Aßlschwang ist ein Gemeindeteil der Stadt Freystadt im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz in Bayern.

Lage Das HaufendorfBernhard Heinloth, in Historische Atlas von Bayern, Heft 16 Neumarkt S. 3 / Bereitgestellt vom Münchener DigitalisierungsZentrum Digitale Bibliothek der Bayerischen Staatsbibliothek / abgerufen am 22. März 2026 liegt auf östlich der Schwarzach und rund zweieinhalb Kilometer nördlich des Gemeindesitzes im Albvorland der Südlichen Frankenalb. Zweieinhalb Kilometer nördlich von Aßlschwang erhebt sich der auf ansteigende bewaldete Möningerberg mit dem Freystädter Gemeindeteil Möningerberg.

Ortsnamensdeutung Gemäß den Forschungen der Kommission für bayerische Landesgeschichte bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften stammt der Ortsname vom althochdeutschen Grundwort "wang" bzw. "holzwang" mit der Bedeutung "Wiese, Flur mit Buschwerk" und dem althochdeutschen Personennamen "Askil" ab. Somit ergibt sich als Namensbedeutung "im Wiesenlande gelegene Siedlung des Askil".

Die aus 1967 stammende, auf das mittelhochdeutsche „ahsel“ für „Achsel“ als auf eine GeländeformBernhard Heinloth, in Historische Atlas von Bayern, Heft 16 Neumarkt S. 8 / Bereitgestellt vom Münchener DigitalisierungsZentrum Digitale Bibliothek der Bayerischen Staatsbibliothek / abgerufen am 22. März 2026 hinweisende Namensdeutung ist danach nicht mehr haltbar.

Geschichte Zwar weist der Ortsname auf eine Entstehung während der bajuwarischen Landnahme (um 800) hin,Heinloth, S. 8 eine erste urkundliche Erwähnung ist jedoch erst für das Jahr 1286 nachgewiesen, als der Reichsministeriale Ulrich von Sulzbürg dem Kloster Seligenporten ein Lehen zu "Asselswanch" gab.Bernhard Heinloth, in Historische Atlas von Bayern, Heft 16 Neumarkt S. 80 / Bereitgestellt vom Münchener DigitalisierungsZentrum Digitale Bibliothek der Bayerischen Staatsbibliothek / abgerufen am 22. März 2026

1299 vergab Gottfried von Wolfstein Höfe zu Aßlschwang als Lehen.Bernhard Heinloth, in Historischer Atlas von Bayern, Heft 16 Neumarkt S. 63 / Bereitgestellt vom Münchener DigitalisierungsZentrum Digitale Bibliothek der Bayerischen Staatsbibliothek / abgerufen am 22. März 2026 1346 ist ein Ulrich als „Wirth von Achselswang“ genannt.Regesta sive Rerum Boicarum Autographa ..., Volumen VIII, München 1839, S. 75 1354 teilten die Gebrüder Götz und Albrecht von Wolfstein ihre Güter unter sich, darunter den Zehent von „Aschelwang“.Regesta sive Rerum Boicarum Autographa ..., Volumen VIII, München 1839, S. 292 Für 1542 heißt es in einer Pfarrbeschreibung von Möning, dass der dortige Pfarrer unter anderem den Kleinzehent in Aßlschwang besitzt.Buchner II, S. 164 Teile des Großzehents standen den Weihbischof von Eichstätt zu. 1556 wurde unter Pfalzgraf Ottheinrich die Reformation eingeführt; 1625 wurde die Oberpfalz und damit auch Aßlschwang wieder katholisch.Buchner II, S. 164 f.

Gegen Ende des Alten Reiches, um 1800, besaß die 1769 vom bayerischen Kurfürsten von den wolfsteinschen Allodialerben, den Fürsten von Hohenlohe und Giech erworbene Herrschaft Pyrbaum von deren 25 Gütern in Aßlschwang 13 1/16-Güter.Heinloth, S. 108 Drei Halbhöfe und je zwei 1/4 und 1/8-Höfe gehörten grundherrlich zum Kastenamt Neumarkt, ein 1/4-Hof und fünf je 1/16-Höfe zum Klosterrichteramt Seligenporten. Gemeindlicher Besitz war das Hirtenhaus.Heinloth, S. 255 Die Hochgerichtsbarkeit übte das kurfürstliche Schultheißenamt Neumarkt aus.Heinloth, S. 242, 255

Im neuen Königreich Bayern (1806) wurde die Gemeinde Aßlschwang mit Richthof, Rohr und der Reckenstetter Mühle zwischen 1810 und 1818 dem Steuerdistrikt Möning zugeteilt.

