Die Wirtschaft Österreichs ist nach den Prinzipien einer sozialen Marktwirtschaft geregelt. Seit 1995 ist Österreich Vollmitglied in der Europäischen Union. In einer Reihung nach Bruttoinlandsprodukt pro KopfSiehe auch: Liste der österreichischen Bundesländer nach Bruttoinlandsprodukt. lag Österreich 2013 weltweit an 11. Stelle, gemessen am Bruttonationaleinkommen (Stand 2004) an 21. Stelle. Im Vergleich mit dem durchschnittlichen BIP pro Kopf der EU erreichte Österreich 2025 einen Index von 117 (EU25=100).

An der gesamtwirtschaftlichen Leistung hat der Dienstleistungssektor einen gerundeten Anteil von 68 %, der Industrielle Sektor von 30 % und auf Land- und Forstwirtschaft entfallen 2 %. Mit Pro-Kopf-Einnahmen von über 2.000 Euro (2017) spielt der Tourismus in Österreich eine wesentliche Rolle.

Laut Angaben des globalen Wettbewerbsfähigkeitsindex des Weltwirtschaftsforums rangiert Österreich im Jahr 2019 auf Platz 21 (von 141 Staaten) der wettbewerbsfähigsten Länder der Welt.

Geschichte

Wirtschaftsdaten

Kennzahlen Verschiedene makroökonomische Indikatoren der österreichischen Wirtschaft von 1980 bis 2021. Alle BIP-Werte sind in Euro angegeben. Inflation unter 2 % ist mit einem grünen Pfeil angegeben. Jahr BIP(in Mrd. Euro) BIP pro Kopf(in Euro) BIP Wachstum(real) Inflationsrate(in Prozent) Arbeitslosenquote(in Prozent) Staatsverschuldung(in % des BIP)198084,7112272,3 %6,3 %1,6 %k. A.198192,612.252 −0,1 %6,8 %2,2 %k. A.1982100,213.2411,9 %5,4 %3,1 %k. A.1983107,014.1872,8 %3,3 %3,7 %k. A.1984111,214.7460,3 %5,7 %3,8 %k. A.1985117,315.5432,2 %3,2 %3,6 %k. A.1986122,516.2112,3 %1,7 %3,1 %k. A.1987127,616.8681,7 %1,4 %3,8 %k. A.1988133,417.6081,0 %1,9 %2,7 %57,4 %1989144,018.9653,9 %2,2 %2,3 %56,3 %1990155,920.3944,3 %2,8 %2,7 %55,9 %1991166,721.6233,4 %3,1 %3,2 %56,1 %1992174,122.3242,1 %3,4 %3,3 %56,0 %1993179,222.7290,5 %3,2 %4,0 %60,6 %1994187,423.6342,4 %2,7 %3,9 %63,7 %1995196,424.7122,7 %1,6 %4,2 %67,9 %1996204,825.7342,4 %1,8 %4,7 %67,8 %1997212,726.6952,1 %1,2 %4,8 %63,1 %1998222,827.9323,6 %0,8 %4,7 %68,8 %1999234,029.2763,6 %0,5 %4,1 %61,1 %2000247,430.8753,4 %2,0 %3,9 %65,7 %2001256,131.8491,3 %2,3 %4,0 %66,4 %2002264,432.7171,7 %1,7 %4,4 %67,0 %2003272,233.5270,9 %1,3 %4,8 %64,9 %2004287,135.1472,7 %2,0 %5,9 %64,8 %2005302,836.8112,2 %2,1 %6,0 %68,3 %2006322,939.0553,5 %1,7 %5,6 %67,0 %2007344,041.4693,7 %2,2 %5,2 %64,7 %2008355,742.7461,5 %3,2 %4,4 %68,4 %2009344,541.301 −3,8 %0,4 %5,7 %79,6 %2010355,142.4661,8 %1,7 %5,2 %82,4 %2011373,044.4692,9 %3,5 %4,9 %82,2 %2012391,646.4780,7 %2,6 %5,2 %81,7 %2013406,447.9370,0 %2,1 %5,4 %81,0 %2014417,148.8140,7 %1,5 %6,0 %83,8 %2015431,149.9551,0 %0,8 %6,2 %84,4 %2016460,252.6602,0 %1,0 %6,5 %82,5 %2017479,554.3942,3 %2,2 %5,9 %78,6 %2018503,256.6372,5 %2,1 %5,2 %74,0 %2019519,858.6801,5 %1,5 %4,8 %70,6 %2020490,755.125 −6,7 %1,4 %5,4 %83,3 %2021534,659.7594,6 %2,8 %6,2 %82,9 %

