Diese Tabelle zeigt bildlich die Teile einer Segelyacht mit den zugehörigen Fachbegriffen.
Wie in der Schifffahrt generell, sind auch im Segeln viele Fachausdrücke üblich (siehe Liste seemännischer Fachwörter). Die wichtigsten Fachbegriffe für die Teile einer Segelyacht stehen in den folgenden Tabellen, zusammen mit einer kurzen Erklärung der Funktion. Ebenfalls aufgeführt sind die entsprechenden englischen Namen, wie sie im internationalen Gebrauch üblich sind.
Teile des Bootes mini|Ansicht von Steuerbord mini|Ansicht von Steuerbord achtern mini|Ansicht von achtern mini|Bezeichnung der wichtigsten Fallen mini|Deckslayout und Beschläge an Deck mini|Unter Deck Diese Tabelle führt die Hauptbestandteile einer Segelyacht auf. In der Realität sind zwar häufig keine zwei Boote genau identisch, diese Teile finden sich aber in der einen oder anderen Form auf der überwiegenden Zahl der Boote. Die Nummern sind in allen Diagrammen identisch, so dass sich die Positionen in den verschiedenen Ansichten vergleichen lassen. Nummer Deutsche Bezeichnung Detail-Bild Bemerkungen Englische BezeichnungEnglische Bezeichnungen nach Schult, Joachim: Segler-Lexikon. Bielefeld: Delius Klasing, (13. Aufl.) 2008, ISBN 978-3-7688-1041-8 1 Großsegel300x300pxYacht nur mit gesetztem Großsegel Ein Schratsegel mit Hochtakelung main sail 2 Vorsegel200x200px Das Vorsegel eines Einmasters ist eine Fock oder eine Genua jib oder genoa 3 Spinnaker200x200px Bauchiges Vorsegel, kann anstelle von Fock oder Genua bei Vorwindkurs eingesetzt werden spinnaker 4 Rumpf 200x200px Diverse Halbmodelle von Schiffsrümpfen Besteht klassischerweise aus Holz, heute aber fast ausschließlich aus Kunststoff, selten aus Aluminium oder Stahl hull 5 Kiel200x200pxBalastkiel Wirkt der Krängung und der Abdrift entgegen und ist Voraussetzung dafür, gegen den Wind aufkreuzen zu können keel 6 Ruder200x200px Ist mit der Pinne oder bei größeren Schiffen mit dem Steuerrad verbunden und dient der Richtungsänderung. Fachsprachlich korrekt wird ein Ruderboot mit Riemen bedient. rudder 7 Propeller mit Welle200x200pxSchiffsschraube mit beweglichen Flügeln, für geringen Widerstand beim Segeln Heute sind zwei mechanisch unterschiedliche Ausführungen üblich: L-Trieb mit gerader Welle und Saildrive, bei dem der Propeller an einer Art Gondel hängt.Getrieben wird der Propeller von einem Schiffsdieselmotor und gesteuert in der Regel über eine Einhebelschaltung im Cockpit propeller 8 Baumniederholer Verhindert das unkontrollierte Steigen des Baumes auf Vorwindkursen. Kann als einfache Talje (Flaschenzug) ausgelegt sein oder als sogenannter Rodkicker, der auch das Herunterfallen des Baums verhindert vang 9 Fockschoten Je eine Schot führt vom Schothorn des Vorsegels zur Fockwinsch (28) auf jeder Seite. Damit wird das Vorsegel eingestellt jib sheets 10 Spinnakerbaum Beim Fahren unter Spinnaker verwendet spinnaker pole 11 Vorstag Sichert den Mast gegen hinten, an ihm wird auch das Vorsegel aufgezogen fore stay 12 Wanten Halten den Mast in Querschiffsrichtung, aufgeteilt in Ober-(12a) und Unterwanten(12b). Bis zu drei Paare sind üblich. shrouds 13 Salinge267x267pxMast mit drei Paar Salingen Spreizen die Wanten auseinander, um die Zugrichtung der Kräfte zu optimieren. Größere Segelschiffe haben mehrere Paare spreader 14 Mast 200x200px Wald von Segelbootsmasten Traditionell aus Holz, heute meist aus Aluminium oder aus Karbon, dies wegen des hohen Preises jedoch vorwiegend bei Rennjachten. Der Mast wird entweder durch das Deck direkt auf den Kiel gestellt oder steht an Deck, wobei auch dann eine Maststütze durch die Kabine geführt wird, um die Kräfte aufzunehmen. mast 15 Verklicker200x200px Zeigt die Richtung des scheinbaren Windes an und hilft so dem Steuermann, den optimalen Kurs zu halten telltale 16 Achterstag Sichert den Mast gegen vorne, kann auch als Trimmeinrichtung zur Einstellung des Mastfalls (Krümmung des Mastes) dienen standing backstay (das running backstay wäre ein Backstag) 