T 5 war ein Torpedoboot der deutschen Kriegsmarine. Es lief am 22. November 1937 als erstes Boot des Typs 1935 vom Stapel. Es war eines der sechs bei Deschimag in Bremen gebauten Boote dieser Klasse und wurde am 23. Januar 1940 in Bremen für die 2. Torpedoboots-Flottille in Dienst gestellt.
Im Juni 1940 erfolgte der erste Fronteinsatz des Boots im Geleitdienst zwischen Frederikshavn und Horten. Das Boot kam in der Nordsee, vor Norwegen, im Ärmelkanal, in der Biskaya und in der Ostsee zum Einsatz. Es sank im Verlauf der Verwundeten- und Flüchtlingstransporte über die Ostsee 1945 am 14. März 1945 bei Hela nach einem Minentreffer; dabei kamen 24 Mann der Besatzung und viele der eingeschifften Flüchtlinge ums Leben.
Baugeschichte Von den zwölf Booten des Typs „Torpedoboot 1935“ entstanden sechs im Werk Weser der Deschimag in Bremen und sechs bei den Schichau-Werken in Elbing. Diese ersten Torpedoboote des Aufrüstungsprogramms der Kriegsmarine sollten mit ihrer Standardverdrängung unter die 600-ts-Grenze fallen, womit ihre Tonnage bei den damals geltenden internationalen Rüstungsabkommen nicht zur Anrechnung gekommen wäre. Tatsächlich verdrängten die Boote jedoch mehr als 800 ts, wie auch schon die von der Reichsmarine Mitte der 1920er Jahre beschafften Torpedoboote der Raubvogel- und Raubtier-Klasse. Mit sechs Torpedorohren und nur einem 10,5-cm-Geschütz waren die Neubauten vorrangig Torpedoträger und entsprachen nicht den später an sie gestellten Anforderungen. Die Kriegsmarine verzichtete daher nach neun weiteren Booten des sehr ähnlichen Typs „1937“, die alle bei Schichau entstanden, auf den Bau weiterer Boote dieser Art und entwickelte das wesentlich größere „Flottentorpedoboot 1939“ als Folgetyp.
mini|links|Erstzustand 1939/1940 Die 21 Boote des Typs 1935 kamen erst im Zweiten Weltkrieg vom 8. Oktober 1939 (T 8) bis zum 6. August 1940 (T 10) in Dienst, als die Bestimmungen, unter denen sie geplant worden waren, keine Rolle mehr spielten. Eine eigentliche nötige Anpassung der Boote an die im Kriegseinsatz erkannten Bedürfnisse war aber nicht mehr möglich, so dass nach der Fertigstellung der begonnenen neun Boote der Klasse 1937, die zwischen Mai 1941 und Juli 1942 fertig wurden, der Bau dieses Typs aufgegeben wurden. Die ersten Flottentorpedoboote wurden schon neben den letzten Booten des Typs 1937 fertig.
Einsatzgeschichte Obwohl T 5 als erstes Boot der Klasse vom Stapel lief, wurde es erst am 23. Januar 1940 in Bremen in Dienst gestellt.Dafür keine Gründe gefunden Erster Kommandant wurde Kltn Rudolf Koppenhagen. Das Boot bildete mit den ebenfalls in Bremen gebauten T 8, T 7, T 6, T 11 und T 12 die 2. Torpedobootsflottille unter Kkpt Walter Riede in der Nordsee, während die sechs bei Schichau gebauten Boote die 1. Torpedobootsflottille in der Ostsee bildeten.Die 2. Torpedobootsflottille wurde am 8. Oktober 1939, dem Tag der Indienststellung des ersten Bootes der Klasse (T 8), in Bremen aufgestellt: T 8 (Okt. 1939 in Dienst), T 7 (Dez. 1939 i. D.), T 5 (Jan. 1940 i. D.), T 6 (April 1940 i. D., 7. Juli 1940 in der Nordsee gesunken), T 11 (Mai 1940 i. D.), T 12 (Juli 1940 i. D.). Im August 1941 kamen die Boote der aufgelösten 1. Torpedobootsflottille hinzu. Die Flottille wurde von Sommer 1940 bis Frühjahr 1941 in der Nordsee, gelegentlich auch im Ärmelkanal zu Stichfahrten, Minenlegeunternehmungen und Geleitaufgaben eingesetzt.
