Karin Schlemmer (* 17. September 1921 in Weimar; † 12. März 1981 in Stuttgart) war eine deutsche Tänzerin,Frank-Manuel Peter: Karin Schlemmer, in: ders.: Oskar Schlemmer und der Tanz, Wienand, Köln 2023, ISBN 978-3-86832-628-4, S. 560–567. Schauspielerin und Hörspielsprecherin.

Leben Als Tochter des Malers und Bildhauers Oskar Schlemmer und dessen Frau Helena Tutein wuchs Karin Schlemmer zunächst in Dessau auf. Berufsbedingt zog die Familie 1929 nach Breslau, 1932 nach Berlin. Nach der Kündigung Oskar Schlemmers an den Berliner Vereinigten Kunstschulen im Mai 1933 lebte die Familie in Dettighofen-Eichberg nahe der Schweizer Grenze, 1937 kam sie nach Sehringen und 1940 schließlich nach Wuppertal. Nach ihrer Schulzeit nahm Schlemmer Tanzunterricht und trat in Freiburg und Straßburg auf. In den 1940er Jahren kam sie nach Stuttgart, wo der Schauspieler und Regisseur Fred Schroer ihr schauspielerisches Talent entdeckte. 1949 trat sie ein Engagement am Staatstheater Stuttgart an, dem sie bis zu ihrem Tod angehörte.Adrienne Braun: Die perfekte Elvis-Parodistin, Stuttgarter Zeitung vom 28. Dezember 2014, abgerufen am 31. Dezember 2015

Rollen spielte Karin Schlemmer unter anderem in Samuel Becketts Endspiel, in Frühlings Erwachen von Frank Wedekind, in Herbert Achternbuschs Ella und in Mutter Courage und ihre Kinder von Bertolt Brecht. Bekannt war sie auch für ihre Parodien auf Elvis Presley.

Daneben war Schlemmer umfangreich vor der Kamera und als Hörspielsprecherin tätig. Ihr Debüt auf dem Bildschirm hatte sie 1954, ab 1960 war sie in zahlreichen Fernsehfilmen zu sehen und in Serien wie Die seltsamen Methoden des Franz Josef Wanninger und Gesucht wird …. 1972 spielte sie in zwei Folgen von Loriots Cartoon, 1978 in der Tatort-Episode Rot – rot – tot. Im Hörfunk wirkte sie seit 1947 in über 150 Produktionen des Süddeutschen Rundfunks mit, darunter in Fis mit Obertönen und Zinngeschrei von Günter Eich und Herkules und der Stall des Augias von Friedrich Dürrenmatt.

Karin Schlemmer war bis zu dessen Tod mit dem Regisseur Erich-Fritz Brücklmeier (1907–1960), einem Bruder des Juristen und Diplomaten Eduard Brücklmeier, verheiratet. Aus einer Verbindung mit einem damals noch jungen Schauspieler entstammte ihre 1964 geborene Tochter Janine. Schlemmer starb 1981, die Trauerrede hielt ihr Schauspielkollege Wolfgang Höper.

Filmografie (Auswahl) 1954: Oskar kommt mit der dritten Stadtbahn 1960: Die große Wut des Philipp Hotz 1962: Seelenwanderung 1962: Alle Macht der Erde 1965: Das Karussell 1966: Die seltsamen Methoden des Franz Josef Wanninger – Der Winterurlaub 1966: Stella 1966: Der Mann aus Brooklyn 1966: Ich war Schlemihl 1967: Moral 1967: Hochzeitsnacht 1967: Siedlung Arkadien 1969: Marija 1969: Leben und leben lassen 1970: Floup oder Der Hang zur Redlichkeit 1971: Eine unwürdige Existenz 1972: Cartoon (Episoden #6.2 und 6.4) 1973: Frühbesprechung – Allein in München 1973: Die Geschichte einer dicken Frau 1975: Lehmanns letzter Lenz 1976: Sonntag 1978: Tatort – Rot – rot – tot 1978: Gesucht wird … – Georg Butzler 1979: Unternehmen Rentnerkommune (2 Folgen als Ilse Appenberg)

