Das Wachregiment „Hugo Eberlein“, auch Wachregiment 2 (WR-2) war für die unmittelbare militärische Sicherung und Bewachung des Ministeriums für Nationale Verteidigung (MfNV) der DDR und viele dem Ministerium direktunterstellte Truppenteile, Einheiten, Lagereinrichtungen usw. zuständig und war in der Lambert-Horn-Kaserne Strausberg bei Berlin stationiert.

Auftrag Das WR-2 diente der Sicherung von Anlagen und Gebäuden des MfNV in Strausberg-Nord. Bis zum Jahre 1962 wurden auch Objekte in Berlin bewacht. Dieser Truppenteil war dem MfNV direkt unterstellt. Disziplinarvorgesetzter war der Stellvertreter des Chefs des Hauptstabes für Allgemeine Aufgaben im MfNV. Zu den Aufgaben gehörte auch die Bewachung des Staatsjagd-Objektes Jagdschloß Hubertusstock unter Erich Honecker.

Geschichte Das WR-2 ging 1956 aus dem Wachregiment der Hauptverwaltung Ausbildung der Kasernierten Volkspolizei hervor. Benannt war es nach dem Kommunisten Hugo Eberlein.

Bis 1962 gehörten diesem Truppenteil drei Ehrenkompanien für rein protokollarische Aufgaben an. Diese wurden 1962 herausgelöst und dem neu formierten Wachregiment „Friedrich Engels“ unterstellt.

Die Angehörigen des WR-2 trugen ein Ärmelband mit der Stickerei „NVA-Wachregiment“, das im Gegensatz zum Wachregiment Friedrich Engels den gesamten Ärmel umschloss.

Das Wachregiment war nach dem Vier-Mächte-Statut der Alliierten für Berlin widerrechtlich in Berlin stationiert.

Mit der Abwicklung der NVA im Jahre 1990 wurde dieser Truppenteil aufgelöst.

Kommandeure Dienstgrad, Name Dienstzeit BemerkungOberstleutnant Wende19..–1973Oberst Stobbe1973–19..Oberst Franz Kusz19..–1980Oberst Walter Urban1980–1984Oberst Christian Steinkopf1984–1990Oberstleutnant Ekkehard Prötzigletzter Kommandeur

Bekannte Angehörige des Regiments Name Dienstzeit Verwendung im WRAlfred Vogel1956–1958Lothar Engelhardt1958Wachsoldat

Gliederung Bestand des WR-2: Stabszug mit rund 50 Soldaten und ca. 60 Zivilangestellten 1. Wachbataillon 2. Wachbataillon Jedes Wachbataillon bestand aus drei Kompanien. Eine Kompanie hatte drei Züge mit je drei Schützenpanzerwagen BTR-60. Die Sicherung der Objekte in der Fontanestraße in Strausberg-Stadt, wo maßgeblich wichtige Militärs wohnten, erfolgte in der Regel durch den ersten Zug der ersten Kompanie des ersten Bataillons. Zur Bewachung des Grundstücks des Ministers dort waren im Frontbereich Zeit- oder Berufsunteroffiziere sowie ausgesuchte Wehrdienstleistende des 3. Diensthalbjahres eingesetzt. Ab etwa 1982 wurde die Bewachung dieser Objekte aufgrund besonderer Sicherheitsbedürfnisse durch Fallschirmjäger aus Prora und Lehnin übernommen. Außerdem erfüllte die 1. Kompanie des 1. Bataillons spezielle Schutz- und Sicherungsaufgaben in NVA- bzw. Regierungsobjekten wie z. B. Hubertusstock, Garzau, Storkow Flugabwehr-Abteilung (FlaAbt) mit vier Batterien Im Bestand einer Batterie waren je sechs Geschütze ZU 23/2 (Summe 24) Pionierzug mit 30 Soldaten und Unteroffizierausbildungskompanie (UAK) mit etwa 120 Soldaten Sicherstellungskompanie Transportkompanie

Einzelnachweise

Kategorie:Verband der Landstreitkräfte der NVA Kategorie:Militär (Strausberg) Kategorie:Gegründet 1956 Kategorie:Aufgelöst 1990 Kategorie:Geschichte (Strausberg) Kategorie:Ministerium für Nationale Verteidigung