Mergers & Acquisitions Firmen und Investoren aus Österreich sind aktiv in Mergers und Acquisitions. (M&A). Seit 1991 wurden über 6.900 Mergers-&-Acquisitions-Transaktionen im Gesamtwert von 200 Mrd. EUR. Im Jahr 2016 wurden insgesamt über 280 Deals mit einem Wert von ca. 8 Mrd. EUR abgeschlossen. Außerdem ist Österreich in grenzübergreifenden Transaktionen als Investor wirksam.

Der Finanzsektor beinhaltet dabei die wertmäßig größten Deals, wohingegen im Industriesektor mit 19,2 % die meisten Deals durchgeführt werden.

Die Übernahme der Bank Austria AG durch die Bayerische Hypo- und Vereinsbank AG im Jahr 2000, stellt bis dato die größte Transaktion dar, mit einem Wert von 7,81 Mrd. EUR.mini|500px|Unterschiedliche Wirtschaftskraft in den einzelnen NUTS3-Regionen (überdurchschnittlich: grün, unterdurchschnittlich: rot)

Vermögensverteilung

Die Vermögen in Österreich sind nach einer Studie der Oesterreichischen Nationalbank stark ungleich verteilt. So verfügt ein Zehntel der Haushalte in Österreich über ein Nettovermögen von unter 1.000 Euro, rund die Hälfte der Haushalte besitzt weniger als 76.000 Euro. Mehr als drei Viertel liegen unter dem Mittelwert von 265.000 Euro und nur ein Zehntel der Haushalte verfügt über ein Vermögen von mehr als rund 542.000 Euro.

Happy Planet Index Der Happy Planet Index lag 2026 bei 51,5. Damit liegt Österreich weltweit auf Platz 56.

Größte Unternehmen In folgenden Tabellen finden sich die größten in Österreich registrierten Unternehmen – also auch Tochtergesellschaften internationaler Unternehmen mit Sitz in Österreich – sowohl nach Nettoumsatz als auch nach Mitarbeiteranzahl. Sämtliche Angaben verstehen sich inklusive etwaiger ausländischer Aktivitäten, die zur österreichischen Unternehmung zählen.

+ Die größten österreichischen Unternehmen …+ … nach NettoumsatzGeschäftsjahr 2021Zeitschrift TOP 500: Österreichs größte Unternehmen. In: Trend.at. 9. Juni 2022, abgerufen am 22. April 2025. Rang Unternehmen Nettoumsatzin Mio. Euro 2021 1 OMV AG 35.555 2 Porsche Holding 24.243 3 Bauholding Strabag 16.129 4 Rewe Group Austria 15.960 5 Spar Österreich 15.085 6 voestalpine 14.900 7 Borealis AG 10.153 8 Red Bull GmbH 7.816 9 Mondi Group 7.723 10 Benteler International AG 7.285 11 BMW Group Österreich 6.566 12 Andritz AG 6.463 13 Commercial Energy Solutions GmbH (Tochterunternehmen von Gazprom Neft) 6.016 14 Porr AG 5.727 15 ams-Osram AG 5.038 16 Magna Steyr Fahrzeugtechnik AG 5.036 17 Verbund AG 4.776 18 Telekom Austria AG 4.738 19 XXXLutz KG 4.480 20 Hofer KG 4.400 21 Österreichische Bundesbahnen Holding AG 4.336 22 Wiener Stadtwerke GmbH 4.300 23 Alpla Holding 4.300 24 Wienerberger AG 3.971 25 Infineon Technologies Austria 3.898 26 Münze Österreich AG 3.586+ … nach MitarbeiteranzahlGeschäftsjahr 2020Die zehn größten Unternehmen Österreichs nach Anzahl der Mitarbeiter im Jahr 2023. In: Statista.com. Abgerufen am 22. April 2025. Rang Unternehmen Mitarbeiter(2020) 1 Rewe Group Austria 94.743 2 Spar Österreich 89.926 3 Bauholding Strabag 74.340 4 voestalpine 48.654 5 Österreichische Bundesbahnen 40.945 6 Signa Retail GmbH 40.000 7 Trenkwalder Group 35.000 8 Porsche Holding 32.900 9 Swarovski KG 31.000 10 ams-Osram 30.031

