Die Robert-Koch-Schule (kurz auch: RKS) ist ein allgemeinbildendes Gymnasium und offene Ganztagsschule in Clausthal-Zellerfeld.
Geschichte mini|Schulgebäude der RKS 1905–1969, heute Institut für Mathematik der TU Clausthal. Die Fassade wurde nach 1969 stark verändert. mini|Schulgebäude des Clausthaler Gymnasiums 1845–1905. Heute Sitz des Staatlichen Baumanagement Südniedersachsen Die Geschichte der Schule reicht bis in das Jahr 1597 zurück. Seinerzeit wurde die Schule als Lateinschule betrieben.
1831 wurde die Schule zu einem „Gymnasium erster Klasse“ erklärt und auch das erste Abitur abgelegt.Festschrift zum 150. Abitur der Robert-Koch-Schule, 1981
Im Jahre 1928 wurde sie nach ihrem berühmtesten Abiturienten Robert Koch umbenannt,Öffentliche Anzeigen für den Harz, 29. Juni 1972 der hier 1862 sein Abitur ablegte. Zu dieser Zeit befand sich das 1844 erbaute Schulgebäude in der Clausthaler Graupenstraße; dieses Bauwerk wird heute vom Staatlichen Baumanagement genutzt. 1905 wurde ein neu errichtetes Schulgebäude in der Erzstraße bezogen, welches heute dem Institut für Mathematik der TU Clausthal als Unterkunft dient.
Aufgrund von steigenden Schülerzahlen wurde von 1967 bis 1969 in der Berliner Straße ein Neubau errichtet, der 1969 bezogen werden konnte.
Anfangs kamen die Schüler aus dem gesamten Landkreis Zellerfeld, der 1972 aufgelöst wurde. Heute kommen die Schüler aus dem Gebiet der Berg- und Universitätsstadt Clausthal-Zellerfeld einschließlich ihrer Ortsteile Altenau, Schulenberg im Oberharz, Wildemann und Buntenbock. Des Weiteren wird die Schule noch von Schülern aus Hahnenklee, Sankt Andreasberg und Lautenthal besucht.
Schüleraustausch und Partnerschaften Im Jahr 1964 gab es den ersten Schüleraustausch zwischen der Robert-Koch-Schule und dem Lycée Napoléon in Clausthal-Zellerfelds französischer Partnerstadt L’Aigle.
Seit den 1990er Jahren besteht zwischen Clausthal-Zellerfeld und Freiberg eine Städtepartnerschaft, aus der ein regelmäßig stattfindender Schüleraustausch mit der Partnerschule, dem Geschwister-Scholl-Gymnasium Freiberg, hervorging. In Jahrgangsstufe 8 findet seit 2017 ein bilingualer Austausch mit dem niederländischen Amersfoort statt.
Weitere Partnerschaften und in der Oberstufe stattfindende Schüleraustausche bestehen zu Krakau und Oborniki in Polen und seit 1992 zu Spišská Nová Ves in der Slowakei.
Besonderheiten Sinnspruch aus dem Bergbau mini|Inschrift über dem Haupteingang 1724 wurde beim Neubau der Schule unter Rektor Fahsius ein eigener Sinnspruch geprägt, der an die Bergbautradition von Clausthal erinnert:
Dieser Sinnspruch findet sich auch heute wieder über dem Haupteingang des Schulgebäudes.
Rote Aktion Anfang der 1970er Jahre gab es an der Schule eine vom Sozialistischen Aktionskollektiv (SAK) herausgegebene Zeitung Rote Aktion. 1972 wurde vom Sozialistischen Aktionskollektiv die Broschüre Zur Praxis des Oberschulkampfes veröffentlicht, wobei es sich um das früheste und eines der wenigen theoretischen Dokumente einer Schülergruppe einer Vorläuferorganisation des Kommunistischen Bundes Westdeutschlands handelt.Jürgen Schröder: Clausthal-Zellerfeld: Materialien zur Analyse von Opposition Diese Bewegung schlief aber spätestens Mitte der 1970er Jahre wieder ein.
Skilanglauf und Leistungssport Seit 1998 ist die Robert-Koch-Schule Partnerschule des Ski-Internats Harz. Angehende Biathleten können in einem Gebäude der Sportjugend Niedersachsen in Clausthal-Zellerfeld wohnen und trainieren. Für die Teilnahme an Wettkämpfen werden sie vom Unterricht freigestellt; der Stoff wird später in gesondert zu erteilenden Stunden nachgeholt.www.ski-internat-harz.de Dies erklärt den hohen Anteil erfolgreicher Biathleten unter ihren Absolventen.
Die Robert-Koch-Schule ist Partnerschule des Leistungssports.Schule Niedersächsischer SkiverbandSpitzensportstandort Niedersachsen gezielt fördern, PDF-Datei, S. 5
Computer-AG 2001 wurde eine Computer-AG für Senioren eingerichtet, die von Schülern der Robert-Koch-Schule angeleitet wurden.Senioren erobern die Datenautobahn
Kooperation mit der TU Clausthal Mit der TU Clausthal besteht eine Kooperation. Mathematiklehrer der Schule sind an Mathematikbrückenkursen an der TU als Dozenten und Übungsleiter beteiligt und werden dort fortgebildet.