Mit dem zweiten Gemeindeedikt vom 17. Mai 1818 wurde die Ruralgemeinde Aßlschwang gebildet, die ohne die Reckenstetter Mühle aus den drei Orte Aßlschwang, Richthof und Rohr bestand und dem Landgericht (ab 1862 Bezirksamt, ab 1879 Landkreis) Neumarkt zugeordnet wurde.Heinloth, S. 321 +Einwohnerentwicklung Dorf und GemeindeBerichtsjahrDorf AßlschwangGemeinde Aßlschwang1871156353192514634819501383651970120k. A. 1875 hatte die Gemeinde in ihren drei Orten insgesamt 353 Einwohner. Im Gemeindesitz gab es 48 Gebäude; es wurden dort acht Pferde und 170 Stück Rindvieh gehalten.Kgl. Statistisches Bureau in München (Bearb.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Koenigreichs Bayern, München 1876, Spalte 881 1900 hatte die 530,86 Hektar große Gemeinde 65 Wohngebäude und 336 Einwohner. In den drei Orten gab es insgesamt 15 Pferde, 416 Stück Rindvieh, 82 Schafe, 296 Schweine und sechs Ziegen.Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern mit alphabetischem Ortsregister, München 1904, Sp. 863 1961 wohnten in der Gemeinde 343 Personen.Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961, München 1964, Spalte 547

Am 13. Februar 1931 wurde Aßlschwang aus Möning aus- und nach Freystadt eingepfarrt.Buchner I, S. 345; II, S. 174

Mit der Gebietsreform in Bayern wurde die Gemeinde Aßlschwang zum 1. Januar 1972 in die Stadt Freystadt eingemeindet.Wilhelm Volkert (Hg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799-1980, München 1983, S. 533

Einwohnerentwicklung 1830: 139 (28 Häuser)Karl Friedrich Hohn: Der Regenkreis des Königreichs Bayern, geographisch und statistisch beschrieben, Stuttgart und Tübingen 1830, S. 136 1840: 145Max Siebert: Das Königreich Bayern topographisch-statistisch in lexicographischer und tabellarischer Form dargestellt, München 1840, S. 196 1875: 156 (48 Gebäude)Kgl. Statistisches Bureau in München (Bearb.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Koenigreichs Bayern, München 1876, Spalte 881 1900: 147 (28 Wohngebäude)Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern mit alphabetischem Ortsregister, München 1904, Sp. 863 1937: 129Buchner I, S. 346 1961: 125 (25 Wohngebäude)Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961, München 1964, Spalte 547 1987: 111 (37 Wohngebäude, 38 Wohnungen)Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987, München 1991, S. 258 2012: 120Müllers Großes Deutsches Ortsbuch 2012, Berlin/Boston 2012, S. 70 mini|Ortskapelle Katholische Kapelle St. Christophorus Diese wurde von der Gemeinde Aßlschwang 1832 erbaut und mit einem Kreuzweg ausgestattet. 1877 wurde sie restauriert und geweiht.Buchner I, S. 347; II, S. 170 Sie ist eine Filialkirche von Möning.

Vereine Schützenverein Birkengrün Aßlschwang, gegründet 1963 Freiwillige Feuerwehr Aßlschwang

Verkehr Zu erreichen ist das Dorf über Gemeindeverbindungsstraßen, die von der Staatsstraße 2237 abzweigen, sowie über eine Gemeindeverbindungsstraße von der Staatsstraße 2238 her.

Literatur Franz Xaver Buchner: Das Bistum Eichstätt. I. Band: Eichstätt 1937, II. Band: Eichstätt 1938 Bernhard Heinloth (Bearbeiter): Historischer Atlas von Bayern. Teil Altbayern, Heft 16: Neumarkt, München 1967

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Einzelnachweise

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