17 Großbaum200x200pxGroßbaum mit Großschot Wie der Mast traditionell aus Holz, heute meist aus Aluminium boom 18 Großschot327x327pxMehrfach untersetzte Großschot Dient der Einstellung des Großsegels, wird mit einem Flaschenzug oder einer Winsch bedient. main sheet 19 Dirk Verhindert, dass der Baum aufs Deck fällt, wenn das Segel nicht gesetzt ist. topping lift 20 Vorsegel-Reffleine Die meisten Yachten sind heute mit einer Rollreffanlage für das Vorsegel ausgestattet. Die Leine ermöglicht es, das Segel sicher vom Cockpit aus ein- und auszurollen. reefing line 21 Cunninghamstrecker Eher selten gebrauchte Hilfsleine zum besseren Spannen des Vorlieks des Großsegels Cunningham rope 22 Großfall Dient zum Setzen des Großsegels. Durch Ziehen am Fall wird das Segel geheißt main halyard 23 Fockfall Dient zum Setzen des Vorsegels. Ist eine Rollreffanlage vorhanden, bleibt das Segel üblicherweise vorgeheißt und das Fall wird unterwegs nicht mehr benötigt jib halyard 24 Pinne mit Ruderstock200x200px Mit der Pinne wird das Schiff gesteuert. Yachten ab etwa 10 Metern Länge haben üblicherweise stattdessen ein oder gar zwei Steuerräder. tiller 25 Heckkorb339x339pxHeckkorb mit Mann-über-Bord-Boje Achterer Abschluss des Seezauns, dient oft auch der Befestigung eines Rettungswurfgeräts pushpit 26 Badeleiter Meist fest am Heck angebrachte Klappleiter, um ins Wasser oder aus dem Wasser zu steigen. Ihre Eignung als Rettungsleiter, wie sie teilweise auch genannt wird, ist umstritten, denn geschwächte Personen können sie oft nicht mehr benützen. Im Seegang kann das schlagende Heck zudem jemanden verletzen. boarding ladder 27 Heckklampen200x200px Dienen dem Festmachen des Schiffes im Hafen stern cleats 28 Fockwinschen200x200pxMehrere Reihen Schotwinschen auf einer Rennjacht Je eine Winsch an Backbord und an Steuerbord dient der Einstellung des Vorsegels. Größere Yachten können zusätzlich separate Winschenpaare für Spinnakerschoten, Kutterschoten oder Großschot haben jib winches 29 Steckschott200x200px Holz- oder Kunststoffbrett, dass in den Niedergang gesteckt wird, um ihn zu verschließen oder zu verhindern, dass Wasser eindringt bulkhead 30 Schiebeluk Horizontal verlaufende Abdeckung des Niedergangs. sliding hatch 31 Arbeitswinschen Die vordersten Winschen, üblicherweise auf dem Kajütdach, heißen Arbeits- oder Fallwinschen, da sie situationsbedingt zur Bedienung von diversen Leinen dienen. Die Enden der diversen Fallen, Reffleinen und Strecker enden auf dem Kajütdach und werden dort von Fallenstoppern gehalten. Die gerade benötigte Leine wird auf die Winsch gelegt und damit geholt (daran gezogen) halyard winches 32 Vorluk Transparente Klappe, die Licht und frische Luft unter Deck bringt. Das Luk kann wasserdicht verschlossen werden, so dass auch bei starkem Seegang kein Wasser eindringt. Kann als Notausgang dienen. hatch 33 Bugklampen bow cleats 34 Bugkorb200x200pxBugkorb mit Positionslaterne und Vorsegelrollanlage Vorderer Abschluss des Seezaun, trägt üblicherweise die vorderen Positionslaternen pullpit 35 Reling / Seezaun Soll primär verhindern, dass jemand über Bord fällt. Für seegehende Yachten muss die Reling mindestens 60 cm hoch sein und zwei Durchzüge haben. Da die Reling ein Überbordfallen nicht hinreichend verhindern kann, wird das Tragen von Rettungswesten und Lifebelt empfohlen. railing oder guard rail 36 Fockschotleitschiene200x200px Die Schot läuft durch eine über die Schiene verstellbare Rolle, dadurch kann der Winkel der Schot zum Segel eingestellt werden track for foresail sliders 37 Traveller Quer durchs Cockpit führende Schiene, an der die Umlenkrolle für die Großschot befestigt ist. Dient dem Segeltrimm traveller 38 Schiffsmaschine200x200pxYacht-Dieselmotor von der Wartungsöffnung aus gesehen Yachten sind aus Sicherheitsgründen fast ausschließlich mit Dieselmotoren ausgerüstet. main engine 39 Hundekoje 200x200px Eine unter dem Cockpit verbaute Koje. Bei größeren Schiffen sind achtern ein oder gar zwei vollwertige Schlafzimmer vorhanden quarter berth 40 Navigationsecke200x200px Kartentisch für die Navigation und Arbeitsplatz des Navigators. Er hat heute typischerweise ein UKW-Funkgerät, ein Radar und einen Kartenplotter zur Verfügung. Von hier aus lassen sich auch die Lichter des Schiffes sowie weitere Verbraucher wie Kühlaggregate schalten. Häufig ist auch eine Anzeige für Treibstoff- und Trinkwasservorräte und die Batterieladung vorhanden. 