Schulsanitätsdienst Außerdem gibt es einen Schulsanitätsdienst, der von Schülern unter Anleitung eines Lehrers organisiert ist und zum Malteser Hilfsdienst gehört.Malteser Schulsanitätsdienst S. 6/7, PDF-Datei, S. 4
Deutsch-französisches Sprachseminar Alljährlich findet im Februar das deutsch-französische Sprachseminar statt, bei dem sowohl Schüler und Lehrkräfte der RKS als auch französische Austauschschüler neben einem Skiangebot an Projekten arbeiten, Vorträge entwickeln und in der jeweiligen Fremdsprache darüber diskutieren.
Schülerfirma zur Nepalhilfe Es gibt seit 2013 eine Schülerfirma, die Bato Schülergenossenschaft, für die Nepalhilfe.SchülerfirmaBato, SchülerfirmaInternetseite der Bato Schülergenossenschaft Bekannt ist diesbezüglich der jährlich stattfindende Nepallauf, bei dem Teilnehmer eine bestimmte Anzahl an Runden laufen und diese von einem Sponsor in beliebiger Höhe bezahlt werden, sowie der Adventsmarkt im Dezember. 2022 sind ehemalige Abiturienten des Gymnasiums nach Nepal gereist, um sich ein Bild von einem durch Spenden wiederaufgebauten Kindergarten zu machen.
Internationaler Chemie-Workshop Seit 2015 findet jährlich der internationale Chemie-Workshop in der RKS und Teilen der Technischen Universität statt. Dabei bekommen in der Regel 25 Schüler unterschiedlicher Nationen die Gelegenheit, mit Lehrern und Vertretern der Universität, vertiefte Einblicke in die Chemie und einige Versuche zu gewinnen.
Referenzschule Film Im Jahr 2017 erhielt die RKS das Prädikat „Referenzschule Film“.
Tanzsport Für die umfangreiche Implementierung des Tanzsports an der Robert-Koch-Schule, sowohl durch eine Arbeitsgemeinschaft als auch im Sportunterricht, wurde dieser 2024 das Prädikat „Tanzsportbezogene Schule“ verliehen, das gegenwärtig nur eine weitere Schule in Niedersachsen führen darf.
Besondere Unterrichtsangebote Das Fach Selbstbestimmtes Lernen Seit dem Schuljahr 2013/2014 wurden die Unterrichtsstunden rhythmisiert. Dies bedeutet, dass die erste Stunde eine Länge von 40 Minuten sowie alle übrigen Stunden eine Länge von 80 Minuten haben. Gleichzeitig wird von Jahrgang 5 bis 13 das Fach Selbstbestimmtes Lernen (SBL) vierstündig erteilt. Da die anderen Unterrichtsfächer hierfür gekürzt wurden, entsteht für die Schüler kein zusätzlicher Unterricht. Ziel des Selbstbestimmten Lernens ist es, Lerntechniken zu entwickeln und diese in den übrigen Unterrichtsfächern vertieft anzuwenden.
Fremdsprachenfolge In Jahrgang 5 ist die erste Fremdsprache Englisch. Im zweiten Halbjahr der 5. Klasse wird zwischen den Fächern Französisch und Latein als zweite Fremdsprache ab Jahrgang 6 gewählt. Im Rahmen einer Arbeitsgemeinschaft ist die zusätzliche Teilnahme an Spanisch möglich.
Wahlpflichtangebot in Jahrgang 11 Schülern ist die Möglichkeit gegeben, die von Jahrgang 6 bis 10 durchgängig geführte zweite Fremdsprache (Französisch oder Latein) im 11. Jahrgang abzuwählen und durch Fächer im Rahmen des Wahlpflichtangebots zu ersetzen.
Oberstufenangebot Die Robert-Koch-Schule bietet den sprachlichen, den gesellschaftswissenschaftlichen und den mathematisch-naturwissenschaftlichen Schwerpunkt in der Qualifikationsphase an. Hervorzuheben sind Kurse auf erhöhtem Anforderungsniveau in Französisch, Biologie, Chemie und Physik.
Europaschule in Niedersachsen Im Schuljahr 2018/19 wurde der Robert-Koch-Schule, besonders aufgrund ihrer vielseitigen Auslandskontakte, der Titel „Europaschule in Niedersachsen“ verliehen.
