50pxNordische Skiweltmeisterschaften 1930Nordische Kombination 20px|klasse=skin-invert-image|Nordische Kombination Männer, EinzelK-60/18 km Austragungsort ← Zakopane 1929 Oberhof 1931 → Bei den Nordischen Skiweltmeisterschaften 1930 am Holmenkollen in der norwegischen Hauptstadt Oslo wurde ein Wettbewerb in der Nordischen Kombination ausgetragen. Der Wettbewerb setzte sich aus einem Skilanglauf über 18 km und einem Sprunglauf von der K-50-Schanze zusammen.
Kombinations-Skilanglauf mini|hochkant=1.9| Der Kombinations-Skilanglauf wurde am Samstag, dem 1. März 1930, ab 10:00 Uhr am Holmenkollen ausgetragen. Start und Ziel war vor dem Skimuseum. Der Kombinations-Sprunglauf vom Holmenkollbakken fand am Sonntag, dem 2. März 1930 vor rund 70.000 Zuschauern statt. Gestartet wurde um 13:00 Uhr. Am Wettbewerb nahmen 87 Nordische Kombinierer teil, davon ein Großteil aus Norwegen.
Wetter: Am Holmenkollen herrschte gutes Winterwetter mit hellem Sonnenschein. Die Temperaturen lagen bei 4 bis 5 °C. Der Schnee war entlang der Loipe sehr unterschiedlich, in den bewaldeten und schattigen Teilstücken noch kalt und schnell, pappte jedoch an den Stellen mit Sonneneinstrahlung, was die Wahl des optimalen Skiwachses sehr schwierig gestaltete. Die vorderen Startnummern waren begünstigt, da es gegen Mittag wärmer wurde und auch der Schnee auf den im Wald verlaufenden Teilstücken immer mehr seine Gleitfähigkeit verlor.
Kombinations-Sprunglauf Der Sprunglauf am darauffolgenden Tag fand bei gutem Winterwetter und Sonnenschein statt. Die Temperatur betrug 5 °C. Der Schnee war teils vereist, an sonnenbeschienenen Stellen aber auch nass.
Die beiden Kombinationswettbewerbe zählten auch als Wettläufe der traditionellen Holmenkollrennen. Der Skilanglauf über 18 km fand am Tag vor dem Holmenkollspringen statt. Nachdem sich der norwegische Kronprinz Olav im Startbereich beim Skimuseum eingefunden hatte und von den Zuschauern begrüßt worden war, wurden die Sportler um 10:00 Uhr mit einem Startintervall von 15 Sekunden auf die Strecke entlassen.
Aufgeteilt auf vier Klassen gingen rund 220 Läufer in die Loipe, wobei nur die Athleten der A-Klasse um den Königspokal, dessen Wertung für die Kombination der FIS zählte, kämpften. Die übrigen Teilnehmer stritten um die Entscheidung in der Juniorenklasse, der Altersklasse und in der nationalen norwegischen Meisterschaft. Von den genannten 103 Teilnehmern der A-Klasse erschienen 85 am Start. Die drei Erstplatzierten des Spezial-Langlaufs, die Norweger Rustadstuen, Hovde und Brodahl hatten neben vielen anderen auf ein Antreten verzichtet, um sich für den 50-km-Dauerlauf am Abschlusstag zu schonen. Unter den teilnehmenden Läufern befanden sich auch sieben deutsche und vier Schweizer Sportler.
mini|hochkant=1.9| Der Kombinationslanglauf brachte erneut einen überlegenen Sieg der Norweger, die diesmal die ersten fünfzehn Plätze belegten. Sieger wurde Ole Stenen in der Zeit von 1:11:33,0 h mit einer halben Minute Vorsprung auf seinen Landsmann Martin Peder Vangli. Auf Rang drei folgte Knut Lunde, knapp dahinter der gute Skispringer Hans Vinjarengen, der mit seinem knappen Zeitabstand seiner Favoritenrolle auf den Gesamtsieg in Teil eins der Nordischen Kombination gerecht wurde. Der erste Ausländer folgte mit dem Finnen Toivo Nykänen erst auf dem sechzehnten Platz.
