mini|hochkant=1.35|Der Illmensee mini|hochkant=1.35|Der Ruschweiler See mini|hochkant=1.35|Der Volzer See Das Gebiet Pfrunger Ried und Seen bei Illmensee ist ein mit Verordnung vom 1. Januar 2005 durch das Regierungspräsidium Tübingen nach der Richtlinie 92/43/EWG (Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie) ausgewiesenes Schutzgebiet (Schutzgebietskennung DE-8122-342) im Südosten des deutschen Landes Baden-Württemberg.
Lage Das rund 1.724 Hektar (ha) große Schutzgebiet Pfrunger Ried und Seen bei Illmensee gehört naturräumlich zum Oberschwäbischen Hügelland. Seine vier Teilgebiete erstrecken sich zwischen Ostrach im Norden und Wilhelmsdorf im Süden sowie nordwestlich und südöstlich der Illmenseer Ortsmitte: Landkreis Ravensburg (727,1 ha = 42 %) Königseggwald 56,5 ha Riedhausen 91,3 ha Wilhelmsdorf 579,3 ha Landkreis Sigmaringen (996,4 ha = 58 %) Illmensee 191,1 ha Ostrach 805,3 ha
Schutzzweck Wesentlicher Schutzzweck ist die Erhaltung eines großen Moorgebiets mit Hoch- und Zwischenmooren, ausgedehnten, überwiegend landwirtschaftlich genutzten Niedermoorbereichen, kleinen Quellmooren und größeren Torfstichgewässern sowie drei natürlichen Seen – Illmensee, Ruschweiler See und Volzer See – mit Verlandungsmoor in den südlichen Teilgebieten.
Lebensraumtypen Die Vielfalt von trockenen und feuchten Lebensraumtypen im Schutzgebiet wird unter anderem mit „natürlichen, nährstoffreichen Seen“, „Fließgewässern mit flutenden Wasservegetationen“, „Pfeifengraswiesen“, „feuchten Hochstaudenfluren“, „naturnahen Hochmooren“, „geschädigten Hochmooren“, „Übergangs- und Schwinggrasmooren“, „Torfmoor-Schlenken“, „kalkreichen Sümpfen mit Schneidried“, „kalkreichen Niedermooren“, „Moorwäldern“ sowie „Auenwäldern mit Erlen, Eschen, Weiden“ beschrieben.
Folgende Lebensraumtypen nach Anhang I der FFH-Richtlinie kommen im Gebiet vor:
EUCode
Lebensraumtyp (offizielle Bezeichnung) Kurzbezeichnung 3150
Natürliche eutrophe Seen mit einer Vegetation des Magnopotamions oder Hydrocharitions Natürliche nährstoffreiche Seen 3160
Dystrophe Seen und Teiche Dystrophe Seen 3260
Flüsse der planaren bis montanen Stufe mit Vegetation des Ranunculion fluitantis und des Callitricho-Batrachion Fließgewässer mit flutender Wasservegetation 6410
Pfeifengraswiesen auf kalkreichem Boden, torfigen und tonig-schluffigen Böden (Molinion caeruleae) Pfeifengraswiesen 7110
Lebende Hochmoore Naturnahe Hochmoore 7120
Noch renaturierungsfähige degradierte Hochmoore Geschädigte Hochmoore 7140
Übergangs- und Schwingrasenmoore Übergangs- und Schwingrasenmoore 7150
Torfmoor-Schlenken (Rhynchosporion) Torfmoor-Schlenken 7210
Kalkreiche Sümpfe mit Cladium mariscus und Arten des Caricion davallianae Kalkreiche Sümpfe mit Schneidried 7230
Kalkreiche Niedermoore Kalkreiche Niedermoore 9180
Schlucht- und Hangmischwälder (Tilio-Acerion) Schlucht- und Hangmischwälder 91D0
Moorwälder Moorwälder 91E0
Auen-Wälder mit Alnus glutinosa und Fraxinus excelsior (Alno-Padion, Alnion incanae, Salicion albae) Auenwälder mit Erle, Esche, Weide
Lebensraumklassen
Arteninventar Folgende Arten von gemeinschaftlichem Interesse kommen im Gebiet vor:
Bild EUCode
Art wissenschaftlicher Name Artengruppe 150px|Schmale Windelschnecke 1014
Schmale Windelschnecke Vertigo angustior Schnecken 150px|Spanische Flagge 1078
Spanische Flagge Callimorpha quadripunctaria Schmetterlinge 150px|Steinkrebs 1093
Steinkrebs Austropotamobius torrentium Krebse 150px|Großes Mausohr 1324
Großes Mausohr Myotis myotis Säugetiere 150px|Biber 1337
Biber Castor fiber Säugetiere 150px|Gelber Frauenschuh 1902
Gelber Frauenschuh Cypripedium calceolus Pflanzen
Das Firnisglänzende Sichelmoos, die Große Moosjungfer, der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling, der Goldene Scheckenfalter und die Kleine Flussmuschel konnten nicht mehr nachgewiesen werden. Für die ebenfalls für das Gebiet gemeldete Europäische Sumpfschildkröte besteht noch keine ausreichende Klarheit über die Unterartzugehörigkeit der im Pfrunger Ried lebenden Tiere. Daher ist nicht endgültig geklärt, ob die Art autochthon im Gebiet vorkommt.
Zusammenhang mit anderen Schutzgebieten Mit dem FFH-Gebiet „Pfrunger Ried und Seen bei Illmensee“ zusammenhängende Schutzgebiete sind die Naturschutzgebiete „Laubbachmühle“ (NSG-Nr. 4.090), „Pfrunger-Burgweiler Ried“ (NSG-Nr. 4.028), „Überwachsener See“ (NSG-Nr. 4.068), „Ruschweiler und Volzer See“ (NSG-Nummer 4.162), die Landschaftsschutzgebiete „Rotachtobel und Zußdorfer Wald“ (LSG-Nr. 4.36.016), „Altshausen-Laubbach-Fleischwangen“ (LSG-Nummer 4.37.030), „Illmensee, Ruschweiler See und Volzer See“ (LSG-Nr. 4.37.026) und „Pfrunger Ried – Rinkenburg“ (LSG-Nummer 4.36.010) sowie das Vogelschutzgebiet „Pfrunger und Burgweiler Ried“ (SPA-Nr. DE-8022-401) und der Bannwald „Pfrunger-Burgweiler Ried“ (Schutzgebiet-Nummer 100058).
Siehe auch Liste der FFH-Gebiete in Baden-Württemberg
Weblinks
Standarddatenbogen für das FFH-Gebiet „Pfrunger Ried und Seen bei Illmensee“ Karte des Schutzgebiets im Daten- und Kartendienst der LUBW
Einzelnachweise
Kategorie:FFH-Gebiet im Landkreis Ravensburg Kategorie:FFH-Gebiet im Landkreis Sigmaringen Kategorie:Schutzgebiet in Illmensee Kategorie:Schutzgebiet in Ostrach Kategorie:Schutzgebiet in Königseggwald Kategorie:Schutzgebiet in Riedhausen Kategorie:Schutzgebiet in Wilhelmsdorf (Württemberg) Kategorie:Schutzgebiet (Umwelt- und Naturschutz) in Europa Kategorie:Schutzgebietsgründung 2005