Das Leben beginnt um 8 ist ein 1961 entstandenes, deutsches Spielfilmdrama von Michael Kehlmann mit O. E. Hasse in der Hauptrolle. Der Film entstand nach dem Bühnenstück „Die leichten Herzens sind“ von Emlyn Williams.
Handlung Die Handlung der Geschichte spielt in der Welt des Theaters und ist für diesen Film von England nach Deutschland (Berlin) verlegt worden. Im Mittelpunkt des Geschehens steht der einstige Star unter den Charakterdarstellern, der alternde und mittlerweile heruntergekommene Mime Thomas. Dessen großen Erfolge liegen dank zunehmender Gedächtnisaussetzer und unkontrollierten Alkoholgenusses schon eine Weile zurück. Darüber hinaus ist sein Leben von einer schweren persönlichen Schuld, die er gegenüber seiner Tochter trägt, belastet: Der in einem schäbigen Mietshaus wohnende Altstar trägt Verantwortung für die Körperbehinderung von Cattrin. Mit seiner Egozentrik bindet er die junge Frau derart an sich, dass er Cattrin damit die Luft für ein eigenes Leben regelrecht abschnürt. Da naht Rettung in Gestalt eines jungen Komponisten, der ihm aus Mitleid gegenüber der gebeutelten Cattrin eine Rolle verspricht.
Eines Tages kommt Thomas nicht zu der um 20 Uhr angesetzten Abendvorstellung, die ihm sonst alles bedeutete – daher der Titel „Das Leben beginnt um acht“ – sondern taumelt volltrunken durch die nächtlichen Straßen Berlins. Seine Welt ist im Zusammenbruch begriffen, denn seine Tochter hat von dem Gönner, der ihm noch einmal eine Rolle verschafft hatte, erfahren, dass er an ihrem körperlichen Gebrechen Schuld trägt. Derart mit seinem eigenen Versagen konfrontiert, begeht der Trunkenbold schließlich Selbstmord, indem er sich melodramatisch-theatralisch vom Schnürboden der Wirkungsstätte seiner größten Erfolge in die Tiefe stürzt. Cattrin aber, die sich zuletzt aus purem Pflichtgefühl ihrem Vater gegenüber nicht für ein eigenes Leben und ein eigenes Glück entscheiden wollte und sich dem versoffenen Egozentriker aufgeopfert hatte, kann nun endlich an Heirat denken und einer selbstbestimmten Zukunft eine Chance geben.
Produktionsnotizen Die Dreharbeiten zu Das Leben beginnt um acht begannen Ende November 1961 und wurden Mitte Dezember desselben Jahres abgeschlossen. Der Film passierte die FSK am 18. Dezember 1961 und wurde am 5. Januar 1962 im Berliner Marmorhaus uraufgeführt.
Dem Film liegt ein Bühnenstück des britischen Autors und Schauspielers Emlyn Williams zugrunde.
Johanna Matz, zu dieser Zeit (Jahresende 1961) am Burgtheater engagiert, bekam extra für die Dreharbeiten vom Intendanten Ernst Haeussermann einige Wochen frei. Matz: „Burgtheaterdirektor Häussermann hat mir nur Urlaub gegeben, weil er diese Rolle für eine ganz große Aufgabe hielt.“Hamburger Abendblatt, Ausgabe vom 2. Dezember 1961
Der einstige 20er- und 30er-Jahre-Star Lissy Arna spielte hier, nach 22 Jahren Filmabstinenz, seine letzte Filmrolle, zugleich die einzige Nachkriegsrolle überhaupt.
Die Filmbauten wurden von Hans Berthel entworfen und von Johannes Ott umgesetzt.
Kritiken
Im Lexikon des Internationalen Films heißt es: „Trotz des guten Hauptdarstellers ein allzu verquälter Theaterfilm voller Unstimmigkeiten.“
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Filmtitel 1961 Kategorie:Deutscher Film Kategorie:Filmdrama Kategorie:Theaterverfilmung Kategorie:Michael Kehlmann