Gaetano Posterino (* 15. April 1974 in Cosenza) ist ein italienischer Tänzer, Choreograf und Tanzregisseur für Ballett, Tanztheater, Film und Oper.
Leben Im Alter von 6 Jahren begann Posterino mit seiner Tanzausbildung an privaten Ballettschulen in Cosenza (Italien). Zunächst ohne Wissen der Eltern nahm ihn eine Nachbarin mit zum Unterricht, dann musste er seine Ziele eine Zeit lang gegen den Widerstand seiner Eltern durchsetzen.Dagmar Oltersdorf: Bühne frei für Posterinos Dialog, Schwäbische Post, 1. September 2018 Von Magdalena Popa vom National Ballet of Canada als Talent entdeckt und mit einem Stipendium ausgestattet, absolvierte er von 1985 bis 1989 die National Ballet School of Canada in Toronto.Ein wirbelnder Kobold aus Sizilien, Rhein-Main-Presse, 27. Februar 2001
Direkt nach dem anschließenden Abitur in seiner Heimatstadt Cosenza wurde er in Italien für The Micha Van Hoecke Dance, Balletto di Toscana Florenz und an das Nationale Opernhaus in Catania verpflichtet. Wichtige Stationen seiner weiteren internationalen Karriere als Solist und Erster Solist in den Jahren bis 2000 waren das Ballett des Teatro San Martin in Buenos Aires, das San Francisco Ballet, das English National Ballet und Birmingham Royal Ballet, das Luzerner Ballett, die Ventura Dance Company Zürich und das Peter Schaufuss Ballet in Holstebro, Dänemark. Boris Trailine verpflichtete ihn 2001 zu Stars of the XXI Century an das Römische Theater in Verona mit anschließender weltweiter Tournée, während der u. a. zusammen mit Lucía Lacarra als Partnerin tanzte.Paolo Puccinelli: Estate Teatrale: Grance sucesso al Teatro Romano per il Gala <<Stelle del XXI Secolo>> über Lucia Lacarra, Gaetano Posterino u. a., L'Arena / Spettacoli, Juli 2001 2000 holte ihn Ben Van Cauwenbergh kurz zuvor als Ersten Solisten an das Hessische Staatstheater Wiesbaden, wo er bis 2008 blieb.Birgit Emnet: Kobold, Faun und Choreograf, Wiesbadener Kurier, 27. August 2005
Er war in über 100 LändernAalener Nachrichten, Tanz, Bewegung und Emotion, 22. August 2018 als Tänzer u. a. in Choreografien von Oscar Araiz, Tarek Assam, George Balanchine, Patrice Bart, Ben Van Cauwenbergh, Nils Christe, Derek Daine, Mats Ek, Antonio Gomez, Jiří Kylián, Enrico C. Musmeci, Marius Petipa, Inbal Pinto, Peter Schaufuss, James Sutherland, Stephan Thoss, Helgi Tómasson, Boris Trailine, Pablo Ventura, Richard Wherlock und Ed Wubbe mit großen Rollen auf der Bühne zu sehen.
Sein choreografisches Debüt gab er 1995 mit Against myself für das Luzerner Ballett auf Tournée an der Opera Mauritius in Port Luis. Seither ist Posterino Choreograf für Ballett, Tanztheater, Film und Oper.Zitiert nach Vesna Mlakar: Im Staubsaugerwalzer, Abendzeitung München, 27./28. April 2019, Seite 26 Parallel zu seiner Karriere als Tänzer arbeitet er fortan als Künstlerischer Leiter, Choreograf und Ballettmeister für zahlreiche Ballettkompanien, Theater und Tanzfestivals. Gast-Choreografien erarbeitete er bei u. a. für das Hessische Staatsballett bei den Internationalen Maifestspielen Wiesbaden von 2001 bis 2004 sowie für das Ballet Istanbul, das Ballet de Santiago de Chile, das Luzerner Ballet, das Pennsylvania Ballet, das Ballett des Mainfranken-Theater Würzburg oder die Deutsche Tanzkompanie Neustrelitz.
In 2001 berief ihn Achim Thorwald, damaliger Intendant (1996–2002) des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden, zum Haus-Choreografen. Dort entstanden, fortgesetzt während der Intendanz von Manfred Beilharz, in den Jahren bis 2007 zahlreiche neue Kreationen für und mit dem Hessischen Staatsballett, darunter abendfüllende Werke wie Armide, Carmen, Carmina Burana, Coppélia, Dornröschen, Platée und Romeo und Julia sowie tourende Publikumslieblinge wie Gina geht aus... oder Time Lock.