mini|Die ehemalige Ostpreußen-Fähre Preußen als Minenschiff Am 24./25. Juni 1940 absolvierte T 5 seinen ersten Fronteinsatz, als das Boot mit T 1 und T 8 einen Geleitzug von Frederikshavn nach Horten sicherte. Am 17. Juli sicherte T 5 wieder mit T 8 sowie den Torpedobooten Greif, Iltis und Jaguar ab Wilhelmshaven die Minenschiffe Roland, Königin Luise, Kaiser, Preußen, Cobra und Hansestadt Danzig beim zweiten Versuch, eine große Minensperre (660 EMC-Minen, 900 Sprengbojen) nördlich des sogenannten „Westwalls“ und westlich des Skagerraks zu verlegen, die bis zum 19. wie geplant verlegt wurde. Der Minenlegerverband lief am 23. Juli erneut aus, um eine weitere Sperre in der nördlichen Nordsee zu legen. T 5 gehörte als einziges Boot der 2. T-Flottille wieder zur Sicherung, zu der zusätzlich die Luchs und die Minensucher M 18 und M 19 traten. Wieder konnte die Sperre wie geplant verlegt werden; erst auf dem Rückmarsch erfolgte ein britischer Luftangriff. Um gemeldeten feindlichen MTBs auszuweichen, liefen die Minenschiffe in Richtung Kristiansand und ins Kattegat.
Um die Überführung des nach einem U-Boot-Torpedotreffer behelfsmäßig reparierten Schlachtschiffes Gneisenau von Trondheim nach Kiel zu sichern, verstärkte T 5 am 25. Juli ab Utsira mit den Torpedobooten Luchs, Iltis, Kondor und Jaguar das vom B.d.A., Konteradmiral Schmundt, auf dem Leichten Kreuzer Nürnberg befehligte Geleit mit den Zerstörern Hans Lody, Friedrich Ihn, Paul Jacobi und Karl Galster. Ein angreifendes britisches U-Boot versenkte am 26. zwar das Torpedoboot Luchs, aber das Schlachtschiff erreichte ohne weitere Schäden Kiel.Rohwer: Seekrieg. 25.–27. Juli 1940, Norwegen
Im August nahm das Boot an der Sicherung der Erweiterung der „Westwall“-Minenfelder in der Nordsee teil und begleitete am 20./21. das Troßschiff Dithmarschen und das teilreparierte Artillerieschulschiff BremseDie Bremse wurde bei der Invasion Norwegens in Bergen beschädigt. von Stavanger nach Wilhelmshaven.
Am 1./2. September 1940 verlegte der Führer der Minenschiffe (F.d.M.) von Rotterdam aus mit den Minenschiffen Tannenberg, Roland und Cobra in der südwestlichen Nordsee eine Minensperre mit etwa 600 Minen. Gesichert wurde das Unternehmen durch die 5. Zerstörerflottille mit drei Zerstörern, die 5. Torpedobootsflottille mit vier Booten und die 2. T-Flottille mit T 5, T 6, T 7 und T 8, die im Anschluss an das Unternehmen nach Cherbourg verlegte.Rohwer: Seekrieg. 1.–2. September 1940, Kanal Am 5. September legte T 5 mit T 8 erstmals Minen im Ärmelkanal nahe Boulogne. In den Nächten zum 6., 9. und 16. September folgten weitere Einsätze der Flottille mit allen vier Booten als Minenleger in der Straße von Dover. Nur beim letzten Einsatz kam es zu einem Kontakt mit leichten britischen Seestreitkräften.Rohwer: Seekrieg. 5.–6. September 1940 / 8.–9. September 1940, Nordsee / Kanal; 15.–16. September 1940, Kanal T 5 lief am 20./21. September 1940 zurück nach Wilhelmshaven und dann zu routinemäßigen Instandsetzungsarbeiten weiter in die Ostsee.
