Die Frontometaphysäre Dysplasie (FMD) ist eine zu den Oto-palato-digitalen Syndromen gehörige angeborene Skelettdysplasie mit typischen Veränderungen an der Stirn und den Metaphysen der langen Röhrenknochen.

Synonyme sind: Fronto-metaphysäre Dysplasie; FMD; Gorlin-Cohen-Syndrom

Die Bezeichnung bezieht sich auf die Erstautoren der Erstbeschreibung aus dem Jahre 1969 durch den US-amerikanischen Humangenetiker Robert James Gorlin (11. Jan. 1923–29. Aug. 2006) und den Pädiater Michael M. Cohen.R. J. Gorlin, M. M. Cohen: Frontometaphyseal dysplasia. A new syndrome. In: American Journal of Diseases of Children (1960), September 1969, Band 118, Nr. 3, S. 487–494; PMID 5807657.

Verbreitung Die Häufigkeit wird mit unter 1 zu 1.000.000 angegeben, etwa 30 Patienten sind bislang beschrieben worden. Die Vererbung erfolgt X-chromosomal rezessiv, heterozygote Frauen sind nur geringgradig betroffen.

Ursache Der Erkrankung liegen beim Typ 1 Mutationen im FLNA-Gen am Genort Xq28 zugrunde, welches für Filamin A, ein Protein des Cytoskeletts, kodiert.

Weitere Erkrankungen mit Mutationen an diesem Gen sind das Melnick-Needles-Syndrom (MNS), beide zusammen werden auch als Fronto-oto-palato-digitale Osteodysplasien bezeichnet Oto-palato-digitales Syndrom Typ 1 Oto-palato-digitales Syndrom Typ 2

Es gibt einen Typ 2 mit Mutationen im MAP3K7-Gen auf dem Chromosom 6 an q15 mit autosomal-dominantem Erbgang.

Klinische Erscheinungen Klinische Kriterien sind: Gesichtsauffälligkeiten wie Supraorbitalwulst, eingezogene und breite Nasenwurzel, Hypertelorismus, antimongoloide Lidachsen, spitzes Kinn, hoher Gaumen, verzögerte oder teilweise fehlende Zahnentwicklung, maxilläre Mikrognathie zunehmende Schwerhörigkeit Muskelhypotrophie insbesondere der Hand, Flexionskontrakturen der Finger, ulnare Deviation des Handgelenkes

Diagnose Im Röntgenbild charakteristische Veränderungen sind: Hyperostose des Os frontale basal, fehlende Stirnhöhlen, Hyperostose der Schädelkalotte mit „Stahlhelmform“ des Schädels Hypoplasie des Processus condylaris des Unterkiefers metaphysäre Aufweitung mit Sklerosierung, teilweise mit Verbiegung der langen Röhrenknochen Hypoplasie der Beckenschaufel dorsal betonte Abflachung der Wirbelkörper, Skoliose

Therapie Eine Operation am Schädel ist in einigen Fällen möglich. Bei der Anästhesie können Probleme mit den Luftwegen auftreten.A. Ganigara, M. Nishtala, Y. R. Chandrika, K. R. Chandrakala: Airway management of a child with frontometaphyseal dysplasia (Gorlin Cohen syndrome). In: Journal of anaesthesiology, clinical pharmacology, April 2014, Band 30, Nr. 2, S. 279–280; doi:10.4103/0970-9185.130100, PMID 24803775, .

Literatur S. P. Robertson: Otopalatodigital syndrome spectrum disorders: otopalatodigital syndrome types 1 and 2, frontometaphyseal dysplasia and Melnick-Needles syndrome. In: European Journal of Human Genetics (EJHG), Januar 2007, Band 15, Nr. 1, S. 3–9; doi:10.1038/sj.ejhg.5201654, PMID 16926860. H. Kleinsorge, E. Böttger: Das Gorlin-Cohen-Syndrom (fronto-metaphysäre Dysplasie). In: RöFo – Fortschritte auf dem Gebiet der Röntgenstrahlen und bildgebenden Verfahren, November 1977, Band 127, Nr. 5, S. 451–458; doi:10.1055/s-0029-1230740, PMID 144680.

Einzelnachweise

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