St. Rochus ist eine Simultankirche im Kaiserslauterer Stadtteil Hohenecken in Rheinland-Pfalz. Sie steht unter dem Patrozinium des Hl. Rochus von Montpellier. Das 1896–1897 gebaute Gebäude, seine Ausstattung und das Kriegerdenkmal im Kirchgarten sind ein eingetragenes Kulturdenkmal.Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler. Kreisfreie Stadt Kaiserslautern. (PDF; 5,5 MB). Abgerufen am 24. November 2022. Die dazugehörige römisch-katholische Gemeinde ist eine von sechs Kirchengemeinden der Pfarrei Heilig Geist Kaiserslautern im Dekanat Kaiserslautern des Bistums Speyer. Seit 2026 wird die Kirche von der Protestantischen Kirchengemeinde Hohenecken mitgenutzt.

Geschichte mini|hochkant|Kirchenschiff und Chor mit Hochaltar

Nachdem die 1748 erbaute Rochuskapelle zu wenig Raum bot, wurde 1896/97 die heutige Pfarrkirche St. Rochus im neugotischen Stil nach den Plänen des Architekten Ludwig Becker aus Köln gebaut.St. Rochus. Abgerufen am 24. November 2022. Die Kapelle und die Kirche bilden zusammen mit der Burg Hohenecken den optischen Mittelpunkt von Hohenecken, ein beliebtes Motiv für Maler und Fotografen.

Zur 100-Jahr-Feier der Kirchweihe 1997 wurde eine Festschrift herausgegeben.

Zwischen 2014 und 2017 fand eine umfangreiche Sanierung des Kirchengebäudes statt, deren Kosten sich auf 1,4 Millionen Euro beliefen. Schwerpunkte bildeten Dacheindeckung und Dachbalken, Turmbalken und Helm, Fenster und Schutzverglasung, Mörtelfugen der Sandsteinfassade, Blitzschutz. Zusätzlich konnten das abgegangene Giebelkreuz rekonstruiert und sämtliche Dächer mit den historischen Gauben ausgestattet werden.

Die Protestantische Kirchengemeinde Hohenecken beschloss einen Umzug in die Gebäude der katholischen Kirche, Pfarrheim, Rochuskirche und Rochuskapelle, und die Aufgabe ihrer Gebäude. Die gemeinsame Nutzung von Protestanten und Katholiken als Simultankirche begann offiziell mit einem Festgottesdienst in St. Rochus und einem ökumenischen Gemeindefest am 22. August 2026. In der Kirche findet wöchentlich ein abwechselnd protestantischer und katholischer Gottesdienst statt.

Ausstattung Die Fenster der Kirche sind mit bunten Glasmalereien ausgestattet. Der geschnitzte Hochaltar und der Marienaltar im Seitenschiff fügen sich harmonisch in die Innenarchitektur des Kirchenraums ein. Den Kreuzweg schuf 1979 ein Bildschnitzer aus Oberammergau. Den Ambo, im Natursteinwerk Carl Picard aus Sandstein gehauen, gestaltete der Bildhauer Richard Menges aus Kaiserslautern.

Rochus als Kirchenpatron ist im Kircheninnern gleich viermal gegenwärtig: zweimal in den Glasfenstern, einmal als Schnitzfigur im Hochaltar, ein weiteres Mal als Statue an der rechten Säule des Triumphbogens zwischen Kanzel und Chor. Zur Ausstattung des Gotteshauses gehört des Weiteren eine Anna-Selbdritt-Statuette aus dem 16. Jahrhundert.

Orgel mini|hochkant|Blick aus dem Hauptwerksgehäuse der Zimnol-Orgel auf die horizontalen Becher der Trompete 8′

Von 1968 bis 2021 beherbergte die Orgelempore von St. Rochus eine 1965 als Interimsinstrument aus Gebrauchtteilen zusammengestellte Orgel von der Firma Freiburger Orgelbau August Späth mit 17 Registern zuzüglich zweier Transmissionen auf zwei Manualen und Pedal. Dieses Instrument verfügte über Taschenladen mit elektropneumatischer Spiel- und Registertraktur und wurde bis auf sein Pfeifenwerk komplett aufgegeben.Kaiserslautern/Hohenecken, St. Rochus. Abgerufen am 24. November 2022.

Durch die Profanierung und den anschließenden Abriss der römisch-katholischen Pfarrkirche St. Norbert im Grübentäle in Kaiserslautern wurde die dortige Orgel aus dem Jahr 1973 von Paul Zimnol aus Kaiserslautern frei und konnte unter tatkräftigem Engagement eines Orgelbauvereins durch Orgelbau Mayer aus Heusweiler nach St. Rochus transferiert werden. Die Weihe des Instruments fand am 12. Dezember 2021 statt.Video der Orgelweihe sowie Klangvorstellung auf YouTube. Abgerufen am 24. November 2022.

Die neue Orgel sticht mit horizontalen sowie diagonalen Zungenbechern und Kupferpfeifen im Prospekt hervor, sie steht auf einer eigenen Stahlkonstruktion. Ihre 16 Register verteilen sich wie bei der alten auf zwei Manuale und Pedal. Die Spieltraktur der Manualwerke ist mechanisch angelegt, diejenige des Pedals sowie die Registertraktur elektrisch. Die Orgel verfügt über Schleifladen. Ihre Disposition lautet wie folgt:Orgelbauverein St. Rochus Hohenecken e. V. (Hrsg.): Neue Orgel St. Rochus Hohenecken. (PDF; 2,5 MB). Abgerufen am 24. November 2022.

I Hauptwerk C–g3 1. Prinzipal (Prospekt) 8′ 2. Bourdon 8′ 3. Oktave 4′ 4. Nachthorn 2′ 5. Mixtur IV ′ 6. Trompete (Prospekt)Horizontal und diagonal in den Raum ragend, Becher aus Kupfer. 8′ II Schwellwerk C–g3 7. Gedackt 8′ 8. Rohrflöte 4′ 9. Prinzipal 2′ 10. Sesquialter II ′ 11. Zimbel III 1′ 12. RankettUrsprünglich 16′. 8′ Pedal C–f1 13. Subbass 16′ 14. Oktavbass 8′ 15. Bassflöte 4′ 16. Fagott (Prospekt)Becher aus Kupfer. 8′ Koppeln: Normalkoppeln II/I, I/P, II/P Spielhilfen: 1 freie Kombination Anmerkungen:

Siehe auch Liste der Kulturdenkmäler in Hohenecken

Literatur Erinnerung an die Vergangenheit – Aufruf für die Zukunft. 100 Jahre Pfarrkirche St. Rochus Hohenecken. 1897–1997. Pfarrgemeinderat St. Rochus, Hohenecken 1997.

Weblinks

Internetauftritt der Gemeinde auf der Website „Kirchen in und um Kaiserslautern“ Sonja Kasprick und Raphaela Maertens: Katholische Pfarrkirche Sankt Rochus in Hohenecken. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. 2018

Einzelnachweise

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