BDeh 4/4370pxBDeh 4/4 13 mit Falttüren im St. Galler Nebenbahnhof.Nummerierung:11–1516, 17Hersteller:FFA, SLM, BBC SWA, SLM, ABBBaujahr(e):1981 1993Achsfolge:Bo’zz Bo’zzSpurweite:1000 mm (Meterspur)Zahnstangensystem:Riggenbach-Klose,Strub, Von RollLänge über Kupplung:17 410 mmGesamtradstand:13 330 mmDienstmasse:44,5 t 44,8 tReibungsmasse:44,5 t 44,8 tHöchstgeschwindigkeit:AdhäsionZahnrad 65 km/h40 km/hStundenleistung:820 kWTriebraddurchmesser:837 mmDurchmesser Zahnrad:732 mmStromsystem:1500 V =Anzahl Fahrmotoren:4Sitzplätze:40Klassen:2. KlasseLadefläche:5,0 m²Anhängelast:SGA-Strecke (Adhäsion/Zahnrad)AB-Strecke (Adhäsion 37 ‰) 80 t160 t

BDeh 4/4 ist die Serienbezeichnung für meterspurige Triebwagen mit Adhäsions- und Zahnradantrieb der Appenzeller Bahnen (AB) mit den Nummern 11 bis 17.

Geschichte mini|links|Pendelzug der SGA mit einem BDeh 4/4 in Appenzell, links der ABe 4/4 42 der AB.

Nachdem man sich zu Beginn der 1970er-Jahre für den Weiterbetrieb der St. Gallen-Gais-Appenzell-Altstätten-Bahn SGA entschieden hatte und auf die Umstellung auf Busverkehr verzichtete, wurde die Sanierung der veralteten Zahnradbahn eingeleitet. Zur Modernisierung des Rollmaterial wollte die SGA fünf zweiteilige Pendelzüge bestellen. Weil das Eidgenössische Amt für Verkehr (EAV) jedoch nur vier Züge bewilligte, sprang die Appenzeller Bahn (AB) in die Bresche. Die AB, die zusammen mit der SGA unter einer Gemeinschaftsdirektion stand, finanzierte als reine Adhäsionsbahn den fünften Zahnradzug, um ihn der SGA zum Ausgleich für ihre Zugsleistungen auf dem AB-Netz zur Verfügung zu stellen. 1978 konnten die beiden Bahnen die Aufträge für die fünf BDeh 4/4 11–15 und den zugehörigen Steuerwagen vergeben.

Schon nach kurzer Zeit zeigte sich, dass die SGA für die Aufrechterhaltung ihres Fahrplans auf den fünften Zug angewiesen war. Fünf Jahre nach der Inbetriebnahme verkaufte ihn die AB zum damaligen Anschaffungspreis.

Technik Im Verlaufe des Jahres 1981 wurden die Fahrzeuge abgeliefert. Die Flug- und Fahrzeugwerken Altenrhein (FFA) stellten die Wagenkästen der Trieb- und Steuerwagen und die Laufdrehgestelle her. Die Triebwagen besitzen nur einen Führerstand. Auf der anderen Seite befindet sich ein Wagenübergang, so dass sie nur zusammen mit einem Steuerwagen verkehren können. Die Triebdrehgestelle mit Zahnradantrieb stammen von der Schweizerischen Lokomotiv- und Maschinenfabrik (SLM) in Winterthur. Der Adhäsionsantrieb wurde bei der Fahrt auf dem 100 ‰ steilen Zahnstangen­abschnitt Ruckhalde St. Gallen–Riethüsli abgekuppelt.

Brown, Boveri & Cie. (BBC) lieferte die elektrische Ausrüstung. Trotz der Hüpfersteuerung läuteten die BDeh 4/4 Neuland ein. Sie sind die ersten Schweizer Triebfahrzeuge, in denen für Steuerungs- und Regelungsfunktionen Mikroprozessoren zur Anwendung kommen.

Die Farbgebung mit rotem Anstrich und hellgrauem Zierstreifen wurde von der Bevölkerung bestimmt. Die Züge sind damit auf den vielen unbewachten Bahnübergängen besser sichtbar als im traditionellen SGA-Grün. Die ersten vier Züge tragen die SGA-Initialen. Der BDeh 4/4 15 mit dem Steuerwagen ABt 115 wurde – auch im Hinblick auf die bevorstehende Fusion – mit „Appenzeller Bahnen“ beschriftet.

Die Triebwagen der ersten Serie tragen folgende Namen und Wappen:

Betriebsnummer Taufname WerbungBDeh 4/4 11 Stadt St. Gallen BDeh 4/4 12 Teufen  BDeh 4/4 13 Bühler  Appenzeller BDeh 4/4 14 Gais  A. Vogel BDeh 4/4 15 Bezirk Appenzell 

Die BDeh 4/4 der SGA dienten als Vorbild für die 1985/86 abgelieferten Adhäsionstriebwagen BDe 4/4 II der AB und der Chemins de fer du Jura (CJ).

BDeh 4/4 16 und 17 mini|BDeh 4/4 17 mit Aussenschwing­türen im Nebenbahnhof St. Gallen 1989 fusionierten die Appenzeller Bahn (AB) und die SGA zu den Appenzeller Bahnen (AB). Die neue Bahngesellschaft ergänzte 1993 ihren Fahrzeugbestand mit den BDeh 4/4 II 16–17 und BDe 4/4 II 34–35. Obwohl die elektrische Ausrüstung mit der Hüpfersteuerung inzwischen nicht mehr zeitgemäss war, entschieden sich die AB aus Kostengründen für einen Nachbau der in den achtziger Jahren gebauten Fahrzeuge. Erkennbar sind die Triebwagen der zweiten Serie an den aussenbündigen Aussenschwingtüren an Stelle der in einer Nische eingebauten Falttüren.