Ebenfalls im Jahre 2004 begann er sein Engagement als Künstlerischer Leiter und Hauptchoreograf beim Internationalen Tanztheater Reutlingen, wo er bis 2011 zahlreiche neue Ballett- und Tanztheaterkreationen schuf und die Reihe Internationales Tanztheater I-XI etablierte., Ausgabe 8, Febr. / März 2010, Seite 60
Von 2008 bis 2011 kreierte Gaetano Posterino als Haus-Choreograf während der Ballettdirektion von Robert Conn für das Ballet Augsburg am Theater Augsburg. Besondere Beachtung fanden dort neben ViceVersa die Inszenierung seiner Strawinsky-Trilogie mit Les Noces, Die Geschichte vom Soldaten und PulcinellaBirgit Müller-Bardorff, Ballett am Theater Augsburg: Der Teufel macht große Sprünge, Augsburger Allgemeine, 7. Februar 2010, zuletzt abgerufen am 13. Mai 2019 oder Rhapsody in Blue.
In weiteren Engagements, Co-Produktionen, Gast-Choreografien sowie mit seiner Posterino Dance Company gastiert er als freischaffender Choreograf europa- und weltweit. Seine über 70 Choreografien waren bislang zu sehen auf über 50 Bühnen in 16 Ländern.Website Gaetano Posterino, zuletzt abgerufen am 30. April 2019 Dazu zählen auch Produktionen musikalischer Bühnenwerke wie der Oper Schwanda, der Dudelsackpfeifer, die er 2012, 2014 und 2016 für die Semperoper Dresden und 2014 für das Teatro Massimo Palermo unter der Regie von Axel Köhler choreografierteRAI5, Švanda Dudák, zuletzt abgerufen am 6. Mai 2018, oder der Operetten Das Land des Lächelns am Theater Augsburg (2009)Rüdiger Heinze, Lisa verliert ihr Herz an einen Prinzen, Augsburger Allgemeine, 28. Juni 2009, zuletzt abgerufen am 25. Mai 2019 und Die Fledermaus am Landestheater Neustrelitz (2024)Spielplan Landestheater Neustrelitz, , zuletzt abgerufen am 13. Dezember 2023.
Im Jahre 2017 wurde er mit seiner Posterino Dance Company Partner des mehrjährigen, bundesweiten Programms Tanzland, gefördert über den Dachverband Tanz Deutschland aus Mitteln der Kulturstiftung des Bundes.Der Theaterverlag, Tanzland-Fonds, zuletzt abgerufen am 20. Mai 2019
In der Nachwuchsförderung engagiert er regelmäßig junge Tänzerinnen und Tänzer für Produktionen seiner Posterino Dance Company.Bayerisches Fernsehen, Tanz der Talente, zuletzt abgerufen am 3. Januar 2019
Posterinos Stil mischt klassisches Ballett mit zeitgenössischen Elementen und modernem Tanztheater.Sabine Leucht: Geknickte Flügel, Süddeutsche Zeitung, 29. April 2019Vesna Mlakar: Im Staubsaugerwalzer, Abendzeitung München, 27./28. April 2019, Seite 26 In Kritiken wird dieser charakterisiert mit Beschreibungen wie „360 Grad, die sein Kompass zur Verfügung stellt“Zitiert nach Birgit Müller-Bardorff: Ein Choreograf und dreimal Strawinsky, Augsburger Allgemeine, 5. Februar 2010 oder „Bewegungssprachen-Medley“Zitiert nach Sabine Leucht: Geknickte Flügel, Süddeutsche Zeitung, 28. April 2019.
Ehrungen und Auszeichnungen Für die Karriere: 2021: Premio Danza Calabria Tina Adamo, RendeCosenza Post, Premio Danza Calabria 2021, zuletzt abgerufen am 7. Mai 2022
Für choreografische Werke: 2024: Jugend Tanzt Deutscher Bundesverband Tanz, Dachau, erster Preis für „Second Skin“ 2011: Wahl der Inszenierung Schwanda, der Dudelsackpfeifer zur Wiederentdeckung des Jahres 2011/2012 durch die Zeitschrift Opernwelt. Opernwelt Jahrbuch 2011/2011 2007: ÖTR Contest, Wien, zweiter Preis für „Time Lock“ 2006: USA International Ballet Competition, Jackson, zweiter Preis für „Vivaldi“ 2006: International Ballet Competition, Varna, zweiter Preis für „Zone“ 2005: Helsinki International Ballet Competition, Helsinki, erster Preis für „Time Lock“
Als Ballett-Tänzer: 2002: Preis Balletto 2000 (Dance Magazine) als einer der aktivsten Tänzer Italiens in Europa 1999: „Laudatium“ von Königin Margrethe II. von Dänemark für seine künstlerische Leistung in The man of the past von Peter SchaufussEin wirbelnder Kobolt aus Sizilien, Rhein-Main-Presse, 22. Februar 2001 1991: Silbermedaille beim International Ballet Competition, Varna / Bulgarien 1990: Erster Preis beim Primo Concorso Nazionale di Danza Rieti / Italien 1990: Erster Preis und Publikumspreis beim Concorso Benetton Treviso / Italien 1990: Goldmedaille bei International Dance Competition Dom Perignon Brüssel / Belgien
