Die Rallye Dakar 2016 (Peru-Bolivia-Argentina)Teilnehmerlisten Dakar 1979-2008 war die 38. Austragung der Rallye Dakar und die 37., die tatsächlich ausgefahren wurde. Sie fand zum achten Mal in Folge in Südamerika statt. Die Rallye begann am 2. Januar 2016 in Buenos Aires in Argentinien und endete nach 13 Etappen am 16. Januar in Rosario. In dieser Zeit wurden, je nach Fahrzeugklasse, rund 9000 Kilometer, davon bis zu 4800 Rennkilometer, durch Argentinien und Bolivien zurückgelegt.

Teilnehmer Insgesamt gingen 347 Fahrzeuge an den Start, davon 136 Motorräder, 45 Quads, 111 Autos und 55 Trucks.

Motorräder Etwa die Hälfte der Teilnehmer dieser Kategorie trat mit Motorrädern von KTM an. Das offizielle Werksteam bestand aus den Fahrern Antoine Méo, Jordi Viladoms, Toby Price, der im Vorjahr auf Platz drei gefahren war, dem österreichischen Cross-Country-Weltmeister Matthias Walkner sowie der ehemaligen Hondapilotin Laia Sanz. Marc Coma, der im Vorjahr bereits seinen fünften Dakarsieg errungen hatte, trat nicht mehr an. Zu den weiteren KTM-Fahrern zählten unter anderem die Franzosen David Casteu und der zuletzt für Yamaha fahrende Olivier Pain sowie die Slowaken Štefan Svitko und Ivan Jakeš, die 2015 alle unter den ersten Zehn gelandet waren.

Ruben Faria und Pablo Quintanilla, der Viert- bzw. Sechstplatzierte von letzten Jahr, wechselten von KTM zum Tochterunternehmen Husqvarna.

Für das Hondawerksteam traten neben Joan Barreda Bort und dem Vorjahreszweiten Paulo Gonçalves auch Michael Metge, Paolo Ceci und Ricky Brabec an. Hélder Rodrigues, der 2015 Platz zwölf erreicht hatte, kehrte zum Werksteam von Yamaha zurück. Für letzteres gingen außerdem Alessandro Botturi, Adrien Van Beveren und Xavier de Soultrait an den Start.

Quads Bei den Quads waren hauptsächlich Modelle von Yamaha und Can-Am vertreten. Zu den Yamahafahrern zählten u. a. der Vorjahressieger Rafał Sonik, sowie die argentinischen Brüder Marcos und Alejandro Patronelli. Beide hatten die Rallye Dakar bereits jeweils zweimal gewonnen.

Walter Nosiglia, zuletzt Drittplatzierter, trat als einer von Wenigen, mit einem Quad von Honda an.

Autos mini|Einige Teilnehmer der Autowertung.V. l. n. r.: Sébastien Loeb, Nasser Al-Attiyah, Stéphane Peterhansel, Nani Roma. Das deutsche X-Raid-Team schickte in diesem Jahr zwölf Fahrzeuge ins Rennen. Das Kernteam bestand aus den Fahrern Nani Roma, Orlando Terranova, dem Vorjahressieger Nasser Al-Attiyah und dem WRC-Fahrer Mikko Hirvonen, der zum ersten Mal an der Rallye Dakar teilnahm. Weitere Teilnehmer waren z. B. der ehemalige Skispringer Adam Małysz und Sergio Lafuente. Letzterer fuhr bisher ausschließlich in der Quad-Wertung und trat in diesem Jahr als Copilot für Nazareno Lopez an. Als Fahrzeug setzte X-Raid den MINI All4 Racing ein.

Das Werksteam von Peugeot wurde von drei auf vier Fahrzeuge aufgestockt. Als vierter Fahrer trat neben Dakar-Rekordsieger Stéphane Peterhansel, Carlos Sainz senior und Cyril Despres nun auch der WRC-Fahrer Sébastien Loeb an. Er bestritt seine erste Dakar. Wie im Vorjahr, kam als Fahrzeug der Peugeot 2008 DKR zum Einsatz. Der heckgetriebene Buggy wurde gegenüber dem Vorjahresmodell umfassend modifiziert, wobei u. a. die Gewichtsverteilung überarbeitet wurde.

Ebenfalls mit einem Peugeot 2008 DKR trat der Franzose Romain Dumas an, allerdings mit einem Modell von 2015 und unabhängig vom Werksteam.

Der Vorjahreszweite Giniel de Villiers ging mit seinem Copilot Dirk von Zitzewitz erneut für das südafrikanische Team Toyota Gazoo Racing an den Start. Er und seine Teamkollegen Leeroy Poulter und Yazeed Al-Rajhi nahmen jeweils mit einem Toyota Hilux teil. Dieser wurde gegenüber dem Modell des letzten Jahres mit einem neuen Motor und einem überarbeiteten Getriebe ausgestattet.

Bernard ten Brinke und Ronan Chabot, die im letzten Jahr die Plätze sieben und zehn erreichten, nahmen jeweils mit einem Toyota Hilux des belgischen Teams Overdrive Racing teil.