Schulleiter
Jahre Schulleiter 1643–1673 Andreas Möring 1673–1683 Michael Schneider 1713–1726 J.J. Fahsius 1807–1830Ludwig Adolf Wiese (Hrsg.): Clausthal. (Fürstenth. Grubenhagen. 9050 Einw.), in: Das höhere Schulwesen in Preussen ..., Berlin: Verlag von Wiegandt und Grieben, 1869, S. 418f.; Digitalisat über Google-Bücher A. Chr. E. Dieckmann oder August Carl Ernst Dieckmann,Eberhard Berenberg: Clausthal in ders.: Königlich Großbritannisch Hannoverscher Staats-Kalender auf das Jahr 1819. Mit einem Vorworte von Graf von Kielmannsegge, Lauenburg: Berenbergsche Buchdruckerei, 1819, S. 278; online über Google-Bücher der Vater von Hermann DieckmannFranz Kössler: Personenlexikon von Lehrern des 19. Jahrhunderts. Berufsbiographien aus Schul-Jahresberichten und Schulprogrammen 1825 - 1918 mit Veröffentlichungsverzeichnissen, Bd.: Daase - Dzialas, Volltext als elektronischer Vorabdruck (PDF-Dokument) der Justus-Liebig-Universität Gießen, Gießen 2007 1831–Vitus Demuth 1843–1865 Wilhelm Elster 1865–1870 Ernst ZielAxel Wellner, Clausthal in den Erinnerungen des Gymnasial-Direktors Ernst Ziel (1818-1899) in Der Anschläger, Mitteilungsblatt des Oberharzer Geschichts- und Museumsverein e. V., Clausthal-Zellerfeld, Heft 02/2023 Ostern 1923 – 24. Januar 1925 Karl Hasler 11. Mai 1925– 1. Juni 1935 Bruno Engelhardt (ab 1928 Robert-Koch-Schule) 1. Oktober 1935 – 1946 Walther Schmiedeberg 1946(?) –1955 Carl Ahrens 1955–1972 Wilhelm Nothdurft 1972–1999 Helmut Radday 1999–2004 Carola Pliska 2004–2014 Gerjet Bontjes 2014–2020 Jutta Reusing seit 2020 Gunnar Demuth
Insgesamt lassen sich auch heute noch die Namen von 83 Schulleitern seit dem 16. Jahrhundert nachweisen. Hierbei sind allerdings auch die Schulleiter der früheren Zellerfelder Lateinschule mit erfasst, die vermutlich im 19. Jahrhundert mit dem Clausthaler Gymnasium fusionierte.
Persönlichkeiten Lehrer Georg Hunaeus (1802–1882), Mathematiklehrer 1831–1835, Hochschullehrer und Geodät Karl Müller (1813–1894), Lehrer 1836–1840, Klassischer Philologe, Paläograf, Historiker und Kartograf Albert Schuster (1821–nach 1903), Ordinarius der Tertia 1857–1865, Lehrer und Autor Habbo Gerhard Lolling (1848–1894), Hilfslehrer 1871/72, klassischer Archäologe Wolfgang Schlüter (1848–1919), Lehrer in Probe 1873/1874, Germanist Wilhelm Grosse (1857–1935), Mathematik- und Physiklehrer, Meteorologe und Physiker Wilhelm Prinzhorn (1859–1946), Probejahr 1887, Gymnasialdirektor und Schulrat der preußischen Provinz Hannover in Berlin Karl Sander (1878–1938), Lehrer in Probe 1905, Anglist Herbert Lommatzsch (1906–1999), Oberharzer Heimatforscher und Autor Wilfried Herget (* 1946), Mathematiklehrer, Didaktiker (Mathematik) und Hochschullehrer Dorit Bosse (* 1961), Studienrätin 1986–1991, Pädagogin und Bildungsforscherin
Schüler Georg Schulze (1807–1866), Theologe, Autor und Dichter Julius Hoffmann (1812–1869), Pädagoge Eduard Borchers (1815–1902), Markscheider und Bergbeamter Hermann Dieckmann (1818–1887), Pädagoge Karl von Einem (1819–1892), preußischer Generalleutnant Gustav Kraft (1823–1898), Forstwissenschaftler Hermann Guthe (1825–1874), Geograph Oskar Schreiber (1829–1905), Generalleutnant und Geodät Carl Koldewey (1837–1908), Polarforscher Gustav Köhler (1839–1923), Bergbaukundler und Direktor der Bergakademie Clausthal Robert Bergmann (1841–1912), Architekt und preußischer Baubeamter Robert Koch (1843–1910), Mediziner und Nobelpreisträger Eduard Ey-Steineck (1849–1931), preußischer Generalmajor Wilhelm Germelmann (1850–1919), Bauingenieur Heinrich Denker (1857–1930), Abitur 1875, Pädagoge Eberhard Erythropel (1862–nach 1935), Philologe und Gymnasialdirektor Wilhelm Lattmann (1864–1935), DNVP-Politiker, Mitglied der Weimarer Nationalversammlung Paul Ernst (1866–1933), besuchte die Schule 1876–1884, Schriftsteller Wilhelm Bergmann (1869–1949), Ingenieur und Unternehmer William Zirkler (1869–1928), Fotograf und Protagonist der Industrie-, Bergwerks- und Hütten-Fotografie Franz Soetbeer (1870–1943), Internist und Hochschullehrer Rudolf Hause (1877–1961), Maler Julius Schwietering (1884–1962), Germanist und Volkskundler Gustav Greiffenhagen (1902–1968), Pastor in Bremen