So war T 5 nicht an dem größten geschlossenen Einsatz der Klasse beteiligt, als die 1. und 2. T-Flottille am 6. und 7. November 1940 mit T 1, T 4, T 9, T 10 sowie T 6, T 7 und T 8 gegen die schottische Ostküste vorstieß. Als T 6 östlich von Aberdeen auf durch einen Minentreffer mit 48 Mann der Besatzung verloren ging,Gröner: Die deutschen Kriegsschiffe 1815–1945. Bd.II; S. 67Zweiter Kriegsverlust vom Typ 1935 nach T 3 am 18. September 1940 im Hafen von Le Havre durch Luftangriff (wieder gehoben und Ende 1943 wieder einsatzbereit); von den neun Kriegsverlusten der Klasse gingen erst 1945 zwei weitere im Einsatz verloren, zwei wurden beim Kriegsende selbstversenkt, vier gingen bei Luftangriffen auf Werften verloren wurde das Unternehmen ohne direkten Feindkontakt abgebrochen.Rohwer: Seekrieg. 6.–7. November 1940, Nordsee
Einsätze in der Nordsee Die T 5 begleitete mit fünf weiteren Booten das Auslaufen des Schweren Kreuzers Admiral Hipper in den Nordatlantik am 30. November und 1. Dezember 1940 von Brunsbüttel bis nach Norwegen und dann am 3. Dezember mit T 1 und T 12 den aus Gotenhafen kommenden und zum Handelskrieg auslaufenden Hilfskreuzer Kormoran durch das Skagerrak. Eine im Anschluss geplante Minenoperation zur Verstärkung der „Westwall“-Minensperren mit fünf weiteren Torpedobooten und den Leichten Kreuzern Nürnberg und Köln wurde jedoch wegen schlechten Wetters abgebrochen. Auch zwei weitere geplante Minenoperationen mit Schwesterbooten und drei Minenschiffen Mitte Januar 1941 konnten wegen der Wetterverhältnisse nicht durchgeführt werden. Am 25. Januar 1941 begleitete T 5 mit T 9 und T 10 sowie der Falke die in den Nordatlantik auslaufenden Schlachtschiffe Scharnhorst und Gneisenau entlang der norwegischen Küste.
Vom 26. Januar bis zum 4. Februar 1941 konnte dann von Stavanger aus die Minenschiffe Tannenberg, Brummer, Königin Luise und Hansestadt Danzig die geplante Nordverlängerung der „Westwall“-Sperren mit den Sperren „20 Pommern“, „21 Oder“ und „22 Rügen“ durchführen, die neben T 5 durch T 12, T 9, T 10, Falke und die Minensucher M 15 und M 22 gesichert wurden, wobei nicht alle Schiffe und Boote an jedem der drei Einsätze teilnahmen.Rohwer: Seekrieg. 26.–30. Januar 1941, Norwegen
Einsätze in der Ostsee Der Krieg mit der Sowjetunion führte zur Verlegung der 2. T-Flottille vornehmlich zu Sicherungsaufgabe in die östliche Ostsee und am 15. August 1941 zur Zusammenfassung aller Boote der Klasse in der 2. Flottille, der dann neben T 5 noch T 2, T 4, T 7, T 8, T 11 und T 12 zur Verfügung standen. Am 13. und 14. September beschossen T 2, T 5, T 8 und T 11 sowjetische Stellungen auf Ösel, heute Saaremaa, als Scheinunternehmung „Westwind“ gegen die Westseite der Insel, an der auch zwei Schnellboot-Flottillen und weitere kleinere Fahrzeuge teilnahmen. Gleichzeitig fanden zwei weitere Ablenkungsmanöver von See statt. Dabei sank das finnische Küstenpanzerschiff Ilmarinen mit 271 Mann durch eine Treibminenexplosion. 132 Schiffbrüchige konnten gerettet werden.Rohwer: Seekrieg. 13. September – 5. Oktober 1941, Ostsee
Ab dem 21. September gehörte T 5 mit T 2, T 7, T 8 und T 11 zu einer Kampfgruppe mit den Zerstörern Z 25, Z 26 und Z 27 am Ausgang des Finnischen Meerbusens, die ein Auslaufen der sowjetischen Baltischen Flotte in die Ostsee verhindern sollte. Zum Verband stieß in der Aalandsee die am 23. aus Swinemünde ausgelaufene Nordgruppe der „Baltenflotte“ unter Vizeadmiral Ciliax mit dem Schlachtschiff Tirpitz, dem Schweren Kreuzer Admiral Scheer und den Leichten Kreuzern Nürnberg und Köln sowie einigen Schnellbooten. Nach erfolgreich erachteten Luftangriffen auf die Rote Flotte vor Leningrad wurden die Tirpitz und die Admiral Scheer mit zwei T-Booten schon am 24. zurückgerufen. Die zurückgebliebenen Einheiten traten zur Südgruppe der „Baltenflotte“ mit den Leichten Kreuzern Leipzig und Emden. Alle schwereren Schiffe liefen am 29. September zurück nach Gotenhafen.Rohwer: Seekrieg. 23.–29. September 1941, Ostsee
Bei der Einnahme der Insel Dagö, heute Hiiumaa, ab dem 12. Oktober 1941 kam T 5 mit T 2, T 7 und T 8 nochmals zur Sicherung des Leichten Kreuzers Köln vor den baltischen Inseln zum Einsatz.Rohwer: Seekrieg. 12.–21. Oktober 1941, Ostsee
Wieder im Westen und nach Norwegen