Trucks Das Werksteam von KAMAZ war in diesem Jahr mit vier Trucks vertreten. Neben Titelverteidiger Airat Mardejew traten noch Andrei Karginow und Eduard Nikolajew, die beide bereits jeweils einmal die Rallye Dakar gewonnen hatten, sowie Dmitri Sotnikow an.

Team de Rooy Iveco ging mit fünf Fahrzeugen an den Start. Als Fahrer traten Gerard de Rooy, Federico Villagra, Ton van Genugten, Pep Vila Roca und Aleš Loprais an. Letzterer fuhr im Vorjahr mit einem MAN-Truck auf Platz vier. Zum Einsatz kamen drei Iveco Powerstar und zwei Iveco Trakker.

Das tschechische Team Baggyra Racing war mit den Fahrern Martin Kolomý und Jaroslav Valtr vertreten. Valtr steuerte einen Tatra Phoenix und Kolomý, der zuletzt Platz sieben erreicht hatte, einen Tatra 815.

Route Die Rallye startete in Buenos Aires und führte in den ersten Etappen über Villa Carlos Paz und Termas de Río Hondo nach San Salvador de Jujuy. Von dort startete die erste Marathonetappe. Diese führte die Fahrer durch einen Ausläufer der Anden mit einer durchschnittlichen Höhe von ca. und endete wieder am Startpunkt. Im Zuge der Marathonetappe durften im Anschluss die Mechaniker und zum ersten Mal auch die Fahrer keine Reparaturen an den Fahrzeugen durchführen.

Die nächste Etappe führte über die Anden nach Uyuni in Bolivien, wobei die Route mit einer Höhe von bis zu auf dieser Etappe ihren höchsten Punkt erreichte. Danach ging es zunächst in einer Schleife durch die Andenregion von Bolivien und später ins argentinische Salta, wo am 10. Januar der Ruhetag stattfand.

Nach dem Ruhetag ging es für die Teilnehmer weiter nach Belén und zur zweiten Marathonetappe die ebenfalls in Belén endete. Die nächsten beiden Etappen nach La Rioja und San Juan führten durch ausgedehnte Dünenregionen, bevor es auf der in diesem Jahr längsten Etappe weiter nach Villa Carlos Paz ging. Von dort startete am 16. Januar die letzte Etappe, die diesmal auch die kürzeste Wertungsprüfung war, nach Rosario.

Ursprünglich war eine gänzlich andere Route vorgesehen. Diese sollte in Lima in Peru starten und von dort durch die Anden nach Bolivien und später nach Argentinien führen. Peru sagte seine Ausrichtung aber wegen Bedenken bezüglich der Auswirkungen von El Niño im August 2015 ab.

Etappen EtappeDatumVonNachMotorräder / QuadsAutosTrucks Verbindung Wertung Gesamt Verbindung Wertung Gesamt Verbindung Wertung Gesamt1 3. Januar Buenos Aires Villa Carlos Paz 405 227 632 404 258 662 404 258 6622 4. Januar Villa Carlos Paz Termas de Río Hondo 336 450 786 337 521 858 337 521 8583 5. Januar Termas de Río Hondo San Salvador de Jujuy 349 314 663 349 314 663 349 314 6634 6. Januar San Salvador de Jujuy San Salvador de Jujuy 200 429 629 200 429 629 201 418 6195 7. Januar San Salvador de Jujuy Uyuni 315 327 642 315 327 642 315 327 6426 8. Januar Uyuni Uyuni 181 542 723 181 542 723 305 295 6007 9. Januar Uyuni Salta 440 353 793 440 353 793 440 353 793 10. Januar Salta Ruhetag8 11. Januar Salta Belén 373 393 766 373 393 766 373 393 7669 12. Januar Belén Belén 151 285 436 111 285 396 111 285 39610 13. Januar Belén La Rioja 283 278 561 485 278 763 485 278 76311 14. Januar La Rioja San Juan 281 431 712 281 431 712 281 431 71212 15. Januar San Juan Villa Carlos Paz 450 481 931 450 481 931 599 267 86613 16. Januar Villa Carlos Paz Rosario 519 180 699 519 180 699 519 180 699Gesamtstrecke 4283 4690 8973 4445 4792 9237 4719 4320 9039Alle Angaben in Kilometer, Quelle:

Etappenergebnisse 1. Etappe Der Start der ersten Etappe wurde wegen starker Regenfälle zunächst mehrfach verschoben. Im Laufe des Vormittags entschied sich die Rennleitung aber dazu, die gesamte Etappe aus Sicherheitsgründen abzusagen, da wegen des schlechten Wetters der Einsatz der Rettungshubschrauber nicht möglich sei.

2. Etappe Da die vorgesehene Strecke wegen der Regenfälle der Vortage teilweise noch immer unbefahrbar war, wurde die Wertungsprüfung für die Motorräder und Quads auf 354 km, für die Autos und Trucks auf 387 km verkürzt.

In der Motorradwertung lag Štefan Svitko zunächst auf dem dritten Platz. Er erhielt aber eine Zeitstrafe von einer Minute und fiel auf Rang fünf zurück.

