Bei der Mariä-Himmelfahrt-Kirche in Kruklanki () handelt es sich um einen in der Mitte des 18. Jahrhunderts errichteten verputzten Feldsteinbau. Bis 1945 war sie evangelisches Gotteshaus für die Kirchspielbewohner im damals ostpreußischen und Kruglanken genannten Dorf und ist heute die Kirche der römisch-katholischen Pfarrei im polnischen Kruklanki.
Geographische Lage Das Dorf Kruglanki liegt im Nordosten der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren nordöstlich der Stadt Giżycko (). Als eine von jetzt drei Kirchen steht die heute römisch-katholische Mariä-Himmelfahrt-Kirche im östlichen Ortsteil an der ulica 22 Lipca.
Kirchengebäude Eine erste Kirche entstand in Kruglanken 1575 im spätgotischen Stil.Kruklanki – Kruglanken Auf ihren Fundamenten wurde 1753 ein chorloser verputzter Feldsteinbau errichtet,Walther Hubatsch: Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 2 Bilder ostpreussischer Kirchen. Göttingen 1968, S. 88, Abb. 355–356. der 1874 einer aufwändigen Restaurierung unterzogen wurde. Im Süden des Kirchengebäudes war eine Vorhalle, im Osten eine Sakristei angebaut.
Der Kirchturm auf dem noch erkennbar alten Fundament wurde 1648 fertiggestellt, nachdem zwei Geschosse aufgesetzt und die Giebel aufgemauert worden waren. 1875 wurde er restauriert und nach Kriegsschäden 1914/15 wieder erneuert.
Der Kircheninnenraum ist dreischiffig angelegt. Über dem mittleren Kirchenschiff befindet sich ein hölzernes Tonnengewölbe, die Emporen dagegen haben flache Decken. Unter Verwendung eines älteren Altars und einer Kanzel (um 1610) wurde 1753 ein Kanzelaltar geschaffen. Aus der Zeit des beginnenden 17. Jahrhunderts stammt auch noch ein Kruzifix.
Das Geläut der Kirche bestand vor 1945 aus zwei Glocken.
Kirchengemeinde Evangelisch (bis 1945) Geschichtliches Bereits in vorreformatorischer Zeit war Kruglanken ein Kirchdorf.Walther Hubatsch: Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 3 Dokumente, Göttingen, 1968, S. 476. Die lutherische Lehre hielt hier bald nach der Reformation in Ostpreußen Einzug, als auch die ersten evangelischen Geistlichen um 1540 ihren Dienst hier aufnahmen. Bis etwa 1816 amtierten hier zwei Pfarrer gleichzeitig.Friedwald Moeller: Altpreußisches evangelisches Pfarrerbuch von der Reformation bis zur Vertreibung im Jahre 1945. Hamburg 1968, S. 77–78.
Bis 1725 gehörte die Pfarrei Kruglanken zur Inspektion Rastenburg (). Danach war sie bis 1945 Teil des Kirchenkreises Angerburg in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Evangelischen Kirche der Altpreußischen Union. Im Jahr 1925 zählte die Kirchengemeinde insgesamt 4460 Gemeindeglieder, die in mehr als 20 Dörfern, Ortschaften und Wohnplätzen lebten.
Flucht und Vertreibung der einheimischen Bevölkerung ließen das Leben der evangelischen Gemeinde im jetzt Kruklanki genannten Kirchspiel nach 1945 zum Erliegen kommen. Heute leben nur noch sehr wenig evangelische Kirchenglieder hier. Sie gehören jetzt zur Pfarrei Giżycko (Lötzen) mit der Filialgemeinde in Pozezdrze (Possessern, 1938–1945 Großgarten) innerhalb der Diözese Masuren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen.