Hörspiele (Auswahl) 1947: Helden – Autor: George Bernard Shaw – Regie: Alfred Vohrer 1948: Viele Wege führen nach Korsika – Autorin: Helene Schmoll – Regie: Paul Land 1949: Der Tanz ums Geld – Autor: Stefan Zweig – Regie: Paul Land 1950: Hundert Kronen (Illusion) – Autor: Hans Christian Branner – Regie: Hans Joachim Koch 1950: Belagerungszustand – Autor: Albert Camus – Regie: Erich-Fritz Brücklmeier 1951: Stella – Autor: Johann Wolfgang von Goethe – Regie: Paul Hoffmann 1951: Fis mit Obertönen – Autor: Günter Eich – Regie: Paul Hoffmann 1952: Wann spricht Herz? – Autor und Regie: Hans Rothe 1953: Leonce und Lena – Autor: Georg Büchner – Regie: Paul Land 1953: Draußen – Autor und Regie: Martin Walser 1954: Reichsein ist alles – Autor: Ladislaus Fodor – Regie: Paul Land 1954: Mit dem Feuer spielen – Autor: August Strindberg – Regie: Otto Kurth 1954: Herkules und der Stall des Augias – Autor: Friedrich Dürrenmatt – Regie: Otto Kurth 1955: Peter und Elisabeth – Autor: Paul Schaaf – Regie: Paul Land 1956: Da Capo – Autor und Regie: Kurt Reiss 1956: Zinngeschrei – Autor: Günter Eich – Regie: Otto Kurth 1956: Bruno und der Generaldirektor – Autor und Regie: Christian Bock 1957: Blaubart – Autor: Wolfgang Nied – Regie: Paul Land 1957: Lysistrate oder Der Bettstreik der Athenerinnen – Autor: Aristophanes – Regie: Arno Assmann 1957: Klopstock oder Verkenne dich selbst – Autor: Arno Schmidt – Regie: Martin Walser 1958: Ungefasste Edelsteine – Autor: Karl Lerbs – Regie: Cläre Schimmel 1958: Herz als Hobby – Autorin: Helene Schmoll – Regie: Paul Land 1959: Die Golfstrom-Story – Autor: Heinz Friedrich – Regie: Irmfried Wilimzig 1961: Sodom und Gomorrha – Autor: Jean Giraudoux – Regie: Otto Kurth 1961: West End Story – Autor: Anthony Gilbert – Regie: Wolfgang Spier 1962: Ausflug nach Rheinsberg – Autor: Kurt Tucholsky – Regie: Paul Land 1962: Der Prozeß um des Esels Schatten – Autor: Friedrich Dürrenmatt – Regie: Otto Kurth 1963: Meine liebe Frau Illuna – Autor: Alf Tamin – Regie: Paul Land 1964: Drei schwarze Tanten – Autor: Dieter Rohkohl – Regie: Oskar Nitschke 1965: Die Ballade von Peckham Rye – Autorin: Muriel Spark – Regie: Christopher Holme 1965: Sechs Millionen achthundertzehntausend Liter Wasser pro Sekunde – Autor: Michel Butor – Regie: Heinz von Cramer 1966: Ländliche Werbung – Autor: George Bernard Shaw – Regie: Gerd Beermann 1967: Die Massage – Autorin: Monique Wittig – Regie: Heinz von Cramer 1970: Eine fast paradiesische Insel – Autor: Sven Holm – Regie: Oswald Döpke 1972: Vorstellungen – Autor: Svend Åge Madsen – Regie: Hans Bernd Müller 1975: Das Sankt Galler Spiel von der Kindheit Jesu – Autor: Albrecht Goes – Regie: Hanns Korngiebel 1978: Wenn du unter uns bist, Endre Holmes – Autor: Ivan Mandy – Regie: Raoul Wolfgang Schnell 1979: Paris schweigt – Autor: Albert Camus – Regie: Horst H. Vollmer

Literatur Frank-Manuel Peter: Karin Schlemmer. (1921–1981). Tänzerin, Schauspielerin. In: Ders.: Oskar Schlemmer und der Tanz. Wienand Verlag, Köln 2023, ISBN 978-3-86832-628-4, S. 560–567.

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