41 Seitenkojen Sitzgelegenheiten für die Crew, können auch als Schlafgelegenheiten dienen. Für geruhsamen Schlaf während der Fahrt sind Leesegel unabdingbar (ein Tuch, das vor die Koje gespannt wird) berths 42 Staumöglichkeiten Diverse Staumöglichkeiten für Kleider, Ausrüstung und Verpflegung sind als Schränke oder als verschließbare Fächer über den Seitenkojen angeordnet lockers 43 Vorschiffskojen Im Vorschiff findet sich üblicherweise eine Doppelkoje. Auf großen Yachten können im Vorschiff auch noch weitere Kabinen untergebracht sein berths 44 Ankerkasten mit Kollisionsschott Die Ankerkette wird in einem abgetrennten Bereich des Vorschiffs gestaut. Ein Schott unmittelbar hinter dem Kettenstauraum verhindert, dass das Schiff sinkt, wenn der Bug durch eine Kollision beschädigt wird anchor locker 45 Seetoilette200x200pxWaschraum an Bord eines Katamarans. Die Toilette wird entweder manuell mit einer Handpumpe oder elektrisch gespült. Weil das Einleiten von Fäkalien in die See in Küstennähe oder auf Binnenseen meist verboten ist, wird ein Auffangbehälter verwendet, der in Marinas leergepumpt werden kann. head 46 Esstisch 200x200px Tisch mit Schlingerleisten Der Tisch ist auf kleineren Booten meist klappbar, um den Zugang zum Vorschiff zu erleichtern. Schlingerleisten (überhöhte Kanten) sollen verhindern, dass sich Dinge im Seegang verselbständigen 47 Pantry200x200px In der Pantry wird das Essen zubereitet. Der Herd wird üblicherweise mit Gas oder Brennsprit betrieben und ist kardanisch gelagert, damit die Töpfe auch bei Krängung eben stehen. Eine Waschgelegenheit ist auch vorhanden. galley 48 Backskiste 200x200pxBackskiste mit diverser Ausrüstung Vom Cockpit aus zugängliche Stauräume für größere Ausrüstungsgegenstände wie Fender, Leinen oder Reserveanker locker seat49Bugsprietalternativtext=Das Bild zeigt ein Schiff mit einer hölzernen Spiere am Bug|200x200pxBugverlängerung zum Anschlagen zusätzlicher Segel. Insbesondere bei Holzbooten auch als Klüverbaum bekannt.bowsprit
Zusätzliche Decksausrüstung Deutsche Bezeichnung Detail-Bild Bemerkungen Englische Bezeichnung Beiboot 200pxBeiboote am Anleger eines Hafens Dient dem Übersetzen von Mannschaft oder Proviant, wenn das Schiff auf Reede liegt. Damit es bei längeren Ozeanpassagen gut verstaut werden kann, häufig ein Schlauchboot. dinghy (Ein sailing dinghy ist aber eine Jolle) Block 200px Eine Umlenkrolle für Seile nennt man Block. Mehrere Blöcke können kombiniert sein, um Taljen zu bilden block, pulley Fallenstopper / Curryklemmen 200px Fallenstopper oder Curryklemmen helfen dabei, Leinen unter Last festzumachen. Dies ist bequemer, als sie jedes Mal festknoten zu müssen. halyard stopper Tauwerk 200px Seile heißen auf einem Schiff „Tau“ oder „Leine“. Sie werden für viele verschiedene Zwecke benötigt, unter anderem zum Setzen und Einstellen der Segel oder zum Festmachen an einem Steg. rope
Sicherheitsausrüstung Mit dem Ausdruck gute Seemannschaft haben drücken Wassersportler aus, dass jemand sein Boot mit Verantwortung und Umsicht führt und auch der nötigen Sicherheitsausrüstung angemessene Beachtung schenkt. Segeln ist ein sicherer Sport, aber wenn einmal etwas schiefgeht, sind das Schiff und die Crew oft auf sich allein gestellt, denn Hilfe kann Stunden oder Tage entfernt sein. Die folgende Tabelle zeigt einige der Ausrüstungsgegenstände, die explizit der Sicherheit dienen und nicht selbsterklärend sind – Eine umfangreichere Liste an empfohlener Sicherheitsausrüstung findet sich im entsprechenden Artikel.