Auch bei den Lieferfirmen hatte sich einiges geändert. Aus der FFA wurde Schindler Waggon Altenrhein (SWA) und BBC als Lieferant des elektrischen Teil ging im ABB-Konzern auf.

Die Triebwagen BDeh 4/4 16 und 17 können im Gegensatz zu den Fahrzeugen der ersten Bestellung auch auf der Strecke Altstätten–Gais verkehren, deren Zahnstangenabschnitte eine Steigung von 160 ‰ aufweisen. Seit der Eröffnung der St. Galler Durchmesserlinie 2018 ist die Linie Altstätten–Gais die einzige Meterspurstrecke der AB mit Zahnstange.

Verkauf an die Achenseebahn mini|AB BDeh 4/4 im Bahnhof Jenbach Mit der Streckensperre St. Gallen–Teufen im Sommer 2018 vor der Eröffnung der Durchmesserlinie benötigten die AB nur noch drei der BDeh 4/4 11–15 für den noch verbliebenen Abschnitt Teufen–Appenzell. Am 11./12. Juni wurden die Triebwagen 11 und 12 zur Achenseebahn nach Jenbach gebracht. Am 24. Oktober wurde der Triebwagen 13 ins Tirol abtransportiert. Er hat seine Werbung für Appenzeller Alpenbitter behalten. Die restlichen Triebwagen und die zugehörigen Steuerwagen ABt 111–115 folgten im Herbst nach der Eröffnung der Durchmesserlinie. Es war geplant, die Zahnradtriebwagen mit einem Hybridantrieb auszustatten, falls die Elektrifizierung der Achenseebahn nicht zustande kommen sollte. Ob eine der beiden teuren Varianten zustande kommt, war angesichts der angespannten finanziellen Lage der Achenseebahn fraglich. Zudem hätten die Drehgestelle der Trieb- und Steuerwagen für den Einsatz auf der Riggenbach-Zahnstange der Achenseebahn umgebaut werden müssen.A. Huber, M. Rellstab: AB-Fahrzeuge nach Österreich. In: Schweizer Eisenbahn-Revue. Nr. 8–9. Minirex, 2018, S. 402. Nach dem Konkurs der Achenseebahn hat das Auktionshaus Köck angekündigt, die 10 Fahrzeuge ab 5. Oktober 2020 zu versteigern. Die Versteigerung wurde allerdings nicht durchgeführt; stattdessen begann im Februar 2021 die Verschrottung aller Appenzeller Fahrzeuge abgesehen von zwei Steuerwagen.

Zugehörige Steuer- und Zwischenwagen Zur Bildung von Pendelzügen wurden bei der FFA zugehörige Steuerwagen vom Typ Einheitswagen II bestellt. Um dreiteilige Züge bilden zu können, wurden von 1981 bis 1984 die Leichtstahlwagen B 71–73 und B 81–83 für den Einsatz als Zwischenwagen hergerichtet. Sie erhielten eine Vielfachsteuerleitung, automatische Türschliessung, Tasten für die Halteanforderung, Lautsprecher und einen passenden Neuanstrich in Rot.

Zur zweiten Serie beschafften die AB Steuer- und Zwischenwagen des neueren Typs PA-90. Die Steuerwagen ABt 121–123 aus dem Jahr 2004 ergänzen die Pendelzüge mit einem Niederflurabteil.

Serie Nummer Baujahr Gewicht Plätze1. Kl. Plätze2. Kl. Länge Höchstge-schwindigkeit Hersteller Typ Bemerkung BildABt 111–1151981 14,0 t 12 31 17 070 mm 65 km/h FFA, BBC EW II Steuerwagen,ABt 111–114 von SGA,ABt 115 von AB beschafft 100px|ABt 111–115ABt 116, 1171993 16,9 t 12 30 17 070 mm 75 km/h SWA, SIG, ABB PA-90 Steuerwagen 100px|ABt 116, 117ABt 121–123 2004 20,5 t 12 39 17 070 mm 75 km/h RJ, MOB RJ Niederflur Niederflur­steuerwagen 100px|ABt 121–123Ast 181 (1968) 17,3 t 30 – 15 350 mm 75 km/h SIG, RJ Salonsteuerwagen, umgebaut 2001 ausB 82 100px|Ast 181B 282ex 71–73 1948 15,0 t – 64 14 570 mm 65 km/h SIG LS SIG 48 1981–1984 Umbau fürEinsatz in Pendelzügen 100px|B 821–283281, 283ex 81–83 1964B 295ex B 192 1993 16,2 t – 54 17 070 mm 75 km/h SWA, SIG PA-90 2003 umnummeriert zuB 295100px|B 291–295B 291–294 16,0 t Mit allen Steuerwagen können auch die Adhäsionsfahrzeuge Ge 4/4 1 und BDe 4/4 II 41–45 ferngesteuert werden, die auf der Strecke Gossau SG–Wasserauen verkehren.

Bildergalerie

Quellen

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Elektrotriebwagen für Gleichstrom 1500 V Kategorie:Schienenfahrzeug (ABB) Kategorie:Schienenfahrzeug (Brown, Boveri & Cie.) Kategorie:Schienenfahrzeug (Flug- und Fahrzeugwerke Altenrhein) Kategorie:Schienenfahrzeug (Schindler Waggon) Kategorie:Schienenfahrzeug (Schweizerische Lokomotiv- und Maschinenfabrik) Kategorie:Triebfahrzeug (Appenzeller Bahnen) Kategorie:Zahnradelektrotriebwagen Kategorie:Schienenfahrzeug (Spurweite 1000 mm)