Der Renault-Truck von Martin van den Brink fing aufgrund von überhitzten Bremsen Feuer und brannte vollständig aus. Er, sein Navigator und sein Bordmechaniker blieben unverletzt. RangMotorräderQuadsAutosTrucks Fahrer Marke Zeit Abstand Fahrer Marke Zeit Abstand Fahrer Marke Zeit Abstand Fahrer Marke Zeit Abstand1 Toby Price KTM 3:46:24 – Ignacio Casale Yamaha 4:10:47 – Sébastien Loeb Daniel Elena Peugeot 3:45:56 – Hans Stacey Serge Bruynkens Jan van der Vaet MAN 4:18:18 –2 Ruben Faria Husqvarna 3:47:44 + 1:20 Brian Baragwanath Yamaha 4:14:36 + 3:49 Stéphane Peterhansel Jean-Paul Cottret Peugeot 3:48:09 + 2:23 Pieter Versluis Marcel Pronk Artur Klein MAN 4:19:06 + 0:483 Alain Duclos Sherco 3:48:15 + 1:51 Marcelo Medeiros Yamaha 4:14:58 + 4:11 Giniel de Villiers Dirk von Zitzewitz Toyota 3:48:47 + 3:01 Gerard de Rooy Moisès Torrallardona Darek Rodewald Iveco 4:20:09 + 1:51

3. Etappe Wegen der Folgen des schlechten Wetters wurde die Wertungsprüfung zunächst um gut 100 km verkürzt. Für die Trucks wurde die Strecke später ein weiteres Mal verkürzt, nachdem ein Erdrutsch einen Abschnitt unpassierbar gemacht hatte.

Joan Barreda Bort fuhr die Bestzeit in der Motorradwertung. Er erhielt aber im Nachhinein wegen einer Geschwindigkeitsüberschreitung in einer geschlossenen Ortschaft eine Zeitstrafe von einer Minute und fiel auf den fünften Platz zurück. RangMotorräderQuadsAutosTrucks Fahrer Marke Zeit Abstand Fahrer Marke Zeit Abstand Fahrer Marke Zeit Abstand Fahrer Marke Zeit Abstand1 Kevin Benavides Honda 2:31:03 – Brian Baragwanath Yamaha 2:42:35 – Sébastien Loeb Daniel Elena Peugeot 2:09:39 – Martin Kolomý David Kilián René Kilián Tatra 1:42:40 –2 Paulo Gonçalves Honda 2:31:29 + 0:26 Ignacio Casale Yamaha 2:42:39 + 0:04 Carlos Sainz senior Lucas Cruz Peugeot 2:11:02 + 1:23 Hans Stacey Serge Bruynkens Jan van der Vaet MAN 1:42:57 + 0:173 Antoine Méo KTM 2:31:30 + 0:27 Rafał Sonik Yamaha 2:46:14 + 3:39 Nasser Al-Attiyah Matthieu Baumel Mini 2:11:04 + 1:25 Federico Villagra Jorge Pérez Companc Andres Memi Iveco 1:43:34 + 0:54

4. Etappe Joan Barreda Bort erhielt auf dieser Etappe wieder eine Zeitstrafe wegen einer Geschwindigkeitsüberschreitung und musste seinen Etappensieg ein weiteres Mal abtreten.

Im Zuge der Marathonetappe durften die Mechaniker im Fahrerlager von San Salvador de Jujuy keine Reparaturen an den Fahrzeugen durchführen. Zum ersten Mal galt dies in diesem Jahr auch für die Fahrer. RangMotorräderQuadsAutosTrucks Fahrer Marke Zeit Abstand Fahrer Marke Zeit Abstand Fahrer Marke Zeit Abstand Fahrer Marke Zeit Abstand1 Paulo Gonçalves Honda 3:49:29 – Alexis Hernández Yamaha 4:53:23 – Stéphane Peterhansel Jean-Paul Cottret Peugeot 3:42:24 – Gerard de Rooy Moisès Torrallardona Darek Rodewald Iveco 3:58:16 –2 Kevin Benavides Honda 3:54:15 + 4:46 Marcos Patronelli Yamaha 4:53:27 + 0:04 Carlos Sainz Lucas Cruz Peugeot 3:42:53 + 0:11 Pieter Versluis Marcel Pronk Artur Klein MAN 3:58:53 + 0:373 Ruben Faria Husqvarna 3:54:55 + 5:26 Enrique Umbert Okumura Yamaha 4:53:51 + 0:28 Sébastien Loeb Daniel Elena Peugeot 3:43:09 + 0:27 Hans Stacey Serge Bruynkens Jan van der Vaet MAN 3:59:34 + 1:18

5. Etappe Rafał Sonik, der Vorjahressieger in der Quadwertung, erlitt einen Motorschaden und schied aus. Marcelo Medeiros, bis dahin Drittplatzierter, zog sich bei einem Sturz einen Schlüsselbeinbruch zu. Auch er konnte die Rallye nicht fortsetzen.