Kammühle ist ein Gemeindeteil des Marktes Thalmässing im Landkreis Roth (Mittelfranken, Bayern). Kammühle liegt in der Gemarkung Lohen.

Geographische Lage Die Einöde liegt im Norden des Naturparks Altmühltal nordöstlich von Thalmässing am Eichelbach, einem rechten Zufluss der Schwarzach. Die Kammühle liegt an der parallel zur Bundesautobahn 9 und zur ICE-Strecke Ingolstadt-Nürnberg östlich verlaufenden Staatsstraße 2391 zwischen Untermässing im Süden und Lohen im Norden.

Ortsnamensdeutung Bei Kammühlen handelt es sich um einen Mühlentyp, bei dem das Wasser auf das vertikale Wasserrad fließt und die Kraftübertragung durch ein Kammrad auf die senkrechte Welle des Mühlsteines geschieht.Friedrich Gottlieb Stebler: Sonnige Halden am Lötschberg, Zürich 1914, S. 85

Geschichte Die ursprünglich eichstättische MühleGünter Frank und Georg Paulus: Edition von Christoph Vogels Beschreibungen pfalz-neuburgischer Ämter (1598–1604), S. 25, siehe unterstand dem pfalz-neuburgischen Pflegamt Hilpoltstein.Franz Kumpf: Gesetzes-Statistik von Mittelfranken und den vom vormaligen Rezatkreise getrennten Gerichten, Ansbach 1939, S. 46, Fußnote „n“ 1777 wurde die Mühle mit dem Amt Hilpoltstein Teil des Kurfürstentums Pfalz-Bayern.Josef Specht: Das Rother Land wird bayerisch. In: Heimatkundliche Streifzüge 19 (2000), S. 11 f.

Im Königreich Bayern (1806) kam die Kammühle mit dem Kirchdorf Lohen 1808 in den Steuerdistrikt Weinsfeld, 1810 in den Steuerdistrikt Offenbau. Mit dem Gemeindeedikt von 1818 wurde Lohen mit der Mühle eine eigene Ruralgemeinde. Seit 1803 im Landgericht Hilpoltstein, kam die Gemeinde Lohen und damit die Kammühle in das Landgericht Raitenbuch und 1812 in das Landgericht Greding.Hirschmann, S. 228

1820/1823 bestand die Einöde bzw. der Weiler aus einem, 1904 aus zwei, 1950/1952 aus drei Anwesen/Häuser.Adreß- und statistisches Handbuch für den Rezatkreis im Königreich Baiern, Ansbach 1820, S. 39

Für 1831 wird berichtet, dass die Mühle über zwei Mahlgänge verfügte.Repertorium des topographischen Atlasblattes Weissenburg, München 1831, S. 15 1875 hielt die Müllerfamilie in ihrer Ökonomie zwei Pferde und sieben Stück Rindvieh.Kgl. Statistisches Bureau in München (Bearb.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Koenigreichs Bayern, München 1876, Spalte 1163

Im Zuge der Gemeindegebietsreform wurde die Gemeinde Lohen mit Kammühle – heute ein Reiterhof – zum 1. Januar 1972 nach Thalmässing im Landkreis Roth eingegliedert. 2013 wurde die marod gewordene steinerne Brücke über den Eichelbach zur Kammühle durch einen Stahl-Wellblechdurchlass ersetzt.Hilpoltsteiner Kurier vom 7. Mai 2013

Einwohnerentwicklung 1818: 8 (1 „Feuerstelle“, 1 Familie) 1823: 8 (1 Anwesen) 1840: 8 (1 Haus, 1 Familie)Eduard Vetter: Statistisches Hand- und Addreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern. Ansbach 1846, S. 122 1871: 9 (4 Gebäude)Kgl. Statistisches Bureau in München (Bearb.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Koenigreichs Bayern, München 1876, Spalte 1163 1900 und 1936: 6 (2 Wohngebäude)Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern mit alphabetischem Ortsregister, München 1904, Spalte 1224; Franz Xaver Buchner: Das Bistum Eichstätt. II. Band: Eichstätt 1938, S. 656 1950: 18 (3 Häuser) 1961: 10 (1 Wohngebäude)Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961, München 1964, Spalte 796 1970: 9Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Bd. 1978 = 380, München 1978, S. 167 2015: 4

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Ortsteil von Thalmässing Kategorie:Einzelsiedlung im Landkreis Roth