Feinwerkbau 300 (FWB 300) bezeichnet eine Bauserie von Matchluftgewehren, die von der Firma Feinwerkbau Westinger & Altenburger in Oberndorf am Neckar hergestellt wurden. Alle Varianten der Gewehre wurden in dem Kaliber 4,5 mm, mit Dioptervisierung und mit Seitenspanner ausgeliefert.

Technik Die FWB 300 ist ein Einzellader und wurde aus dem FWB 150 entwickelt. Vor jedem Schuss wird eine zweiteilige Feder mit dem Seitenspanner gespannt, dies ist auch der größte Unterschied zum Vorgänger, dem FWB 150 wo es noch eine einteilige Feder war. Nach dem Einlegen des Geschosses wird die Ladeklappe über den Seitenspanner verriegelt. Wird der Abzug betätigt, treibt die gespannte Feder einen Kolben in Schussrichtung. Der Kolben verdichtet die sich vor ihm befindliche Luft hinter dem Geschoss und treibt das Geschoss durch den gezogenen Lauf. Die freie Version mit der Stempelung "F im Fünfeck" erreicht eine Geschossenergie vom maximal 7,5 Joule, wobei Geschossgeschwindigkeiten je nach Geschossgewicht von etwa 168 m/s erreicht werden.

Das Gewehr schießt nahezu rückstoßfrei. Das System läuft nach dem Schuss zurück und nimmt den Rückstoß auf. Durch die Bewegung in Richtung des Schützen ist ein ausreichender Abstand zur Dioptervisierung erforderlich. Bei zu geringem Abstand besteht die Gefahr einer Verletzung des zielenden Auges. Im Laufe der Bauzeit von 1969 etwa bis 1973 (Seriennummer 117469) wurden etwa 67469 Einheiten gebaut. Das Gewehr wurde über den Produktionszeitraum kontinuierlich weiterentwickelt. So wurde etwa der Eingriff der Raststange in die Kompressionshülse geändert und verstärkt.

Aus dem FWB 300 wurde das FWB 300S entwickelt und ab 1972 auf den Markt gebracht. Bei der FWB 300S wurde der Träger des Abzugbügels, der Schaft, die Schiene für die Laufgewichte geändert und es gab einen neuen Spannhebel der jetzt nicht mehr an der Systemhülse verriegelt, sondern im Hebelmechanismus einrastet. Der Lauf ist im Vergleich zum FWB 300 etwas kürzer. Auch das FWB 300S wurde über den Produktionszeitraum verbessert, so wurde ab etwa 1976 die Prismenschiene verlängert. Das FWB 300S wurde bis etwa 1994 (Seriennummer 377916) in 277916 Einheiten gebaut.

Varianten Ab der Variante 300S war eine höhenverstellbare „Schaftbacke“ vorgesehen. Der Schaft wurde aus Nussbaumholz oder Buchenholz gefertigt und hat eine Befestigungschiene an der beispielsweise Zusatzgewichte angebracht werden können. Das Gewehr war in Ausführungen für Rechts- oder Linksschützen lieferbar. Folgende Varianten sind bekannt: Modellvariante Breite Höhe Gesamtlänge Lauflänge Gewicht Erkennungsmerkmale Feinwerkbau 300 54 mm 230 mm 1140 mm 550 mm 4,8 kg Urmodel Feinwerkbau 300S Match 54 mm 230 mm 1100 mm 500 mm 5,0 kg Verbesserte Version des Model FWB 300 Feinwerkbau 300S Junior 54 mm 230 mm 1015 mm 470 mm 4,0 kg leichtere und kleinere, aber technisch gleiche Version des 300S Match Feinwerkbau 300S Laufende Scheibe 54 mm 230 mm 1100 mm 550 mm 5,0 kg keine Kornmontage, dafür Zielfernrohr, Direktabzug Feinwerkbau 300S Universal 54 mm 230 mm 1100 mm 550 mm 5,0 kg punzierter Vorderschaft und abnehmbare Schaftbacke, Visierhöhenverstellung Feinwerkbau 300S Match L 54 mm 230 mm 1100 mm 550 mm 5,0 kg wie 300S Universal, aber ohne entfernbare Schaftbacke Feinwerkbau 300S Tiroler Schaft 54 mm 230 mm 1100 mm 550 mm 5,0 kg Version die mit einem "Tiroler Schaft" hergestellt wurde

Weblinks

Information zu Herstellungszeiträumen, bei co2air.de Gebrauchsanweisung Feinwerkbau 300 S, bei feinwerkbau.de Explosionszeichnung Feinwerkbau 300 S, bei feinwerkbau.de

Einzelnachweise

Kategorie:Luftgewehr