Kiesenhof ist ein Gemeindeteil der Stadt Freystadt im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz in Bayern.

Ortsnamensdeutung Der Ortsname dürfte in Beziehung stehen zu dem althochdeutschen Personennamen „Kiso“.Sammelblatt des Histor. Vereins Eichstätt 46/47 (1931/32), S. 6.

Lage Das Dorf liegt auf 419 bis zwischen der Schwarzach im Westen und der Sulz im Osten, und zwar östlich des Gemeindesitzes.

Geschichte Ursprünglich ein Hof, hatten diesen im 15. Jahrhundert Neumarkter Bürger inne, bis 1415 Hans Prantlein, dann Ulrich Lomel.Heinloth, S. 266, Anm. 65 1629 wurden die nunmehrigen zwei Kiesenhöfe vom kurpfälzischen Neumarkter Schultheißen Matthias Rosenhammer trotz Protest des Georg Albrecht von Wolfstein-Sulzbürg von der Pfarrei Kerkhofen in die Pfarrei Freystadt samt Groß- und Kleinzehent und zwei Tagwerk Wiesen gegeben.Buchner I, S. 340

Gegen Ende des Alten Reiches, um 1800, bestand der Weiler Kiesenhof aus sieben Untertanen-Anwesen unterschiedlicher Größe, die drei verschiedenen Ämtern unterstanden, der größte Hof der Oberen Hofmark des kurbaierischen Schultheißenamtes Neumarkt, fünf Anwesen dem Klosterrichteramt Seligenporten und das kleinste Anwesen der ehemals wolfsteinschen Herrschaft und nunmehrigen kurbaierischen Kabinettsherrschaft Sulzbürg-Pyrbaum (seit 1799 dem Hofkastenamt Neumarkt angegliedert). Die Hochgerichtsbarkeit übte das pfalz-bayerische Schultheißenamt Neumarkt aus.Heinloth, S. 266

Im neuen Königreich Bayern (1806) wurde zwischen 1810 und 1820 der Steuerdistrikt Sondersfeld eingerichtet, dem neben Sondersfeld die Orte Frettenshofen, Thundorf, Kiesenhof, Kruppach und Wettenhofen angegliedert waren. Mit dem Gemeindeedikt von 1818 wurde die Ruralgemeinde Thundorf gebildet, der das Dorf Thundorf und der Weiler Kiesenhof angehörten. Diese Gemeinde war dem Landgericht (ab 1862 Bezirksamt, ab 1879 Landkreis) Neumarkt zugeordnet.Heinloth, S. 324, 329 f.

1851 wurde durch J. Brandl eine Ortskapelle errichtet.Buchner I, S. 345 Sie wird bei der Pfarrbeschreibung von Franz Buchner 1937 nicht mehr aufgeführt. 1875 hatte die Gemeinde insgesamt 188 Einwohner; in Kiesenhof lebten 43 Personen, und dort wurden zwei Pferde und 79 Stück Rindvieh gehalten. Die Kinder gingen am Pfarrort Freystadt zur Schule.Kgl. Statistisches Bureau in München (Bearb.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Koenigreichs Bayern, München 1876, Spalte 886

Mit der Gebietsreform in Bayern wurde die Gemeinde Thundorf zum 1. Januar 1972 in die Stadt Freystadt eingemeindet.Wilhelm Volkert (Hg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799-1980, München 1983, S. 533

Einwohnerentwicklung 1830: 50 (7 Häuser)Karl Friedrich Hohn: Der Regenkreis des Königreichs Bayern, geographisch und statistisch beschrieben, Stuttgart und Tübingen 1830, S. 139 1875: 43 (23 Gebäude)Kgl. Statistisches Bureau in München (Bearb.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Koenigreichs Bayern, München 1876, Spalte 886 1900: 55 (7 Wohngebäude)Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern mit alphabetischem Ortsregister, München 1904, Spalte 870 1937: 53Buchner I, S. 346 1961: 48 (8 Wohngebäude)Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961, München 1964, Spalte 553 1987: 54 (13 Wohngebäude, 14 Wohnungen)Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987, München 1991, S. 258 2020: 62

Baudenkmäler In Kiesenhof gelten die Bauernhäuser Kiesenhof 1, 3 und 5, Wohnstallbauten aus der Mitte des 19. Jahrhunderts, als Baudenkmäler.Sixtus Lampl (Bearb.): Denkmäler in Bayern, Band III, Oberpfalz, München 1986, S. 146

Verkehr Kiesenhof liegt an einer Verbindungsstraße zwischen der Kreisstraße NM 20 im Norden und der Staatsstraße 2220 im Süden. Eine Gemeindeverbindungsstraße führt in südwestlicher Richtung zum Freystädter Gemeindeteil Thannhausen.

Vereine Obst- und Gartenbauverein Thannhausen – Kiesenhof e. V.

Sonstiges In Kiesenhof hat der Pferdesportverein Freystadt e. V. seine Vereinsreitanlage. Hier finden regelmäßig Westernreitturniere statt.freystadt.de

Literatur Franz Xaver Buchner: Das Bistum Eichstätt. I. Band: Eichstätt 1937

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz Kategorie:Stadtteil von Freystadt