Innovationen Laut österreichischem Patentamt wurden im Jahr 2025 in Österreich 2272 Patente neu angemeldet. Die meisten Patente kamen dabei aus dem Bundesland Oberösterreich (496), gefolgt von der Steiermark (435) und Wien (428). Auf die Einwohnerzahl bezogen war 2021 allerdings Vorarlberg das Bundesland mit den meisten Patenten.

Die innovativsten Unternehmen waren den Zahlen nach im Jahr 2021 AVL List mit 179 Patent-Neuanmeldungen, gefolgt von Julius Blum mit 105 und Siemens Mobility Austria mit 32 Neuanmeldungen.

Währungen mini|1 Krone (Österreichische Münze 1913)

Bis 1892 zahlte man in Österreich mit dem Gulden und seinen Untereinheiten. Dann wurde er durch die Krone abgelöst, welche bis 1925 offizielles Zahlungsmittel war, wegen der hohen Inflation in den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg im Zuge einer Währungsreform durch den Schilling abgelöst wurde.

Einführung der Euro-Währung Mit dem 1. Januar 1999 wurde der Euro in Österreich als offizielle Währung, vorerst nur als Buchgeld, das heißt für den Bargeldlosen Zahlungsverkehr, eingeführt. Ab 1. Jänner 2002 gilt der Euro auch als offizielles Zahlungsmittel, bis 28. Februar gemeinsam mit dem Schilling, seit 1. März 2002 ausschließlich. Bei Kreditinstituten wurde noch länger ein Umtausch kostenlos durchgeführt, bei der Oesterreichischen Nationalbank ist das weiterhin ohne zeitliches Limit möglich.

Börsen Die älteste österreichische Börse ist die Wiener Börse, die 1771 gegründet wurde. Diese erlebte 1873 mit dem großen Börsenkrach („Gründerkrach“) ihre bisher schlimmste Krise, in der rund die Hälfte der notierten Unternehmen vom Kurszettel verschwanden. 1877 übersiedelte die Börse an die Wiener Ringstraße in ein prunkvolles Gebäude von Theophil Hansen. 1869 entstand mit der Börse für landwirtschaftliche Produkte („Produktenbörse“) die erste Börse für den seit der Marktliberalisierung 1812 stark zunehmenden Handel mit Agrargütern. 1872 folgte die Gründung der allgemeinen Warenbörse, die aber bereits 1876 mit der Wiener Börse vereinigt wurde.

Seit 2010 ist Wien zudem Sitz der CEE Stock Exchange Group, der als Tochtergesellschaften nicht nur die Wiener Börse, sondern auch die Börsen in Budapest, Laibach und Prag angehören.

Wirtschaftssektoren Primärsektor – Bergbau und Landwirtschaft Der primäre Sektor beschreibt den Wirtschaftsbereich der Rohstoffförderung, also Landwirtschaft und Bergbau. Dieser Sektor hatte im Jahr 2004 einen Anteil von 1,9 % am österreichischen BIP.

