Otto Fischer (* 2. Juli 1870 in Leipzig; † 23. März 1947 in Dresden) war ein deutscher Maler, Grafiker und Designer.
Leben mini|Plakat „Die alte Stadt“ zur „Ausstellung des Sächsischen Handwerks und Kunstgewerbes Dresden 1896“, Druck der Kunstanstalt Wilhelm Hoffmann mini|Winterlandschaft, Radierung (1922)
Otto Fischer absolvierte eine Ausbildung als Lithograf in Dresden. Ab 1886 studierte er an der Dresdner Kunstakademie bei Erwin Oehme, ab 1890 bei Friedrich Preller und ab 1895 bei Hermann Prell. Fischer betätigte sich ab dem Jahr 1895 als Mitarbeiter der „Zeitschrift für bildende Kunst“ und der Zeitschriften „Pan“ und „Die graphischen Künste“. Um die Jahrhundertwende entwarf er auch Plakate, Schmuck und Damenkleidung und betätigte sich im Bereich der Glasmalerei. Für die Deutschen Werkstätten Hellerau entwarf er Möbel und war an deren Raumausstattungen auf der Weltausstellung 1900 in Paris beteiligt.
Seine Gestaltung des Plakats für die 1896 in Dresden durchgeführte Ausstellung des Sächsischen Handwerks und Kunstgewerbes wird heute vielfach an den Anfang der Entwicklung moderner Plakate in Deutschland gesetzt. Die von 1900 bis 1903 entstandenen Pastelle und Aquarelle mit rauen, asketischen Darstellungen schneebedeckter Abhänge, Hochebenen, Hochmoorlandschaften und des Kamms der Schneekoppe erregten Aufsehen und fanden ihren Weg unter anderem in die Berliner Nationalgalerie und in die Nationalgalerie in Warschau.
Otto Fischer gehörte der Künstlerkolonie Goppeln an, war Mitglied im Verein bildender Künstler Dresden, in der Neuen Künstlervereinigung München und im Deutschen Künstlerbund sowie Gründungsmitglied der Künstlervereinigung Dresden.
Im Jahr 1911 war er in Buchwald (bei Zillerthal-Erdmannsdorf) am Riesengebirge ansässig. Er übersiedelte 1913 in den Dresdner Vorort Loschwitz. 1914 wurde er zum Titularprofessor an der Kunstakademie Dresden ernannt.
Fischer trat zum 1. Mai 1933 der NSDAP bei (Mitgliedsnummer 2.459.016)Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/8960009 (Nutzungshinweise)Fischer, Otto. In: Ernst Klee: Das Kulturlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945. S. Fischer, Frankfurt am Main 2007, ISBN 978-3-10-039326-5, S. 155. und war Mitglied der Reichskammer der bildenden Künste. Für die Zeit des Nationalsozialismus ist seine Teilnahme an 16 großen Ausstellungen sicher belegt,Martin Papenbrock, Gabriele Saure (Hrsg.): Kunst des frühen 20. Jahrhunderts in deutschen Ausstellungen. Teil 1. Ausstellungen deutsche Gegenwartskunst in der NS-Zeit. VDG, Weimar, 2000; S. 425 passim darunter 1942, 1943 und 1944 die Große Deutsche Kunstausstellung in München mit vier Stillleben, von denen Goebbels 1942 das Stillleben mit weißer Decke und Äpfeln (Öl) erwarb.
1948 wurden in Radebeul in der Ausstellung Dresdner Impressionisten Bilder Fischers gezeigt.
Studienaufenthalte Otto Fischer hatte zahlreiche Studienaufenthalte:
1892–1893: Holland 1894: Hessen 1894, 1895, 1897, 1900: auf Rügen 1901: auf Bornholm 1901–1908: im Riesengebirge, u. a. in der Wiesenbaude 1905, 1906: Hamburg 1908: Lobositz 1911: Disentis ab 1911: Buchwald am Riesengebirge
Museen und öffentliche Sammlungen mit Werken Fischers (unvollständig)
Dresden: Galerie Neue Meister Dresden: Kupferstichkabinett Stendal: Winckelmann-MuseumOtto Fischer: Herrenhaus „Buchwald“, museum-digital.de
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Maler (Dresden) Kategorie:Grafiker (Dresden) Kategorie:Designer (Deutschland) Kategorie:Mitglied im Deutschen Künstlerbund Kategorie:Bildende Kunst (Nationalsozialismus) Kategorie:NSDAP-Mitglied Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1870 Kategorie:Gestorben 1947 Kategorie:Mann