Choreografien Chronologische Aufzählung mit Jahr, Titel, Ensemble und Ort der Uraufführung: 1995: Against myself (Luzerner Ballett, Port Louis) 1999: Frames (Ballet Istanbul, Istanbul) 2001: Carmina Burana (Ensemble Hessisches Staatstheater, Wiesbaden, Regie: Stefan Huber) 2001: Platée (Ensemble Hessisches Staatstheater, Wiesbaden, Regie: John Dew) 2001: Wild Things (Posterino Dance Company, Aarhus) 2002: The Mime – Hommage an Charlie Chaplin (Posterino Dance Company, Wiesbaden) 2002: Stimmungen eines Fauns (Posterino Dance Company, Wiesbaden) 2002: Cinderella (Hessisches Staatsballett, Wiesbaden) 2002: Carmen (Hessisches Staatsballett, Darmstadt) 2003: Operalectric (Posterino Dance Company, Wiesbaden) 2003: Icarus (Posterino Dance Company, Luzern) 2003: Armide (Ensemble Hessisches Staatstheater, Wiesbaden, Regie: Inbal Pinto, Avshalom Pollak) 2003: Mobile è la Luna (Hessisches Staatsballett, Wiesbaden) 2004: Hemera (Workshop Cast, Luzern) 2004: Romeo und Julia (Hessisches Staatsballett, Heilbronn) 2004: Vertigo (Posterino Dance Company, Reutlingen) 2004: Metamorphose (Hessisches Staatsballett, Wiesbaden) 2005: Just at home (Posterino Dance Company, Gießen) 2005: Time Lock (Hessisches Staatsballett, Wiesbaden) 2005: The Swan (Hessisches Staatsballett, Wiesbaden) 2005: Dornröschen (Hessisches Staatsballett, Wiesbaden) 2006: Bach Sonate (Hessisches Staatsballett, Wiesbaden) 2006: Gina geht aus … (Hessisches Staatsballett, Wiesbaden) 2006: Coppélia (Hessisches Staatsballett, Wiesbaden) 2006: Zone (Posterino Dance Company, Reutlingen) 2006: Vivaldi (Hessisches Staatsballett, Wiesbaden) 2007: Weil ich Dich brauche (Posterino Dance Company, Reutlingen) 2008: Ein Fremdling überall (Posterino Dance Company, Reutlingen) 2008: ViceVersa (Ballett Staatstheater Augsburg, Augsburg) 2008: Die Zofen (Theaterensemble Die Tonne, Reutlingen, Regie: Enrico Urbanek) 2008: For a smoke (Inklusionstheatergruppe BAFF, Reutlingen) 2008: Atmo (Choreografen-Forum, Reutlingen) 2009: Hommage an Pina (Posterino Dance Company, Reutlingen) 2009: Gravity in space (Posterino Dance Company, Wiesbaden) 2009: Das Land des Lächelns (Ensemble Staatstheater Augsburg, Augsburg, Regie: Axel Köhler) 2010: Sphere (Posterino Dance Company, Wiesbaden) 2010: Rhapsody in Blue (Ballett Staatstheater Augsburg, Augsburg) 2010: Les Noces (Ballett Staatstheater Augsburg, Augsburg) 2010: Geschichte vom Soldaten (Ballett Staatstheater Augsburg, Augsburg) 2010: Olymp Express (Inklusionsensemble SZ Karlsruhe, Karlsruhe) 2010: Pulcinella (Ballett Staatstheater Augsburg, Augsburg) 2011: Einfach so (Posterino Dance Company, Reutlingen) 2011: Vom Dunkeln ins Licht (Ballett Mainfranken-Theater Würzburg, Würzburg) 2012: Schwanda, der Dudelsackpfeifer (Ensemble Semperoper, Dresden, Regie: Axel Köhler) 2012: Der Soldat (Posterino Dance Company, Wiesbaden) 2015: Enemy in the Figure (Posterino Dance Company, Wiesbaden) 2015: Novilunio – From Dark to Light (BMICA Company, München) 2016: Through Pina’s Eyes (Posterino Dance Company, Wiesbaden) 2016: Nell' Aria (BMICA Company, München) 2017: Love me if you can! (Posterino Dance Company, München) 2017: Silver of a Sky (BMICA Company, Bozen) 2018: Bach for One (BMICA Company, München) 2018: Breathing Spaces (BMICA Company, München) 2019: Time Lapse (Posterino Dance Company, Cosenza) 2019: Mondo Paradiso (Posterino Dance Company, München) 2019: Pink and Blue (Posterino Dance Company, München) 2019: Parad-ox (Posterino Dance Company, München-Pullach) 2019: The Grey Area (Arteballetto, Catania) 2019: What if (Posterino Dance Company, München) 2019: Zwischen Himmel und Dir (Posterino Dance Company, München) 2021: Closer (Danza Calabria, Rende) 2023: Perfect Addiction (Posterino Dance Company, München) 2023: Rise to fall (Danza Calabria, Rende) 2024: Die Fledermaus (Ensemble Theater und Orchester Neubrandenburg / Neustrelitz sowie Deutsche Tanzkompanie, Landestheater Neustrelitz, Regie: Max Hoehn)