Am darauffolgenden Sonntag folgte mit dem Holmenkoll-Sprunglauf, der für die FIS-Rennen als Kombinationssprunglauf gewertet wurde, das Hauptereignis der Wintersportwoche von Oslo. Bereits am Tag des Skilanglaufs wurde nach einem starken Vorverkauf mit einem neuen Zuschauerrekord gerechnet. Tatsächlich begaben sich am Wettbewerbstag bereits ab acht Uhr morgens rund 50.000 Besucher auf den etwa eineinhalb Stunden dauernden Fußweg von der Stadt auf den Holmenkollen. Weitere rund 20.000 Zuschauer wurden mit der Holmenkollbahn oder Personenkraftwagen zum Schanzengelände befördert. Die Konkurrenz begann nach dem Eintreffen der norwegischen Königsfamilie, die auf der Ehrentribüne Platz nahm, um Punkt 13 Uhr. Die hohe Anzahl von mehr als 400 Sprüngen, die durch die Beteiligung der Junioren- und Altersklasse, die jedoch nicht für die FIS-Rennen zählten, zustande kam, wurde in knapp unter drei Stunden abgewickelt. Beim ersten Springer jeder Nation wurde von der Musikkapelle die Hymne des betreffenden Staates intoniert, beim Sprung von Ernst Feuz z. B. die damals noch gültige Schweizer Nationalhymne Rufst du, mein Vaterland.
Den Wettbewerb dominierten erneut die Norweger. Sigmund Ruud erreichte 48 und 49 Meter und gewann damit den Damenpokal, der dem Sieger des Sprunglaufs zustand. Das Hauptinteresse galt aber dem Kampf um den Königspokal, an dem die Springer der A-Klasse teilnahmen. Hierbei erreichte Vinjarengen im ersten Durchgang 46,5 Meter und wahrte damit seine Anwartschaft auf den Pokal und den damit verbundenen Kombinationstitel. Seine größten Konkurrenten, die beiden Führenden nach dem Langlaufwettbewerb Ole Stenen und Martin Peder Vangli stürzten und vergaben damit bereits vorzeitig ihre Chancen. Der drittplatzierte Knut Lunde kam nur auf 39,5 m und fiel etwas zurück. Vinjarengen hielt sich auch im zweiten Durchgang mit 42 Meter gut und krönte sich mit 446,0 Gesamtpunkten zum Weltmeister in der Nordischen Kombination vor seinen Landsleuten Skagnæs und Knut Lunde.
Das Springen der Junioren wurde außerhalb der FIS-Rennen durchgeführt, brachte aber bemerkenswerte Leistungen der 17- bis 19-jährigen Nachwuchsspringer, die teilweise auch schon Spitzenplätze im Spezialsprunglauf bei diesen FIS-Rennen belegt hatten. Birger Ruud kam in beiden Durchgängen auf 50 Meter und gewann die Kombinationswertung mit 226,4 Punkten vor seinen Landsleuten Reidar Andersen (220,8 Punkte) und Olav Ulland (219,8 Punkte). Ruud egalisierte mit seinen Sprüngen den bestehenden Schanzenrekord, bevor Ulland im zweiten Durchgang mit 50,5 m eine neue Bestmarke aufstellte, die aber wiederum nur kurze Zeit später vom 18-jährigen Knut Kobberstad mit 51 m übertroffen wurde. Der letzte Springer am Ablauf Reidar Andersen kam schließlich auf 52 Meter und wurde nach seinem Rekordsprung, der erst 1938 übertroffen werden sollte, minutenlang von den begeisterten Zuschauern gefeiert.
Legende Kurze Übersicht zur Bedeutung der Symbolik – so üblicherweise auch in sonstigen Veröffentlichungen verwendet: Wettkampf nicht beendet (did not finish) nicht am Start (did not start) * Sprung als gestürzt gewertet HDW Hauptverband Deutscher Wintersportvereine der Tschechoslowakischen Republik SL RČS Verband der Skifahrer der Tschechoslowakischen Republik (Svaz lyžařů Republiky československé)
Nordische Kombination Datum: Samstag, 1. März und Sonntag, 2. März 1930 Ort: Oslo, Holmenkollen, Holmenkollbakken (K-50) Teilnehmer: 99 Skiläufer genannt; 87 gestartet; 76 (mit mindestens einem gestandenen Sprung) offiziell gewertet;