorf zum Landkreis Arnswalde, von 1816 bis 1939 zum Regierungsbezirk Frankfurt der preußischen Provinz Brandenburg, von 1939 bis 1945 im Regierungsbezirk Grenzmark Posen-Westpreußen der Provinz Pommern. Mit den Gemeinden Kranzin (polnisch: Krzęcin), Hitzdorf (Objezierze), Augustwalde (Rębusz) und Sophienhof (Przybysław) bildete Schwachenwalde den Amtsbezirk Schwachenwalde im Amtsgerichtsbereich Arnswalde (Choszczno).

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Region im Frühjahr 1945 von der Roten Armee besetzt. Bald darauf wurde Schwachenwalde Teil Polens. Das deutsche Dorf Schwachenwalde wurde in Chłopowo umbenannt.

Chłopowo wurde in das Powiat Choszczeński der Woiwodschaft Westpommern (bis 1998 Woiwodschaft Gorzów) eingegliedert.

Einwohnerzahlen 1826: 460Leopold von Zedlitz-Neukirch: Die Staatskräfte der Preußischen Mpnarchie unter Friedrich Wilhelm III.. Band 1, Teil 1, Berlin 1828, S. 83. 1840: 658Topographisch-statistische Uebersicht des Regierungs-Bezirks Frankfurt a. d. Oder. Aus amtlichen Quellen zusammengestellt. Frankfurt a. d. O. 1844, S. 12, Nr. 125. 1858: 813, darunter fünf Juden 1871: 966Preußisches Statistisches Landesamt: Die Gemeinden und Gutsbezirke der Provinz Brandenburg und ihre Bevölkerung. Berlin 1873, S. 134, Nr. 47. 1925: 843, darunter neun Katholiken, keine Juden 1933: 804 1939: 705

Persönlichkeiten Hans-Dieter Schmidt (1927–2007), Psychologe und Hochschullehrer

Literatur W. Riehl und J. Scheu (Hrsg.): Berlin und die Mark Brandenburg mit dem Markgrafenthum Nieder-Lausitz in ihrer Geschichte und in ihrem gegenwärtigen Bestande. Berlin 1861, S. 450.

Weblinks Gunthard Stübs und Pommersche Forschungsgemeinschaft: Die Gemeinde Schwachenwalde im ehemaligen Kreis Arnswalde in Pommern (2011)

Fußnoten

Kategorie:Ort der Woiwodschaft Westpommern Kategorie:Gmina Krzęcin