Land- und Forstwirtschaft Durch die extreme geographische Lage hat Österreich eine sehr kleinstrukturierte Landwirtschaft, was rentables Arbeiten abseits des Flachlandes (Eferdinger Becken, Wiener Becken, Marchfeld) sehr erschwert, und einen großen Teil der Betriebe von Förderungen abhängig macht. Viele Betriebe setzen daher auf Qualität statt Quantität, um so einen besseren Preis für ihre Produkte erzielen zu können. Die biologische Landwirtschaft hat in Österreich einen flächenmäßigen Gesamtanteil von gut 16 % (2010), was die höchste Dichte von Biobetrieben in der EU bedeutet. Im Feldanbau ist das landwirtschaftlich wichtigste Gebiet das Marchfeld in der Nähe von Wien.

Wein ist ein wichtiges landwirtschaftliches Export­produkt Österreichs. Der Hauptabnehmer des Weines ist neben der Schweiz und USA mit zwei Dritteln Deutschland. Im Jahr 1985 wurde der Weinbau durch den Weinskandal stark in Mitleidenschaft gezogen. In der Zwischenzeit haben die Weinbauern jedoch ihre Qualitätsweine so verbessert, dass wesentlich mehr Wein exportiert werden kann als vor dem Skandal.

Auch geringe Flächen Tabak wurden vor allem in der Steiermark seit über 300 Jahren angebaut. Durch die Kürzung der Produktionsquoten der EU wurden die Einkommen aber so reduziert, dass 2005 auch die letzten rund 40 Bauern den Tabakanbau aufgeben mussten.

Durch den großen Waldbestand ist auch die Forstwirtschaft und holzverarbeitende Industrie (Papier- und Kartonfabriken, Sägewerke, …) ein bedeutender Faktor in der Landwirtschaft. Österreich ist nach Kanada, Russland, Schweden und Finnland und vor dem sechstplatzierten Deutschland der fünftgrößte Holzexporteur der Welt. Von den jährlichen 7,2 Millionen Festmetern (per 2004) gelangt ein großer Teil in den südeuropäischen Raum. Da derzeit jährlich mehr Holz nachwächst als geschlägert wird, besitzt dieser Zweig auch noch Wachstumspotenzial.

Bei der Herstellung von Spanplatten verfügen österreichische Unternehmen in Europa über einen Marktanteil von rund einem Drittel. Zwar werden in Österreich nur Spanplatten im Wert von 882 Millionen Euro (2005) hergestellt, doch besitzen österreichische Hersteller über eine Vielzahl von Lieferanten und Fabriken in den mittel- und osteuropäischen Ländern. So entfallen vom europäischen Umsatzvolumen mit Spanplatten, das rund 13 Milliarden Euro beträgt, 2,5 Milliarden auf die Salzburger Unternehmensgruppe Kaindl und 1,7 Milliarden auf den Tiroler Hersteller Egger. Von der österreichischen Produktion werden rund 80 Prozent exportiert, hauptsächlich nach Deutschland und Italien.

Bergbau Österreich hat eine große Anzahl an verschiedenen Rohstoffen, die aber aufgrund der Gesteinsformationen nicht sehr ertragreich sind. Dominierend im Bergbausektor des Landes ist daher die Sand- und Kiesgewinnung mit rund 60 Mio. Tonnen (t) Jahresförderung und die Steinbruchindustrie mit rund 30 Mio. t Jahresförderung. 900 Betriebsstätten fördern mineralische Rohstoffe, davon nur noch 4 % in Grubenbauweise. Unter montanbehördlicher Aufsicht stehen seit dem 1999 in Kraft getretenen Mineralstoffgesetz nur noch 210 davon. Rund 5000 Arbeitnehmer sind im Bergbausektor beschäftigt. Der Anteil des Bergbaus am BIP betrug 2004 0,5 % oder 1,4 Mrd. Euro, was eine Steigerung von 15 % im Vergleich zu 2003 bedeutet. Dies ist zum Großteil auf den Anstieg der Weltmarktpreise bei vielen Rohstoffen zurückzuführen.

Metalle und Halbmetalle