Kirchspielorte In das Kirchspiel Kruglanken waren neben dem Kirchdorf bis 1945 eingepfarrt:Der * kennzeichnet einen Schulort
Name Änderungsname1938 bis 1945 Polnischer Name Name Änderungsname1938 bis 1945 Polnischer Name Borken, Forst Borki Mosdzehnen (ab 1930:)Borkenwalde Możdżany *Gansenstein Brożówka *Neu Freudenthal Boćwinka Groß Eschenort Jasieniec Neu Soldahnen Nowe Sołdany Grunden Grądy Kruklaneckie Regulowken Regułówka *Jesziorowsken Seehausen Jeziorowskie *Siewen Żywy Johannisthal Janowo *Siewken Żywki Katzerowken Katzenberge Kaczorówko *Soldahnen Sołdany Knobbenort Podleśne *Soltmahnen Sołtmany Kruglinner Wiesenhaus Waldgut Lötzen Knieja Łuczańska Luisenhof Żywki Małe *Willudden Andreastal Wyłudy Hopfental Chmielewo Wolfsbruch Wyrzywilki
Pfarrer An der Kirche in Kruglanken amtierten bis 1945 als evangelische Geistliche: Matthias Richolovius, bis 1564 Martin Kuchta, ab 1565 Albert Danovius, bis 1574 Adam Dolivianus, bis 1588 Johann Kupzau, 1588–1589 Andreas Reinicius, bis 1591 Martin Gadzalius, ab 1593 Johann Adami, 1630–1681 Paul Surminski, 1655–1705 Friedrich Mieczkowski, ab 1682 Gottfried Reimer, 1699–1703 Michael Itzko, 1703–1710 Paul Bernhard Drigalski, 1706–1708 Martin Pilkowius, 1708–1710 N. Gorsepius, 1710 Johann Sadowius, 1711–1718 Albrecht Koslowski, 1712–1722 Georg Kreutner, 1718–1756 Christoph Strugul, 1723–1726 Johann Ungefug, 1726–1747 David Sterling, 1740–1741 Andreas Golendzio, 1744–1756 Jacob Guttowski, 1749–1777 Andreas Golendzio, 1756–1793 Michael Bieber, 1777–1805 Johann Milau, 1797–1816 Michael Kalkowsky, 1806–1819 Andreas Gottl. Paulini, 1816–1819 Andreas Wilhelm Friczewski, 1819–1827 Johann Jacob Stern, 1828–1850 Jacob Preuß, 1840–1850 Hermann Julius E. Wendland, 1850–1883 Johann Michael Ebel, 1883–1884 Johann Gottl. Richard Uszczeck, 1884–1897 Otto Julius Reichmann, 1894–1898 Ludwig E. Borkowski, 1898–1913 Fritz Angermann, 1914–1934 Karl Seifert, ab 1935 Karl Lange, 1937–1944
Kirchenbücher Von den Kirchenbuchunterlagen des Kirchspiels Kruglanken haben sich erhalten und werden bei der Deutschen Zentralstelle für Genealogie in Leipzig aufbewahrt: Taufen, Trauungen und Begräbnisse 1834 bis 1874.
Römisch-katholisch (seit 1945) Vor 1945 lebten nur wenige Katholiken im Gebiet von Kruglanken. Sie waren in die Pfarrkirche St. Bruno in Lötzen (polnisch Giżycko) eingepfarrt. Sie gehörte zum Dekanat Masuren II mit Sitz in Johannisburg (polnisch Pisz) im Bistum Ermland.
Nach dem Zweiten Weltkrieg siedelten sich in der Region kruklanki zahlreiche polnische Bürger an, die meisten von ihnen römisch-katholischer Konfession. Die bisher evangelische Dorfkirche in Kruklanki wurde zu ihren Gunsten enteignet und zu einem der römischen Liturgie angepassten Gotteshaus ausgestaltet. Es trägt den Namen „Mariä-Himmelfahrt-Kirche“. Im Jahre 1962 wurde hier eine eigene Pfarrei errichtet. Sie ist Teil des Dekanats Giżycko-św. Krzysztof (Christophorus) im Bistum Ełk (Lyck) der Römisch-katholischen Kirche in Polen.
Neben der römisch-katholischen Mariä-Himmelfahrt-Kirche gibt es in Kruklanki auch eine griechisch-katholische Kirche św. Jozafata Kuncewicza und eine polnisch-orthodoxe Kirche św. Dymitra.
Verweise Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Erbaut in den 1750er Jahren Kategorie:Feldsteinkirche Kategorie:Umgewidmetes Kirchengebäude Kategorie:Mariä-Himmelfahrt-Kirche Kategorie:Kirchengebäude im Bistum Ełk Kategorie:Kirchengebäude in der Woiwodschaft Ermland-Masuren Kategorie:Kulturdenkmal in der Woiwodschaft Ermland-Masuren